Aus zwei mach eins - Schleifband verlängern

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  • Schwierigkeit
    leicht
  • Kosten
    7 €
  • Dauer
    Unter 1 Tag
  • Wertung

Ich habe einen älteren stationären Bandschleifer für den ich nur sehr schwer und dann auch zu sehr hohen Preisen Schleifbänder bekommen kann. Durch Zufall kam ich jetzt an einen Sonderposten von Bosch-Schleifbändern in einer sehr seltsamen Größe. Ich vermute, dass es eigentlich gar keine Geräte mehr hierfür zu kaufen gibt. Jedenfalls habe ich solche Bänder bekommen und musste jetzt improvisieren.


Ich mache nun aus zwei Bändern ein langes für meinen Bandschleifer. Und durch diese Umsetzung spare ich zum einen, zum anderen bekomme ich eine viel bessere Qualität als die eingangs beschriebenen teuren Bänder für diesen Bandschleifer. 

Warum ich dieses Projekt hier zeige? - Vielleicht habt Ihr auch ein Gerät mit einer Sondergröße oder ihr kommt günstig an Schleifbänder ran, die aber für Euer Gerät zu groß sind. Da ich genug große Bänder habe, kürze ich diese nun auch um 1 cm um sie auf dem Bosch PBS 75 AE nutzen zu können. 

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Deltaschleifer
  • Cuttermesser oder Schere
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Materialliste
  • Schleifbänder
  • Holzleim

Los geht's - Schritt für Schritt

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Maß nehmen

Zunächst muss ich vom alten Band das genaue Maß nehmen. Dazu schneide ich das alte Band mit einem Cuttermesser durch. Am besten ist es, die bisherige Klebestelle des Bandes zu durchtrennen.


Jetzt kann man mit einem Zollstock die Gesamtlänge gut abmessen. 

Mein Band hat 91,5 cm. 

Dieses Maß notiere ich mir am besten am Bandschleifer, dann habe ich es auch in Zukunft parat.

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Neue Bänder aufschneiden

Nun schneide ich die beiden neuen Bänder auf.


Ganz wichtig: Schaut genau, welche Seite des Bandes auf das andere aufgeklebt wurde.

Wir schneiden so, dass das aufgeklebte Band weggeschnitten wird. 

So können wir später das Ende des Bandes auf diese Kante aufkleben. Würden wir an der anderen Mante der Klebestelle schneiden, müssten wir später diese auf die Schleifseite - also auf das Korund - kleben. Wir hätten keine gute Oberfläche zum Kleben! 

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Vorbereiten der Klebestellen

Die bisherige Klebestelle besteht aus einer doppelten Lage Leinenstoff. Diese muss entfernt werden. 


Damit wir nach dem Kleben keine Stelle haben, die dicker ist als das restliche Band muss die obere Leinenschicht abgenommen werden. 

Je nach Klebung geht das ganz einfach mit einem scharfen schmalen Stechbeitel. Schafft man es, eine Ecke abzuheben, kann das Leinen manchmal mit einer Zange komplett abgezogen werden. Manchmal reißt aber auch das Leinen oder es ist einfach nicht möglich, eine Ecke abzuheben, so kann man das Leinen auch einfach abschleifen. 

Auch wenn die obere Schicht abgezogen wurde, muss unbedingt abgeschliffen werden. Und zwar so, dass die Schnittkante flach wird. Das geht am besten mit einem Deltaschleifer oder einem Multifunktionsgerät wie dem PMF von Bosch. Ich habe einen solchen verwendet. Verwendet habe ich Körnung 80. 

Nach dem Schleifen des Leinens schleife ich auch gleich die Seite des Bandes das später auf das Leinen aufgeklebt wird. Und zwar die Leinenseite so dass die Kante schön dünn ausläuft, aber auch die Schleifmittelseite. 

Das ist wichtig, sonst rumpelt es später auf der Maschine ...

Hier habe ich Band mit der Körnung 80. Auf dem Dreieckschleifer habe ich ebenfalls Körnung 80. Das passt durchaus, beide Schleifflächen nutzen sich zwar merklich ab aber das bisschen Schleifpapier auf dem Dreieckschleifer kann ich verschmerzen. Mir ist auf der Schleifseite nur wichtig, dass das Band auch hier etwas niedriger wird, so dass das später aufgeklebte Leinen keine wesentlich dickere Stelle ergibt. Ich schätze, dass ich etwa einen zehntel Milimeter abtragen muss. Aber man muss hier noch nicht sauber arbeiten, denn zum Schluss schleifen wir die Klebestelle nochmals ab. 

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Die Hochzeit - Leim verbindet

Beide Klebestellen werden mit ganz normalem Holzleim eingestrichen. 


Der Tipp mit Holzleim Schleifbänder zu verkleben, stammt von Cib1976. Herzlichen Dank!

Vermutlich hätte ich jede andere Art von Klebstoff verwendet, aber niemals Holzleim. Cib1976 hatte vor längerer Zeit mal davon geschrieben und ich erinnerte mich daran. Und ich kann bestätigen, es funktioniert prima. Er klebt enorm fest, bleibt aber auch sehr flexibel. Ob anderer Kleber auch halten würde weiß ich nicht, muss man aber auch nicht versuchen, denn Leim hat sicher jeder immer in seiner Werkstatt. Man sollte auf jeden Fall Kleber verwenden, der Hitze aushält und nicht spröde wird. Damit scheidet Sekundenkleber schon aufgrund seiner Härte aus. 

