Der eigene Schwimmteich – Urlaub im Garten

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    9000 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Nach dem Bau unseres Hauses wollten meine Freundin und ich den Garten entsprechend vielseitig aber auch pflegeleicht gestalten. Ein Teich war Pflicht und nach vielen Recherchen war klar, dass es ein Schwimmteich werden sollte, der neben dem Element „Wasser“ auch einen deutlichen Nutzwert bieten würde. Wir haben zwar keine Berührungsängste was handwerkliche Arbeiten in Haus oder Garten betrifft, aber ein Schwimmteich klang doch erst einmal eine Nummer zu groß für uns Büroarbeiter. Wir haben uns schließlich für das Selbstbausystem der Fa. Naturagart entschieden, da uns hier das Preis-Leistungsverhältnis und das Versprechen überzeugt haben, dass wirklich alles selbst machbar sei. Zudem kommt das Naturagart-System ohne zusätzliche mechanische Filter aus und nutzt nur seine Ziel-Saug-Technik und einen separaten Filterteich für einen natürlichen Reinigungsprozess. Naturagart bietet auch für jeden Geldbeutel das passende Material, vom Einsteigerteich bis zur Luxusvariante ist alles zu erhalten.Wie man auf dem Foto sehen kann, haben wir unser Ziel erreicht. Es war viel Arbeit, aber das Ergebnis hat uns den ganzen tollen Sommer 2009 über mit schönen und erholsamen Momenten im eigenen Urlaubsparadies entlohnt.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Heißluftgebläse
  • Akku-Schrauber
  • Schlagbohrmaschine
  • Handkreissäge
  • Richtscheite (1,5 m + 3 m)
  • cutter
  • Spaten
  • Schaufel
  • Schubkarre
  • Mörteleimer
  • Mörtelkübel
  • Verlängerungskabel
  • Bauplanen
  • Maurerschnur
  • Schleifmaschine
  • Fäustel
  • Meissel
  • Maurerkellen
  • Quasten
  • Spachtel
  • Besen
  • Betonmischer
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Materialliste
  • Stk x Vlies | Material (250 m²)
  • Teichfolie (250 m²)
  • Verbundmatte (250 m²)
  • Systemzubehör von Naturagart
  • Sand (5 m³ )
  • Zement (1 t )
  • Beton (1,6 t )
  • Terrassendielen (10 m² )
  • 25 x Konstruktionsholz | Lärche/Douglasie (laufender Meter)
  • Terrassenschrauben
  • Stahlwinkel
  • Nageldübel
  • Wasser (60000 Liter)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Vorbereitung

Bevor man startet sollte man sich ausreichend Zeit nehmen und gründlich über Lage und Größe des künftigen Schwimmteiches nachdenken. Es bietet sich eher eine längliche Grundform an, damit man auch ein paar Bahnen schwimmen kann. Zudem ist es schön, wenn man aus vielen Blickwinkeln auf das Wasser schauen oder gar von der Terrasse oder einem Steg ins Wasser steigen kann. Die Grube lässt man dann am besten mit einem Bagger ausheben. Denn dadurch spart man sich das aufwändige Nacharbeiten bei der Feinmodellage der Uferterrassen und Flachwasserzonen. Um die Handarbeit kommt man spätestens bei der Vorbereitung des Untergrundes nicht herum, denn der Boden muss frei sein von spitzen Gegenständen (Steine, Wurzeln, etc.), Unebenheiten und Löcher sollten bestmöglich verschlossen werden. Eine terrassierte Ufergestaltung bietet sich aus Sicherheitsgründen an, damit man jederzeit sicher aus dem Wasser kommt.Nach einer genauen Planung, bei der man von Naturagart wirklich bestens unterstützt und beraten wird, kommt das komplette Material quasi als Out-of-the-box-Lösung nach Hause. Umfassende Anleitungen inklusive.

