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Epoxid Giessharz bleibt klebrig - warum?

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  • Epoxid Giessharz bleibt klebrig - warum?

    Hallo zusammen,

    ich habe aktuell ein Problem mit einem Epoxidharz-Guss. Ein Teil der Oberfläche ist auch nach dem doppelten der angegebenen Aushärtezeit noch klebrig.

    Jetzt gehe ich mal ins Detail, damit mir hoffentlich jemand sagen kann was ich falsch gemacht habe.

    Zur Anwendung kam Giessharz "wasserklar" vom Hersteller R&G. Die Packung wurde neu gekauft. Es war eine Kleinpackung bestehend aus 250g Harz und 85g Härter. Herstellungsdatum laut Flaschenaufdruck keine 3 Monate in der Vergangenheit. Das Harz wurde nach dem Einkauf mit Transport im Auto direkt in den warmen Keller gebracht, wo es auch verarbeitet wurde.
    Das Harz wurde nach Anleitung angerührt (100g Harz und 37g Härter, abgemessen mit Feinwaage auf 1/10g) und gründlich verrührt, bis keine Schlieren mehr erkennbar waren. Anschließend wurde es mit Decomix Universal Abtönkonzentrat hellgrün eingefärbt (10 Tropfen auf die Harzmenge) und erneut verrührt, bis die Farbverteilung gleichmäßig war. Anschließend wurde ca. ein gestrichener TL Glitter untergerührt.
    Das Rühren erfolgte mit einem sauberen Kaffeerührhölzchen. Als Mischgefäß kam ein Kunststoff-Einwegbecher aus PE zum Einsatz.

    Das gefärbte und geglitterte Harz wurde nach 10 Minuten ruhen in zwei identische, saubere Silikonformen gegossen (Gugelhupf-Form in Muffingröße). In einer der beiden Formen wurde eine LED-Lichterkette mit eingegossen. Beide Gießlinge sind in der angegebenen Zeit korrekt und klebefrei ausgehärtet. Währenddessen standen sie im warmen (ca. 19-20° C) trockenen Keller direkt nebeneinander.

    Nach dem Ausformen habe ich den gleichen Vorgang wiederholt mit folgenden Änderungen:
    etwas größere Menge von 120g Harz und 44,5g Härter (44,4 wäre korrekt gewesen. Ein Tropfen kam zu viel. Toleranz laut Hersteller 1-2%), nur 3 statt 10 Tropfen Abtönkonzentrat.
    Einer der Gießlinge ist korrekt und klebefrei ausgehärtet. Beim anderen blieb die Oberfläche, die Luftkontakt hatte, leider klebrig. Nach mittlerweile der doppelten Aushärtezeit ist immer noch die Operfläche klebrig und nimmt Fingerabdrücke an. Der Rest ist hart. Die Oberfläche, die in der Form anlag ist klebefrei. Der klebrige Giessling ist der, den ich zuerst gegossen habe, nicht verrührten Bodensatz vermute ich daher nicht. Die klebrige Schicht lässt sich abwischen, ist aber nicht wasserlöslich.

    Was ist das? Hab ich was falsch gemacht oder hatte ich einfach nur Pech?

  • Was Du beschreibst, ist eine Anleitung, wie man es richtig macht!

    Besser geht es wirklich nicht. Der Vergleich zwischen den beiden Gießlingen der zweiten Mischung beweist, dass es nicht an der Mischung liegt.

    Ich habe dafür schlicht keine Erklärung, nur einen sehr schwachen Trost. Mir ist mit Harz der Firma Resinpal (Vertrieb durch Fiberglasdiscount) genau das Gleiche passiert. Ich rätsele bis heute, wieso ein Gießling über Wochen (!) an der belüfteten Seite klebrig blieb, während alle anderen aus der selben Charge und Mischung erwartungsgemäß abgebunden haben.

    Epoxymagic ... vielleicht mochten sich ein paar Ketten nicht leiden ... vielleicht das Mikroklima in meiner Werkstatt ...

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    • Danke.

      Beruhigend aber schade.
      Beruhigend für mich, weil ich nicht zu bl.öd bin.
      Beruhigend für andere, weil sowas auch einem passiert, der hier doch ein wenig als Epoxi-Kenner auftritt.
      Schade, weil an Pech kann ich nichts ändern. Hätt ich was falsch gemacht könnt ich´s besser machen.

      Ach so, ich kann jetzt nochmal probieren, den klebrigen Gießling zu erwärmen. Aber wie Murphy es will ist es natürlich der mit der eingegossenen LED-Kette. Und da das Batteriegehäuse grad mal 2cm vom Epoxi weg kann (also ohne das Käbelchen zu kappen) werden dass dann eher 40-50° statt 60-80. Weil das Billigplastik soll sich ja nicht verformen.

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      • Kannst Du nicht einen Hitzeschutzschild dazwischenpacken? Einen kachelgroßen Abschnitt aus Dämmmaterial (aus altem Backofen) oder dergleichen?

