Die Erfüllung eines Kindheitstraumes

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    150 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Als Kind habe ich immer davon geträumt, ein eigenes Auto, eine sogenannte Seifenkiste, besitzen zu dürfen, aber jedesmal, wenn ich die Räder vom Kinderwagen meiner kleinen Schwester abbaute, bekam ich aus unerklärlichen Gründen Ärger mit meinen Eltern. Ich hatte mir nichts Schlimmes dabei gedacht, denn die 7 Jahre jüngere Schwester war eh nervig und mich hatte es nicht sonderlich bewegt, wenn sie mit dem Kinderwagen oder der Sportkarre ohne Räder irgendwo in den Büschen stand. So ging es Jahr ein und Jahr aus. Räder abbauen und einen neuen Versuch starten, abends dann Ärger mit den Eltern und die Räder wieder anbauen, ganz schön nervig.
Wie ihr seht, konnte ich mir meinen Kindheitstraum leider nicht erfüllen. Da jetzt meine beiden Enkelsöhne in der nächsten Woche für 4 Tage aus Berlin zu Besuch kommen, habe ich mir gedacht, dass die beiden Jungs (3 und 6 Jahre alt) bestimmt einen Riesenspass haben würden, wenn sie mit einem kleinen Rennauto vom Hügel hinter unserem Haus "brettern" könnten. Meine Franziska war der gleichen Meinung und schon war ein neues Projekt geboren. Eine Seifenkiste für meine Enkelkinder.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PPS 7 S  - Tischkreissäge, Unterflur-Zugsäge
  • PST 18 LI  - Stichsäge/Säge mit NanoBlade-Technologie (Akku)
  • PSR 10,8 LI  - Bohrschrauber, Bohrmaschine, Schlagbohrschrauber (Akku)
  • Hobel
  • Schwingschleifer
  • Schraubzwingen
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Materialliste
  • 2 x Multiplexplatten, 20 mm (220 x 40 cm)
  • 2 x Sperrholzplatten 6mm (230 x 40)
  • 4 x Schubkarrenräder (38 cm Durchmesser)
  • 1 x Stahlseil d=4 mm (5 lfd. Meter)
  • 2 x Metallachsen (80 cm lang und 20 mm Durchmesser)
  • 8 x Metallringe mit Feststelldorn (Innenmaß 20 mm)
  • 1 x Metallstange für die Bremse (80 cm lang und 20 mm Durchmesser)
  • 1 x Befestigungmaterial für den Sitz
  • 1 x Restholzplatten für den Sitz und das Lenkrad
  • 3 x Rohrschellen zur Befestigung der Lenkstange
  • 4 x Schraubbefestigungen für die Achsen
  • 100 x Torxschrauben 3,5 x 40
  • 100 x Torxschrauben 3 x 20
  • 1 x Holzleim wasserfest
  • 1 x Vorstreichfarbe
  • 1 x silberfarbener Lack glänzend

Los geht's - Schritt für Schritt

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Grundriss und Schnitte

Es dauerte einige Tage, bis endlich die Größe der Seifenkiste feststand. Auch die angedachte Technik innerhalb des Fahrzeuges ließ meine Gehirnzellen ordentlich arbeiten. Eine genaue Planung ist in diesem Fall jedoch unumgänglich, denn die Größe des Fahrers ist entscheident für die Größe der Seifenkiste. Meine Enkel sind 3 und 6 Jahre alt und auch der Große sollte schon noch einige Jahre damit fahren können. 
Nach langen Internetrecherchen habe ich mich für eine Seifenkiste in der Größe von 220 x 80 cm (L x B) entschieden und mich dabei größtenteils an einen Bauplan von Festol gehalten.

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Grundplatte oben und unten

Die beiden Grundplatten habe ich aus 20 mm starken Multiplexplatten hergestellt. Durch einen Zufall fand ich 4 Platten dieser Stärke in den Maßen von 220 x 20 cm in der Restekiste vom Holzzuschnitt eines Baumarktes für den Wahnsinnspreis von 12 Euro. Wenn man bedenkt, dass der Normalpreis für 1 Quadratmeter etwa bei 60,00 Euro liegt, habe ich hier ungefähr 100,00 Euro einsparen können.

Die Platten wurden von mir mit Holzdübel und Holzleim zu je 2 Platten von 220 x 40 cm zusammengeleimt und schon hatte ich genau die Maße für die beiden Grundplatten.

