Bett aus Bucheplatten

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    100 €
  • Dauer
    3-4 Tage
  • Wertung

Seit ich mein erstes Bett hier online gestellt habe, habe ich das Teil schon 6mal für verschiedene Freunde gebaut. Jetzt wollte meine Frau endlich auch ein neues richtiges Bett mit 4qm Fläche. Und da man ja tun soll, was die Frau einem sagt, …

PS: Der Preis bezieht sich auf die Holzplatten aus dem Baumarkt sowie die Gewindebolzen.

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Tischkreissäge
  • Tischbohrmaschine
  • Akku-Schrauber
  • Oberfräse
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Materialliste
  • 4 x Leimholzplatten | Buche 18 mm (2000 mm x 600 mm)
  • 6 x MPX-Streifen | MPX 14 mm (2000 mm x 90 mm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Platten in Streifen schneiden

Ich habe das Bett aus 4 Buche-Leimholzplatten à 200x60 cm (18 mm Stärke) sowie ein wenig MPX (14 mm Stärke) gebaut, die ich zum Sonderpreis im Baumarkt meines Vertrauens gekauft habe. Vertrauen bezieht sich hier vor allem auf die Holzqualität, nicht auf den Zuschnitt - beim letzten Mal lagen zwischen meinen Angaben und dem tatsächlichen Zuschnittmaß tatsächlich 22 mm. Deshalb mache ich den Zuschnitt lieber selbst. 
Die Maße bleiben Euch halbwegs selbst überlassen, deshalb sind auch keine exakten Maßangaben in der Materialliste, man sollte bedenken, dass ein Lattenrost eine Höhe von 5-6 cm hat.

Der erste Schritt bestand im Zusähen der Leimholzstreifen auf die passenden Maße, um schließlich eine Art "Balken" (allerdings innen hohl) zu erhalten. 4 dieser Konstrukte sind der Rahmen für das Bett. Außerdem noch 16 Steifen für die Beine nebst "Deckel", um die "Balken" miteinander zu verbinden.
 

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Streifen zusammenleimen

Die langen Streifen für den Rahmen habe ich mit Lamellos zusammengeleimt, so dass am Ende vier innen hohle Träger dabei entstehen. Da ich kein Risiko einer vielleicht nicht gescheit ausgeführten Verleihung eingehen wollte, habe ich die Platten sozusagen "im Inneren des Trägers" noch mit Schrauben verbunden. Dabei hat mit der "Undercover-Jig" von Wolfcraft gute Dienst geleistet. Zum Verleimen braucht man natürlich jede Menge Zwingen (und Platz, den ich nicht habe). Deshalb mussten die Dinger nacheinander gefertigt werden.
Auf Bild 4 sieht man den fast fertigen Querschnitt aus drei Buchestreifen. Der längere Außenstreifen (links) und die kürzere Innenseite (rechts). Der unten liegende Streifen wird später die Oberseite des Rahmens sein. Es fehlt noch die Lattenrostauflage. Diese besteht aus 14mm Multiplex und wird an der Innenseite des Außenstreifens mit Kamellos sowie auf dem (kurzen) Innestreifen mit Schrauben angebracht. Dazu habe ich einen passenden Holzklotz unter die Lamellofräse gelegt, um die Schlitze gleichmäßig in den Außenstreifen einzubringen (Bild 5). Bevor dieses Teil allerdings fest verleimt wird, müssen noch 4 Blöcke aus Birke-Leimholzresten gefertigt werden. Diese kommen an die Enden des Trägers und dienen später der Verbindung von Beinen und Trägern mit Hilfe von M8-Gewindebolzen. Die Herstellung ist denkbar einfach (Bild 6+7). Die Blöcke werden um 20 mm nach hinten versetzt in die Trägerrahmen eingebracht. Nun wird der MPX-Streifen (vorher natürlich auch passend mit Lamello-Schlitzen versehen) angebracht (Bild 8) und alle 20 cm mit Schrauben (senkrecht vorbohren) mit dem Rahmen verschraubt.
Den fertigen Querschnitt sieht man, nachdem die Außenseiten noch mit der Oberfräse abgerundet wurden, auf Bild 9.

