Buche ist gut - Der Lanz Bulldog im Kleinformat

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    25 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Irgendwie hatte ich bei der (wie ich nun weiß) völlig abwegigen Annahme, man könne das mühsam für die Erstgeborene gebastelte Spielzeug nach gewisser Zeit einfach an den Zweitgeborenen weitervererben, den Gerechtigkeitssinn meiner Angetrauten gnadenlos unterschätzt. "Spinnst Du? Du kannst doch unrer Großen nicht einfach ihr Spielzeug wegnehmen! Die Arme. Und der Kleine erst, das wird er Dir mal übelnehmen, wenn Du für ihn nichts bastelst...usw." Kurzum keine Chance aus der Nummer ohne eine weitere Idee wieder heil herauszukommen. Ehrlich gesagt hatte ich keine Lust schon wieder monatelang die Feierabende in der Garage zu verbringen, zumal die Dimension der einzelnen Projekte mit zunehmender Kinderzahl bei Kopplung an die jeweiligen Geburtstage zwangsläufig abnehmen muss.

Also habe diesmal etwas kleiner geplant und mir ein kleines Holzfahrzeug zum Rumschieben im Wohnzimmer vorgenommen. Da Jungs klassischerweise einen Faible für landwirtschaftliche Zugmaschinen haben war der Gedanke an einen Mini-Traktor naheliegend. Klar, irgendwas durfte es nicht sein, das verbot Papi's Hang zum Nostalgischen. Schließlich fiel die Wahl auf einen echten Männertraum, den Lanz Bulldog. In bewährter Schichtbauweise aus (diesmal edlerem weil weniger) Buchenholz gefertigt kann sich das Ergebnis denke ich sehen lassen. Zumindest meine bessere Hälfte ist (bis auf "Na toll, davon bekommt bestimmt das Parkett Macken") zufrieden...

Du brauchst

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Werkzeuge
  • POF 1300 ACE  - Fräse (elektrisch)
  • PST 700 E  - Stichsäge, Feinschnittsäge/Säge mit NanoBlade-Technologie (elekt
  • PSR 10,8 LI-2  - Bohrschrauber, Bohrmaschine, Schlagbohrschrauber (Akku)
  • PSM 80 A  - Schwingschleifer, Multischleifer (elektrisch)
  • CSB 500 RE
  • Multifunktionswerkzeug
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Bohrmaschinenständer
  • Schraubzwingen
  • Scheifpapier
  • Lochsägen
  • Kopierfräser
  • Blaupause
  • Leim und Alleskleber
  • Lacke und Pinsel
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Materialliste
  • 1 x Bucheleimholz 18mm (200mm x 1000mm)
  • 1 x Rundholz Buche 10mm (200mm)
  • 1 x Rundholz Buche 30mm (100mm)
  • 1 x Rundholz Buche 15mm (50mm)
  • 4 x Unterlagscheiben (Durchmesser innen 10,5mm)
  • 1 x Kiefersperrholz 8mm

Los geht's - Schritt für Schritt

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Bauweise und Materialwahl

An neue Wege bei der Bauweise des Traktors habe ich keinen Gedanken verschwendet: wie beim Schaukelmotorrad und beim Steckenpferd stand die Schichtbauweise aus verleimten Leimholzplatten als bewährt und für gut befunden von vorne herein fest. Den Bauplan habe ich frei gezeichnet nach Bildern aus dem Internet, so ganz genau mussten die Abmaße ja auch weider nicht stimmen. Draufsicht und Seitenansicht genügen, um alles wesentliche festzulegen.

Anders als die Bauweise stand das Material nicht gleich fest: bislang habe ich aus Kostengründen stets auf Fichtenleimholz zurückgegriffen, das mir für so ein kleines Kinderspielzeug aber viel zu weich erschien. Zudem ist Fichtenholz vergleichsweise grobfaserig und neigt dadurch zum Ausreissen und Ausfransen. Auch sind die Baumarktplatten (zumindest in meinem Ex-Baumarkt) echt die letzte Qualität. Daher habe ich diesmal auf das mir bislang noch "unbekannte" Buchenleimholz zurückgegriffen.

