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Tisch aus Holz und Epoxy

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  • Tisch aus Holz und Epoxy

    Hallo zusammen!

    Ich hätte mal eine Frage bezüglich Epoxidharz. Ich habe vor, einen Tisch aus Holz und Epoxy zu bauen bzw. das Harz zu gießen. Gerade bin ich noch am ausprobieren und üben, bevor ich mit dem Projekt starte.
    Die Blasen, die aus dem eingegossenen Holz im Harz aufsteigen, bringe ich immer fleißig mit einer Lötlampe zum platzen. Allerdings steigen so viele Blasen auf, dass sie irgendwann nicht mehr platzen, da das Harz schon fester wird. Wie könnte ich verhindern, dass so viel Luft eingeschlossen wird?
    Da die Blasen aus dem Holz aufsteigen und nicht durchs Mischen oder Gießen zustande kommen, habe ich überlegt, das Holz im Vorhinein zu versiegeln? Vielleicht mit Holzlack, oder gleich mit einer Schicht Epoxy? Oder gibts da einen anderen Trick? Im Internet habe ich leider nichts dazu gefunden, außer, wie man die Blasen zum platzen bringt. Vielleicht kann mir hier wer weiterhelfen.

    Vielen Dank schon mal! :-)
    LG Steffi
    Zuletzt geändert von –; 21.01.2018, 11:46. Grund: Stichworte hinzugefügt...

  • Ich kenne das nur in kleinerer Ausführung bei Akkuträgern für E-Zigaretten. Das nennt sich "stabilized wood". Dabei wird das Holz mit dem Epoxy in ein Vakuum gelegt. Dadurch zieht es die Luft aus dem Holz.

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    • Die Blasen, die bei dir im Harz aufsteigen, kommen ganz sicher vom Mischen. Dadurch, dass dein Harz ausgast, sammelt sich das Gas auch in den winzigen Bläschen, die durch das Mischen entstanden sind, expandiert und die Blasen werden größer. Mit der Lötlampe die Blasen zu zerstören ist wenig sinnvoll, da du durch die Wärme ein vergrößern der Blasen noch beschleunigst und zusätzlich duch die Wärme ebenfalls das Abbinden der Oberfläche forcierst.
      Prinipiell werden, wie von paddy schon geschrieben, die Gusstücke in Vakuum gebracht, um sie zu entgasen. Bei großen Objekten ist das aber nicht möglich. Daher wird die Gießmasse vor den Gießen in ein Vakuum gebracht, die durchs mischen entstandenen Luftblasen aus der Masse gezogen und dann vergossen.

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        Es geht auch ohne Vakuum aber das Harz muß sehr dünnflüssig sein und eine extrem lange Topfzeit haben (braucht man bei Vakuum aber auch). Durch das Aufheizen mit der Lötlampe härtet es dann ja auch noch schneller und wird zäher wodurch sich die Luftblasen nicht mehr so leicht bewegen. Normales Konstruktionsepoxy geht da überhaupt nicht (und wäre ja auch nicht ausreichend UV stabli).
        Bei manchen Holzsorten wie z,B. Paulownia ist es ohne Vakuum fast nicht möglich da das extrem viel Lufteinschlüsse hat. Da hilft nur mit etwas Epoxy einstreichen, härten lassen, schleifen und dann beschichten. Aber wie Nightdiver schon schreibt vermute ich auch eher daß es nur die kleinen eingeschlossenen Luftbläschen vom Mischen sind. Da sollte man mit nicht zu viel Geschwindigkeit rühren und dafür länger.

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        • Ein Trick, um die eingerührte Luft zum größten Teil zu entfernen, geht ganz einfach. Du gießt das angerührte Harz sehr langsam zwei- oder dreimal in ein anderes Gefäß.

          Auch beim eigentlichen Anrühren musst Du Dir viel Zeit nehmen. Wenn man den Härter wie Eiweiß steif schlagen will, gelingt dies auch, aber dann sieht es eben aus, wie Du es nicht willst.

          Es gab hier mal eine Diskussion um die Frage, wie man größere Teile ausgießen könne. Ich kenne mich damit nicht aus, da ich nur kleinere Teile unter Vakuum stabilisiere.
          Aber Kjs ist bei größeren Teilen der Spezialist.

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            Zwischen Vergießen/Tränken und Beschichten ist ein ziemlicher Unterschied. Ich mache eigentlich nur ersteres und das eigentlich immer mit Vakuum. Das gibt aber nicht die spiegelnden Oberflächen die man bei einer Beschichtung haben will.

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            • Ich wollte nicht mit Halbwissen dazwischenstümpern, aber dachte mir, wenn es Steffi gelänge, die Platte in einen "Deiner" Vakuumsäcke zu stecken, könnte es vielleicht gelingen, blasenfrei zu werden.
              Und von eben diesen Säcken und wie man sie verwendet hast Du entschieden mehr Ahnung als ich.

              Was die Oberfläche betrifft, gibt es ja immer noch das gute, alte Schleifen. Nass!

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                Gibt aber nie den "Wassereffekt" den Viele bei der Beschichtung haben wollen.

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                • Vielen dank für die vielen Antworten! Das Forum ist ja klasse
                  Also ich bin mir ziemlich sicher, dass die Blasen nicht vom Anrühren kommen. Ich geh da auch nicht mit einem Mixer rein und versuche Eischnee zu schlagen ;D Ich mische sehr langsam ca. 4-5 Minuten, damit keine sichtbaren Schlieren entstehen und kippe die Mischung genau so langsam und in einem geringen Abstand in die Form. Die Blasen, die dann mit der Zeit entstehen, sind ganz winzig, im Gegensatz zu den üblichen Luftblasen und treten direkt aus dem Holz heraus. Man sieht dann richtig den Weg der kleinen Bläschen nach oben. Ich habe mal ein Foto gemacht, was ich meine. (Leider nicht sehr scharf, meine Kamera mag keine Makroaufnahmen).
                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: 20180109_133515.jpg
Ansichten: 1257
Größe: 284,5 KB
ID: 3550206
                  Sieht fast wie Schaum aus. Ist aber komischerweise nicht bei allen Holzstücken der Fall! Einige lassen sich wunderbar im Harz ertränken. Obwohl alle aus dem gleichen Ast stammen und staubtrocken sind.

