Dinosaurier Lauflernwagerl

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    35 €
  • Dauer
    1-2 Tage
  • Wertung

Angeregt von diversen ähnlichen Projekten hier wollte ich meine Version eines Lauflernwagerls bauen. Es sollte aber nicht  nur als Stütze bei den ersten Schritten dienen, sondern auch zusätzlichen Nutzen bringen.

Lasst uns also beginnen.

Los geht's - Schritt für Schritt

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Update: Labyrinthfiguren

Im Eifer des Gefechtes ist mir gar nicht aufgefallen, dass die Software einen Punkt des Projektes "verschluckt" hat. Hat aber auch sonst niemand gemerkt ;-)

Hiermit reiche ich eine kurze Beschreibung der beweglichen Figuren im "Labyrinth" nach:

Die vier Vorlagen dazu - passend zum Wagerl sind es natürlich Saurier - holte ich aus dem Netz, passte sie an und druckte sie aus. Ich klebte sie mit Leim auf einen etwa 6mm dicken Sperrholzrest (Bild 1). Die Figuren wurden grob aufgetrennt (Bild 2) und anschließend ausgesägt (Bild 3). Zum Schutz bekamen sie ein paar Schichten Klarlack verpasst (Bild 4).

Während der Lack trocknete sägte ich mit einer Lochsäge vier 28mm messende Kreise aus einem 5mm Sperrholzrest (Bild 5). Die Bohrung in der Mitte wurde auf 8mm erweitert und die Teile geschlifffen.

Die Figuren bekamen ebenfalls eine 8mm Bohrung an der Rückseite. Da diese nicht ganz durchgehen sollte habe ich einen Metallbohrer verwendet. Dieser hat keine hervorstehende Zentrierspitze, so dass die Löcher tiefer angesenkt werden können (Bild 6).

Ein 8mm Rundstab/Dübel wird auf die passende Länge gekürzt (es soll etwas Spiel bleiben) und mit den runden Teilen verleimt. Diesen Teil von hinten durch den Labyrinthgang stecken (Bild 7). In die Bohrung an der Rückseite der Figuren kommt etwas Leim, dann werden diese auf den Rundstab gepresst.
Schon können die kleinen Saurier durch die Gänge huschen (Bild 8).

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Am Anfang steht der Plan

Im Netz hatte ich lange nach einer geeigneten Vorlage gesucht. Es sollte kein Auto werden, aber auch nicht einfach  nur eine Kiste. Ich hatte dann die Idee, das Wagerl als Saurier zu gestalten. Da ich nichts passendes  fand zeichnete ich selbst etwas.

Auf einem ausreichend großen Stück Papckpapier entwarf ich freihand die Form des Wagerls (Bild 1). Nach wenigen Minuten hatte ich so einen Plan in Originalgröße (Bild 2).

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Vorarbeiten

Erst einmal sehen, was ich so an Holz im Fundus habe:
Eine 15mm Birkensperrholzplatte, die nehm ich für die Seitenteile, eine 6mm Buchenplatte, eignet sich für die "Ladefläche", ein Stück Paulownia, das nehm ich fürs Steckspiel. Und ein 20mm Rundholz für die Griffe fand sich auch. Fehlten nur noch die Räder und das passende Befestigungsmaterial dazu. Dieses musste gekauft werden. Ebenso eine kleine Dose Lack.

Die Vorlage musste aufs Holz. Erst ein Stück Buchfolie auf die Platte kleben (das geht bei einer so großen Vorlage deutlich schneller als viele einzelne Streifen Paketband) (Bild 1). Darauf kam die zugeschnittene Vorlage (Bild 2). Mit der Bandsäge habe ich die erste Form grob ausgesägt, um 180° gedreht und auf die Restplatte gelegt. Die beiden Teile wurden zu einem Stapel vernagelt (Bild 3).

So vorbereitet konnte ging es ans sägen.

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Seitenteile fertigen

Mit der Bandsäge sägte ich die Konturen des Sauriers (Bild 1). Es dauerte nicht lange und die beiden Teile waren ausgesägt (Bild 2). Beide Teile werden mit Doppelklebeband passgenau zusammengeklebt und die Bohrungen für die Achslöcher gesetzt. Das erledigte ich mit einem 12mm Spatenbohrer (Bild 3). Die Größe ergab sich aus dem Durchmesser der Achslöcher an den Rädern.

Ein Test zeigte, dass die Achsen passen und die Räder sich drehen (Bilder 4+5).

