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Altbautür und Zarge anschleifen und Lackieren (Arbeitsweise und Geräte)

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  • Altbautür und Zarge anschleifen und Lackieren (Arbeitsweise und Geräte)

    Hallo Forum,

    ich möchte gerne meine Altbautüren + Zargen überstreichen.
    Das komplette entfernen der Farbe und anschl. neu lackieren erscheint mir extrem Aufwendig die Farbe da runter zu bekommen würde wohl viele Tage Arbeit machen bei 4 Türen und 4 Zargen.

    Daher habe ich überlegt die Türen an zu schleifen, dabei etwas zu glätten und anschl. zu lackieren (wieder weiß).
    Wie man auf den Bildern erkennen kann wurden die Türen irgendwann in den 90ern schon mal in sehr schlechter Qualität überlackiert.

    Was würden die Profis hier empfehlen was Kosten/Nutzen/Zeittechnisch am sinnvollsten ist?

    1. Mit welchen Maschinen kann ich dir Türen und Zargen anschleifen?
    2. Welche Papierkörnung ist zu empfehlen?
    3. Wie minimiere ich besten Falls den Dreck da die Wohnung bewohnt ist?

    Vor allem die Konturen und Rillen ist mir neben neben Schleifklotz + Papier (händisch) kein Gerät bekannt mit dem ich das einfacher und schneller erledigen könnte.
    Habt ihr einen Tip mit welchen Geräten das ganze am zeiteffizientesten effektiv zu erledigen ist?

    Vielen vielen Dank und Grüße





    ich Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 1493822260.jpg Ansichten: 4 Größe: 66,7 KB ID: 3785654Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 219853818.jpg Ansichten: 1 Größe: 80,9 KB ID: 3785650Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: -1673053025.jpg Ansichten: 1 Größe: 57,5 KB ID: 3785651
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    Zuletzt geändert von –; 06.06.2019, 12:14.

  • Bei den Türblätter könnte möglicherweise Sandstrahlen interessant sein. Klar, Du müsstest die Türen zum Sandstrahler hinbringen und auch dafür bezahlen doch dafür wäre der komplette Lack ab. Bei den Zargen geht das hinbringen zwar nicht aber, wenn ein Kompressor vorhanden wäre gibt es auch mobile Lösungen.

    Wenn Strahlen nicht in Frage kommt bleibt nur die gute alte Handarbeit. Korn 120 wäre dafür ausreichend. Die Flächen würde ich vor dem Lackieren auch mit Aceton oder ähnliches entfetten. Eine Maschine bringt fast immer den Nachteil, dass es unter umständen zu viel Material abträgt wenn man den Umgang damit nicht gewohnt ist. Für plane Flächen wäre ein Exzenterschleifer oder Schwingschleifer gut geeignet doch für die feinere Konturen kenne ich auch keine geeignete Maschine.

    Alternativ wäre Abbeizen auch denkbar doch auch da, musst Du hinterher von Hand schleifen.

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    • Könntest du die Farbe mit Beize abmachen. Ich habe so etwas mal bei alten Fenstern gemacht, die Beize mit Pinsel aufgetragen und danach mit der Ziehklinge abgezogen. Das hat recht gut funktioniert.

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        Ich denke auch, daß das Schleifen von Hand hier das Mittel der Wahl ist. Wenn der alte Lack noch gut hält, ist es noch nicht mal soviel Arbeit. Die ebenen Flächen kannst du wie George1959 1959 vorgeschlagen hat, mit dem Rutscher bearbeiten. Bei den Konturen und Ecken bleibt nur das händische Schleifen, evtl. mit einem Klotz oder einem Brett , um in die Ecken zu kommen. Leichtes Anschleifen genügt hier. Schau nur, daß du alle Nasen und Riefen rausgeschliffen kriegst. Korn 120 ist ok. Anschließend Vorstrichfarbe und Lackieren.

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        • Kommt auch darauf an welches Schönheitsempfinden Du hast. Die Türen sehen aus wie mindestens 5-6 mal lackiert so dick klebt die Farbe drauf. Die bestimmt schöne Tür wird mit dem nächsten Überstreichen nicht schöner auch wenn Du gut anschleifst. Ist es Eigenbesitz oder wohnst Du zur Miete? Wären es meine Türen würde ich mir die Arbeit machen. So wie Maggy vorgeschlagen hat mit Beize die alten Anstriche ablösen und dann schön schleifen.. Dann kannst Du immer noch entscheiden ob Du die Türen vielleicht nicht sogar in Holzoptik lassen oder mit Dekorwachs (weiß) behandeln willst. In Verbindung mit neuen Beschlägen die vom Alter her zur Tür passen ist das ein Sahnestück Deiner Wohnung.

