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Kalkputz Lehmputz Tapete oder was? Welcher ist am besten geeignet?

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  • Kalkputz Lehmputz Tapete oder was? Welcher ist am besten geeignet?

    Hallo liebe Mituser.
    Wie vielleicht einige mitbekommen haben, bin ich seit kurzem Häuslebesitzer und zerbreche mir seit kurzem nun den Kopf zum Thema Wandbelag.
    Hierzu gibt es einiges zu wissen:

    Häuser aus den 20igern und 30igern haben deutlich geringere Mauerquerschnitte als die aus den Gründerjahren. Dementsprechend sind sie anfälliger für Feuchtigkeit und bedürfen einer guten Atmung. Energetische Sanierung wäre trotzdem ne Nullnummer. Die gesamte Wandsymetrie wäre verändert und man würde mit neuer Heizung nach 10 Jahren gerade mal 5% der Investitionssumme reinbringen. Ergo sollten die Wände gut beheizt und die schönen Holzfenster aufgearbeitet und belassen werden.
    Bin mir aber nicht ganz sicher ob die Außenwände speziell diffusionsoffen gemacht werden sollten. Der Bausachverständige meinte, daß die Tapete cellulosefrei sein sollte.

    Nach dem Spachteln kommt erst mal ein Renovierflies und dann Wahlweise Tapete oder Gipsputz. So dachte ich mir das.

    Je mehr ich mich belese, desto unsicherer werde ich, das Internet ist voll von verschiedenen Ansichten auf Hersteller- und Bauforumseiten. Teilweise widersprechen sich diese jedoch eklatant. Der Baumark ist auch keine große Hilfe, die Experten haben mich zu drei verschiedenen Themen immer zum Elektrikergips geschleppt, das Durchlesen verschiedener Packungen hat mich daraufhin deutlich schlauer gemacht.

    Folgende Frage stelle ich mir und suche Antworten:

    Welcher ist der optimale Wandaufbau für die Innenwände, die nach außen gerichtet sind? Am besten sorgt er für gutes Klima, etwas Schallschutz ist diffusionsoffen und einfach für den Laien zu verarbeiten.

    Ist es sinnvoll solche Wände vorher mit OSB oder Gipskartonplatten zu belegen? (Gibt es einen dämmenden oder lärmpuffernden Effekt?) Die Informationen dazu, die man im Internet findet, differieren stark.

    Hat jemand Erfahrung mit dem neuesten Trendsetter feiner Lehmputz? Weiß nicht, ob mir das schon zu Alternativ ist, aber gehört habe ich darüber nur Gutes.

    Vielen Dank im Voraus für Fachkundige Antworten
    Zuletzt geändert von –; 07.01.2019, 12:11. Grund: Titel auf Wunsch angepasst

  • Ich habe schon des öfteren von Kalziumsilikatplatten gehört, die gerade in Altbauten als diffusionsoffene Innendämmung genutzt werden und einfacher zu verbauen sind als Lehmputz.
    Erfahrung habe ich damit keine.

    War das jetzt hilfreich oder hat es nur noch einen Baum in den Dschungel gestellt?

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    • Mir ist jeder Hinweis recht, vielleicht ergibt sich ja mal ein Gesamtbild.

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        Wir haben in alten Häusern mit Backstein - oder auch Bruchsteinwänden meistens mit Gipskartonplatten und Ansetzbinder gearbeitet. Was das Raumklima angeht, ist das ein gutes Mittel und die Diffusion wird hiervon nicht behindert.
        Der Lärmschutz ist erstaunlich, da die GKP ja eine hohe Dichte haben.
        So lassen sich - was früher ja häufig vorkam - bucklige Wände ohne größeren Aufwand begradigen. Die Platten lassen sich dann mit allem beschichten/verkleiden etc. was auch immer gewünscht wird.
        Außerdem kann man darunter auch die evtl. zu erneuernden Installationen unterbringen.
        Das ist erheblich weniger Aufwand, als die Schlitze einzeln zuzugipsen.
        Eine Alternative zu den GKP mit ebenfalls hohem Lärmschutz wären auch Fermacellplatten.

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        • Kumpel hat sein 100 Jahre altes Haus saniert, mit innen Lehmputz und außen Holzfaser-Dämmung. Hat ein sehr gutes Klima, war aber auch unglaublich viel Aufwand.

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          • Anderer Kumpel hat sein über 100 Jahre altes Haus innen mit den bereits erwähnten Kalziumsilikatplatten von innen dämmen & begradigen lassen. Und außen nur gestrichen, da er keinen Aufbau machen durfte.