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Die Grundplatten werden in Form geschnitten

Die Front und auch das Heck des Kinderautos sollte im Bogen leicht spitz zulaufen, wobei der Bogen an der Front länger sein sollte, als beim Heck. Um diese Bögen auf beiden Seiten gleich hinzubekommen, bediente ich mich eines kleinen aber effektiven Hilfsmittel. Ich nahm eine leicht zu biegende Hartfaserplatte, bohrte an den beiden Enden jeweils ein Loch von 8 mm Größe und verband diese Löcher mit Hilfe zweier Schrauben mit Draht. Wird nun der Draht gespannt, erhält die Hartfaserplatte den jeweils gewünschten Bogen. Auf diese Art und Weise war ich sicher, jeweils rechts und links den gleichen Bogen zu haben.
Jetzt nur noch den jeweiligen Bogen auf die Platten übertragen und mit der Stichsäge die Grundplatten zusägen.

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Cockpiteinstieg in die Oberplatte sägen

Der Einstieg für den Fahrer sollte laut Plan die Mindestgröße von 550 mm und die Maximalgröße von 650 mm haben. Ich entschied mich für die Größe von 650 mm Länge  x 350 mm Breite. Dieser Ausschnitt wurde mit der Stichsäge hergestellt. Hierbei ist zu beachten, dass an den Seiten der Grundplatte mindestens 25 mm stehen bleibt, um die Leisten für das Gerüst noch vernünftig anbringen zu können.

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Das eigentliche Gerüst entsteht

Das Verbinden der Oberplatte mit der Unterplatte erfolgte mit Hilfe von 20 x 40 mm starken Leisten, die auf eine Länge von 450 mm gekappt wurden. Die Ober- und Unterplatte wurden aufeinandergelegt und etwa alle 30 cm erfolgte ein Einschnitt der Platten für die Befestigung der Leisten.

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Das Fahrwerk und die Lenkung

Das Anbringen der jeweiligen Achsen erfolgte laut Bauplan. Die hintere Achse wurde 20 cm vom Heck entfernt mit sogenannten Rohrzwingen befestigt. Hierfür wurden zunächst Leisten von 30 mm Stärke und 60 mm Breite auf die Grundplatte geschraubt. Darauf erfolgte dann die Befestigung der Zwingen. 

Das Anbringen der Vorderachse war etwas arbeitsintensiver, denn hierbei ist zu bedenken, dass die Achse leicht lenkbar sein sollte, um sie später mit Hilfe von Stahlseilen und Umlenkrollen vom Fahrersitz aus lenken zu können.

Die Lenkug sollte über ein Lenkrad erfolgen, das mit Hilfe der Stichsäge ausgesägt wurde und das mit einem etwa 50 cm langen Rundstab (25 mm Durchmesser) verbunden wurde. (siehe Foto). Anschließend wurde der Rundstab (Lenkstange) mit Rohrschellen von unten an die Oberplatte geschraubt.

In die Achse wurden 6 mm große Löcher gebohrt, durch die das Stahlseil gezogen wurde. Über insgesamt 4 Umlenkrollen (2 auf der unteren Platte und 2 an der oberen Patte) wurde dieses Seil 2 Mal engegengesetzt um die Lenkstange gewickelt. Das Seil leicht spannen und mit Seilspannern befestigen und schon hat man eine Lenkung mit Lenkrad hergestellt. Zur besseren Anschauung schaut auch bitte die Fotos an.

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Die Bremse

Dieser Punkt hat mir eigentlich am meisten Kopfschmerzen bereitet und meine Überlegungen waren jeden Tag wieder neu. Entschieden habe ich mich dann für eine Bremse, die ich so nicht im Internet gefunden habe.

Ich befestigte eine 2 Metallstange oberhalb der vorgesehenen Hinterräder mittels eines starken Gummibandes (Spanner) und 2 Haken an der Oberplatte. Durch dieses Band wird die Stange nach oben gezogen. Anschließen schraubte ich 2 Rohrschellen etwa 3 cm von der Seitenwand entfernt an diese Stange und befestigte hieran ein Stahlseil. Über eine Umlenkrolle am Boden der Grundplatte wurde das Stahlseil in den Fußraum des Fahrers geführt und hier am unteren TEnde eines Bremshebels befestigt. Durch Ziehen des Bremshebels spannt sich das Stahlseil, die Stange wird nach unten auf die Hinterräder gedrückt und bremst so das Fahrzeug. Nach Lösen des Bremshebels zieht das starke Gummiband die Bremsstange wieder nach oben und löst sie von den Hinterreifen. (siehe Handskizze)

Die Handbremse wurde aus einer Metallstange  hergestellt. Hierauf befestige ich einen runden Türgriff aus Holz. Mittels einer Gewindestange wurde der "Bremshebel" zwischen 2 Brettern befestigt, die mit Metallwinkeln auf die Grundplatte geschraubt wurden. Am unteren Teil des Bremshebels bohrte ich ein Loch, durch das das Stahlseil geschoben und befestigt wurde.

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verstellbarer Sitz und das Lenkrad

Der Fahrersitz wurde aus Multiplex-Platten hergestellt. Die Breite der Sitzfläche beträgt 30 cm und die Tiefe etwa 35 cm. Die Lehne wurde mit Hilfe eines Metallwinkels an die Sitzfläche geschraubt. Diese Befestigung hat den Vorteil, dass die Lehne wie gefedert erscheint und nicht starr mit der Sitzfläche verbunden ist.