Abschließend kann die Vorlage abgezogen werden. Danach werden die Seitenteile geschliffen (Bild 6), ehe weitere Details aufgezeichnet werden (Bild 7).

Die Fräsungen zur Aufnahme der Bretter für die Truhe mussten gemacht werden. Dazu mehr im nächsten Schritt.

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Seitenteile ausarbeiten

Steckschlitzfräsungen:
die Seitenteile werden mit drei Brettern verbunden die eine Truhe (Laderaum) ergeben. Um eine bessere Verbindung zu bekommen werden diese Bretter in Steckschlitze (Nuten) eingeleimt.

Auf einem Stück Restlaminat zeichnete ich die Außenkonturen eines Seitenteils (Bild 1) und sägte die Kontur mit der Dekupiersäge aus (Bild 2). Dann zeichnete ich die Position der Innenteile und sägte auch diese aus. Der verbliebene Rest wurde mit Doppelklebeband konturdeckend aufgeklebt (Bild 3).
Nun konnte mit der Oberfräse samt Kopierring und einem 6mm Nutfräser entlang der Schablonenkante die Nut gefräst werden. Der ausgesägte Rest diente dabei als Niveauausgleich beim Fräsen (Bild 4). Ich fräste in zwei Durchgängen eine rund 10mm tiefe Nut (Bild 5).
Die Schablone wurde vorsichtig abgenommen, und umgedreht auf das zweite Seitenteil geklebt. Da wiederholte sich das Spiel.

Aussparung für Drehspiel:
Auf einer Seite wird ein kleines Drehspiel angebracht, ähnlich dem von meister_oli.
Dazu bohrte ich an passender Stelle zwei 25mm Löcher welche mit Linien verbunden wurden (Bild 6.) Mit der Dekupiersäge wurde die Aussparung vollendet (Bild 7). Eine Kleine Leiste an der richtigen Position diente als Führung für den Fräser. So fräste ich eine Nut um den Haltestab einzusenken (Bilder 8+9).

Labyrinth:
Auf der zweiten Seite wird ein Labyrinth eingebaut. Dazu übertrug ich die Ausmaße der Innenfläche auf ein Stück Papier (Bild 10). Diese Form wiederum auf ein Stück Restholz, in welchem ich den Verlauf des Labyrinths aufzeichnete und vorbohrte (Bild 11). Mit der Dekupiersäge wurden die Gänge 16mm breit (passend zum Kopierring) mit der Deku ausgesägt (Bild 12). Die Schablone war somit fertig und konnte testweise eingelegt werden (Bild 13).

Nachdem alles passte fräste ich in mehreren Durchgängen die Gänge in den Seitenteil (Bild 14). Hinterher wurden die Schnittflächen mit dem Dremel geschliffen (Bild 15).

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Spiele

Für das Drehspiel benötigte ich vier Teile. Ich wollte keine gekauften Kugeln, sondern machte mir kleine Walzen. Dazu sägte ich von einem Rundstab vier gleich große Stücke ab (Bild 1). Ein Abfallholz wurde auf dem Bohrtisch befestigt und mit einem 20mm Bohrer angesenkt (passend zur Dicke der Rundholzteile) (Bild 2). In die Bohrung wurden die Teile eingesteckt und mit einem 7mm Bohrer (damit sie etwas Spiel haben und sich leichter drehen) mittig der Länge nach durchbohrt (Bild 3). Die Schnittflächen wurden geglättet und die Kanten leicht gerundet (Bild 4). Eine Probe zeigte, dass die Teile etwas zu groß waren (Bild 5). Sie wurden daher etwas eingekürzt und erneut geschliffen.

Steckspiel:
Die Vorderseite (Brust) ist eine Platte aus Paulownia (damit das Wagerl nicht zu schwer wird). Darin wird ein Steckspiel eingebaut. Die Formen dazu zeichnete ich auf dem Computer und druckte sie zweimal aus (Bild 6). Eine Vorlage kommt auf das passend zugesägte Stück Paulownia (Bild 7), dann wird mit einem 1mm vorgebohrt und die Figuren werden ausgesägt (Bild 8).

Die Klötzchen zum Einstecken sägte ich aus einer 30mm dicken Schichtholzplatte. Sie wurden so geschliffen, dass sie mit etwas Spiel durch die Öffnungen passen  (Bild 9). Werden die Teile später noch bemalt - wie bei mir - dann den Farbauftrag berücksichtigen!

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Zusammenbau

Alle Konturen der Seitenteile und der Steckfiguren werden auf dem Frästisch gerundet. Dann kann das Wagerl zusammengebaut werden.

