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Gartenhaus Dach Frage

05.10.2017, 17:08
Hallo,
möchte ein Gartenhaus mit Pultdach bauen.
Soweit bin ich mir eigentlich über jeden Schritt im klaren.
Nur nicht was die Dachsparren betrifft.
Auf dem Bild mal eine Seitenansicht.
Oben werden ca 8 Sparen verlegt.
Sie liegen dann ja vorne und hinten auf (Siehe rote Kreuze).
Muss ich da eine Aussparung machen oder kann ich die einfach auflegen und verschrauben?
Balkenschuhe?
Ich wäre froh wenn ich mir diese Aussparung ersparen könnte, weiß nicht ob ich die so gleichmässig hinbekomme.
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17 Antworten
Meiner Meinung nach könntest Du zwar Glück haben, falls das Gefälle klein genug ist und mit "auf Kante legen und verschrauben" auskommen, aber ne saubere Lösung wäre das nicht.
Ich bin gerade am Carportbau bei einem Bekannten und wir bauen den auch mit Pultdach. Wir haben eine Neigung von ca. 8°, die Pfetten sind 14cm breit, die Sparren 12cm.
Ich habe mir eine Schablone in Sketchup gezeichnet (Rechteck 14*12, 2 rechtwinklige Dreiecke mit 8°-Winkel an einem Ende), auf Papier gedruckt, gefalten und mit Schnellschleifgrund verfestigt. Damit kann ich alle 6 Linien für eine Aussparung auf einmal anzeichnen.
Die Linie in 82° zur Unterseite der Sparren schneide ich mit der Handkreissäge recht genau, den Rest stemme ich innerhalb von 5 Minuten mit Beitel und Gummihammer aus und glätte den Grund der Aussparung noch mit dem Beitel.

Nachteil vom Auf-Kante-Legen: der Sparren will immer runterrutschen. Schrauben sind bei Scherlast nicht optimal und könnten brechen. Außerdem drückt sich die Kante über die Zeit rein und das ganze wird locker.
Das wird durch die Aussparung vermieden, weil dann die Auflagefläche des Sparrens waagrecht ist.
Mir wäre es die paar Minuten wert.

Außerdem sieht es einfach besser aus (falls dir das wichtig ist) und irgendwie macht es mich ein bisschen stolz, so eine Arbeit "richtig fachmännisch" zu machen.

 

Geändert von arathorn76 (05.10.2017 um 17:30 Uhr)
Es besteht auch die Möglichkeit, ohne die Ausklinkung einen Sparren aufzulegen.

Hierzu nimmt man entweder einen innenliegenden Sparrenschuh dieser Art ...

https://www.profi-handwerk-shop.de/B...fuss-Typ-Holz/

... oder einen Sparrenpfettenanker jener Art

https://www.profi-handwerk-shop.de/B...npfettenanker/

 

arathorns Lösung ist auch mein Favoriet.
Habe das bei meinem Wintergarten auch so gemacht.
Wie schon gesagt, ist die sauberste Lösung.
Die Metallwinkel gefallen mir persönlich nicht so.

 

Zitat von buma
Muss ich da eine Aussparung machen oder kann ich die einfach auflegen und verschrauben?
Balkenschuhe?
Ich wäre froh wenn ich mir diese Aussparung ersparen könnte, weiß nicht ob ich die so gleichmässig hinbekomme.
Der TO möchte den (viel schöneren) Ausklinkungen aus dem Weg gehen.
Daher meine Verweise auf die (hässlicheren) Bleche.

Man könnte natürlich auch zu ausgiebigem Üben raten ...

 

Mal was grundlegendes zur Konstruktion:

Das Dach muss tragfähig sein und das ist es eher so nicht, da die Kanthölzer auch 2,20 m freitragend sind.

Mein Vorschlag: setze quer zur Türe drei Kanthölzer in 60 cm Abstand in die Seitenwand tragfähig ein. Also Balkenschuhe innen im Haus. Die Sparren sind dann ebenfalls sichtbar. Das Dach nagelst Du mit Rauhspunddielen ab. Diese sind 28 mm stark und können sich nicht durchbiegen, da die 3 Kanthölzer die Last auffangen. Die Bretter machst Du länger, dann hast Du nötigen Dachüberstand für den Schutzbder Wände.

Die Dachkante führst Du so aus, dass Du senkrechte Bretter anschraubst. Also vier ringsum nach unten. Dann Schweißbahn oben auf.

Ich mache später Fotos von meinem Haus wenn es heller ist.

 

Jetzt folgen Fotos:
Zur Erklärung. Das Dach musst Du eh komplett mit Brettern abdecken. Schraub diese direkt auf die Wände. Innen brauchst Du Verstrebungen zum Auffangen der Dachlast. Im Bild siehst Du, ich habe jeweils zwei Bretter senkrecht gestellt, von der Rückseite verschraubt ubd verleimt. Da diese hochkant sind haben die weit höhere Traglast als Kanthölzer und bigen sich nicht durch. Da genügen zwei einfache Auflagen links und rechts. Sind ja auch oben vom Dach her verschraubt.