Das Lenkrad ist aus der Formel 1 abgeguckt. Es wurde aus Resten einer Multiplex-Platte ausgesägt, mit der Oberfräse abgerundet und anschließend auf die Lenkstange aufgeschraubt.

Die Befestigung des Sitzes im Fahrgastraum erfolgte mit Hilfe von Befestigungsmaterial aus der Solarenergie. 2 verstellbare Winkel wurden von unten an den Sitz geschraubt und laufen in einer Metallscvhiene. Durch Lösen und Festschrauben einer M 8 (Mutter 8 mm) kann der Sitz in der Schiene hin- und hergeschoben werden. Er kann so auf die Körpergröße des Fahrers angepasst werden. Außerdem ist der Sitz durch die beiden verstellbaren Winkel auch in der Höhe verstellbar.

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Verkleidung Fahrgastraum, Herstellung des Cockpits und des Überrollbügels

Im Fahrgastraum wurde lediglich die Rundung hinter dem Fahrersitz mit 4 mm starken Sperrholz verkleidet. Hierfür wurden 2 x 3 cm starke Holzleisten zwischen die Ober- und die Unterplatte geschraubt und die Sperrholzplatte daran geschraubt.

Das Cockpit fertigte ich aus den Resten einer Papprolle mit 20 cm Durchmesser. Diese Papprolle wurde mit Hilfe von kleinen Holzdreiecken auf die Oberplatte geleimt.

Der Überrollbügel entstand aus einem alten Spatenstiel, der auf Gehrung geschnitten und zusammengeleimt wurde. Die Seitenteile ragen durch zwei kreisrunde Löcher in den Innenraum und wurden an die Rückwand hinter dem Fahrersitz geschraubt. Der Überrollbügel dient nur zur Zierde des Fahrzeuges.

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Die Karrosserie wird verkleidet

Nachdem jetzt im Innenraum sämtliche Arbeiten erledigt waren, ging es an die Verkleidung der Seifenkiste. Die Seitenwände bestehen aus 6 mm starken Sperrholzplatten, die an die Verstrebungen des Gerüstes geschraubt wurden. Die Stärke dieser Platten erlaubte gerade noch so ein problemloses Biegen am Heck und an der Front der Seifenkiste. Beim nächsten Mal würde ich vermutlich eher 4 mm starkes Sperrholz verwenden.

An der Front des Fahrzeuges wurde noch ein sogenannter Rammbock angebaut. Hierfür habe ich zwei 8 x 8 Kanthölzer zusammengeleimt und die Kanten anschließend der Rundung der Front angepasst. Mit 140er Spax wurde dieses Teil an die Karrosserie geschraubt. Dieses Teil dient zum Schutz der doch sehr leicht gebauten Karrosserie.

Die Schrauben wurden versenkt und anschließend verspachtelt. Nach dem Trocknen wurde geschliffen und nochmal geschliffen.

Anschließend erfolgten insgesamt 3 Anstriche, wobei der erste Anstrich eine Grundierung war. Der Lack wurde in silber gestrichen, wobei der Silberpfeil des Mercedes als Vorbild diente.

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endlich auf eigenen Füßen stehen

Nachdem sämtliche Arbeiten abgeschlossen waren, fehlten eigentlich nur noch die Räder. Es handelt sich um Schubkarrenräder mit einem Durchmesser von 39 cm. Der Aufnahmeschacht hat einen Durchmesser von 20 mm. Gekauft habe ich sie im Zweierpack in der Bucht.

Das Anbringen ist kinderleicht. Von beiden Seiten einen Ring mit Feststelldorn aufstecken und festschrauben.

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Bitte habt ein wenig Nachsicht mit mir

Es ist sehr schwer, den Bau eines Projekt mit Worten so zu schreiben, so dass auch wirklich alle anhand der Beschreibung dieses Teil noch nachbauen könnten. Es fehlten mir manchmal bei den einzelnen Arbeitsschritten des Projekte oder bei der Bezeichnung einiger verwendeter Materialiendie die Fachausdrücke. 

Obwohl ich alles so genau wie möglich beschrieben habe, bin ich mir sicher, dass Einige von Euch noch Fragen haben werden. Immer her mit den Fragen, ich versuche sie zu beantworten und zusammen werden wir die Kuh schon vom Eis bekommen.

Außerdem hoffe ich, dass ich Euch mit dieser doch sehr langen Beschreibung nicht gelangweilt habe. Ich wünsche allen Nachbauern ein gutes Gelingen und würde mich freuen, wenn ich ggf. eine Rückmeldung bekommen würde.


Rechtlicher Hinweis

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