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          • Bei den ebenen Flächen könnte es durchaus eine Überlegung sein, erstmal mit einer Abziehklinge zu arbeiten. Damit dürftest Du in relativ kurzer Zeit viel von dem "schlechten 90er Jahre Lack" wegbekommen und die Oberfläche wird recht eben. Vielleicht etwas zu glatt, aber das manuelle Anschleifen geht dann sehr viel schneller.
            Und wenn ich jetzt einen Schritt weiterdenke: Da einfache Abziehklingen fast nichts kosten könntest Du sogar eine in Form schleifen, um 90% der Profile damit zu bearbeiten.

            Abziehklingen machen eher Flocken als Staub, die Wohnung wird also auch noch geschont.

            Für manuelles Schleifen: einen Schleifklotz aus Kork kannst Du auch in die passende Form für dein Profil zuschleifen, darauf dann Schleifpapier.

            Wenn Du grade nach einer Erweiterung deiner Werkzeugsammlung suchen solltest: statt Rutscher (aka Schwingschleifer) gibt es auch noch Linearschleifer. Sehen fast genauso aus, bewegen das Schleifmittel aber nur in einer Richtung hin und zurück. Aber hier wäre dann auch wieder das Profil zu bedenken. Entweder ein sehr weicher Schleifteller oder ein Schleifteller (oder Zwischenstück), den Du in die Form deines Profils bringen kannst

            Und sofern ein Oszillierendes Multitool in deiner Werkstatt lebt: dafür gibt es "Profil Schleif Sets" (s. Google). Ob die für dein Profil geeignet sind kann ich aber nicht sagen. Nur eine weitere abzuwägende Option

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            • Wenn möglich, die Türblätter aushängen und außerhalb der Wohnung bearbeiten. Den Dreck hast Du schon mal vermieden. Bevor ich es mechanisch versuche, würde ich den chemischen Weg gehen und die Oberflächen ablaugen/abbeizen. Was die Maschinen angeht. Für die größeren Flächen Schwing- oder Exzenterschleifer, für Ecken und Profile den Delta. Und auch leider immer wieder Handarbeit.

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              • Man nehme einen Heißluftfön und entsprechende Ziehklinge, anschließend schön schleifen. Das ist das, wie ich finde, einfachste und sicherste Verfahren.

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                • Ich würde komplett anders vorgehen. Flächen mit Exzenterschleifer, Körnung 80 und dabei absaugen. Das ganze im Hof, auf dem Balkon ... nach dem anständigen Grundschliff reduzieren auf Körnung 120 und 180.

                  Wenn Du nen anständigen Exzenterschleifer hast, der bei Druck auf das Blatt stehen bleibt und dann wie ein Schwingschleifer arbeitet, kannst Du die kompletten Falze ebenso bearbeiten, aber hier mit 120 anfangen, sonst kommt schnell das Holz durch.

                  So bekommst Du in kurzer Zeit eine glatte Oberfläche und rund die Hälfte des Lackes herunter. Mehr würde ich auch nicht, denn dieser haftet sehr gut und warum entfernen, wenn Du dann zweimal grundieren müsstest.

                  Die Zargen: Du siehst ja, ob Dein Exzenterschleifer gut abgesaugt werden kann. Wenn ja, dann mit diesem komplett. Wenn nicht, auch mit diesem aber sehr langsamer Geschwindigkeit. Dann verwirbelt er viel weniger den Staub und der Sauger kann diesen besser abnehmen. Alternativ Schwingschleifer mit langsamer Drehzahl.

                  Wenn das alles zu viel staubt, nimm nen Handschleifklotz fahr paar mal mit 180 drüber und geh zum nächsten Schritt.

                  Die schönen Profile: Ziehklinge ist eine gute Idee. Ansonsten einen Korkklotz. Du nimmst doppelseitiges Klebeband und klebst in das Profil Streifen hinein. Also komplett flächig. Dann idealerweise Schleifleinen. Gibt es in jedem Baumarkt. Also kein Schleifpapier, sondern welches, das eine Stoffbasis hat. Körnung 100 sollte gut gehen. Das klebst Du von einer Seite so auf, dass es die Form des Profiles komplett nachbildet. Nun mit dem Korkklotz idealerweise immer in eine Richtung darüber fahren, bis der kork exakt die Form abgenommen hat. Dann alles entfernen, auf den Kork ein Schleifleinen legen und mit diesem das Profil abschleifen. Das staubt allerdings auch. Ist das zu viel Aufwand, kauf dir Schleifschwämme idealerweise die von Bosch mit schrägen Kanten (nicht die Quader). Diese passen sich der Form ausreichend an, schleifen aber oben mehr als in der Tiefe. Die schmale Kante nimmst Du für die Rillen. Kauf gleich 10 solcher Schwämme. Diese haben eine gute Abnutzung. Alternativ Schleifroller von bosch grün. Gibt es mit 5 mm Breite und schräg angesetzt schleifen die rotierend-fliegenden Schleifstreifen alles weg. Du kannst auch absaugen aber ein gewisser Anteil wird dennoch im Raum bleiben. Das passiert aber beim Handschliff ebenso.

