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Aufbau alte Holzbalkendecke und Isolation

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  • Aufbau alte Holzbalkendecke und Isolation

    In unserem alten Haus habe ich mir mal die Deckenkonstruktionen etwas genauer angesehen. Dabei ist mir folgendes Aufgefallen:

    Tragende Elemente sind die Deckenbalken die entweder auf den Wänden oder auf Unterzügen aufliegen. Von unten ist die Decke dagegen geschraubt und von oben den Boden für die erste Etage.Beides sind 20-30mm dicke Bretter. Als ich jetzt den Boden an einer Stelle öffnen musste bin ich auf jede Menge Sand als Füllmaterial gestoßen.

    Kann sich jemand erklären warum dies früher gemacht wurde ? Mal abgeshen davon das mit jedem Loch in der Decke der Sand rausrieselt. Das ist doch auch eine enorme Gewichtsbelastung für die tragenden Balken.

    Welche Erklärung habt ihr dafür - und jetzt meine eigentliche Frage - kann/sollte ich das gegen heutige Isolationsmaterialien austauschen ?

    Danke fürs Mitdenken ...

  • Zitat von diwe63a Beitrag anzeigen
    und jetzt meine eigentliche Frage - kann/sollte ich das gegen heutige Isolationsmaterialien austauschen ?
    Unbedingt.
    Die heutigen Materialien sind dermaßen gut geworden, da wird es schwierig die Werte mit den Vorhandenen zu erreichen.
    Auch wenn es viel Arbeit ist, Kosten verursacht, auf Dauer ist es die richtige und beste Entscheidung das alte Zeug raus zu holen.
    Einzig Lehmwände und Decken. Da würde ich es mir überlegen weil Lehm ein tolles Raumklima schafft.

    ferdi_007 hat diese Art der Renovierung fast hinter sich. Er kann dir sicher wertvolle Tips geben.

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    • Da gebe ich Toby uneingeschränkt Recht, mach den Sand raus und dämme richtig. Ist zwar viel Aufwand und kostet, aber der Aufwand lohnt sich.

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      • Die Schüttungen sorgen für Masse und damit für Schwingungsdämpfung. Den Unterschied merkst du sofort, wenn das Zeug raus ist und du drüber läufst.

        Pass auf beim Isolieren. Alte Häuser funktionieren anders als modernere. Es macht einen Unterschied, ob das Haus 1860 ist oder 1960 oder 1990. Der Betondecke ist es vergleichsweise recht egal, ob Du die luftdicht abriegelst, einer Holzdecke und Holzbalken aber nicht, die müssen abtrocknen können.

        Niemals würde ich beispielsweise Styrodur oder ähnliches verwenden. Alte Häuser müssen atmen können, sonst dämmst Du das Haus zu Tode und holst Dir mittelfristig eine Menge Ärger und zerstörst im schlimmsten Fall die Substanz. Besser natürliche, diffusionsoffene Dämmstoffe (z.B. Holzfaser, Hanf) verwenden. Die sind zwar teurer und haben meist etwas geringere Dämmwerte, dafür aber oft bessere Werte beim sommerlichen Hitzeschutz und sind langfristig problemloser.

        Überlege nicht nur "wie kann ich dämmen" sondern auch: "Wie machen ich das so, dass das Ganze atmen kann".

        Achte auf Details, z. B.:

        . Bei Dampfsperrfolien gibt es enorme Unterschiede. Nicht einfach irgendeine verwenden, sondern am besten im System bleiben.
        . Dämmplatten sind rechtwinklig, alte Häuser nicht. Fugenloses Arbeiten ist aber enorm wichtig und Bauschaum ist nicht die Lösung.
        . Die Details machen es aus. Beispiel: Dampfsperrfolien an den Rändern mit Spezialkleber fugendicht verkleben (die Folie reguliert, nicht die Lücken).
        . Achte beim Einkauf darauf, ob dir schlicht das empfohlen wird, was da ist oder ob man sich wirklich für die Gegebenheiten eures Hauses interessiert.
        . Und vieles mehr...

