Amboss restaurieren

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  • Schwierigkeit
    mittel
  • Kosten
    45 €
  • Dauer
    2-3 Tage
  • Wertung

Moin zusammen! 

Ich habe einen alten 280kg- Amboss bei einer Werkstattauflösung sehr günstig gekauft. Der Amboss ist ca.85 Jahre alt.
Der Amboss hat eine klassische Form, mit Seitenamboss.
Traditionell wurden Ambosse (damals!) aus weichem Puddeleisen zusammengesetzt und im Feuer verschweißt. Die Oberfläche zum Schmieden ist entweder aufgekohlt oder ebenfalls mit einer aufgeschweißten harten Stahlplatte versehen.

Okay, jetzt hatte ich endlich einen Amboss, aber dieser wurde schlecht gepflegt. Irgendwelche Wilden haben auf dem Amboss Teile mit dem Schneidbrenner bearbeitet und oft in den Amboss geschnitten.

SO ist der Amboss kaum zu gebrauchen. Die Kanten sind alle kaputt.

Also einen 85-Jahre alten Amboss so lassen (nutzlos), oder restaurieren?
Wenn ich den wieder aufpanzern möchte, wird die Oberfläche nicht so hart wie vorher.

Wäre aber nicht schlimm, bin kein Hardcoreschmied. Die Gesenkaufnahmen (4-Kantloch) sind auch dicht, sitzen voller Schlacke. Muss ich irgendwie rausbohren, ist aber noch kein Teil dieses Projekts.

Also; woraus besteht die Oberfläche? Klingt nicht extrem hell, also wird die Bahn geschmiedet sein. Spritzt auch nicht beim Schweißversuch.

Elektroden müssen her:
Oerlikon Supradur 600B
Dick umhüllte basische Elektrode für zähe und abriebfeste Auftragschweißungen an Bauteilen, die starkem Verschleiß unterliegen. Das Schweißgut ist riss- und porenfrei und widerstandsfähig gegen Stoß- und Schlagbeanspruchungen. Bearbeitung ist nur durch Schleifen möglich.
Geeignet für Baggerteile, Baggereimerschneiden, Greiferzähne, Schlagbohrmeißel, Kohlehobler, Förderschnecken, Schläger, Polygonecken, Brecherbacken, Brecherkegel und Schienenstränge.
3,5x450mm wurde gewählt.

Diese Elektroden härten mit etwa 57-62 HRC aus. 

Falls es dann doch noch zu weich sein sollte, kann ich die Bahn bei Härterei Tandler in Bremen noch einmal härten lassen....

Los geht's - Schritt für Schritt

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Traurig

So sah er aus; Überall vom Schneidbrenner zugerichtet. Schlimm. Eigentlich nur noch Schrottwert.

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Schweißen

124A erwiesen sich für die 3,2mm Oerlikon Supradur 600B als ideal um in allen notwendigen Positionen passabel zu schweißen.

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Schleifen

So geht das unzählige Male; Schweißen, schleifen, schweißen, schleifen.

Immer mal wieder die Baustellen wechseln um das Material mit der 180mm- Schruppscheibe auf dem Winkelschleifer nicht auszuglühen.
Auch aufpassen daß die Bahn plan bleibt und man keine Täler in die Bahn schleift.

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Ständer

Als Ständer dient ein Stamm einer alten Fichte, die im letzten Sturm umgefallen war.

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Horn

Nee, das ist kein Nasenbär mit Akne... 

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Kanten

Ich bin immer noch nicht zufrieden. Die Kanten sollen makellos werden.

Schweißen, schleifen, schweißen, schleifen..... So langsam bekomm ich n schlappen Arm von dem schweren 180er Winkelschleifer...

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Fertig!

So, nach dem Schruppen noch einmal mit dem Fächerteller drüber und schon sieht es ganz passabel aus. Die kleinen Punkte sind zu tolerieren.
Hammerprobe: Der Amboss zieht gut! Der Hammer federt überall gut zurück und er klingt auch relativ gleichmäßig hell.
Auf auf den restaurierten Flächen kloppt man einen Körner platt ;) Obwohl die original-Flächen schon härter waren- MACHT ABER NIX.

Jetzt muss ich das Ding dann noch mit Gerüstböcken und Kettenzug dahin wuppen wo er stehen soll...


Demnächst dann ein Schmiedeprojekt. Dafür brauche ich aber noch ne Feldschmiede ;)


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