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Tagebuch - Tisch bauen mit geschweiften Beinen und vielen Handwerkzeugen

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  • Man oh Mann wie alt die römische Dynastie "Würth" doch ist. Gab es damals schon Kreuzschlitzschrauben?

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    • Zitat von Ottomar Beitrag anzeigen

      Du "darfst" ohne weiteres Schrauben verwenden, denn diese werden seit der römischen Antike benutzt. Die Nadeln an den sog. Zwiebelkopffibeln, Rangabzeichen bei Beamten und Offizieren, wurden z.B. mit winzigen Schräubchen befestigt.

      Aber auch in der Neuzeit finden sich früher Schrauben, als oft angenommen wird. Die ersten Metallschrauben wurden schon Anfang des 15.Jahrhunderts hergestellt. Wenn ich mir Deinen Tisch anschaue, so meine ich, Formen des Barock bzw. Rokoko erkennen zu können.

      Da die Epoche des Barock frühestens hundert Jahre später begann, bist Du auf der sicheren Seite und darfst ganz ungeniert Holzschrauben verwenden.
      Du bist ja ein steter Wissensquell. Immer eine Freude, wenn zu Deinen Tipps noch historische Fakten hinzukommen. Dankeschön. 😊

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      • Zitat von Kartoffelheld Beitrag anzeigen
        Was ein Wissen da immer wieder zu Tage kommt! Ich lese hier wirklich voller Interesse mit.
        geht mir auch so

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        • Als ob unsere kleine Gewitterhexe das nicht alles wüsste.

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          • ich weiß zwar viel, aber eben nicht alles....

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            • Zitat von Holzpaul Beitrag anzeigen
              Man oh Mann wie alt die römische Dynastie "Würth" doch ist. Gab es damals schon Kreuzschlitzschrauben?
              Die Dynastie Würth geht tatsächlich auf einen entlaufenen römischen Söldner zurück. Besagter Reinholdus Virtus, so sein romanisierter Name, stammte ursprünglich aus dem im heutigen Ungarn gelegenen Kolonialstädtchen Marcali.

              Seines Dienstes als Bogenschütze in der Legio XI Claudia, stationiert im Manicipium Arae Flaviae, einer Gründung durch Kaiser Vespasian, gänzlich überdrüssig, entlief besagter Reinholdus in die Gebiete jenseits des obergermanisch-rätischen Limes.

              Gesichert ist, dass er fahnenflüchtig wurde, weil ihm zu seiner Zeit als sog. Peregrinus (Provinzbewohner) die römischen Bürgerrechte verweigert wurden. Bekanntlich änderte sich dies erst mit den Bürgerrechtsreformen unter Kaiser Caracalla im Jahre 212 n.Chr.

              Wie auch immer, Reinholdus musste sich wohl gesagt haben, das das, was ihm nicht freiwillig gegeben wurde, er sich ertrotzen wolle, und zwar durch herausragende Tatkraft, Entschlossenheit und Mut.. Daher wurde ihm dann auch später der Beinahme "Virtus" verliehen, der in der Sprache seiner ehemaligen Offiziere und Herren eben genau diese Eigenschaften bedeutete. Somit:: Reinholdus der Tatkräftige.

              In der Verballhornung von Virtus im Verlaufe des Mittelalters entstand dann aus Virtus das althochdeutsche "wurtus", schließlich das mittelhochdeutsche "wiurtus" und endlich im 17. Jahrhundert ein "Würthus" oder "Würths", das dann im 19.Jhdt. zum heute gebräuchlichen "Würth" verkürzt wurde.

              Doch zurück zu Reinholdus. Dieser ließ sich in dem damals noch völlig bedeutungslosen, ostfränkischen Dörfchen Kinzelsa nieder und nahm die Tätigkeit eines Dorfschmiedes auf.

              Sehr bald wurde sein Name auch überregional bekannt, da er nicht nur Pflugscharen und Werkzeuge des täglichen Gebrauchs für die bäuerlichen Einwohner seiner Gemeinde schmiedete, sondern sich auch in der neuen Kunst des Eisengusses übte.
              Besonders durch letztgenannte Fähigkeit machte er sich einen Namen, denn er vermochte es lange vor anderen Berufsgenossen das seit Archimedes (288 - 212 v.Chr.) bekannte Prinzip der Schraube in miniaturisierter Form anzufertigen.

