• Schwierigkeit
    schwer
  • Kosten
    45 €
  • Dauer
    Mehr als 4 Tage
  • Wertung

Hallo liebe Heimwerker.
Ich nutze diesen Wettbewerb mal aus und schreibe hier mein erstes Projekt. Die letzten Wochen habe ich hier schon fleissig gestöbert, da ich meine Werkstatt neu ( und kleiner :-( ) einrichten muss und noch einige Ideen suche. 
Mein Bestreben war, alles aus Restholz zumachen. Also sind die Materialien bunt gemischt. Das einzige was ich gekauft habe (als Rest im Baumarkt) sind die 4 Fronten plus die Aufbügelkante. 

Wir haben schon lange in unserer Küche ein kleines "Loch". Die Küche haben wir uns zum Einzug gebraucht gekauft. Dadurch passte sie nicht perfekt und es blieb eine Öffnung von 32cm Größe.

Am meisten fehlten uns Schubladen für Besteck, Kochlöffel&Co und für Schüsseln.

Zur Zeit lagerten dort der Papiermüllkorb und diverse Getränkeflaschen.
Also lag nahe, dass dort Schubladen hin kommen. Ich wollte aber keine Schubladen, wo man nicht bis hinten ran kann und viel Platz verschenkt. Und daher mussten Schubladen mit Vollauszügen her. Diese Auszüge sind jedoch sehr teuer.
Vor Jahren wollte ich schon immer Vollauszüge aus Holz selber herstellen.
Beim recherchieren habe ich dann eine einfache Anleitung gefunden, welche nur mit einem Schwalbenschwanzfräser/ Zinkenfräser herstellbar sind. (die Anleitung war ein Bild- später beim weiteren Suchen habe ich einen Artikel von Heiko Rech gefunden)
 

Du brauchst

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Werkzeuge
  • Akku-Bohrschrauber
  • Stichsäge
  • Handkreissäge
  • Tischkreissäge
  • Oberfräse
  • Deltaschleifer
  • Zinkenfräser 14° (15° geht auch)
  • Hammer
  • Säge (Japaner)
  • Bleistift
  • Zollstock
  • Höhenmesser für Tischfräse (Oberfräsentisch)
  • Schleifpapier 80/120/180
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Materialliste
  • Div x Plattenwerkstoffe
  • Div x Schrauben
  • Winkel
  • Vollholz

Los geht's - Schritt für Schritt

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Planung

Als erstes habe ich die Größe vom Schrank gezeichnet und die Anzahl plus höhe der einzelnen Schubladen geplant. Danach die Vollauszüge eingeplant.

Hoffe die beigefügte Zeichnung spricht für sich.
Parallel mit dem Thema Vollauszug beschäftigt.

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Der Vollauszug - ein Projekt im Projekt (?) 1. Die Nutleiste

Jetzt musste ich endlich mal einen Auszug ausprobieren. Also habe ich einen ersten Auszug aus 30 cm Restholz gefertigt.


Als erstes Fräßt man die Nutleisten. Um exakt die Mitte zu erhalten, werden die leisten um 180° gedreht und mit der gleichen Einstellung gefertigt. 

Die Höhe des Fräsers ist bei mir 7 mm ( Höhe NICHT mehr verstellen). Der Abstand von Anschlag bis Vorderkante ist 34mm. 
Wenn euer Fräser größer ist , als die halbe Breite der Nut, sprich ihr fräßt über die Mitte, dann müsst ihr bei der zweiten gedrehten Fräsung von links nach rechts fräßen, da das Werkstück sonst weggedrückt wird /mit dem Fräser mit läuft.

Mein Fräser war nicht breit genug, daher habe ich beides von RE nach LI gefräßt. In der Mitte blieb ein Grad stehen. Der ist aber nicht tragisch. 

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2. Die Gratleisten.

Jetzt wird der Anschlag entsprechend eingestellt.
Bei mir waren es 10mm von Anschlag bis Fräservorderschneide ( wenn kleiner kann man sich an die passende Größe Tasten. Bei größerem Abstand wird schon zu viel weggenommen)
Hier ganz normal alle vier Seiten von RE nach LI fräßen. 

Am besten ein Teststück herstellen und gucken wie leicht gängig es durch die Gratnutleisten läuft.
Durch Verstellen des Anschlags kann man die Festigkeit des Auszüge einstellen. Nicht zu lose sonst hängt er später durch.

Leider vergessen ein Foto zu machen. Ich kann die Tage noch mal eins nachstellen mit einer fertigen Gratleiste.
 

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3. Nutleisten und Gratleisten modifizieren

Jetzt darf die Fräse verändert werden. Die Nutleisten müssen in der Mitte noch eine Nut von 1-1.5mm tiefe erhalten, um die Reibung zu minimieren. Man kann dazu einen Nutfräser nehmen, ich habe einfach den Zinkenfräser genommen. Der ist gerade eingespannt und der ganz leichte Grat der entsteht stört mich bei 1mm nicht. Hier habe ich auch wieder das Werkstück um 180° gedreht und ein zweites Mal gefräßt. (Bei mir ist hier der entstandene Steg verschwunden.