                  Jetzt ist alles angeschliffen und einigermaßen glatt. Nun nimmst Du Anlauger - gibt es auch in jedem Baumarkt. Entweder als Pulver zum Anrühren oder in der Flasche. Handschuhe an, Spülschwamm, Boden abdecken mit saugfähigen Tüchern. Alles abwaschen. Kurz einwirken lassen, wieder abwaschen, Schwamm immer zwischendurch säubern, da kommt enorm Staub herunter. Jetzt ein Eimer sauberes Wasser und ein Spültuch (Schwammtuch) - alles abwaschen, Tuch ständig auswaschen und wringen. Wasser im Eimer schön auswechseln. So lange abwaschen, bis das Wasser sauber bleibt. Jetzt das gleiche noch einmal mit einem Mikrofasertuch.

                  Warum? 1. Der Anlauger löst die oberste Farbschicht an und macht diese rauh. 2. Stellen an denen nicht geschliffen wurde oder an denen unter einer Farbschicht Fett wie Nikotin war, wird Fett abgenommen, die Farbe haftet später besser. 3. Wäschst Du nicht ab, bleibt eine minimale Staubschicht auf den Türen. Wenn Du später streichst, schiebst Du den Staub mit dem Pinsel zusammen, er verklumpt wenn auch nur minimal und Du hast später Staub auf der Oberfläche oder irgendwelche Klumpen im Lack.

                  Nächster Schritt: Kauf Dir eine zum Lack passende Grundierung. Spare daran nicht, der Grund entscheidet schon einiges. Lass Dich in einem Fachgeschäft beraten, Du hast nun viel Zeit und Arbeit investierst, wenn Du die falsche Grundierung kaufst, zieht sich diese zusammen und es schaut aus wie abperlendes Wasser auf nem Auto. Also Du brauchst eine, die auf lösungsmittelhaltigem Alkydharz haftet. Lieber 20 Euro mehr ausgeben. Das machst Du nur alle 10 bis 20 Jahre!

                  Also Grundierung auftragen. Idealerweise auf der Fläche, also Türe liegend. Nimm nen Esslöffel und pack mal 5 Löffel voll auf die Fläche der Türe. Dann eine Walze mit den feinen Mikrofasern. Hübsch verteilen. In alle Richtungen kreuz und quer und das über die volle Fläche, an Stellen mit wenig Grundierung nachlöffeln. Du siehst schon wo noch was fehlt und wo genug ist. Jetzt einen feinen aber breiten Pinsel nehmen, und mit diesem Konturen nachfahren, die Flachen dann in eine Richtung abziehen. An den Kassettenleisten natürlich auch mal quer. Keine Angst, Riefen verlaufen. Schnell arbeiten, bevor der Lack anzieht. Mit diesem Pinsel dann in den Farbtopf und die Türfalze streichen. Mindestens 24 Stunden trocknen lassen. Du musst die Türe dann drehen und wenn der Lack noch nicht hart ist, gibt es hässliche Stellen. Die Rückseite ebenso grundieren. Da genügen in der Regel 12 Stunden. Dann kannst Du nämlich gleich lackieren.

                  Warum Grundierung? 1. Haftvermittler 2. Füller. Grundierung enthält viel mehr Harze als ein Lack. Minimale Vertiefungen, Kratzer etc. Werden mit der Grundierung verfüllt. Und was Du auf Deinen bildern als Kraterlandschaft siehst, rührt daher, dass Dein Vorgänger im liegen gewalzt hat, wenig Haftung vorhanden war, der Lack sich beim Trocknen zusammen gezogen hat und so diese Krater entstanden sind. Die Grundierung arbeitet anders. Sie verläuft anders und füllt eben diese Vertiefungen. Am Kraterrand zieht sie sich dünn, im Krater liegt viel Lack. Man könnte natürlich auch zweimal grundieren um das auszugleichen. Aber nach Schleifen sollte das mit einem mal reichen.