        Diese winzigen Käbelchen wollte ich auch nicht unbedingt abtrennen und wieder verlöten ...

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        • schau mal in der Bd A... womit eventuell der Härter verdünnt werden kann... ( da ich nicht weiss, wie dünnflüssig das Zeug ist ? )
          ansonsten .. kurz und schnell dünn mittels Pinsel auf die pappende Fläche... dann härtet die mit Raumfeuchte emulgierte Fläche auch aus !
          bin mir nicht 100%tig sicher, das es bei Epox funktioniert ... bei Polyester hat es schon funktioniert ( lange isses her ! )
          also.. mal Versuchen !... gegebenfalls könnte auch ein Epox-Klarlack gehen.....?
          Gruss....

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          • Ottomar Ich hab grad kein Photo da, sonst wäre es einfacher erklärt.
            Die Lichterkette besteht aus 2 lackierten Drähten, wo dann 10 SMD-LEDs freifliegend drübergelötet sind. Die LEDs sind mit nem Tropfen Harz eingegossen. Zur Stromversorgung ist bei dieser Kette ein rundes Gehäuse in größe eines Teelichtes mit 2 CR2032 Zellen dran.
            Aber: der Abstand vom Gehäuse zur ersten LED beträgt gerade mal 4-5 cm. Davon habe ich 2-3 cm im Epoxi eingegossen. Vorgesehen ist, da noch einen Holzsockel drunter zu machen, der dann das Batteriegehäuse versteckt.
            Zum Anwärmen könnte ich den Fön, den Heißluftfön oder den Backofen nutzen.
            Um über längere Zeit eine moderate Temperatur zu halten ist der Backofen das beste. Und da das Kabel zu kurz ist, die Batterien raushängen zu lassen gibt es eben weniger Temperatur. Ob´s was bringt seh ich hinterher.
            Den Hitzeschild könnte ich eher mit einem der Föns gemeinsam nutzen. Ich will mich aber nicht so lange zum fönen hinsetzen...

            Hazett Soweit ich weiß härtet PE indem es mit sich selbst reagiert, der Härter ist dabei nur Katalysator. Bei Epoxi reagieren die beiden Komponenten miteinander (werden daher auch oft als Harz A und Harz B statt als Harz und Härter bezeichnet. Bei dem hier von mir verwendeten Produkt heißt es Harz und Härter).
            Der Hersteller macht nur Angaben zur Verdünnung des fertigen Gemenges mit Ketonen (z.B. Aceton) oder wasserfreien Alkoholen (z.B. Isopropanol 99%).
            Ich kann mir daher zwar vorstellen, dass Verdünnung das Abwischen erleichtert, habe aber keine Lust jetzt noch Harz oder Härter nachzulegen - wenn die Mischung nicht stimmen sollte weil ich doch nicht gut genug gerührt hätte wüsste ich ja nicht mal was davon fehlt.
            Sowohl Harz als auch Härter enthalten auch Stoffe, gegen die ich mich lieber schütze als Risiken einzugehen. Erst das ausgehärtete Harz ist dann chemisch stabil und Biologisch langweilig genug
            Einen Lack auf die nicht wirklich bekannte klebrige Masse aufzutragen sehe ich auch nicht wirklich als gute Option an.

            Zum weiteren Hintergrund: die Gießlinge sollen als Tischdeko, z.B. bei Kindergeburtstagen, verwendet werden. Ich kann sicher sein, dass sie auch in der Spielküche benötigt werden (sagt mein 3-jähriger Sohn) und kann nicht ausschließen, dass sie mal angenagt werden. OK, angenagt werden eher die ohne LEDs, und die beiden kleben ja auch nicht. Bei ausgehärtetem Epoxi mache ich mir keine Gedanken.
            Zuletzt geändert von –; 10.01.2019, 15:18.

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            • Dann dichte doch mal ab. Vielleicht mag es keinen Sauerstoff?

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              • Hast Du es mit einem Heißluftföhn schon probiert? Könntest die Reaktion damit nochmal anschubsen.
                LG Holzpaul

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                • Ich hatte das gleiche mit Kugekschreiberrohlingen bzw. Mit einem Lampenfuss... ich hatte die Gussdicke überschritten.... bzw. auch zu wenig Härter genommen. Da ist es besser etwas mehr zu nehmen. Den Lampenfuss bekam ich nach 2 Jahren nicht fest, blöd nur, dass meine gussform sich von dem Gatsch nicht befreien lässt

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                  • Zitat von Holzpaul Beitrag anzeigen
                    Hast Du es mit einem Heißluftföhn schon probiert? Könntest die Reaktion damit nochmal anschubsen.
                    LG Holzpaul
                    Damit bekomme ich die Oberfläche immerhin noch etwas mehr flüssig, so dass die Fingerabdrücke wieder verschwinden.
                    Und wenn ich auf die richtige Art wedle sogar fast ohne Wellen in der Oberfläche.

