Ein Küchenmöbel

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  • Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    250 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Die Grundidee war eine recht einfache: Der geneigte Leser der Zeitschrift Holzwerken nehme Heft Nummer 56 zur Hand und betrachte auf Seite 14 das Projekt "Feiner Tisch für Küche und Werkstatt". Hab ich gesehen und da in der Küche noch ein Multifunktionsmöbel fehlt und da das Projekt recht einfach aussah wollte ich gleich loslegen. Das Grundgestell wollte ich mit den Zapfenverbindungen kopieren und um zu wissen ob ich es kann, habe ich am Projekt (der PTS 10 zum Eigennutze) schon mal geübt. Jeder weiß jedoch die Tücken liegen im Detail und somit erwies sich nicht nur die Besorgung einer 5cm dicken Massivholzplatte als schwierig, weshalb ich einfach eine selber baute (man lernt ja auch aus seiner Naivität, aber das hat unglaublich viel Zeit gekostet). Erschwerend kam hinzu, daß ich in der Vorbereitung gern auch mal das Forum befragte und man mir die Fähigkeit zum Verarbeiten der Blockware teilweise ganz absprach. Aber ich hatte bereits angefangen und war auch nicht davon abzubringen Kirschholzblockware zu verarbeiten. Jedem der mal damit arbeiten will dem sei gesagt: Kirschholz ist wunderschön aber ne verdammte ZICKE!! An dem zeug bin ich fast verzweifelt.
Die HW-Ausgab ist die von Januar/Februar und etwa so lange hat die Bauzeit gedauert, der Innenausbau kostete etwa 10mal so viel Zeit wie gedacht und meine Ideen waren auch nicht einfach umzusetzen
Die Ausschreibung des Möbelwettbewerbs gab nun die letzte Zündung, das Projekt dieses Jahr noch Fertig zu bringen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PTS 10  - Tischkreissäge, Unterflur-Zugsäge
  • PST 800 PEL  - Stichsäge, Feinschnittsäge/Säge mit NanoBlade-Technologie (elekt
  • PHO 20-82  - Hobel (elektrisch)
  • PMF 180 E  - Multifunktionswerkzeug (elektrisch)
  • POF 1400 ACE  - Fräse (elektrisch)
  • PSM 18 LI
  • GSR 10,8 Li
  • Japansäge
  • versch. Stemmeisen
  • Holzhammer
  • Schleifpapier
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Materialliste
  • 4 x Konstruktionsvollholz | Nadelholz (6x12cm)
  • 1 x Kirschholz Blockware | Kirsche (5x50x400)
  • 8 x Kantholz | Nadelholz (6x6cm)
  • 6 x Leimholzplatte | Nadelholz
  • 1 x Sperrholzplatte
  • 3 x Möbelbauplatte
  • 2 x Zierleiste viertelstab (2m)
  • 4 x Zierleiste viereck | Nadelholz (1m)
  • wenig x Schrauben
  • 4 x Halteklötze
  • 4 x Topfscharniere

Los geht's - Schritt für Schritt

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Materialbeschaffung

Das man bei der Suche nach massiver Holzware ca. 5 cm dick und nicht aus Kiefer oder Buche im Baumarkt auf dem Holzweg ist war mir klar. Also mal nen kleinen privaten Holzhändler am kalten Samstag morgen aufgesucht und mal forsch nach Weißbuche gefragt, hatte er nicht (zum Glück; Spitzname "Eisenholz"). Aber er bot mir für günstig Geld ein Restholzbrett (Blockware) 4m lang, 50cm breit, und 6cm stark an. Kirscholz. Grund, es war gerissen häßlich und nicht mehr zu verkaufen. Der nette Mitarbeiter halbierte mir es noch und ab in den Polo. (Bild 2 mit 1Jährigem Helfer;-)
Da ich keine Ahnung habe wie man das alles verarbeitet, einmal das 1-2-do-Forum fragen. Das Ergebnis war ernüchternd: Man sprach mir das Können komplett ab und riet mir eine fertige Platte beim Schreiner machen zu lassen.... und das in einem Heimwerkerforum. Klar werde ich der Maschinen wegen professionelle Hilfe brauchen, aber mein Ehrgeiz war gepackt... 

