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Wie viel Eigenleistung haltet ihr für realistisch?

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    Wie viel Eigenleistung haltet ihr für realistisch?

    Hallo zusammen,

    ich weiß, dass es sich hier um ein Heimwerkerforum und kein Bauform handelt. Aber beim Stöbern in den Projekten habe ich gesehen, dass hier einige Mitglieder dabei sind, die sich schon an “gröbere” Bauprojekte herangewagt haben. Darum hoffe ich gerade hier von euren Erfahrungen und eurer Meinung als passionierte Selbermacher profitieren zu können.

    Zu meinem Vorhaben:
    Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir ein Baugrundstück in meinem Heimatort in Familienbesitz haben und wir möchten zeitnah (spät. im Herbst) mit dem Hausbau beginnen. Meine Freundin und ich haben noch keine Kinder und ich hätte mit meinem Vater und meinem Onkel (beides Landwirte) zwei Helfer zur Hand, die anpacken gewöhnt sind. Wegen der Baukosten möchten wir viel Eigenleistung einbringen.
    Ich selbst bin handwerklich nicht unbegabt und habe schon bei Freunden beim Hausbau mitgeholfen.

    Es sollte ein Holzhaus mit ca. 120 qm ohne Keller werden. Entweder als Ausbauhaus von einem Fertighaushersteller oder vielleicht sogar ein Bausatzhaus (Holzsteck-System oder Blockbausatz). Viel Eigenleistung könnte ich mir auch beim Fundament vorstellen wie zum Beispiel in diesem Projekt:
    https://www.1-2-do.com/projekt/boden...-bauen/4003324

    Mir ist bewusst, dass ich für sehr viele Schritte Firmen brauche (Planung und Baugenehmigung, Aufschließen, Rohbau, Elektrik, Heizung und Sanitär, usw.).
    Und das habe ich auch so vor.

    Aber ich möchte trotzdem sehr viel in DIY machen. Ich habe auch keine Angst vor Baufehlern oder dass ich etwas nicht hinbekomme. Denn machbar ist “theoretisch” fast alles.

    Wovor ich aber ein wenig Respekt habe ist das Thema ZEIT.

    Von meinen Heimwerkerprojekten weiß ich, dass sie immer viel länger dauern, als ich zu Beginn denke. Beim Haus möchte ich mich aber nicht zu grob verschätzen. Den ich will nicht 100 Jahre dafür brauchen und nur noch frustriert sein.

    Wie ist eure Meinung oder noch besser eure Erfahrung mit Eigenleistung beim Haus und wie ist es euch von der Zeit her ergangen bei diversen Selbermach-Bauschritten?

    Würde mich sehr interessieren.

    Schönen Abend noch.

    Wie bekommst du Arbeit und Hausbau unter einen Hut? Kannst Du über mehrere Wochen/Monate Urlaub machen? Nur mit Wochenendarbeit wird das zu lange dauern.

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      Ups. Das hab ich ganz vergessen zu sagen. Ich arbeite "nur" in Teilzeit angestellt und parallel am Hof der Eltern. Da lässt sich also saisional viel Zeit freischaufeln.

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        Hole Dir Angebote von Fachfirmen für die einzelnen Aufgaben ein. Dann siehst Du wie viele Stunden angesetzt werden. Setz mind. die Hälfte obenauf, da Du weniger routiniert bist und auch vielleicht nicht das passende Material/Werkzeug hast. Und dann schau den Preis an, ob sich das wirklich lohnt. Aber auch Materialkosten daran verdienen manche Firmen alles, an der Arbeitszeit nichts. Bei anderen Gewerken ist es dann andersrum. Pauschal kann Dir niemand Rat geben.

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          Wenn du ein Holzständerhaus in Fertigbauweise in Erwägung ziehst, kannst du einiges selbst machen. Wir haben so eins, daß von der FH - Firma gestellt wurde. Innen standen nur die Holzständer für die Wände und wir haben alles ausser Kellerrohbau,Elektrik und Estrich selbst gemacht.

          Das beinhaltete Isolation der Innen - und Außenwände, anbringen der Dampfsperre, beplanken der Wände und Decken, Installation der Heizung und Fertigstellung aller Decken, Wand - und Bodenbeläge.