              Mit den dergestalt produzierten Verbindungselementen - Reinholdus neue Landsleute nannten sie "Schräubla" - gelang es nunmehr, die bis dato gebräuchlichen Holznägel zu ersetzen.

              So nahm dann alles seinen Lauf ... bis hin zur Städtepartnerschaft des heutigen Künzelsau mit dem ungarischen Marcali.

              Und sie lebten hinfort glücklich und zufrieden und frei von aller Last.


              Ergänzung: Die meisten "Fakten" hielten keiner Überprüfung stand, aber Pauls Vorlage war halt gar zu schön ...
              Zuletzt geändert von –; 08.05.2019, 08:28.

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              • Sehr interessant - danke

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                • .....und darum, schmeißt garnienicht alte Schrauben weg. Alte Schrauben, egal ob mit Schlitzkopf oder sonstigen Sonderformen sind gesucht und werden gut bezahlt. Unser Haus-und Hofrestaurator bekommt immer glänzende Augen wenn er an so etwas rankommt.
                  Nachsatz: Schwiegermütter fallen nicht darunter.

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                  • Lieber Ottomar, herrlich. Einfach herrlich. Du siehst mich vielleicht gerade grinsen. Dankeschön.

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                    • Ottomar Zwar sind deine Ausführungen weit hergeholt da man sich hier letztendlich um ein Tischchenbau barocker Vorlagen bedient, also einer Zeit 1600 bis 1760, sind sie doch sehr amüsant und mit historischem Hintergrund. Wahrscheinlich waren meine Vorfahren eventuell der Grund das besagten Reinholdus Virtus diesem damals die Bürgerrechte verweigert wurden, da sie angesehene Knochenleimkocher waren und die Ambitionen der Dynastie Virtus, heute Würth, Schrauben aus Metall herzustellen, vorraussahen. Dies würde nun auch meine Ambitionen erklären warum ich lieber Leimer als Schrauber bin. Daher entstand auch die uralte Aussage: "Jemand auf den Leim gehen." "Leim" hier nicht zu verwechseln mit "Keks"
                      LG Holzpaul

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                      • 🤣🤣

                        Ich habe da zwischendurch mal eine fachliche Frage zu meiner geplanten Zinkenverbindung zwischen Schubladenfront und den Schubladenzargen.
                        Da die Zarge nur 40 mm hoch sein wird, ist die Frage eine oder zwei oder zwei Schwalben.Ich liebäugele ja mit zwei Schwalben, aber dann wäre der Abstand zwischen beiden Schwalben sehr gering. Oder doch die Lehrbuchvariante mit nur einer Schwalbe?

                        Ich habs mal kurz aufgemalt, damit ihr wisst, was ich meine.....

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                        Lieber 5 mm oder 8 mm links und rechts? Oder nur eine Schwalbe?
                        Bei 8 mm würde der Abstand zwischen den Schwalben nur 4 mm sein. Sähe das noch gut aus?

                        Danke schon mal für eure Antworten.
                        LG
                        ichessblumen

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                        • Ich würde in diesem Fall nur eine Schwalbe machen. Da auf der Zeichnung alles grösser wirkt als es tatsächlich ist.
                          LG Holzpaul
                          Zuletzt geändert von –; 08.05.2019, 11:47.

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                          • Hallo Es spielt zwar bei 4cm nicht die grosse Rolle aber man sollte folgendes beachten: Bei Seitenbrettern muss die rechte Seite (kernzugewandte Seite) des Holzes nach außen genommen werden, da sonst beim Schwinden und Verformen die Brüstungen undicht werden könnten, d.h. die Enden der Verzinkungen könnten leicht aufklaffen.
                            LG Holzpaul

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                            • Hier noch ein interessantes Video zur "richtigen" Zinkeneinteilung:



                              LG Holzpaul

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                              • Zitat von Holzpaul Beitrag anzeigen
                                Ich würde in diesem Fall nur eine Schwalbe machen. Da auf der Zeichnung alles grösser wirkt als es tatsächlich ist.
                                LG Holzpaul
                                Ja, ich denke, dass ich das auch so machen werde....ist dann auch einfacher.
                                Danke für den Tipp, dass die rechte Seite nach außen kommt. Das Video ist auch hilfreich gewesen.

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