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Vlies

Als Schutz von unten wird zuerst die komplette Teichfläche mit einem Vlies ausgelegt, um die Folie vor mechanischen Belastungen von unten zu schützen. Als Montageunterstützung bietet sich das Verkleben der Vliesbahnen mit einer Heissluftpistole an, damit z.B. nichts vom Wind aufgeweht werden oder verrutschen kann.

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Teichfolie

Die auf Maß produzierte und in einem Stück gelieferte Folie wird an einen zuvor festgelegten „Startpunkt“ gebracht und von dort ausgerollt und über die komplette Fläche verteilt/gezogen. Das ist einer der wenigen Arbeitsschritte, für die je nach Fläche zusätzliche Helfer benötigt werden. Ist die Folie ausgelegt, wird diese glatt auf dem Vlies angepasst, möglichst ohne Spannungen zu erzeugen, die das Material später schneller ermüden oder reißen lassen. Da die Folie in einem Stück geliefert wird, entfällt das aufwändige und für die Dichtigkeit des Teiches so wichtige Verschweißen der Folienbahnen.

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Verbundmatte

Als Schutz vor mechanischen Belastungen von oben und vor allem vor der UV-Strahlung wird die Folie dann mit einer Verbundmatte abgedeckt. Das ist ebenfalls eine Folie, die allerdings sehr dünn und mit einem eingenadelten Vlies versehen ist. Die Verbundmatte wird zu Montagezwecken punktuell mit Folienkleber auf die Teichfolie geklebt und fest angedrückt. Nachdem die komplette Fläche bedeckt ist, wird die Verbundmatte mit einer zweilagigen Mörtelschicht „verputzt“. Dadurch erhält man eine starre und harte „Schale“ und der Folie kann nichts mehr passieren. Die erste Lage Mörtel wird sehr dünn aufgetragen, damit sich alles in die Vliesfasern einschlämmen kann. Die zweite, etwas festere Lage (die man auch einfärben kann) wird dann „nass in nass“ auf die erste Lage aufgetragen. Hier sollte man sich ein System überlegen, wie man die einzelnen Bereiche vermörteln kann, ohne auf bereits fertige Mörtellagen zu treten, damit diese nicht gleich wieder brechen. Auch für das Vermörteln bieten sich Helfer an, da einer am besten den Mörtel anmischt, ein weiterer das Material zur Baustelle bringt und zwei Leute den dünnflüssigen Mörtel mit Quast oder Besen auftragen können.Wenn die Mörtelschicht dann nach ca. 2 Tagen durchgetrocknet ist, kann sie problemlos betreten werden und nach weiteren 3-4 Tagen kann man bereits mit dem Befüllen des Teichs beginnen.

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Holzsteg

Da zwischen Schwimm- und Filterteich ein Damm liegt, der nur durch die sogenannte Ziel-Saug-Technik durchbrochen wird, haben wir uns für einen Holzsteg auf dem Damm entschieden. Dadurch hat man den Eindruck, dass es sich eigentlich nur um einen einzigen Teich handelt, über den ein frei schwebender Steg führt. Für den Steg wurde der Damm mit Beton erhöht und ausgeglichen und für die spätere Unterkonstruktion mit Streifenfundamenten versehen. In diese wurden dann die Querträger mit Nageldübeln fixiert, um darauf die Längsträger mit verzinkten Stahlwinkeln festschrauben zu können. Die Terrassenbohlen wurden mit der Handkreissäge auf Länge geschnitten, ausgerichtet und die Schraubenlöcher vorgebohrt. Zur endgültigen Fixierung der Bohlen wurden spezielle Terrassenschrauben aus Edelstahl mit einem Torx-Profil verwendet. Unter die Bohlen wurde zuvor noch die Verkabelung der Teichbeleuchtung gelegt, damit diese später nicht mehr sichtbar ist.Um die Radien des Stegs zu erhalten, wurden die Bohlen teilweise einfach der Länge nach schräg durchgeschnitten und diese „trapezförmigen“ Bohlen dann nebeneinandergelegt und verschraubt. Damit lies sich eine relativ gleichmäßige Rundung erzielen.

