Bau einer Pergola / Freisitz im Garten Teil 1: Fundament und Mauer

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    250 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Schon seit längerem habe ich das Projekt der Pergola in unserem Garten vor mich hergeschoben.

Nachdem ich das Glück hatte einen Stadel zum Abriss geschenkt zu kriegen, war die Frage nach dem Holz bereits geklärt.

Letzten Sommer ging es dann los.

Erstmal ein Fundament legen, auf welchem anschließend eine Mauer mit Durchgängen entstehen soll.

Das dies in solch einen Arbeitsaufand enden sollte, hatte ich vorher nicht ernsthaft in Erwägung gezogen - aber das steht in der Anleitung.

Das Erstellen der Mauer verlief dagegen wie vorgesehen.

Das gesamte Projekt habe ich der Übersichtlichkeit halber in zwei Teile aufgeteilt.
In Teil zwei berichte ich dann über den Aufbau der Pergola.

ZUSATZ: leider hat sich, wie eben erst bemerkt meine Kamera verabschiedet und dabei die Karte zerschossen, so dass ich auf (glücklicherweise gemachte) Handyfotos in geringerer Anzahl zurückgreifen muss...

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Schlagbohrmaschine
  • Winkelschleifer
  • Minibagger
  • Schaufel
  • Spaten
  • Spitzhacke
  • Bauschnur
  • Wasserwaage
  • Gummihammer
  • Schubkarre
  • Betonmischer
  • Zurrband
  • Stampfer
  • Richtlatte
  • Steinbohrer 8 mm
  • Hammer
  • Betonrüttler
  • Glättkelle
  • Bleistift
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Materialliste
  • 38 x Betonhohlblocksteine | Beton (b25 x l50 x h24)
  • 26 x Betonhohlblocksteine | Beton (b30 x l50 x h24)
  • 55 x Sack Estrichbeton | Zementmischung (a 40 kg)
  • 3 x Frostschutzkies | Kies (ca. 3m³)
  • 50 x Baustahl | Stahl (insgesamt ca 50m Baustahlreste)
  • 1 x Wasser | Wasser (zum befeuchten und anmischen)
  • 1 x Schalungsholz | Holz (nach Bedarf (Restholz))

Los geht's - Schritt für Schritt

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Ausmessen und Festlegen des Grundrisses, Abtragen der Grasnarbe + Annekdote

Wenn geklärt ist, wie groß und an welche Stelle das Fundament und die Mauer kommen sollen, wird an dieser Stelle mit Bauschnur (Alternativ: Kreide, Farbspray o.Ä.) der auszuhebende Graben markiert.

Ich habe - nachdem die Breite des Fundamentes ca. 30 cm sein sollte - ca. 40 cm markiert.

Jetzt erfolgt der erste Spatenstich!

Die Grasnarbe wird mit einem Spaten ausgestochen und großteils entsorgt - ein Rest wird beiseite gelegt und feucht gehalten, um damit am Ende der Arbeiten die Ränder von der Ausstichkante bis zum Fundament zu Füllen.

Bevor es nun im nächsten Schritt mit dem Ausheben weitergeht, muss eine kleine Anekdote wiedergegeben werden:

Ich ging, aufgrund von Grabungen an anderer Stelle im Garten und aus meinen Erinnerungen von der Bauzeit, davon aus, dasss ich "nur" ca. 30-40 cm tief graben müsste, um auf die natürliche Frostschutzschicht zu treffen.

...dachte ich...

Nach dieser Tiefe kam erneut eine Erdschicht zum Vorschein und ich musste mich immer weiter in die Tiefe buddeln...

Im Endeffekt erreichte ich nach knapp 80 cm die natürliche Frostschutzschicht.

Nach erfolgloser Suche nach der versteckten Kamera war mir klar, dass ich mit einem Minibagger wesentlich effektiver und leichter gegraben hätte...


Daher mein Rat: scheut nicht die Kosten für die Anmietung eines Minibaggers oder unterschätzt die launen der Natur... ;)

Bilder habe ich hiervon leider keine mehr - siehe Einleitung.

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Ausheben und Auffüllen des Grabens

Den folgenden Arbeitsschritt beschreibe ich als hätte ich einen Minibagger benutzt...

Zuerst wird von dem noch vorhandenen Humus wiederum ein kleiner Teil zwischengelagert (verfüllen der Ränder).

Man sollte sich vorher kundig machen, da, je nach örtlichen Regeln, das Entsorgen von reinem Humus finanziell anderst geregelt ist als der von Kies.

Der Graben wird nun entweder bis zur natürlichen Frostschutzgrenze oder bis (normalerweise) 80 cm Tiefe ausgehoben.

Jetzt wird ca. 20 cm hoch Frostschutzkies eingefüllt und mit dem Stampfer ordentlich festgestampft.

Nachdem die Hände aufgehört haben zu Zittern, folgt die nächste Schicht Frostschutzkies bis man ca 23 cm (befestigt!) unterhalb der höchsten Erhebung entlang des Grabens angekommen ist.