          Eine Abschätzung der Kosten ist natürlich schwierig, da die Einsparung durch deine Arbeitsleistung zustande kommt und deren Anteil natürlich mit den Materialkosten sinkt,
          d. h. je teurer die Materialien für den Innenausbau werden, desto geringer fällt die Einsparung aus.

          Bei uns hat es ca. 40% des Hauspreises ( exkl. Keller und Grundstück ) ausgemacht und ca. 2 Monate gedauert, davon gut 3 Wochen Urlaub, Rest vor und nach der Arbeit.

          Es kommt natürlich auch darauf an, wieviel Helfer du evtl. hast und was die können. Genügend Helfer sind gut, aber besser ist, wenn einer dabei ist, der auch weiß, wie es geht.

          Die Logistik ist ebenfalls ein wichtiger Punkt, der die Bauzeit entscheidend beeinflußt.

          Es muß zum Erstellen der Gewerke auch alles Material zum richtigen Zeitpunkt und in ausreichender Menge vorhanden sein, ebenso evtl. auszuleihende Maschinen etc.

          Die 2 Monate waren extrem knapp bemessen und Arbeitstage von 15 - 16h waren nicht selten. Wenn du dir mehr Zeit dafür nehmen kannst, ist das eine gute Entscheidung, denn diese 2 Monate haben sich extrem gezogen.

          Am besten wendest du dich an eine Firma, die explizit auch Ausbauhäuser anbietet. Dort bekommst du nämlich u. a. auch detaillierte Ausbauanleitungen inkl. des Materialbedarfs. Das ist gerade für einen Laien Gold wert.




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            Ganz schwieriges Thema.
            Ein Haus selbst gebaut, bei zwei Häusern von Freunden mitgeholfen, zig Häuser umgebaut.
            Von daher maße ich mir an, etwas dazu zu sagen.
            Lass die Finger von der Bodenplatte. Da kannst du nichts sparen. Es muss die gesamte Verrohrung eingebaut werden, Fundamentanker, Bewehrung, Umrandung und letztlich der Beton der dann auch zeitnah abgezogen werden muss. Feuchtigkeitssperre, Unterbau der abgerüttelt werden muss, hast du eine Rüttelplatte? Dazu musst du alles Material selbst besorgen, dich um die Helfer an dem Tag kümmern wo gegossen werden muss.
            Hast du schon mal Bewehrungsstahl verzwirrt? Kennst du den Aufbau mit Abstandshaltern, S-Schlangen und Matten?
            Das ist kein Hexenwerk, aber es gilt viel zu beachten. Was sagt dir der Begriff QuadroSecura? Schon mal gehört?
            Das ist ein Paket für die Hausan-schlüsse ( Wasser, Strom, telekom ) die heute Pflicht sind. Isolierung unterhalb der Bodenplatte? Ich kann dir nur raten, such dir einen Bauunternehmer und hol dir ein Angebot. Wenn der Preis steht dann frag nach Eigenleistung.
            Ansonsten würde ich Eigenleistung im Innenbereich anbieten, d.h. Isolierung o.ä.
            Damit wirst du dann auch voll ausgelastet sein.

            Bevor ich jetzt die einzelnen Gewerke durchgehe, lass das mal sacken und wenn du Fragen hast melde dich.

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              Es gibt ganz sicher vieles was Du selbst erledigen kannst aber, natürlich müssen auch die unterschiedlichen Gewerke mit ins Boot. Die meisten Handwerksbetriebe wissen, dass viele Bauherren Geld durch Eigenleistung sparen möchten und, sie werden Dir sagen können was realistisch ist und was nicht. Es wäre auch nicht unüblich die Dinge mit denen vorab zu besprechen. Die sagen Dir sogar bis wann etwas fertig sein sollte.

              Entscheidend ist die Planungsphase und die kann ziemlich lang sein.

              Was der Faktor Zeit angeht, so hängt bei uns in der Firma folgendes am schwarzen Brett:

              "Wenn der Chef fragt, wie lange Sie für ein Projekt benötigen wird:

              Schritt 1:
              Überlegen Sie, wie viel Zeit Sie für das Projekt brauchen.

              Schritt 2:
              Vergessen Sie diese Annahme sofort.