Die Windbretter an den Seiten und vorne schützen die Wände und lassen es besser aussehen - das Dach selbst ist ja nur 18 bzw. 28 mm dick. Die Schweißbahn deckt nur das Dach, nicht die Windbretter. So können diese nach 10 Jahren auch mal rasch ausgetauscht werden. Das Dach selbst ist auch relativ schnell ausgetauscht, falls doch mal was faulen sollte. Es ist ausreichend belastbar bei Schnee und beim Begehen. An die Rückseite kommt kein Brett. Die Dachpappe wird länger stehen gelassen und in eine Dachrinne nach unten geknickt. Das Wasser im Fallrohr leitest Du weg vom Haus oder in ein Regenfass.

Der Dachüberstand beträgt vorne etwa 25 cm, an den Seiten etwa 10 cm, so dass die Randbretter nich genügend Auflage haben.

So sparst Du Dir die Kantholz-Rahmenkonstruktion, ein Ausklinken und hast nen schönen Dachanschluss. Wenn die senkrechten Bretter im Innenraum stören sollten, mach das Haus 15 cm höher, dann haut man sich den Kopf nicht an.
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bei nur einem Pultdach und ca. 2,2-2,5 mtr Sparrenlänge, kannst auf die komplizierten Blechteile für die Montage verzichten... weil diese eher für eine richtige Giebel-Dachform geeignet sind !
1.) Bei der Pultform des Daches sollte mind. ein Gefälle von 8 cm auf 1 mtr vorhanden sein .. ( entspricht 8% Gefälle ! )...
2.) die Sparren sollten bei der Länge von z.B. 2,5 mtr von Auflagebalken zu Auflge. mind.
einen Querschnitt von z.B. 8 x 6 cm Haben... bist Du in einer schneereichen Gegend Zuhause... darf der Balken ruhig 12 cm hochkant sein !... Abstände der Balken ( um 50- max 55 cm ! ) einfach mit verz. Eisenwinkeln anschrauben... hier gute Bretter ( 28er z.B. ) draufbringen und dann die Dachpappe ( 2 Lagen ! )
und wie Rainerle schon schrieb..... deutlichen Überstand machen... könnte sogar einseitig wie ein überstehendes Dach ( Veranda ) gemacht sein... ?
diese müsste aber unbedingt extra an den Ende abgestützt werden ( z.B. 90er Einschlag -Hülsen verwenden und entsprechende Balken !
Gruss....

 

Geändert von Hazett (06.10.2017 um 10:03 Uhr)
Danke Euch, für die vielen Tipps.

Wenn ich ausklinke müsste es dann nur auf der tieferen Dachseite sein?
Da würde ja bestimmt die meiste Last liegen, oder auf beiden Seiten?

 

Geändert von buma (06.10.2017 um 10:09 Uhr)
Zitat von buma
Danke Euch, für die vielen Tipps.

Wenn ich ausklinke müsste es dann nur auf der tieferen Dachseite sein?
Da würde ja bestimmt die meiste Last liegen, oder auf beiden Seiten?

Ich habe es nur auf der "tiefen" Dachseite gemacht, weil es oben verkleidet wurde. Unten habe ich je ein außenliegenden Sparren und da sollte es "schön" aussehen.

Welchen Querschnitt für die Sparren hast du geplant?

 

6x16 diese hatte ich günstig von einem Freund bekommen

 

Zitat von buma
6x16 diese hatte ich günstig von einem Freund bekommen


Die machen auch optisch ordentlich was her.
Und da hast du auch genügend Fleisch zum ausklinken. Wie es geht wurde oben ja schon beschrieben. Nur den Aufwand mit der Schablone kannst dir sparen. Bleistift, Zollstock und Schmiege reichen völlig. Und wenn du keine Schmiege hast, nimmst zwei gerade Leisten und schraubst die zusammen.

 

Danke. Mal noch ne kurze Frage, dann gebe ich Ruhe.
Wie tief muss ich denn ausklinken? Reichen 3cm?
Und muss ich das auf beiden Seiten machen, also beim Sparren ist klar.
Aber bei der "Auflage" auch?

 

Zitat von buma
Danke. Mal noch ne kurze Frage, dann gebe ich Ruhe.
Wie tief muss ich denn ausklinken? Reichen 3cm?
Und muss ich das auf beiden Seiten machen, also beim Sparren ist klar.
Aber bei der "Auflage" auch?
Ob die 3 cm reichen, wird dir die Schmiege sagen. Du must es so anzeichnen, das es vorn auf null ausläuft. Verstehst wie ich das meine? Ansonsten muss ich schnell ne Skizze machen.
Ausgeklingt wird nur der Sparren, nicht die Auflage!!

 

Skizze? Würd ich niemals verlangen :-)
Nein sagen würde ich aber auch nicht :-)

 

Zitat von buma
Skizze? Würd ich niemals verlangen :-)
Nein sagen würde ich aber auch nicht :-)

Hab Dir Links per PN geschickt.

 

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