                  Zwischendurch kannst Du auch die Zargen streichen. Flächen mit Walze, Profile mit Pinsel, anschließend alles mit Pinsel abziehen. So verhinderst Du eine erneute „Berg- und Taloberfläche“. Pinselriefen sehen „normal“ aus und an solchen Türen allemal.

                  Bei 4 Türen kannst Du je Türe locker eine Woche einplanen vom Schliff zur fertigen Türe. Einfacher ist es die Türe stehend in der Zarge zu lackieren. Da kannst Du beide Seiten miteinander machen und musst nicht ewig warten. Das schaffst Du bei 4 Türen locker in einem Tag grundiert und in einem Tag lackiert zu haben.

                  Wenn alles fertig und durchgetrocknet ist, hast Du ganz sicher kleine Lackeinschlüsse an den Türen. Das ist normal, aber der eine oder andere stört, weil er eben gerade in Sichthöhe ist. Wenn ja, nimm eine Ziehklinge, und brich diese Einschlüsse durch Abziehen ab. Natürlich sieht es an dieser Stelle nicht gut aus. Aber wozu gibt es feinstes Schleifpapier und Autopolitur. Also mit P100 auf nem Bleistiftradierer nen Locherpunkt geklebt vorsichtig über die Stelle gehen. So bekommst Du Kanten geglättet. Dann Autopolitur drauf und polieren. Dazu sollte der Lack aber schon gut ausgehärtet sein. Also 1 Woche warten. Probier das vielleicht erst mal an einer unauffälligen Stelle as und wenn Du Übung und Erfahrung hast, kannst Du das an empfindlichen Stellen auch machen.

                  Umsonst ist Maler und Lackierer nicht ein Lehrberuf. Das macht man nicht einfach so mal geschwind ohne Wissen und Anleitung. Aber mit dieser Anleitung hast Du zumindest schon eine Grundlage.

                  Ich lackiere seit 30 Jahren immer wieder Türen und Zargen. Und jedes mL denke ich, das oder jenes hättest Du besser machen können. Ein Tipp: Seidenglanzlacke sind weniger empfindlich als Hochglanzlacke. Ich würde Hochglanz vermeiden. Da sieht man kleinere Fehler, Einschlüsse, Haare oder Staub im Lack viel weniger. Und man muss weit weniger polieren falls man nachbessern muss.

                  Oh Mann, das wurde ja ein ganzes Lehrbuch. Hiffe, dass es Die hilft. Viel Erfolg!



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                  • Zitat von Rainerle Beitrag anzeigen
                    Oh Mann, das wurde ja ein ganzes Lehrbuch. Hiffe, dass es Die hilft. Viel Erfolg!
                    Oder ein halber Wissensartikel?

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                    • Ja, da hat das Rainerle einen prima Text zum Lackieren geschrieben. Nur bei einem Punkt hat es mir die Nackenhaare aufgestellt. Eine Türe würde ich immer liegend lackieren, nie stehend in der Zarge. Die Gefahr von Lacknasen ist sonst zu hoch.

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                      • Das ist letztlich nur eine Frage der Menge an Farbe und das wiederum eine Frage der Erfahrung.

                        Hat man dann so eine einzelne Nase, kann man diese nach vollständiger Trocknung mit einer Ziehklinge abziehen und egalisieren. Dann mit Schleifpapier bearbeiten und hinterher polieren. Großer Aufwand, aber machbar.

                        Nasen können im Liegen auch gerne mal an den Rändern passieren.

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                        • Das ist ja echt ein Anfang für einen Wissensartikel Rainerle

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                          • Zu dem Thema hätte ruesay sicher einen 1a Wissensartikel schreiben können. Schade, dass er nicht mehr hier aktiv ist .

                            Kommentar


                            • Zitat von Rainerle Beitrag anzeigen
                              Das ist letztlich nur eine Frage der Menge an Farbe und das wiederum eine Frage der Erfahrung.

                              Hat man dann so eine einzelne Nase, kann man diese nach vollständiger Trocknung mit einer Ziehklinge abziehen und egalisieren. Dann mit Schleifpapier bearbeiten und hinterher polieren. Großer Aufwand, aber machbar.

                              Nasen können im Liegen auch gerne mal an den Rändern passieren.
                              Genau darum habe ich das mit der Nase angemerkt Rainer. Ein Bastler mit wenig bis keiner Erfahrung mit dem Lackieren tut sich bestimmt leichter wenn er die Türe aushängt und auf zwei Böcke legt. Selbst ein Profi hängt die Türe aus.

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