Diese Schicht muß "im Wasser" sein.
Hierzu benutzt man die Richtlatte.

In etwas geringerem Abstand, als die Richtlatte lang ist, werden quer jeweils kurze (Rest-) Hölzer gelegt und auf Maß ausgerichtet.

Jetzt kann man ganz einfach mit der Richtlatte den restlichen Boden abziehen und befestigen (stampfen).

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Die Betonsteine setzen, schalen, und armieren

Der folgende Teil ist mit dem nächsten der körperlich Anstrengenste!

Die breiten Betonsteine legt man unter berücksichtigung der Waagerechten aneinander in den Graben und richtet sie, unter Zuhilfenahme einer Richtschnur, aus.

Der Anfang sowie die Endstücke (L-Form) wird mit passenden Brettern verschalt.

Diese Verschalung muss ausreichend gegen verrutschen gesichert werden, der entstehende Druck ist nicht zu unterschätzen!

Nach diesem Schritt wird die Reihe Steine mit Baustahl armiert.

Dieser wird in die Hohlsteine so eingelegt, dass mindestens eine durchgehende Abdeckung der Strecke gewährleistet ist - mehr schadet nicht. ;)

Ich habe noch zusätzlich ein paar Baustahl-Stangen senkrecht in den Boden gerammt.

Darauf achten, dass keine Bewehrung über den oberen Rand hinaussteht!
Falls bereits bekannt ist, wo die Hohlräume der darauf zu erstellenden Mauer liegen, können hier Baustahlstangen etwa bis 2/3 der Mauernhöhe herausstehen.

...da dies bei uns nicht der Fall war, bin ich anders vorgegangen...


Wer Zeit und Muße hat, kann diese Bewehrung gerne noch mit Draht verzurren...

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Ausbetonieren der Steine

Mit der Betonmischmaschine habe ich - nach Angaben des Herstellers - den Betonestrich angemischt und in einen Schubkarren gefüllt.

Vor dem Befüllen werden noch die Steine innen genässt, damit der Beton sich verbindet und nicht zu schnell austrocknet.

Mit diesem wird nach und nach der gesamte Raum aufgefüllt.

Meine Frau hat hierbei ständig den Beton mit einem Stock verdichtet.

Wer dies seiner Frau nicht zumuten will... DANKE! nochmals... der kann diese Arbeit auch mit einem Betonrüttler durchführen.

Als alles aufgefüllt war, habe ich die Oberfläche mit der Glättkelle abgezogen und geglättet.

Jetzt ist erstmal - je nach Witterung und Zeit - Feierabend...
...bis der Beton zur weiteren Bebauung ausreichend Ausgehärtet ist. Dies war bei mir nach zwei Tagen soweit.

Nun noch Ausschalen  und weiter gehts mit dem Krafttraining...

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Die Mauer muss her! ;)

Als Abgrenzung zum restlichen Garten haben wir auf das Fundament drei kleine Mauern gesetzt.

Die Steine sind eine Nummer kleiner als die des Fundamentes.

Da wir vorher noch nicht genau wussten, wo wir die Mauern haben wollten, habe ich auch keine Bewehrung aus dem Fundament gehabt.

Somit habe ich die Steine grob neben dem Fundament ausgelegt und im Bereich derern Hohlräume eine Markierung mit Bleistift auf dem Fundament gemacht.

Mit dem 8er Bohrer wurden dort Senkrecht Löcher ins Fundament gebohrt.

In diese kamen mit der Flex abgelängte und leicht angespitzte 8er Baustahlstangen

Zum Ablängen kann selbstverständlich auch ein ausreichend dimensionierter Bolzenschneider verwendet werden.

Beim Einschlagen der Stangen bitte mit Vorsicht vorgehen, da diese beim Erreichen des Bohrlochendes federn.

Der Rand der Mauer habe ich mit Bauschnur Markiert.

Jetzt werden die Steine unter Beachtung der Waagerechten auf das Fundament gesetzt.

Nach der ersten Reihe habe ich zwischenarmiert und die zweite obenauf gesetzt.

Hiernach ist wieder eine Menge Stahlrohstoff in den Hohlräumen versenkt worden...

Mit passenden Brettern habe ich die Mauern gegen Auslaufen gesichert.

Nicht unterdimensionieren!

Als Sicherung benutzte ich Zurrgurte.

Nun wird die Füllung wie vorher angemischt. Nur für das Einbringen wurde noch eine Rampe erstellt.

Den Abschluss vollführte ich wiederum mit der Glättkelle.

Nach zwei Tagen habe ich Ausgeschalt und mich über das Ergebnis gefreut.

Info:

  • Den Beton während der Trocknung vor zu schnellem Austrocknen und Regen schützen!
  • Arbeitsschutz nicht vergessen! Die Steine sind Schwer und der Beton Aggressiv!

Dank nochmal an meinen Freund Olga und natürlich meine Frau...

Im zweiten Teil zeige ich, wie ich aus den Balken des Stadelabrisses die Pergola erstellt habe.


Rechtlicher Hinweis

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