Aus Müll einen Stehtisch für die Grillparty gebaut

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    5 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Wertung

Vor einigen Wochen habe ich einen sogenannten Abroller für Fussbodenheizungsrohre von einem Heizungs- und Sanitärbetrieb geschenkt bekommen. Da ich zu dieser Zeit noch nicht wußte, was ich damit anfangen sollte, lagerte ich diesen Abroller erst einmal in einem meiner Lagerräume.

Meine Ehefrau Franziska war zunächst überhaupt nicht davon begeistert. Sie erzählte tagelang davon, dass ich so langsam ein Messieverhalten an den Tag legen würde. Damit hatte sie gar nicht mal so unrecht, denn eigentlich werfe ich gar nichts weg.

Mein Spruch:

"Das kann man bestimmt noch einmal irgendwo gebrauchen".

Als dann nach einigen Wochen ein Grillabend mit Freunden vor der Tür stand und meine Franziska der Meinung war, dass wir uns für diese Feier einen Stehtisch kaufen müssten, war ein neue Idee geboren. Ich holte diesen Abroller sowie 3 Pappkartonröhren aus meinem Lagerraum und verschwand für 2 Tage in meiner Werkstatt.

Als ich wieder ans Tageslicht kam, war ein selbstgebauter Stehtisch fertig und Pedder hatte wieder einmal ein Projekt geschaffen, dass es so nirgendwo zu kaufen gibt.
 

Du brauchst

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Werkzeuge
  • PST 18 LI  - Stichsäge/Säge mit NanoBlade-Technologie (Akku)
  • PSR 10,8 LI  - Bohrschrauber, Bohrmaschine, Schlagbohrschrauber (Akku)
  • 13er Ringschlüssel / Ratsche
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Materialliste
  • 3 x Papprollen | Pappe (45 cm hoch und 30 cm Durchmesser)
  • 500 x Astscheiben (verschieden große Durchmesser)
  • 1 x Tube Holzleim (wasserfest)
  • 3 x Dreiecke von Holzplatten | Multiplex (Kantenlänge etwa 20 cm)

Los geht's - Schritt für Schritt

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Auch ein Stehtisch braucht ein Standbein

Als Fuß habe ich insgesamt 3 Papprollen mit einer Höhe von je 45 cm und einem Durchmesser von 30 cm übereinandergestellt, sie von innen mit 110 cm langen Holzleisten verleimt und zusätzlich noch die Leisten durch die Papprollen hindurch verschraubt. Durch diese Arbeitsweise hatte ich nun eine Röhre von insgesamt 135 cm Höhe.

Auch die Papprollen hatte ich von dem Heizungsbetrieb geschenkt bekommen. Hierauf waren vorher 500 lfd. m Fußbodenheizungsrohr gewickelt, die dann mit Hilfe des Abrollers verarbeitet bzw. verlegt werden.

Da ein Stehtisch jedoch in der Regel nur 115 - 120 cm hoch ist, schnitt ich mit der Stichsäge von der obersten Rolle insgesamt 25 cm ab. Ja, ihr habt richtig gerechnet, denn jetzt habe ich nur noch eine Gesamthöhe von 110 cm, jedoch gebe ich zu bedenken, dass ja noch die Platte mit einer Stärke von 6 cm dazu kommt und dann komme ich auf eine Höhe von 116 cm, also genau richtig.

Wie gut, dass ich in Mathe zumindest in den ersten Schuljahren richtig gut war.

Die Wandstärke der Papprollen beträgt 4 mm und sie sind richtig stabil. Durch das Einleimen von 4 Holzleisten mit der Stärke von 2 x 2 cm wurde die Stabilität noch um ein Vielfaches erhöht.

Da diese Papprollen ohne jegliche Verkleidung nicht gerade schön sind, wurden von mir, wie schon in einigen Projekten vorher, wieder die selbstgeschnittenen Astscheiben darauf geleimt. Ich verzichte an dieser Stelle auf die Beschreibung der Herstellung, denn mittlerweile haben fast alle Mitglieder die Produktion der Astscheiben noch im Gedächtnis.

Zur Erhöhung der Festigkeit schraubte ich noch ein Holzkreuz in das untere Ende der Papprollen.

