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Aktionen gegen das Insektensterben?

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  • Aktionen gegen das Insektensterben?

    Nachdem im Thread Vögel Füttern Richtung Insektensterben abgedriftet wurde, setze ich dazu mal hier die Diskussion fort.

    Woran, glaubt Ihr, liegen die Ursachen im Insektensterben?
    Kann man als kleiner Privatling aktiv was gegen das Insektensterben tun?
    Bringen kleine Blumenwiesen und insektenhotels im eigenen Garten was?
    Was müsste man tun, um dem Insektensterben entgegen zu wirken?

  • Bevor Vermutungen aufgestellt werden, sollte man die offiziellen Berichte dazu lesen. Im anderen Thread wurde ja schon einiges dazu geschrieben.

    Was wir machen? Ein Insektenhotel hängt bei uns, jedoch sieht es nicht so aus, als würde es ausführlich genutzt. Dazu wächst ein Teil unseres Gartens wild, sodass man ab dem Frühjahr auch mal diversen Insekten beim bunten Treiben beobachten kann. In Richtung August zeigen sich bei uns immer viele Schmetterlinge, was unsere beiden Mädchen sehr freut.
    Wasser wird an heißen Tagen auch bereitgestellt. Hier muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Insekten eine natürliche Rampe ins Wasser erhalten, da sie in Schüsseln sonst ertrinken.

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    • Ich denke, hier müsste viel mehr Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden. Ob Insektenhotels und Blumenwiesen das Sterben kompensieren, kann ich nicht beurteilen, aber vom Gefühl her eher nicht.

      Pestizide und Überdüngung sind einer der Ursachen, warum Insekten immer weniger werden, aber als kleiner Hobbygärtner wird man da wohl nicht viel tun können.

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      • Ich habe einen Bericht gesehen über jemanden, der seinen kompletten Dachüberstand mit Insektenhotels für Wildbienen ausgestattet hat. Da wohnten viele hundert. Dann fing er an solche Hotels im Ort zu verschenken. Dort siedelten sich rasch dann weitere Wildbienen an und die Population steigt stetig.

        Erstaunlich, das sind die Bestäuber der Tomaten. normale Bienen schaffen das irgendwie nicht. In der kompletten Gegend hat sich die Tomatenernte drastisch erhöht. Die Folge war, viel mehr Leute pflanzten daraufhin Tomaten an. Ein Kreislauf entstand. Insofern dachte ich, dass das Engagement dieses einzelnen eine Veränderung mit sich brachte.

        Also kann der einzelne durchaus etwas verändern, wenn er gezielt die passende Nische findet. Zwar einseitig in Bezug auf Wildbienen, aber immerhin.

        Vielleicht sollte es koordiniert ablaufen. Regionale Vorschläge an private und gewerbliche Anbauer. Zum Beispiel am Feldrand und im Garten immer auch etwas Kohl anzubauen. Macht das ein kompletter Ort über ein paar Jahre, gäbe es definitiv dort viele Kohlweißlinge. Zwar nur regional, aber wenn koordiniert, dann irgendwann auch überregional.

        Vielleicht wäre das Thema auch einen besonderen Wettbewerb hier wert. Insektenhotels bauen. Bewusst vorhandene Projekte hier - es gibt viele - ausschließen um neue Hotels zu fördern.

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        • Wir haben etwas, was man einen "naturnahen" Garten nennt. Hier haben Wildblumen und (Un-)Kräuter noch eine Chance. In zwei Ecken des Gartens dürfen Brennnesseln wachsen, weil wir sie für unsere Wachteln und Hühner als Futter nutzen.
          Im Garten lebt ein blinder Igel, darum kämen wir im Leben nicht darauf, alles clean zu machen.

          An wilden Kräutern haben wir unter anderem Bärlauch, Beifuß, Spitzwegerich, Brennnessel, Löwenzahn, Gänseblümchen, Sauerampfer, Nachtkerze, Schafgarbe, Vogelmiere, Rauke und Giersch.

          Im Frühjahr haben wir eine große Blumenwiese angelegt, um den Bienen und Insekten das Leben zu erleichtern. Und es ist immer wieder interessant, welche Tiere sich in unserem Garten einfinden, die wir noch nie zuvor gesehen hatten.

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          • Wir haben keinen Garten. Aber sehr viele Pflanzen in Kübeln und Töpfen und meine Frau achtet schon seit längerer Zeit auf Bienenfreundlichkeit. Ein insektenhotel ist geplant, aber noch nicht umgesetzt.
            Aber aber auch ich fürchte das die Kleinigkeiten, die jeder für sich umsetzen kann, das große Problem nicht lösen werden.