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            • Dann schreibe ich mal was man nicht sollte:
              Unser Haus Baujahr 1937. Außenwände Ziegel.

              Ein Mieter hat eine Schlafzimmerwand mit Gipskartonplatten mit aufgesetzter Styropordämmung beplankt. Kurz darauf gerade dort Schimmel. Warum? Die Feuchte im Gipskarton konnte nach hinten nicht diffundieren. Styropor entfernt, Gipskarton direkt auf die Wand (hätte sonst neu verputzt werden müssen) und alles war wieder gut.

              Zweite Bausünde: Im Hyper energetischer Verbesserungen haben wir die Haustüre aus Holz durch eine neue gut abgedichtete ersetzt und daraufhin die Treppenhausfenster durch Kunststoffenster ersetzt. Im Folgejahr lief das Wasser im Winter die Scheiben herunter und kurz darauf Schimmel an den Tapeten. Es gab keinen Luftaustausch mehr. Das Treppenhaus war ungeheizt. Merke: Undichte Holzfenster schaffen den nötigen Luftaustausch. Wir haben daraufhin Vollwärmeschutz angebracht. Ab da hatten wir Ruhe. Und mittlerweile heizen wir das Treppenhaus etwas, so dass dort immer zwischen 16 und 18 Grad sind.

              Ferdy auf Dich bezogen: Die Holzfenster sind vielleicht etwas undicht, aber genau das wird Euch zu Gute kommen. Unten zieht kalte trockenenLuft rein, oben warme Feuchte raus. Tauscht Ihr diese gegen dichtende Fenster ab, habt Ihr mehr Feuchte in der Wohnung und an den kalten Außenwänden das Schimmelproblem. Achte darauf, dass an den Außenwänden ausreichend Difussion möglich ist. Dass eine ausreichende Lüftung vorhanden ist. Und idealerweise die Außenwände wenig organische Stoffe wie Zellulose (Kleister, Papier) bekommen. Schimmelpilze wollen Feuchte und organische Oberflächen als Nahrung. Tapeten sollten eben nicht aus Vinyl bestehen, die nur sehr gering Feuchte diffundieren lassen.

              Ich wäre auch vorsichtig mit Gipskarton auf Rahmen zu verbauen oder zu kleben und dahinter einen Hohlraum zu belassen. Bedenke: Wandtemperatur hinter dem Gipskarton beispielsweise 15 Grad. Raumtemperatur 20 Grad. Was ist die Temperatur im Hohlraum? Vermutlich etwa 18 bis 19 Grad. Auf jeden Fall niedriger. Und damit ist der Punkt an dem Wasser kondensiert deutlich abgesenkt. Und genau da wird es schimmeln. Doppelt schlimm, denn man sieht es nicht. Später kommt der Schimmel von hinten durch den Gipskarton und dann weißt du erst, warum ihr jahrelang vielleicht gesundheitliche Probleme hattet. Also Gipskarton wenn es sein muss vollflächig verkleben. Isolierung mit Mineralwolle bringt nur in abgedichteter Form etwas. Also Dampfsperren anbringen. Nachteil, es bildet sich an der Folie Schwitzwasser und das wieder zu Schimmel. Also besser ganz auf Innendämmung verzichten. Wenn, dann von Außen isolieren.

              Zu Lehmputzen etc. Kann ich leider nichts sagen. Idee: Geh doch mal auf einen Hersteller direkt zu. Da hat jeder eigentlich seine Hotline und da sitzen in der Regel Experten, die auch die Bauhandwerker beraten. Und falscher Rat kann einem Gipser durchaus im Sinne der Gewährleistung richtig Geld kosten. Also wissen die Hersteller schon genau was wo und wie verarbeitet werden kann.

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              • Rainerle:
                Kann dir fast zu allem zustimmen.
                Mit dem zugigen Holzfenster finde ich etwas überspitzt.
                Und mit Mineralwolle innen gibt es lt meinem Energieberater keine Probleme, wenn statt Dampfsperre eine Dampfbremse verwendet wird.
                So habe ich es unterm Dach und seit Jahren keinerlei Probleme.

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                  Zum Schimmel hinter Gipskartonplatten: Der bildet sich nur, wenn der Wasserdampf nirgendwohin kann. In alten Häusern mit z. B. Bruchsteinwänden ist das kein Problem. Wir haben das wirklich häufig gemacht und über Jahrzehnte keine Reklamationen deshalb.
                  Beim Haus eines Verwandten hat es mindestens 18 Jahre ohne Probleme gehalten. Man darf die Wand dahinter nur nicht versiegeln oder z. B. GKP mit Styropor verwenden.