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                    • Hallo Arathorn!
                      Vor vielen Jahren hat ein Freund von mir viel mit Harzen im Bootsbau "rumgematscht". Leider kann ich ihn heute nicht mehr fragen, da er seit einigen Jahren auf "Wolke 7" sitzt.
                      In meiner Erinnerung aber hat Dir Rainerle schon den passenden Ansatz geliefert. Da ich meinen Freund oft in seiner "Werft" besucht habe, paßt ja auch deine Beschreibung des Problems, wo Du schreibst, innerhalb der Form ist alles o.k., aber der obere Abschluß, wo Luft an die Form kommt, tritt Dein Problem auf.
                      Ich kann mich erinnern, daß er bei kleineren Güssen, wo auch die Oberfläche klebefrei sein sollte, eine Hostaphan-Folie aufgelegt hat und dann mit einem Japanspachtel diese Folie gewissenhaft angedrückt hat, so daß keine Luftblasen mehr unter der Foie waren.
                      Eine andere Methode war, ich meine, es war Parafin, bin mir nach 25 Jahren aber nicht mehr so ganz sicher, entweder mit einem Pinsel nachdem die Oberfläche fast fest war aufgegtragen hat. Eine andere Möfglichkeit war aufspritzen mit einer Sprühflasche, damit die Oberfläche schön blieb.
                      Beide Methoden sorgten für Luftabschluß.
                      Vielleicht erkundigst Du Dich mal bei einem Bootsbauer oder Reparaturbetrieb in Deiner Nähe. Für den Notfall schau mal in YT, Deck ist weich, Reparatur. Hier hat eine Werft an dem Möhnesee einige Videos von Bootsreparturen eingestellt. Da die auch Material verkaufen, werden sie Dir sicherlich mit Tips zur Verfügung stehen.

                      Viel Spaß und Erfolg beim Matschen.

                      Habs mal eben auf dem Tablett eingehackt, Tippppppfeeler und so weiter dürft Ihr ichnoriiiieren!

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                      • Haben wir nicht seid neuestem einen Epoxy-crack hier im Forum? (Siehe anderen Thread)

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                          arathorn76
                          Nach der Beschreibung hast du nichts falsch gemacht. Du solltest - genau wie bei Polyester - die Oberfläche der Form mit einer geeigneten Folie, z. B. Hostaphan, abdecken. Der Effekt tritt bei punktuell erhöhter Luftfeuchte auf, nicht bei allen Güssen und nicht immer. Das korrekte Mischungsverhältnis ändert daran nichts.
                          Da die klebrige Schicht nur 1-2mm dick ist, kannst du sie mit Schleifpapier abnehmen. Die 2-3 ersten Blätter werden dabei zupappen, aber das macht ja nichts. Wenn du auf der durchgehärteten Schicht angekommen bist, kannst du wie gehabt mit immer feinerer Körnung schleifen und dann mit Paste polieren, bis der gewünsche Glanzgrad erreicht ist.
                          Beschleunigen - aber nicht ersetzen - kannst du die Prozedur, indem du die klebrige Fläche mit Isopropanol abreibst und nach vollständigem (!) Ablüften für 2h bei 40 - 50 Grad C im Backofen ( Achtung: Genehmigung einholen! ) nachtemperst.

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                          • Nachtuebernahme Ja. Aber scheinbar hat Michael noch keine Zeit gefunden.

                            mit "punktuell erhöhte Luftfeuchte" wäre dann schon im Bereich des Nano-Klimas. Es standen zum Aushärten zwei Formen mit Füllung aus dem gleichen Anmachvorgang nebeneinander. Luftfeuchteschwankungen im 10cm-Raster müssen schon genau um den kritischen Bereich herum sein...

                            @all aktueller Zwischenstand
                            Ich habe mittlerweile den größten Teil der klebrigen Schicht mechanis abgetragen (mit dem Rührholz abgekratzt), mit Isopropanol werde ich erst kommende Woche dran gehen können. Ob ich dann viel Schleife oder nur anschleife und eine Schicht nachgieße oder es nur im Sockel versenke weiß ich noch nicht.
                            Ich musste gestern noch ein anderes Projekt anfangen, dass bis Samstag abend abgeschlossen sein muss (Galgen für die Zwillings-Baby-Schaukelwiege).
                            Sollten also noch jemandem Möglichkeiten einfallen: ich kann sie evtl. noch umsetzen.

                            Für zukünftige Güsse werde ich Abdecken auf alle Fälle in Betracht ziehen.

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                              Der Effekt der klebrigen Oberfläche tritt nicht immer und nicht reproduzierbar auf. Wenn das stöchiometrische Verhältnis stimmt, ist es lediglich meine Vermutung, daß Inhaltsstoffe des Harzes mit der Luftfeuchte reagieren. Nach meiner Erfahrung lässt sich das eben durch Abdecken mit inerter Folie vermeiden.

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