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            • Zufälligerweise hörte ich gestern einen Radiobericht zum Thema. In den letzten Jahren ist die Insektenpopulation um 40-60% zurück gegangen. Privat kann man natürlich etwas tun. Richtig gebaute Insektenhotels das heißt, für eine Insektenart jeweils ein Hotel. Bienenweiden, Trinkmöglichkeit.
              Klar, es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein aber die Masse machts. Im Endefekt kann sich aber nur etwas zum Guten wenden wenn wir als Verbraucher richtig einkaufen und wir der Politik Druck machen.

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              • Im obstbau wird das insektensterben zum Problem,wer will schon 100 ha Apfelbäume mit dem Pinsel bestäuben.

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                • Denke am Einkauf liegt das weniger, wenn eher an der Art der Lebensmittel Herstellung. Also selbst wenn nur Bio gekauft würde, wird der Insektenschwund m.E. auch nicht viel besser (dessen Herstellung wird ja auch in Frage gestellt).

                  Was ich aber in den letzen 20-30 Jahren beobachten konnte, ist der massive Rückgang an Streuobstwiesen .... die waren um ein Ort oder an schwer bewirtschafteten Flächen zwischen den Feldern als Wiese oder Weidewiese recht viel vorhanden. Doch heute ist alles weg, nicht mal mehr die einzelnen Bäume auf Äckern sind mehr vorhanden (die früher zur Pause als Schattenspender dienten), denn kaum ein Landwirt mag mehr das Apfelgeschäft angehen, maschinell sind dessen Wiesen auch schwer zu bewirtschaften, selbst das mähen geht mit den heutigen großen Maschinen nicht.

                  Und welches Ökosystem eine Streuobstwiese beheimatet, könnt ihr hier nachlesen (und die fehlen im ganzen Land): https://de.m.wikipedia.org/wiki/Streuobstwiese

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                  • Das perfide ist ja, dass die Bauern, die massenweise Neonikotinoide ausbringen, um sich gegen die Plagegeister zu schützen, sich dann beschweren, dass die Nützlinge ausbleiben.

                    Dies Neonikotinoide sind wohl das Übel das die letzten 10-20 Jahre in den Markt kam und vermehrt eingesetzt wird.
                    In offiziellen Berichten, über die die Agrarlobby ihre schützende Hand hält, wirst Du das aber so nicht lesen.

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                    • Zitat von MrDitschy Beitrag anzeigen
                      Denke am Einkauf liegt das weniger, wenn eher an der Art der Lebensmittel Herstellung. Also selbst wenn nur Bio gekauft würde, wird der Insektenschwund m.E. auch nicht viel besser (dessen Herstellung wird ja auch in Frage gestellt).

                      Was ich aber in den letzen 20-30 Jahren beobachten konnte, ist der massive Rückgang an Streuobstwiesen .... die waren um ein Ort oder an schwer bewirtschafteten Flächen zwischen den Feldern als Wiese oder Weidewiese recht viel vorhanden. Doch heute ist alles weg, nicht mal mehr die einzelnen Bäume auf Äckern sind mehr vorhanden (die früher zur Pause als Schattenspender dienten), denn kaum ein Landwirt mag mehr das Apfelgeschäft angehen, maschinell sind dessen Wiesen auch schwer zu bewirtschaften, selbst das mähen geht mit den heutigen großen Maschinen nicht.

                      Und welches Ökosystem eine Streuobstwiese beheimatet, könnt ihr hier nachlesen (und die fehlen im ganzen Land): https://de.m.wikipedia.org/wiki/Streuobstwiese
                      Hmmm, in einem Punkt bin ich da etwas anderer Meinung Ditschy. Gerade an unserem Einkaufsverhalten liegt es doch. Wenn wir dort einkaufen wo Lebensmittel verkauft werden die Naturgerecht hergestellt werden graben wir doch den Herstellern die mit zu viel Pestiziden arbeiten, die uns betrügen (Wurst-und Fleischskandal) das Wasser ab. Richtig ist auch, nicht alles was Bio ist im Einklang mit der Natur hergestellt. Bei den anderen Punkten gebe ich Dir vollumfänglich recht. Da wurde viel zerstört, die Streuobstwiesen bei der Flurbereinigung, die Hecken wurden den überbreiten Landmaschinen geopfert. Ich lebe auf dem Land und habe viel Kontakt zu den Landwirten im Dorf. Wenn die mir erzählen wie lange sie im Büro sitzen um irgendwelche Fragebögen für EU-Subventionen auszufüllen oder wie langwierig es ist den richtigen Düngereinsatz zu ermitteln möchte ich nie Landwirt sein.