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                  • Ich gebe Euch schon recht, aber wenn die Wand nicht richtig diffundiert, dann sind eben die Gegebenheiten so, dass es eben schimmeln kann. Wobei es das Problem dann bisher auch gegeben haben müsste.

                    Und mit den Fenstern. Eigene furchtbare Erfahrung.

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                      Denke ich auch. Wenn es das Problem mit Feuchtigkeit und Schimmel vorher nicht gab, werden Gipskartonplatten daran nichts zum schlechten ändern.
                      Bei dem Problem mit den neuen ( dichten ) Fenstern war der VWS zwar eine aufwendige, aber die sicherste und energetisch sinnvollste Lösung.
                      Die üblichen Maßnahmen wie mehr oder sogar dauerhaft zu lüften, verhindern zwar auch die Feuchtigkeit, sorgen aber leider auch dafür, daß man den Garten heizt.

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                      • Ich gebe mal meine Erfahrungen weiter. Unser Haus ist Baujahr 1928 und besteht aus Kalksandsteinen mit einer Wandstärke von 28 cm. Wir haben vor dem Einzug nur neue Fenster einsetzen lassen mit der Folge, dass wir ein Schimmelproblem an den Außenwänden bekommen haben. Papiertapeten sind da natürlich besonders anfällig, aber auch der Gipsputz darunter war bis zum Mauerwerk mit dem Schimmel durchzogen. Wir haben den Putz komplett von der Wand abgeschlagen, grundiert und dann mit Kalkputz die Putzschicht an der Wand wieder aufgebaut. Auf diese Kalkputzschicht wurde dann Kalkglätte aufgezogen, die sich ganz fein ausziehen lässt. Nachdem alles durchgehärtet war wurde mit Kalkfarbe auf der Basis von Kalkhydrat gestrichen. Seither kann man auch wieder Möbelstücke an die Außenwand stellen. Keine weiteren Probleme.
                        Bei einer ersten Sanierung hatten wir noch etwas Lehmfarbe übrig, die wir von der Renovierung von Innenwänden benutzt hatten. Dort trat auch Schimmel auf, weil Methylcellulose beigemischt wurde. Sie enthält auch diverse Konservierungsmittel wie Methylisothiazolinone. Von solchen Farben würde ich grundsätzlich die Finger lassen weil sie Schimmel eher begünstigen.

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                        • als Hausbesitzer der älteren Generation misch ich mich auch mal eine... mit dem Ziel, für Jedermann die beste Lösung darzustellen ...
                          und das ist aber nicht nur meine Meinung ! .... sondern auch ein Teil von Bauphysik !
                          Um hier mal einen Vergleich zu haben... lieber User Ferdi... Du schreibst von irgendeiner Mauerdicke... ohne doch die Tatsächliche zu benennen !
                          Das ist schon sehr wichtig... denn die alten Bauten ( meine hat ca. 65 cm ) haben meist ähnliche Wände... z.Teil sogar mit Bruchsteinen aufgefüllt !
                          Grund... das darüber liegende Geschoss geht nur mit einer Ziegelbreite weiter... und auf der Stufe liegen die Balken ( welche auch zur Akustik beitragen ! )