              Schritt 3:
              Überlegen Sie ohne Zweckoptimismus und Selbstüberschätzung noch mal, wie lange es wohl tatsächlich dauern wird.

              Schritt 4:
              Verdoppeln Sie diesen Zeitraum, dann könnte es ungefähr hinkommen. Und planen Sie sicherheitshalber noch Puffer ein."



              Aus meine langjährige Projekterfahrung kann ich berichten, dass, auch wenn es sich als Lustig liest, es fast immer den Tatsachen entspricht.

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                George1959 , da gebe ich dir Recht.
                Erschwerend kommt der landwirtschaftliche Nebenerwerb dazu.
                Morgen muss der Weizen runter, der ist früher reif als erwartet und ab überworgen soll es 2 Wochen regnen.
                Aber, morgen muss die Bewehrung gemacht werden .....
                Maibaum01 , ich muss dir doch nicht sagen wieviel Zeit du im Sommer wirklich zur Verfügung hast. Unterschätz das nicht.

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                  Also du möchtest ein Holzhaus?
                  Sehr gute Entscheidung

                  Also ich habe vor 18 Jahren ein Holhaus von der Firma Elk erworben wobei ich wegen den Kosten möglichst viel in Eigenleistung sowie Gute Freunde hatte welche mir am WE immer ghofen haben.
                  Hatte im Früjahr angefangen (Ich glaube es war anfang März.
                  Eingezogen bin ich dann kurz vor Weihnachten des gleichen Jahres.Muss halt noch erwähnen ich habe einen Keller drunter.
                  Bedenke aber auch das du nach fertigstellung das Haus gegen Verwitterung schützen solltest.
                  Ich empfehle OSMO.
                  Diese zeit musst du auch noch einplanen
                  .

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                    Was man alles in Eigenleistung machen kann ist davon abhängig wie viel Zeit man hat, wovon man Ahnung hat, weviele Helfer man mobilisieren kann und was man einsparen kann. Wenn man zusätzlich noch in einer Mietwohnung wohnt, schmälert sich der Erspartebetrag mit jedem Monat den man länger braucht.
                    Wr hatten 1994 ein Fertighaus als Ausbauhaus gebaut, der Keller wurde in Eigenleistung allerdings zusammen mit einem Maurer gemacht, Das Haus war von aussen dicht (Dach, Fenster, Tür und die Aussenhülle waren fertig) der Innenausbau ( Elektro, Gas, Heizung, Wasser, Türen setzen, Parkett, Fliesen, Bäder, Wände mit Gipskarton verkleiden und dämmen, ....) haben wir in Eigenleistung erstellt, für den Estrich haben wir eine Firma beauftragt. Bei einigen Gewerken wie z.B Elektro und Gas ist es notwendig das ein eingetragener Handwerksmeister die Arbeiten abnimmt, sonnst verweigert das Versorgungsunternehmen den Anschluss. Wir hatten die kompletten Materialien für die Wasser und Heizungsinstallation vom ortsansässigen Heizungsbauer gekauft, er hat uns dafür beim Bau beraten und dann auch die Abnahme gemacht. Die Elektroabnahme hatte ein Freund übernommen.
                    Was man auch nicht vernachlässigen darf ist der Zeitfaktor beim aussuchen und besorgen von Materialien, wir hatten bei der Hausbemusterung bereits die meisten Materialien mit gekauft so daß wir nur noch suchen mussten aber auch das hat gedauert und es waren immer noch viele Ausfahrten zum Baumarkt notwendig.

                    Wir hatten zeitweise zehn Freunde auf der Baustelle, die meisten waren Handwerker, ich selbst hatte 8 Wochen Urlaub und 5 Monate jeden Abend und jedes Wochenende auf der Baustelle verbracht, nach dem Einzug wurde dann die Einliegerwohnung im Keller ausgebaut und noch einige Restarbeiten im Haus erledigt.

                    Das ganze hat länger gedauert als gedacht und war anstrengender als gedacht.

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                      Von meinem letzten Projekt kann ich nur sagen, das mit der Zeiteinschätzung von George1959 stimmt - Leider!
                      Ich habe unser Badezimmer im Alleingang komplett saniert und nur die Wasserleitungen und die Fußbodenheizung vom Installateur verlegen lassen und den Estrich einer Firma überlassen. Also vom Entkernen über die Abdichtung, Badewanne setzen und Duschtasse einbauen bis hin zum Fliesenlegen habe ich alle selbst gemacht.
                      Ich habe neben meinem Vollzeitjob ganze 4 Monate dafür gebraucht. Geschätzt hatte ich 2.