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Wege um den Teich

Für die persönliche Note unseres Schwimmteichs haben wir die Wegeplatten um den Teich selbst aus Beton gegossen. Hierfür haben wir eine extra dafür vorgesehene Kunststoff-Form genommen, in deren einzelne Felder dann unterschiedliche eingefärbter Beton gegossen wurde. Einzelne Platten wurden mit Mosaiksteinchen und Fliesenresten geschmückt. Die kompletten Wege wurden auf einem Unterbau aus Mischrecycling und einer Lage Sand für die Platten aufgebaut. Wenn man den Sand mit Zement bestreut und hinterher alles wässert, wird der Unterbau recht stabil. Die Fugen haben wir etwas breiter gelassen und diese mit feinem 2-8 mm Rheinkies ausgefüllt. Am Übergang zum Teichufer wurden die Platten in ebenfalls eingefärbten Mörtel gesetzt, damit wir ein stabiles und begehbares Ufer erhalten.

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Fazit

Auch wenn diese Bauanleitung nicht jedes winzige Detail ausführt – dafür reicht der Platz nicht aus – so kann man doch festhalten, dass es durchaus möglich ist, seinen eigenen Schwimmteich selbst zu bauen. Gerade mit dem Naturagart-System erhält der ambitionierte Teichbauer alles an die Hand, um wirklich eigenständig ein funktionierendes, selbstreinigendes Idyll für den eigenen Garten zu schaffen. Wir haben 95% der Arbeiten zu zweit durchgeführt und würden es jederzeit wieder tun. Denn wer nach einem stressigen Arbeitstag an seinem Teich sitzt, Flora und Fauna im Filterteich beobachtet oder einfach ein paar Runden im eigenen Schwimmteich genießt, der weiß spätestens dann, dass sich die Mühe gelohnt hat!

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Noch was zur Wasserfilterung

Da es schon mal nachgfragt wurde, hie rnoch eine kurze Erklärung, wie das Wasser gefiltert wird:

im Prinzip sind es 2 Teiche, die nur über eine sogenannte "Ziel-Saug-Technik" miteinander verbunden sind. Da ist der Schwimmteich und ein zugehöriger Filterteich. Der Filterteich ist komplett mit speziellen Wasserpflanzen bestückt, die eigentlich nur die Aufgabe haben, das Sediment aus dem Schwimmteich abzubauen. Im Schwimmteich sind am Grund zwei Saugstutzen eingebaut. Diese sind mit der oben genannten Ziel-Saug-Technik (ZST) über einen 3" Leitung verbunden. Von der ZST führt ein 10'er HT-Rohr in den Filterteich.

Wir pumpen nun über eine starke Pumpe (13.000 L/h) sauberes Wasser aus dem Filtergraben (ziemlich nah an der Oberfläche) ab und befördern dieses über einen Bachlauf zurück in den Schwimmteich. Wenn sich durch das Abpumpen der Wasserspiegel im Filterteich senkt (bis ca. 10 cm). Dann wird über die ZST Wasser aus dem Schwimmteich nachgezogen, da sich die beiden Wasserspiegel immer auf einem Niveau ausgleichen müssen (ist irgend so ein physikalisches Prinzip das ich mir nie merken kann). Das Wasser, das aus dem Schwimmteich kommt, wird von den beiden Saugstutzen am Grund abgesaugt. Und damit wird das ganze Sediment (abgestorbene Algen, Staub, etc.) in den Filterteich gepumpt und dort von den Pflanzen als Nährstoff verarbeitet.

Damit reinigt sich das System quasi selbst und wir müssen keine mechanische Filterung einbauen. Das Wasser ist recht klar, wie in einem sauberen Baggersee. Man könnte aber jederzeit noch einen mechanischen Filter in das System einbinden, wenn einem das Wasser doch etwas zu trüb ist. Ist halt kein Pool, so klar wird es wohl nie werden :)


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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