                  Ich werde mal ausprobieren, das Holz vorher mit Epoxy zu bestreichen. Mal sehen, ob das was hilft :-)

                  Noch eine andere Frage: Schneidet ihr das Epoxy mit Sägen für Holz oder Metall? Ich würde es mit der Stichsäge bearbeiten und mir dafür ein geeignetes Sägeblatt besorgen. (Die Platte ist ca. 1 cm dick) Geschliffen wird natürlich nur nass! :-)

                  DANKE! LG Steffi

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                    Das sieht wirklich nach Lufteinschlüssen im Holz aus. Am Besten mit Harz vorstreichen, warten bis es angefangen hat zu gelieren und dann die Endschicht drauf. Wenn Du zu lange wartest mußt Du schleifen......

                    Sägen kannst Du mit ganz normalen feinen Holz-Stichsägeblättern. Wenn es ganz ganz sauber werden soll nimm ein BiMetall Sägeblatt für Metall aber da sägst Du Dir evtl. einen ab.

                    Aber ca. 1 Woche warten ehe Du sägst denn so lange braucht das Harz bis es komplett ausgehärtet ist.

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                    • Und - wie Jürgen oben schon angedeutet hat - nimm ein Gießharz.
                      Das ist dann dünnflüssiger und hat
                      a) eine so lange Topf- und Aushärtezeit, dass die Blasen die Möglichkeit haben zu entweichen
                      b) normalerweise wenig Schwund (Volumenverlust beim Aushärten)
                      Beides Zusammen führt auch zum Wassereffekt

                      Ich könnte mir übrigens auch vorstellen, dass Du die Astscheiben (wenn ich das Bild richtig deute) unter Vakuum vollsaugst und dann nass auf der vorbereiteten Grundplatte anordnest und dann direkt gießt. Das könnte die Wartezeit bis zum Angelieren vermeiden, und da dein Holz ziemlich voll mit dem Harz wäre sollte das Blasenproblem nicht mehr auftauchen.
                      Oder du streichst mit nem Laminierharz (ca. 30-60 Min Topfzeit) vor und gießt dann mit Gießharz, aber da musst Du vorher sicherstellen, dass sich die beiden Harze vertragen (gleicher Hersteller + Herstelleraussage)

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                      • Das Foto zeigt tatsächlich andere Bläschen als die aufgerührten.

                        Wenn es unbedingt diese Astscheiben sein sollen, dann bleibt Dir nur, wie Arathorn76 schrieb, den Weg übers Vakuum.

                        Habe ich das richtig verstanden, dass Du eine Tischplatte mit besagten Astscheiben belegen und dann eingießen möchtest? Dann hätten getränkte Scheiben auch den Vorteil, dass sie schwerer als trockene wären. Das Problem mit trockenen Scheiben ist nämlich, dass sie gerne im flüssigen Harz aufschwimmen.

                        Abhilfe schafft ein stufenweises Ausgießen. Du legst die Scheiben in eine erste Schicht. Erst wenn die erste Schicht schon etwas "sulzig" ist, wird die nächste Schicht gegossen usw. Die Scheiben kleben dann an der ersten Schicht und bleiben somit unten.

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                        • Hallo und danke für eure Antworten!
                          Die Holzscheiben habe ich nur fürs Üben verwendet. Für den Tisch verwende ich Holzbretter aus einem Birkenstamm, den ich der Länge nach durchschneide.
                          Habe jetzt nochmal zwei Formen gegossen. Habe alles vorher noch mit Epoxy bestrichen. Bei den Holzscheiben traten auch bereits beim Anstrich Bläschen aus. Habe die dann, als diese angetrocknet waren, in die Form gelegt und stufeweise ausgegossen. Es entstanden viel weniger Bläschen und die, die drin sind, traten nicht an die Oberfläche. Die ist ganz glatt. Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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ID: 3550717

                          Für die zweite Form habe ich die "Bretter" längs geschnitten. Dort trat kein einziges Bläschen auf. Habe auch wieder schichtenweise aufgegossen. Das funktioniert sehr gut! Die Oberfläche ist spiegelglatt.

                          Das mit dem Vakuum funktioniert sicher auch sehr gut, aber ich weiß nicht, wie ich das bei einem Tisch machen soll. Hab schon so viel gelesen und viele Videos angeschaut, dort benutztr keiner Vakuum. Und anscheinend funktionierts auch ohne :-)

                          Das Harz ist fürs gießen geeignet. Habe beim Kauf extra darauf geachtet. Jetzt hoffe ich nur, dass das in groß auch hinhaut!

                          Danke kjs für den Tipp fürs Sägen!

                          LG Steffi Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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                            Hat alles super funktioniert! Danke!! :-)

                            LG Steffi

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                              Prima geworden, Glückwunsch! Du mußt lediglich beachten daß die mechanische Belastbarkeit von Epoxy ohne irgend welche Glasfasern drin nicht besonders hoch ist. Speziell an den Kanten der Holzstücke an denen die obere und untere Schicht nicht besonders dick ist kann es brechen wenn Du es zu sehr belastest. Keine Ahnung wofür das im Endeffekt ist aber das übersieht man gerne.

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