        Nicht nur die Dämmung ist wichtig, auch der Putz der Wände und die Wandfarbe. Der Putz muss die Feuchtigkeit aufnehmen können (4 Personen => täglich ca. 12 Liter Wasserdampf in der Atemluft, dazu Kochen, Waschen, Duschen etc.). Je mehr du die Decken und Boden dämmst bzw. luftdicht machst (was auch durch Bodenbeläge, z. B. Laminat oder Vinyl passiert), desto mehr müssen die Wände regulieren.

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        • Danke für die vielen Antworten....

          HALT - MOMENT - kurz Nachdenken:

          Da ich den Dachboden ja auch zu Wohnraum umbaue brauche ich doch in der Zwischendecke keine Isolation sondern nur einen Schalldämmung und ein "Ersatz zur Schwingungsdämpfung" - oder.

          Oder würdet ihr doch zu einer Dämmung raten ? ... da sonst die Wärme im EG durch die Decke ins OG entschwindet. Ist dann auch eine Dampfsperre notwendig ?
          Zuletzt geändert von –; 15.09.2019, 16:03.

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          • Ich würde auf jeden Fall dämmen, aber ohne Dampfsperre. Die ist jetzt nur überflüssig weil aus einer Abschlusdecke jetzt eine Zwischendecke wird. Jetzt benötigst Du eine Wärme & Schalldämmung.

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            • Kumpel hat den Sand durch massive Backsteine ersetzt und dann Holzpellet Schüttung li/re daneben und darüber.

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              • Wie Toby bereits erwähnte, habe ich ein ähnliches Projekt gerade fertig. Wärmedämmung und Dampfsperre sollten vor Allem nach außen gemacht werden, wenn es um den Dachbbereich geht. Richtung Außenwand, sollte man sich wie bereits erwähnt an der bestehenden Bauphysiologie orientieren. Das Haus muss atmen.
                Nun zum eigentlichen Problem:
                Richtig ist, als Schüttung haben die damals so ziemlich alles genommen was beim Bau übrig war. Bei mir war von Schlacke (beliebtes Schüttungsmaterial) über Stroh bis hin zu alten Dachziegeln und Backsteinen so ziemlich alles drin.
                Sand ist mir zwar nicht untergekommen, aber wundert mich jetzt auch nicht. Kuck dir das Schüttungsmaterial an, wenn es sich trocken anfühlt (Sand und organisches Material sind da gute Indikatoren) muss nichts isoliert oder dampfgesperrt werde. Auch die Schwere des Materials spricht für eine gute Decke.
                Die Schüttung dient in dem Fall der Schwingungsdämpfung und einer leichten Isolierung.
                Dämmwolle is meines Erachtens nicht gut geeignet, sie isoliert und dämmt den Schall, aber nicht die Schwingungen. So würde man jeden Schritt in dem Raum darunter auch hören.
                Im Baumarkt gibt es Schüttungsmaterial verschiedener Art. Genau ankucken und die Verpackung durchlesen. Aufpassen, daß du keine Ausgleichsschüttung verwendest, die hat ne ganz andere Funktion. Wenn du die Schüttung auffüllst, sollte diese nur etwa 2/3 des Hohlraums auffüllen damit Druck vom zukünftigen Boden nicht auf die darunter liegende Zimmerdecke weiter gegeben wird. Diese könnte dadurch Schaden nehmen. Die aufgenommen Dielen von 2-3cm würde ich als Boden wieder benutzen und darauf den neuen aufbauen. Meine Erkenntnis zur Altbausanierung: Was hundert Jahre gehalten hat, ohne Schaden zu nehmen, hält auch noch das nächste Jahrhundert. Und man muss nicht an jeder Stelle das allerneueste Hightech-Material nehmen, was für Neubauten gedacht ist. Die Verhalten sich teilweise komplett anders als alte Bauten.

                Noch ein Hinweis: Meine Erkenntnisse beruhen auf persönlicher Empirik und vielen Gesprächen mit Experten. Manchmal lohnt sich aber auch das Hinzuziehen eines Sachverständigen für Altbauten. Bei mir waren das sehr gut investierte 300€.

                Bei weiteren Fragen kannst du dich gern bei mir per PN melden.

                Hier: https://www.1-2-do.com/forum/communi...-baublog/page5
                siehst du ein paar Fotos, wie mein Schüttungsmaterial aussah.

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