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Grundgestell

Das Grundgestell wurde mit Schlitz-Zapfen und Schwalben -Verbindungen gemacht. Selbiges Vorgehen wie bei einem Vorgängerprojekt der "PTS 10 zum Eigenutze", daß ich quasi zum üben genutzt habe. Verwendet wurde relativ raues KonstruktionsVollHolz und Balken mit 6x6cm beides aus Kieferholz vom Baumarkt. Das ausklinken ging relativ gut mit dem neuen PMF-Multitool, welches mir damals noch zur geheimen Nutzung überlassen war (Danke Bosch). Die Zapfenverbindungen wurden noch zusätzlich mit Endlosdübeln recht stramm stabilisiert.

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Ausbau I

Der Innenausbau sollte so bemessen sein, daß in der Mitte unten ein Sprudelkasten Platz finden sollte, der mit einem Unterbau herausgezogen werden kann um bequem Flaschen zu entnehmen. Die Idee kommt von einem bestimmten Typ Teewagen, welchen ich aus dem Krankenhaus kenne. Erste Stellproben zeigen dies.
Links und rechts davon sollten große Fächer sein um allerlei Küchengerümpel unterzubringen.
Natürlich brauchts auch noch Boden und Rückwand. Der Boden ist aus Leimholz Kiefer und die Rückwand aus 12mm Pressspan.
Die Seitenfüllungen sin ebenfalls aus Pressspan Möbelbauplatten und auf Zierleisten aufgesetzt und wurden anschließend von innen mit Leisten fixiert.
Die Zwischenwände sind wieder mit 6x6cm Balken und Füllungen aus Pressspan konstruiert. Generell sind mir zu viele Schrauben zuwieder, deshalb sind die Zwischenplatten in eine Nut recht stramm gesetzt und anschließend mit Ausklinkungen oben und mit langen Schrauben von unten fixiert.
Anschließend wurde das gesamte Konstrukt (nicht die Füllungen, die waren schon weiß ) zweimal mit einer Bienenwachslasur gestrichen und alles wieder zusammengesetzt.
Hier habe ich mal wieder gemerkt, wenn man etwas noch streichen will, sollte man doch immer noch nen Millimeter Luft lassen. Das nachkorrigieren erfordert doch recht viel Aufwand.
Zum Schluß habe ich am oberen Rand noch Nuten gefräst um mittels Federklötzchen später die Platte zu befestigen

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Die Deckplatte

So ein bisschen ist das mein kleines Meisterstück. Ich habe mich zuerst nur zaghaft und verunsichert dem mächtigen Kirschholz genähert. Ich zeichnete die schönsten Stücke an die am Ende meine Leimholzplatte ergeben sollte. Selbst die PKS 55  (Bild1)hat die Plattenstärke kaum geschafft und die PMF (Bild 2) mußte etwas helfen.
Nun kommt der Teil bei dem ich Hilfe brauchte, deshalb gibt's keine Bilder dazu. Ehre wem Ehre gebührt: Abrichten und Kalibrieren zum Verleimen war der Schreiner. Hier gebe ich den kritischen Kommentatoren recht das übersteigt meinen Horizont und meine technischen Möglichkeiten. Wie gerne hätte ich eine gute (oder überhaupt eine) Abrichte, aber das sprengt einfach meine kleine Garage.
Verleimen hab ich dann wieder selber gemacht (Bild 3) und in Ermangelung von mehr als 3 Zwingen über 80cm Länge haben Spanngurte mitgeholfen. Anordnung Splint auf Splint und Kern auf Kern
Inzwischen passte die PKS durch das Holz und nach dem Verleimen wurde die Endgültige Form festgelegt. (Bild 4)
Danach ging die Arbeit richtig los zunächst wurden die groben Unebenheiten mit dem Hobel beseitigt. (Bild 5)
Und jetzt schleifen, schleifen, schleifen... Kirschholz ist richtig mieß hart und hat man mal ne kleine Riefe reingeschleift dauert es mindestens ne halbe Stunde und zwei Schleifpapiere um die kleine Macke wieder rauszukriegen. Insgesamt bin ich mit drei verschiedenen Schleifmaschinen und unzähligen Schleifpapieren aller möglicher Körnungen. Das hat mehrere Tage gedauert und hat unglaublich viel Schweiß gekostet (Bild 6). Ich habe nicht wenige Male mit dem Gedanken gespielt das ganze Ding wieder zum Schreiner zu bringen und drei, vier Mal durch nen Breitbandschleifer zu jagen.
Irgendwann war es dann mal glatt und nach dem Brechen der Kanten (Bild7/8) kam noch ein finaler "Polierschliff" mit 400er Körnung (Bild 10) anschließend wurde die Platte mit Leinöl poliert und getränkt. (Bild11)

