Ein Werkzugkasten für den Junior, Teil 1

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    15 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Zugegeben, Bauanleitungen für Werkzeugkästen gibt’s hier schon einige, ich will aber trotzdem meine eigene veröffentlichen. Schließlich wird das nicht nur ein Werkzeugkasten, sondern ein Werkzeugkasten mit einer Schachtel zum Herausnehmen.
Verwendet habe ich 12mm dickes Kiefern-Sperrholz; für die Griffstange kam ein Rest 18mm Rundholz aus Buche zum Einsatz, und der Boden besteht aus vier Millimeter Kiefern-Sperrholz. Das Ganze wird verschraubt und die Schraubenlöcher verdeckt.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischkreissäge
  • Stichsäge
  • Akku-Bohrschrauber
  • Zollstock
  • Zirkel
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Materialliste
  • 2 x Sperrholzplatte 12mm Kiefer | Sperrholz (30 * 12 cm)
  • 2 x Sperrholzplatte 12mm Kiefer | Sperrholz (30 * 16 cm)
  • 1 x Rundstab 18mm | Buche (31,5 cm)
  • 1 x Sperrholzplatte 4mm Kiefer | Sperrholz (31 * 17 cm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Der Zuschnitt

Los geht's mit dem Zuschnitt des Holzes. Der lässt sich ziemlich schnell bewerkstelligen, denn ich brauche nur vier Teile - und von denen sind jeweils zwei gleichgroß.
Die Seitenteile werden 12 cm hoch und 30 cm lang. Vorder- und Rückseite werden 16 cm breit und 30 cm hoch, die Bodenplatte 31 mal 17 cm (dazu später mehr).
Mit der Tishkreissäge ist der Zuschnitt innerhalb weniger Minuten erledigt.

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Vorder- und Rückseite

Die Seiten von Vorder- und Rückseite sollen angeschrägt werden. Da ich keine Lust habe, die Winkel auszurechnen (zugegeben: Mathematik war nicht so meine Stärke), gehe ich folgendermaßen vor: Ich ziehe eine Linie in der Mitte der kurzen Seite (also bei acht cm), die parallel zu den Rändern verläuft. Bei 27 mm setze ich eine kleine Markierung.
Dann nehme ich den Schulzirkel zur Hand, stelle einen Radius von 27 mm ein und steche die Nadel an die Stelle, wo sich die Mittellinie und die eben gezeichnete Markierung kreuzen. Nun ziehe ich einen Halbkreis in richtung Rand.
Auf der anderen Seite messe ich 12 cm (die Höhe der Seitenwände) ab und ziehe von den Rändern eine Linie, die die Kreisbahn berührt.
Entlang dieser Line schneide ich mit der Stichsäge entlang - für die Rundung nehme ich ein Kurvensägeblatt.

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Zuschnitt der Schräge

Die Schrägen werden, wie schon gesagt, mit der Stichsäge ausgeschnitten. Nachdem das erledigt war, habe ich Vorder- und Rückseite deckungsgleich aufeinander gelegt, mit Zwingen fixiert und mit dem Schwingschleifer einigermaßen bündig geschliffen (da der Zuschnitt freihändig erfolgte, sind die Teile nicht identisch).
Da ich gerade mit Vorder- und Rückseite des Werkzeugkastens arbeite, kann ich gleich die Löcher für die Griffstange bohren. Als Mittelpunkt für die Bohrung nehme ich den Punkt, an dem die Nadel des Zirkels gesteckt hat. Die Löcher werden ungefähr sechs mm tief - mehr möchte ich nicht, denn die Zentrierspitze des Bohrers ist nicht gerade klein, und ich will nicht durch das Holz bohren.