Also: Leim auftragen und kurz abwarten. Der Leim verläuft und zieht sich aber gerne auch etwas zusammen. Im Bild sieht man das gut auf der linken Klebestelle. Am besten zieht man den Leim dann eben ab. Nun gilt es, die beiden Klebestellen passgenau aufeinander zu legen und zu pressen. 

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Pressen

Klebestellen unterlege ich zunächst mit Parketthölzchen. 


Ich habe eine ganze Kiste davon - Eiche. Diese biegt sich nicht so sehr durch und ist daher zum Leimen ideal. 

Nun richte ich das Band sehr sauber an der Kante der Werkbank aus. Das Band soll später ja nicht eiern. 

Liegt dieses ordentlich, lege ich ein Parketthölzchen auf und verspanne das ganze zuerst mit einer Hebelzwinge (Vorteil: Das Hölzchen kann sich nicht wie bei einer normalen Schraubzwinge verschieben. Sodann setze ich noch eine größere Schraubzwinge auf.

Trockenzeit mindestens eine halbe Stunde!

Wichtig ist, dass man nun länger presst als auf dem Leim angegeben. Das Leinen kann den Leim nicht so aufsaugen wie Holz. Insofern braucht der Leim mehr Zeit!

In der Zwischenzeit bereite ich weitere Klebestellen für zusätzliche Schleifbänder vor. 

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Schleifband zuschneiden

Nach der Abbindezeit können die Zwingen entfernt werden. Das Pressholz wird natürlich durch austretenden Leim auch angeleimt, aber es lässt sich relativ leicht entfernen. Wichtig ist, dass man von der Seite abzieht, an der das untere Leinengewebe ist. Sonst läuft man Gefahr, dass man das frisch verklebte Stück Band vom anderen abreißt. Meine Erfahrung ist aber, dass der Leim an den Schleifbändern mehr haftet als am Holz. Das zeigt, dass die Klebekraft extrem hoch ist. 


Wir haben nun durch das Kleben ein doppelt langes Schleifband. Dieses muss nun auf die richtige Länge gekürzt werden. 91,5 cm. 

Vorsicht beim Kürzen! - um die Klebestelle länger abschneiden!!!

Da wir gleich nochmals überlappend kleben, muss unbedingt die Länge der Klebestelle beim Maß berücksichtigt werden. Ich schneide das Band also nicht beim Endmaß 91,5 cm sondern bei 92 cm.

Sodann ist wichtig, dass man das schräge Ende des Bandes, mit dem verklebt werden soll, als Winkelmaß zum Anzeichnen nutzt.

Schneiden lässt sich das Schleifband auch sehr gut mit einer einfachen Haushaltsschere. Keine Angst! Ich schneide häufig Papier für den Schleifklotz mit der Schere. Diese wird eher schärfer als stumpf.

Nun wird diese Schnittstelle nochmals ordentlich geschliffen. Beide Seiten! Und geleimt und ebenfalls mit Parketthölzchen gepresst. Auch hier wieder ordentlich an der Werkbankkante ausrichten!

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Zum Abschluss darf nochmals geschliffen werden

Wer dachte das, dass ich irgendwann mal Schleifbänder schleifen würde ...


Jetzt werden die Klebestellen nochmals abgeschliffen. Zum einen muss der ausgetretene Leim entfernt werden, zum anderen werden auch eventuelle Unebenheiten entfernt. Es empfiehlt sich auch die harte Kante auf der Schleifseite etwas zu egalisieren. Bis diese mit dem Finger kaum mehr fühlbar ist. Mehr ist auch nicht notwendig.

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Achtung! Die Schleifrichtung dreht sich um

Durch das überlappende Kleben entsteht jetzt eine Stelle des Ansatzes im Schleifband. Wenn man nun die auf der Bandrückseite angegebene  Schleifrichtung berücksichtigt, stellt man fest, dass das Werkstück nun gegen diese Kante laufen könnte. 


Im Original liegt die Stelle der Verklebung ohne Schleifmittelaufflage etwas tiefer. Hier ist nicht zu befürchten, dass das Band unter dem Schleifen leiden würde. Aber mein aufgeklebtes Band könnte leiden, wenn ein eher schärferer spitzer Gegenstand beim Schleifen dagegen gehalten wird.

Ich drehe die Laufrichtung um.

Das ist sogar ein Vorteil gegenüber den Originalbändern. Da spürt man die Stelle ohne Schleifmittel sehr deutlich. 

Die geänderte Laufrichtung markiere ich mit übergemalten Pfeilen in Gegenrichtung auf der Rückseite. So kann ich es bei späterem Bandtausch nicht übersehen.

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Fertig!

Das Ergebnis: Ein hochwertiges Schleifband, das mich nichts gekostet hat.


Daneben ein um einen Zentimeter auf 533 mm gekürztes Band, das ich jetzt auf meinem PBS 75 AE nutzen kann. 

Vielleicht hilft der Tipp auch all denen, die sich Schleifhülsen selbst herstellen ... Schleifbänder sind viel stabiler als andere Schleifmittel und haben eine vergleichsweise vielfache Standzeit. 

Alternative: Metabo Klebeband für Schleifbandverklebung für SE 12-115 - damit könnte man auf Stoß verkleben. Aber dazu war ich bisher zu geizig ... Für 20 plus x Euro kaufe ich das dann - dann wenn meine Bestände aufgebraucht sind - 50 Meter Rollenware Schleifband kosten um die 50 Euro. So könnte man auch sparen. Aber wer bracuht schon 140 Schleifbänder für den PBS 75 AE? 


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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