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Ausbau II

Im Linken und rechten Fach wurden insgesamt 3 Regalbretter mittels Bretthalter installiert (Bild 1-4)
In der Mitte sollte ja unten ein fahrbares Brett für einen herausziehbaren Sprudelkasten sein. Nach viel Überlegung, wie dies zu geschehen hat, fiel mir ein, daß der Mülleimer vom Schweden genau über solche Schienen verfügt (Bild5) , die einzeln im Internet ein vielfaches kosten. Stabil sind sie auch außerordentlich, mein 11/2 jähriger Sohn hat das schon ausgiebig getestet. Also, demontiert (nicht von meinem Mülleimer sondern neu) und ohne zu messen passen die Schienen exakt auf mein Brett (Bild 6) und richtig gut in den Schrank (Bild 7). Erste Belastungsprobe wurde auch gut bestanden (Bild 8). Die Platte wurde noch mit Zierleisten und einer Blende versehen und wie alles 2mal lasiert.
Es kam mir jedoch der Gedanke auf, wie stabil der Schrank unter der Belastung eines vollen Wasserkastens und eines Kindes ist. Deshalb habe ich mit dem Multitool noch zwei Löcher in die Rückwand gemacht (Bild 10) um später das Möbel an den tragenden Teilen an der Wand zu fixieren.

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Türen

Ursprünglich wollte ich Rahmentüren machen, aber Aufgrund des Aufwandes und des recht schmalen Formats habe ich mich für Vollholz Fichte (Bild1) mit Rahmenimitat entschieden. Die imitierende V-Nut habe ich mit der POF gefräst (Bild 2) und wieder mal weiß gestrichen (Bild3). Da ich noch nie selber Topscharniere eingebaut habe, habe ich mir erst 2 Schablonen und einen Probeaufbau an Restholzstücken gemacht um ja nix zu versemmeln und dann erst aufs Original gemacht (Bild 4-7). Die Schablonen leisteten gute Dienste und die Tür passt sogar (Bild 8&9). Allerdings habe ich nicht daran gedacht, daß die Türen ohne Stop nach innen einschwenken (Bild10). Also kurzerhand ein paar kleine Leisten zurechtgesägt und eingebaut (Bild 11)
Griffe sollten die Türen auch noch haben. Ich hab einfach frei Schnauze eine Form auf eines der Kirschreste gemalt (Bild12) grob ausgebohrt und gesägt (Bild 13) und anschließend auf dem umgedrehten Bandschleifer in die richtige Form gebracht (Bild 14) noch ein bisschen Leinöl drauf (Bild15) und mit Kreppband die Löcher auf die Tür übertragen (Bild 16)

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Fertig

Einfach nur genießen und ein wenig den Hauch von Leinöl schnuppern. Hier steckt ein dreiviertel Jahr Arbeit drin.


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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