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Beine mit Verbindungsbolzen

Auch die Beine bestehen aus Buche-Leimholzstreifen und sin innen hohl. Die Streifen sind alle gleich breit (und natürlich gleich hoch, sonst wackelt das Bett) und werden ebenfalls mit Lamellos stumpf verbunden. Vorher müssen allerdings die Gewindebolzen angebracht werden. Meine Konstruktion sieht vor, dass das Gewicht nicht ausschließlich auf den Bolzen ruht, sondern auf einer kleinen "Verbindungsplatte", die genau in den Querschnitt der Träger passt, und in deren Zentrum der Bolzen die Verbindung zum Rahmen herstellt. Dazu einfach die Verbindungsplatte genau (!) passend auf die Recke einer Beinplatte leimen (ich habe von hinten noch 4 Schrauben drangebaut und mittig durch diese Platte eine 8er Bohrung anbringen. Wie man sieht, habe ich den Bolzen mit einer in die Verbindungsplatte versenkten Mutter gekontert; der Schraubenkopf ist rückseitig in der Beinplatte "versenkt" (einfach ein wenig mit dem Stechbeitel die Kopfform ausstechen), so dass sich der Bolzen nicht mitdreht, wenn eine Mutter raufgeschraubt wird. Pro Bei werden zwei dieser Platten mit Bolzen und halt zwei ohne Bolzen benötigt, die dann verleimt werden. 

1. Stolperstein: Wichtig ist, dass der Bolzen senkrecht (!) zur Beinplatte steht, sonst schließen die Verbindungen später nicht!
2. Stolperstein: Es müssen vier "linke" und vier "rechte" Beinplatten mit Bolzten gefertigt werden, sonst kriegt man den Rahmen garantiert nicht zusammen! Man hat also jeweils zwei spiegelbildliche Beinpaare.
3. Stolperstein: Die Platten mit den Bolzen müssen nebeneinander im rechten Winkel verleimt werden, sonst kriegt man das Bett garantiert auch nicht zusammen! (Bild 4)

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Deckel für die Beine

Da die Beine innen hohl sind, muss noch ein Deckel drauf – ebenfalls aus Buche-Leimholz. Die Platte habe ich wieder mit Lamellos auf die Beinoberseite geleimt. Da ich einen kleinen Akzent setzen wollte (nein, eigentlich weil die Platten minimal schief auf den Beinen saßen und das Ganze deshalb ziemlich mistig aussah), habe ich die Ränder mit der TKS um 3mm nach innen abgesetzt (verdeckter Schnitt) und hier Hartholzleisten in passender Länge und Stärke aufgeleimt, quasi eine Art "Rahmen" für den Deckel. Das war zwar etwas friemelig, sieht aber meiner Meinung nach irgendwie gut aus …
 

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Erste Anprobe

Nun wollte ich sehen, ob mein Kopf wirklich richtig gedacht (und vor allem gerechnet) hatte und die Einzelteile tatsächlich zusammen passen. Das musste ich unterm Carport machen.

Und was soll ich sagen: Passte alles auf Anhieb … naja fast alles. Die Gewindebolzen waren zu kurz!!! (Sch…öner Mist, wo alles schon verleimt und ausgehärtet war!)
Also musste kurzerhand im passenden Abstand der Birkeblock aus Schritt 2 auch mit dem Fostnerbohrer ausgebohrt werden, so dass Unterlegscheibe und Mutter in diesem entstandenen Loch auf den Bolzen gesteckt werden konnten; eigentlich sollte das Loch ja hinter dem Block eingebracht werden (soweit zumindest in der Theorie). Das ganze war ein ziemliches Stück Arbeit (50 mm Durchmesser!) und ich habe auch nicht so auf das Aussehen geachtet, da diese Löcher später durch die Matratze verdeckt werden.
Die beiden MPX-Streifen auf Bild 3 dienen später als mittige Auflage für die Lattenroste: Dazu wird mittig eine Überblattung gemacht und eben dort eine zusätzliche Holzstütze angebracht (fehlen mir leider die Fotos). 

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Endspurt

Nun wurden alle Teile wieder auseinander gebaut und dreimal mit Hartwachsöl behandelt. Dann alles ins Schlafgemach schleppen und dort wieder zusammen bauen. Lattenroste einlegen, Matratzen drauf …


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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