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Die Bodenplatte

Ich könnte die Bodenplatte einfach an der Unterseite verleimen oder verschrauben - für einen kleinen Werkzeugkasten würde das sicher ausreichen. Aber das würde nicht wirklich gut aussehen; also greife ich zur Fräse und fräse einen Falz mit einer Höhe und Breite von fünf mm. (Die Bodenplatte besteht zwar aus vier mm dickem Sperrholz, aber so wie ich das Holz aus meinem Baumarkt kenne, ist es garantiert etwas dicker; außerdem kommt es auf den einen Millimeter nicht wirklich an...)
Aber Achtung: Die Falze für Vorder- und Rückseite sind durchgängig; an den Seitenteilen muss ein Kleiner Rest an den Rändern stehenbleiben! Warum? Die Seitenteile werden gegen Vorder- und Rückseite geschraubt (oder anders ausgedrückt: Vorder- und Rückseite befinden sich zwischen den Seitenteilen). Damit die Falze nicht sichtbar sind, dürfen sie an den Seitenteilen nicht komplett durchgehen.

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Vorbohren und anmalen

Bevor es ans Zusammenbauen geht, werden die Holzplatten mit Bienenwachslasur eingestrichen - die Zieht schnell ein und bringt die Maserung des Holzes schön zur Geltung. Da ich keine Ahnung habe, ob derart behadeltes Holz sich noch verleimen lässt (und weil ich weiß, dass mein Junior nicht immer schonend mit seinen Spielsachen umgeht), möchte ich die Zeile verschrauben. Für jede Ecke nehme ich drei Schrauben (SPAX, 3,5 mal 30 mm) und zeichne auf der Innenseite (wichtig, damit man später den Strich nicht sieht - der wird dann nämlich verdeckt) drei Markierungen an. An diesen Stellen wird dann von innen nach außen mit einem dünnen Bohrer (ich habe keinen zwei mm Holzbohrer, also nehme ich einen solchen für Metall) gebohrt; an der Außenseite setze ich einen sechs mm Holzbohrer an und bohre das Loch ca 5 mm tief. Damit habe ich ein Sackloch für die Schraube geschaffen, das ich später bequem mit einem entsprechenden Rundstab verschließen kann.

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Der Zusammenbau

Jetzt kann's losgehen. Bevor wir jedoch alles zusammen bauen, müssen wir eine kleine Herausforderung (Probleme gibt's nicht) meistern: Die beiden Löcher für die Griffstange wurden mit einem 18 mm-Bohrer gebohrt; das Rundholz hat ebenfalls einen Durchmesser von 18 mm. Damit es ohne Probleme in die Löcher passt, werden die Kanten mit dem Schwingschleifer (man könnte auch eine Feile nehmen) angeschrägt.
Dann wird alles zusammen gebaut. Es empfiehlt sich, Vorder- und Rückseite mittels der Griffstange zu verbinden und dann die Seitenteile dran zu schrauben. Achtung! Beim Verschrauben unbedingt darauf achten, dass alle Teile im rechten Winkel zueinander stehen!

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Die Bodenplatte

Sind alle Teile miteinander verschraubt, wird die Bodenplatte befestigt. Dafür habe ich Leim auf die Falze an den Unterseiten aufgetragen (ja, ich weiß: die Seitenteile habe ich verschraubt, weil ich nicht weiß, ob Leim auf Bienenwachs hält) und die Bodenplatte eingepasst. Dann kommen ein paar Schraubzwingen zum Einsatz: Mit denen wird die Platte am Kasten verpresst.
Kleiner Hinweis zum Thema Leim und Boenenwachs: Nachdem die Zwingen über Nacht angesetzt waren, habe ich mal versucht, die Platte herauszudrücken - ohne Erfolg. Wir merken uns also: Leim hält auch auf mit Bienenwachslasur behandeltem Holz...

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Das Zwischenergebnis

So sieht der Werkzeugkasten im Moment aus.
Ein Nachbar hat kürzlich festgestellt, dass da auch genug Bierflachen für einen Männerabend reinpassen... :-)

Im zweiten Teil werden wir die Schachtel zum Einsetzen bauen und die Schraubenlöcher verkleiden.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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