In die Nuten des ersten Teiles wird Leim eingebracht (Bild 1). Die auf Maß gesägten Teile werden eingesetzt und mit einer Zulage festgeklopft (Bild 2). Nun lässt sich die Truhe schon erahnen (Bild 3).
Die zweite Seite mit Leim versehen und aufsetzen. Festklopfen und bis zum Trocknen des Leimes mit Zwingen zusammenhalten (Bild 4). Zur Sicherheit habe ich die Teile noch mit Nägeln zusammengetackert (Bild 5).

Tipp:
da die Innenbretter nur 6mm dick sind muss man beim Tackern sehr aufpassen. Ich zeichnete mir einige Positionen an. Dann ermittle ich mit dem Ende der Schiebelehre (dem "Tiefenmesser") den Abstand  vom Rand bis zum Brett. 2mm dazugeben und hier den Tacker ansetzen. So sitzt der Nagel mittig und steht nirgends raus.

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Farbliche Gestaltung

Der Saurier brauchte etwas Farbe. Bei einem Enkelsohn natürlich eine blaue.

Ich besorgte geeigneten (kindersicher, speichelresistent, ungiftig...) Lack. Mit einer kleinen Rolle wurde dieser aufgetragen (Bild 1), trocknen gelassen, angeschliffen, entstaubt und eine zweite Schicht aufgebracht. Auch das Vordersteil wurde auf dieselbe Art gestrichen (Bild 2). Bis alles getrocknet war bemalte ich die Teile des Steckspiels (Bild 3) und lackierte die drehbaren Walzen (Bild 4).

Nach dem trocknen leimte ich die Vorderseite ein und das Steckspiel war soweit fertig (Bild 5).

Der Körper bekam ein paar Flecken und weitere Details (Bild 6), ehe ich die Räder montierte (Bild 7). Je nachdem wie fest man die Schrauben anzieht kann man den Schiebewiderstand regeln. Für den Anfang eher etwas fester, damit das Wagerl nicht gleich davonfährt!

Das Gesicht des Sauriers wurde natürlich freundlich gestaltet (Bild 8).

Den Haltestab für die Walzen habe ich mit meinem Wachs eingelassen und ganz glatt poliert (Bild 9). Dann konnten die Teile aufgefädelt und der Stab eingeleimt werden (Bild 10).

Damit die Teile vom Steckspiel beim Hineinfallen keinen Lärm machen schnitt ich ein Stück Dämmmatte zu (vom Elch, wo sie für Schubladen verwendet wird) (Bild 11). Mit etwas Doppelklebeband wurde die Matte auf den Boden der Truhe geklebt (Bild 12).

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Halteggriffe

Damit sich der kleine Mann am Wagerl hochziehen und dieses dann schieben kann fehlten noch geeignete Griffe.

Aus zwei Teilen eines Lattenrostes machte ich die Seitenteile. Ich klemmte eine Leiste in der späteren Position fest und zeichnete die Schräge an der unteren Kante an (Bild 1). Entlang der Linie wurde die Leiste abgesägt und auf dem Boden aufsitzend erneut festgeklemmt.
Mittels Wasserwaage ermittelte ich anschließend die erforderliche Länge (Bild 2). Hier zeichnete ich freihand eine Rundung und sägte diese aus. Die Form wurde auf die zweite Leiste übertragen und ebenfalls ausgesägt. Alle Flächen und Kanten glätten, abschließend die Kanten runden  (Bild 3).

Ich klemmte die Leisten zusammen und setzte drei Bohrungen für das Verschrauben (Bild 4). Natürlich wurden diese auch angesenkt (Bild 5).
Kleiner Denkfehler im Eifer des Gefechtes:
Da auf einer Seite ja das Labyrinth verläuft war es keine gute Idee die Löcher auf beide Leisten zu übertraghen. Klar, dass eines davon mitten im Labyrinthgang platziert war und daher neu gebohrt werden musste.

Am oberen Ende und etwa mittig senkte ich mit einem 20mm Forstner Bohrungen zur Aufnahme der Griffstangen (Bild 6). Diese trennte ich von einem langen Rundstab mit der Deku ab (Bild 7).

Die erste Leiste wird angeleimt und festgeschraubt (Bild 8). Die Griffstangen werden eingesetzt in die zweite Leiste gesteckt, diese ausgerichtet und ebenfalls festgeschraubt.
Die Griffstangen wurden zusätzlich mit einer Schraube gesichert (Bild 9).

Nun stand der ersten Probefahrt nichts mehr im Wege und das Wagerl war fertig (Bilder 10-12).


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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