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                      • Denke auch, des allen Übels ist wenn den Bauern zu verdanken. Immer weniger arbeiten wollen und im Gegennzug aber mehr Ackerland bewirtschaften um noch mehr rentabel zu verdienen, hat eben dessen Kehrseite.
                        Wenn ich denke, vor 20 Jahren wurde ein näherer Hof mit Ackerland noch von zwei Leuten Vollzeit bewirtschaftet, heute wird dessen bisschen Ackerland in Nebenerwerb bestellt. Oder ein anderer Hof von vier Leuten meist Tag/Nacht, heute sieht man nur noch seltenst einen Mann, dass aber bei fast doppelter Hecktarfläche. Usw. ... also hier dezimiert sich der Bauer irgendwie selbst und jammert noch darüber.

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                        • Das Einkaufsverhalten ändert m.E. nicht viel, da eben mit dem Auge eingekauft wird. Und selbst der Biobauer macht dessen Streuobstwiesen platt und nutzt immer größere Maschinen usw. ... und gespritzt wird dort auch, keine Sorge.

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                          • Ich würde nicht soweit gehen, das Handeln des Bauern auf dem Dorf zu verteufeln. Der ist nämlich der letzte A... im Glied.
                            Der Bauer kann doch gar nicht selbst seine Preise bestimmen. Der ist darauf angewiesen, das zu verkaufen und zu dem Preis, was Lebensmittelindustrie und Lebensmitteleinzelhandel ihm diktieren. Und da kommt der normale Bauer mit Bio nicht hin, und muss zu allem Übel auch noch passend zu seinem Saatgut die Spritz- und Düngemittel von den Chemieoligopolisten kaufen, damit er überhaupt überleben kann und sich und seine Familie noch irgendwie über Wasser hält.

                            Der Gewinn wird nicht beim Bauern gemacht. Den Gewinn schöpfen Industrie und Handel ab. Da will der Aldi immer billiger sein als der Lidl und umgekehrt, und drückt somit immer mehr die Preise und gibt diesen Preisdruck an die Erzeuger weiter, die kaum noch kostendeckend produzieren können.

                            Ich weigere mich auch, mich als diesen Verbraucher beschimpfen zu lassen, der das alles so will! Ich bin noch nie in einen Laden gegangen und hab verlangt, verkauf mir die Milch bitte so billig, dass der Bauer und die Kuh nicht davon leben können.
                            Und kommt mir nicht mit der Ausrede, ich solle doch dann dort kaufen, wo Bio und Regional drauf steht ... meiner Meinung wird das Problem dadurch nicht gelöst, sondern nur verlagert.

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                            • ​​Bei uns im Ort hat die Gemeinde auf einer gemeindeeigenen Brachfläche eine Streuobstwiese eingerichtet. Die Schule nutzt die Fläche für den Bio-Unterricht, ansonsten wird sie nur ab und zu von der Gemeinde gemäht.

                              Zu den Insektenhotels: Die käuflich zu erwerbenden Kisten sind oft ungeeignet. Ich hatte mir im letzten Jahr auch so ein Fertigteil gekauft und leider erst später dazu im Netz aufgeschlaut.
                              Das gekaufte wurde erst sehr zögerlich angenommen. Da viele der verbauten Bambusstäbe in den Hotels zu groß sind und nach hinten offen, werden sie von den Wildbienen nicht angenommen. Bei den gebohrten Nistlöchern wird oft Nadelholz verwendet, bei dem sich durch die Luftfeuchtigkeit un den Gängen die Holzfasern aufstellen können und damit die Flúgel der Bienen verletzt werden.

                              Im späteren Frühjahr (für die Bienen etwas zu spät) habe ich dann bei mir ein selbstgebaute Hotel nach Vorgaben NABU aufgehängt. Einige Bienen und später auch viele Grabwespen haben darin ihrer Nester gebaut.
                              Aktuell baue ich eine weitere Unterkunft aus Bambusstäbe, die ich spätestens im März hången haben will.

                              Hier noch ein Bild des Selbstbauhotels, zwei Tage, nach dem es aufgehängt wurde. Die erste Zelle wurde gleich belegt.

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