                          Das " GRÖSSTE PROBLEM " bei den alten Häusern ist die aufsteigende Mauerfeuchte... auch wenn das Haus unterkellert ist ... kann die Feuchte leicht
                          bis zum 1 sten Stockwerk gelangen, vor allem dann, wenn die Außenwand bis dahin gefliest wurde ! ( hier kommt das Thema .. ATMUNG zum Ausdruck !)
                          Da die Außenfassade unbekannt ist.. bei Putz kann man da sehr gut was machen... wohlgemerkt.. AUSSEN... Innen was zu machen ist nur mit spez.
                          Sanierputzen möglich, alles Andere fixiert die Mauerfeuchte !
                          Mit moderner Chemie kann man auch INNEN mittels Mauer-Injektion das hochkriechen der Mauerfeuchte unterbrechen !
                          Hierbei gilt das seit dem Altertum bekannte Gesetz... wo schon ein Körper ist.. kann kein Zweiter sein... !
                          Der Trick dabei ist ein modernes Paraffin ( POROFIN ) , was so extrem " dünnflüssig " ist, das es einen Verdrängungs-Effekt zur Mauerfeuchte hat und auch noch eine Endreaktion !
                          Dieses ist mit Wasserglas und ähnlichen Mittelchen nicht zu machen ... auch nicht mit Hilfe von Heizpatronen usw. !
                          Was auch hilft... mechanisch Auftrennen und VA-Bleche zwecks Absperrung einschlagen... ist aber sehr TEUER und fast nur von Außen machbar !
                          Also... Mauerwerk gegen hochsteigende Feuchte schützen... und dann Außen eine ( so hab ich das machen lassen ) Rockwool .. 5-8 cm.. Glasfaserdämmung drauf.. mit Gewebe und Feinputz... sowie Anstrich mit Lotus-Effekt ( leicht Wasser und Schmutz-Abstoßend )
                          Warum kein Styro oder ähnliches... die Rockwool- Dämmung ist FEUERFEST ! und sehr ATMUNGS-Aktiv ! ( die Glas- Fasern stehen praktisch senkrecht hoch...und
                          sind mit Feinputz armiert , welche wie Styropor als Platten angedübelt werden, wo dann ein Putz mit Gewebeeinlage drauf gebracht wird ! )
                          Das wäre mal ein Vorschlag von mir.... welchen Putz Du von Innen nimmst ? ist abhängig von der Mauerfeuchte... und damit diese möglichst gering bleibt...
                          schützt man die Außenwände gegen Regen... Die Außen-Abdeckung hat noch den Vorteil.. dieselbe fängt leicht div. Setzspannungs-Risse auf... das
                          könnte eventuell auch nur mittels einem Außenputz mit Gewebe möglich sein... aber den Regen schirmst Du damit nicht ab !
                          Gruss.....

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                          • Also erst mal herzlichen Dank für die Erklärungen.
                            Rainerle : Danke für die Beispiele, wie es schief gehen kann. Da ich so etwas schon mal bei einem Freund gesehen habe war ich schon einmal gewarnt. Was die Fenster angeht bin ich deiner Meinung. Die Fenster sind alte Doppelglasfenster, die jedoch in tadellosem Zustand sind. Die werden auf jeden Fall nach und nach frisch in Lack gesetzt und belassen. Die Fenster sind in dem Fall immer die kältesten Flächen im Raum an ihnen kondensiert das Wasser, bei moderne Isolierglasfenstern passiert das dann daneben, an der Wand.
                            Hazett : Wow da kennt sich einer aus. Aufgrund der fehlenden Expertise Meinerseits, habe ich vor dem Kauf einen Bausachverständigen bemüht, der dann letztendlich den Ausschlag für den Kauf gegeben hat. Dieser hatte auch die Feuchtigkeit sehr im Fokus. Häuser aus den 30igern haben tatsächlich große Probleme mit aufsteigender Feuchtigkeit. In meinem Fall habe ich Glück. Er bescheinigte mir ein für dieses Baujahr selten trockenes Haus. Dies liegt vor allem daran, daß der Keller zur hälfte aus der Erde kuckt und damit das EG ein Hochparterre ist. Glück gehabt. Ebenso ist das Haus bis auf erneuerten Außenanstrich, Haustür und Dach nahezu im Originalzustand, es wurde also nie viel an der Bausymmetrie herumgedoktert. Der Mauerquerschnitt ist außerordentliche 18cm... klein. Nicht viel im Vergleich zu Häusern, die zwanzig Jahre vorher noch doppelt und dreifach so viel hatten.
                            Von einer Außendämmung raten mir sowohl der Sachverständige als auch alle anderen die Kontaktfläche zum Handwerk oder ein Haus haben, ab. Einfach aus Mangel an Rentabilität. Die Investitionssumme ist enorm, der Nutzen hingegen marginal.

                            Zu meinem Problem: Tatsächlich wurde ich in meiner Meinung bestärkt von innen einen Kalkputz aufzubringen. Der überwiegt einfach mit seinen positiven Eigenschaften: Dämmung, Atmung, Feuchteregulierung, Schallisolierung, Ausgleich von Unebenheiten, gutes Raumklima. Der Aufbau soll so ähnlich laufen wie esliggle beschrieben hat. Als Farbe steht dann Kalk- oder Silikatfarbe zur Auswahl. Toby hatte neulich zum Thema Kalkputz ne Gute Adresse von einem Unternehmen (Kreidezeitshop) aus seiner Gegend preisgegeben. Werde mich bei denen weiterhin Informieren.

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