Wenn man einen Auszug mit Stoppfunktion haben möchte, dann kann man die Gratleisten nocht mittig 8mm einnuten. Dazu gilt es zu beachten: Es wird immer nur kurz (1-2cm) über die Hälfte eingenutet. In beide Nutleiste kommen kleine Holzdübel (einbohren). Diese stoßen gegen die nicht ganz ausgeführte Nut als stopper. 
Der Dübel in der Wandleiste ist vorne und in der Schubladenladenleiste hinten. Daher habe ich meine Leiste von vorne außen ( man sieht die Nut bei ausgezogenen Zustand) eingenutet und von hinten innen. 
Beachten muss man RE <-> LI Spiegelbildlich gearbeitet wird.
Am besten mit Stoppklotz an der Fräse arbeiten, damit man nicht über das Ziel hinaus schießt.

Es gibt zwei Methoden für den Stoppklotz einbau. Die eine gibt den Klotz hinten von innen durch das Schubkastenseitenstück ein, damit man die Schublade auch jederzeit entnehmen kann.
Die andere: Schubladen mit Spiel nach Hinten einbauen und man schiebt den Kasten ein wenig weiter rein, um vorne den Stopper anzubringen.  Ich habe es so bei der untersten Schublade gemacht. Später stoppt die Blende das weitere reinschieben.

Jetzt ist det Auszug fertig. Zum Ablängen einfach zusammenschieben und zusägen. 
Kann übrigens auch fertig als Meterware im Schrank liegen.

Zur Auswahl der Holzsorte kann ich nur Hartholz empfehlen. Am Besten wäre Tropenholz, da es kaum arbeitet und dann nicht klemmen kann. Ich probiere bei Gelegenheit mal Holzwerkstoffe wie MDF/ Multiplex aus.

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Das eigentliche Projekt: der Korpus

Links vom dem Loch ist unsere Kühlschrank als Einbaugerät. Eigentlich hatte ich vor die Leisten direkt anzuschrauben, jedoch wollen wir uns einen neuen kaufen und das ist dann ein Standgerät ohne Korpus. Dort wollte ich nicht die Nutleisten anschrauben :-)


Also habe ich aus vorhandener RestOSBPlatte eine Seitenwand für links zugesägt . Diese wird oben mit Winkeln an der Küchenarbeitsplatte angebracht. Unten sind zwei Streifen Spanplatte als Abstandshalter. Diese werden ebenfalls mit Winkeln am Korpus vom Herd befestigt.

Vorne die sichtbaren Kanten sind mit Aufbügelkante versehen.
Nun konnte der Korpus in die Lücke gesetzt werden.

 

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Schubladen

Jetzt konnte es mit den Schubladen weiter gehen. Alle Teile der  Schubladen habe ich zugesägt und die Auszugsleisten vorbereitet.

Die drei oberen Schubladen haben die Gratnut in der Schubladenkasten eingenutet. Daher gehen die Seitenwände durch. Die Vorder/Rück-stücke setzt ich dazwischen.


Die Nut habe ich oben eingefräst. Dadurch konnte ich dies nicht um 180° drehen. Ich musste also ein wenig rechnen und den Anschlag entsprechend verschieben
 
Gleichzeitig habe ich mit den Einstellungen auch die Gratnutleisten für die Seitenwände gefräßt. Daher sind die identisch. 

Die Gratleisten sind danach dran. Wie oben beschrieben angefertigt.

Die Schubladen habe ich zusammengebaut (verschraubt). Anschließend die Löcher für den Stoppklotz und die Wandbefestigung  gebohrt. 

Die Stoppklötze für die Schublade habe ich in 20mm Querholzplättchen eingebogen und geleimt und dann gekürzt.Diese werden von innen durch die Schubladenseitenwand gesteckt. Durch entfernen dieser, kann die Schublade entnommen werden.


 

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Schublade einbauen

Als die Schubladen fertig zusamengebaut waren, konnte ich die Wandleisten einbauen. Abstand von oben gemessen, entsprechenden Abstandklotz zwischen Arbeitsplatte und Oberkante der Gratnutleiste gelegt.

Anschließend die Gratleisten und die Schublade eingesetzt.
Stoppklotz ergänzt und ausprobiert.
Durch Kerzenwachs gängig gemacht.

die weiteren Schublade wieder mit Abstandklotz zwischen obere Grantnutleiste und unterer.

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Fronten montieren

So bald alle Schubladen eingebaut waren, habe ich die Blenden angebracht. Hierzu die richtige Position durch festkleben mit Doppelseitigenklebeband rausgefunden und anschließen verschraubt. Möbelknauf ergänz.

Fertig

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Fazit / Outtakes / was ich anders machen würde

Auch bei diesem Projekt ist nicht alles rund gelaufen.
Das erste was ich anders machen würde, wäre auch auf der rechten Seite eine Korpusseitenwand einbauen. Dadurch hätte ich alles in der Werkstatt montieren können und hätte nicht immer zwischen Keller und Küche herlaufen müssen.

Mir fehlte sehr oft mein Hobel. Leider musste ich meinen Dicken-Abrichthobel von Metabo verkaufen. Zur Zeit fehlt das nötige Kleingeld für einen reinen Dickenhobel.

Beim Fräsen der Gratnutleisten ist mir einmal der Fräser aus der Oberfräse nach obengewandert. Ich habe die Makita RT0700. Die Spannzange ist bekannt dafür, durch den einen Schlitz nur bei enorm hohen Anspannen den Fräser fest zu halten. Hier war ich zu sparsam. Zum Glück waren die Finger gerade weg.

Mehr Fotos in den richtigen Augenblicken. Ist neu da mitzudenken...

 


Rechtlicher Hinweis

Bosch übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hinterlegten Anleitungen. Bosch weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung dieser Anleitungen auf eigenes Risiko erfolgt. Bitte treffen Sie zu Ihrer Sicherheit alle notwendigen Vorkehrungen.


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