                      Bei der Bodenplatte bin ich auch derselben Meinung wie Toby. Wenn du das Gefühl hast, dass dir für dein Holzhaus zum Beispiel der komplette Innenausbau oder gar ein Bausatz noch nicht reicht, dann such dir aber für das Fundament lieber eine Baufirma, bei denen du und deine Verwandten die Bauhelfer sein könnt und die Leitung und Organisation übernimmt aber der Vorarbeiter und sein Maurergehilfe.
                      Das ist auch wegen dem zeitlichen Aspekt sicher besser für dich. Diese Familie hat zum Beispiel die Bodenplatte komplett selbst gemacht und dafür ganze 2 Monate gebraucht
                      https://familienheim.wordpress.com/2...eigenleistung/
                      und dieser Bauherr hat es mit Baufirma und freiwilligen Helfern in einer Woche geschafft.
                      https://bau-einfach.net/holzhaus-selber-bauen/
                      Gerade wie du selbst schon schreibst, dass du zwar viel machen möchtest, aber auch nicht jahrelang Bauen möchtest.

                      Ich würde in einer Ausbauhaus-Variante auch den Vorteil sehen, dass die ganze Hülle recht schnell und trocken dasteht. Das könntest du den Sommer über einer Fertighausfirma machen lassen, wenn du selbst nicht so viel Zeit hast.
                      Danach kannst du den restlichen Innenausbau selbst organisieren und durchführen.
                      Ich nehme an, dass es wahrscheinlich auch kein Weltuntergang wäre, wenn du nach der ersten Wintersaison (wenn ich das richtig verstanden habe, hast du da mehr Zeit fürs Bauen) noch nicht ganz fertig wirst und noch eine Zweite dranhängen musst?

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                        Dazu kommt noch die Unsicherheit mit dem Wetter bei Außenarbeiten. Hatte im Herbst Urlaub und es hat 2 Wochen geschüttet, da ging nichts.

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                          Hey Leute, vielen Dank für so viele und rasche Antworten. Die sind echt hilfreich

                          Ihr bestätigt mir ganz klar das Bauchgefühl, das ich schon in der Magengrube hatte.

                          Ich werde mich wohl als nächstes intensiver mit Ausbauhäusern auseinandersetzen und die Planung und Kostenkalkulation angehen.
                          Dann wird erst weiter entschieden, ob überhaupt noch mehr Eigenleistung dazukommen soll.

                          Ich halt euch gerne hier auf dem Laufenden, bzw. werden bestimmt noch Fragen auftauchen.
                          Zuletzt geändert von –; 15.01.2021, 18:08.

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                            Zitat von Maibaum01 Beitrag anzeigen

                            Ich halt euch gerne hier auf dem Laufenden, bzw. werden bestimmt noch Fragen auftauchen.
                            Das würde uns freuen.

                            Kommentar


                              Rein theoretisch ist alles möglich, hängt aber eben ganz von dir ab. Wir haben in 90 % Eigenleistung gebaut und haben lediglich den Unterbau (Aushub und verdichten), Estrich und die Fenster in die Hände von Fachfirmen gegeben. Den Rest haben wir komplett selbst (mit Freunden natürlich) gemacht. und das während ich in zwei Schichten arbeiten war.
                              Benötigt haben wir 6 Monate bis das Haus so weit fertig war, dass wir die obere Etage nutzen und darin wohnen konnten. Da musste dann aber noch unten verputzt, tapeziert und der Bodenbelag gelegt werden.
                              Das setzt natürlich eine perfekte Arbeitsteilung voraus und da muss jeder richtig mitziehen. Bei uns hat das super geklappt. Ich bin von Arbeit gekommen, habe die Arbeitssachen gewechselt und los gings. Meine Frau hat sich ums Kind und Haushalt gekümmert und mich zwischendurch verpflegt.
                              Eine tolle Zeit und ich würde es immer wieder so machen. Aber nur mit meinen Freunden und meiner Frau.

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