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Fertigungsverfahren

Zur Fertigung der einzelnen Teile habe ich diesmal für mich neue Wege beschritten. Beim Schaukelmotorrad hat sich die Kombination "Bleistift - Stichsäge - Schwingschleifer" als extrem ungenau und damit beim Schleifen sehr, sehr zeitraubend erwiesen. Da man lernfähig ist habe ich mich zwischenzeitlich durch allerlei Fachliteratur zur Holzbearbeitung gelesen und die neue Kombination "Bleistift - Stichsäge - Schablone - Oberfräse mit Kopierfräser" als gewinnbringend weil zeitsparend eingestuft und ausprobiert.

Das Arbeiten mit Schablonen aus 8mm-Sperrholz hat sich erwartungsgemäß als sehr präzise erwiesen und funktioniert super - vorausgesetzt man schmeißt seinen Billigkopierfräser nicht wie ich gleich in den Müll und investiert von vornherein in gutes Werkzeug. Abgesehen davon waren lediglich die sehr kleinen Abmessungen der Bauteile ein Problem, dafür aber ein großes - Bauteilgröße quasi gegenläufig zur Problemgröße! Die kleinen Teile lassen sich beim Fräsen einfach nicht spannen und deshalb nur schwer mit der Oberfräse bearbeiten. Auch Geräte wie ein Fräsenzirkel sind irgendwie viel zu groß für z.B. die kleinen Vorderräder oder die noch kleineren Ausfräsungen für die Felgen (Warum habe ich nur keine Drehbank?). Letztendlich habe ich viel mit doppelseitigem Klebeband gearbeitet und mir eine Vielzahl Vorrichtungen einfallen lassen, um zu Streich zu kommen. Für die "Felgen" habe ich mit Lochschablonen und Kopierhülse gearbeitet, der Schriftzug auf der Plakette vorne am Fahrzeug ist freihand mit der Oberfräse gefräst.

Das Bucheholz hat sich als absolut tolles Holz herausgestellt: vergleichsweise günstig, hart, leicht zu verarbeiten und mit tollem Look. Während Fichte allerdings noch den einen oder anderen Billigfräser verzeiht geht bei der Buche kein Weg an gutem Werkzeug vorbei. Hat man dafür investiert macht die Sache aber echt Spaß - Buche ist gut!

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Fügen und Beschichten

Das Zusammenfügen der Bauteile ist schnell erklärt: Leim auf die Teile und möglichst präzise zusammenfügen. Danach alles schön sauber abschleifen (dank Kopierfräsertechnik eine Sache weniger Minuten mit dem Schwingschleifer). Etwas fummelig war die "Riemenscheibe" auf der linken Seite, weil ich das bereits gefügte zweiteilige Bauteil auf wenige Milimeter Dicke herunterfräsen musste. Als Abstandshalter zwischen den Rädern und dem Korpus habe ich handelsübliche Unterlagscheiben verwendet, die ich mit Alleskleber auf die Räder geklebt habe. Das geht schnell und sieht sauber aus. Beim Fügen der Rundhölzer (Achsen) in die Räder oder ins Lenkrad erweist sich die Dremel, die ich hier mal gewonnen habe, als superhilfreiches Gerät zum An-, Aus- oder Abschleifen. Zum Schluss habe ich per Pinsel und ruhiger Hand quasi als Schmankerl die Felgen und den kleinen ausgefrästen Schriftzug vorne an der Motorhaube satt rot angemalt und abschließend alles mit meinem bewährten matten Klarlack (mit einem Papagei drauf als Wink, wenn jemand mal einen echt tollen Klarlack sucht) mehrfach lackiert. Fertig. Nun bin ich echt gespannt, wie der Junior seinen Trecker findet...


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