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Die Tischplatte

Die Tischplatte habe ich aus einer Seitenwand des Abrollers hergestellt. Wie auf den Fotos zu erkennen ist, besteht der Abroller aus zwei Seitenteilen mit einem Durchmesser von 100 cm. Diese beiden Seitenteile sind mit insgesamt 4 Gewindestangen sowie einer Metallröhre und 2 Metallplatten verbunden.

Möchte man nun das Fußbodenheizungsrohr verarbeiten, löst man an einer Seite des Abrollers 4 Flügelschrauben, zieht das Seitenteil zur Seite und schiebt die Papprolle mit dem Heizungsrohr darüber. Anschließend wird das entfernte Seitenteil wieder angeschraubt.

Um die Tischplatte herzustellen, löste ich die Flügelschrauben der beiden Seitenteile, zog die Gewindestangen und die Metallröhre heraus und hatte nun 2 "nackte Kunststoffplatten" mit einem Durchmesser von 100 cm. Die Platten haben eine Stärke von 6 cm, sind sehr stabil und das Gewicht beträgt etwa 20 kg.

Die 4 Gewindestangen wurden mit der Eisensäge auf eine Länge von 20 cm gekürzt. Anschließend wurden sie, wie auf dem 3. Bild zu erkennen, wieder durch die Öffnungen der Tischplatte geschoben und von oben in diese festgeschraubt. Am unteren Teil der Gewindestangen schraubte ich vier M 8 Muttern auf die Gewindestangen, schob die Metallscheibe auf die Gewindestangen und schraubte anschließend die Scheibe mit vier weiteren M 8 fest.

Da die Metallscheibe nur einen etwa 2 mm geringeren Durchmesser als die Papprollen hat, kann die Tischplatte ohne jeglichen Einsatz von Werkzeugen auf bzw. in den Fuß gedrück werden und sitz hier sehr stabil.

Abweichend hiervon kann natürlich auch eine Holzplatte als Tischplatte dienen.

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Eine schwarze Tischplatte ist nicht mein Geschmack

Da eine schwarze Tischplatte nicht unbedingt zum Tischständer passt, lackierte ich sie mit weißer Farbe und anschließend mit Yachtlack, um die Lackierung auch gegen härtere Einflüsse zu schützen. In die auf den Fotos zu erkennende Ausbuchtung leimte ich wieder meine ach so geliebten Astscheiben, wobei ich mir nicht sicher war, ob diese Scheiben auch mit Holzleim wirklich halten würden. Der versuch klappte jedoch, sie sind bombenfest mit der Tischplatte verbunden.

Da der Tisch auf Grillparty's und anderen Festivitäten zum Einsatz kommen sollte und es auf diesen Feiern meist auch feut - fröhlich zugeht, entschloss ich mich, die Astscheiben gegen diese Einflüsse mit Yachtlack zu schützen.

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Weitere Stabilität erzielen

Vom Bau meiner Seifenkiste hatte ich noch vier leicht gewölbte Dreiecke von Holzplatten in meinem Fundus. Diese hatte ich seinerzeit aus der Grundplatte der Seifenkiste herausgesägt.

Um eine größere Standfestigkeit des Tisches erzielen zu können, wurden drei dieser Teile an das untere Ende der Standsäule geschraubt. Die Verschraubung erfolgte vom Inneren der Säule.

Wenn der Tisch nicht benötigt wird und seinen Platz in der Garage findet, ist es sehr leicht, daraus 2 Teile zu machen. Es muß nur die Tischplatte nach oben aus dem Tischständer gezogen werden und schon ist das Teil 1. sehr leicht zu transportieren und 2. platzsparend zu lagern.

Das fertige Projekt wollte ich Euch nicht vorenthalten und deshalb wird es jetzt von mir veröffentlicht.

Eines muß ich hier noch kund tun:

Ich hatte heute bei der Beschreibung der Bauanleitung leichte Wortfindungsschwierigkeiten und weiß deshalb auch nicht, ob die Beschreibung für JEDERMANN verständlich rüber kommt. Falls Fragen offen geblieben sind, bitte an mich wenden, wir kriegen die Kuh schon vom Eis.


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