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Epoxidharz Küchen Arbeitsplatte

08.07.2017, 16:47
Hallo zusammen.
Ich brauche mal eure Hilfe zu Epoxidharz.
Das Projekt: In unserer Küche hatten wir eine Arbeitsplatte aus 2 Schichten Spanplatte (zusammen 32 mm) und darauf Fliesen geklebt. da Hierbei die Fugen immer wieder ausbröckelten hab ich die Fliesen runter geschmissen, die Spanplatten Weiß grundiert und auf die fast Trockene Grundierung farbige Glassplitter (Körnung bis 2 mm) aufgestreut und angedrückt.
Am Folgetag wurde dann eine ca. 3 mm dicke schicht Epoxidharz UV Stabilisiert
aufgegossen und das Drama nahm seinen lauf. (gekauft beim großen Onlinehändler mit A)
Laut Hersteller sollten 3 kg locker reichen, aber nach 2/3tel der Fläche war schluß mit lustig. Die arbeit bis hier hin hatte eigentlich sehr gut ausgesehen nur das es nicht genug Harz war. Also nochmal 3 kg bestellt um nach 1ner Woche Lieferzeit mit 1 kg den Rest zu gießen. Auch diese arbeit gefiel mir gut nur das es ja jetzt einen Ansatz gab wo erste und zweite arbeit zusammen kam und es gab ein paar stellen wo es nicht Hart wurde. Vermutlich hab ich dieses mal nicht gründlich genug gemischt. also mein Fehler und ich hatte ja noch 2 kg um eine 2te Schicht über die ganze Fläche zu gießen. 2 Tage später diese 2 kg angemischt und drauf geachtet das ich langsam aber gründlich rühre, angefangen und plötzlich ab der hälfte wurde das Zeug heiß wie verrückt. Diese Reaktion hatte ich vorher nie gehabt. Wieder nicht fertig geworden nochmal 2 kg nachbestellt um eine gesamte neue schicht aufzubauen.
Nun hab ich die ganze Fläche fertig weil ich die Mischung nicht im Eimer gelassen hab sondern schneller ausgeschüttet hab. Diesesmal sind allerdings kleine Dellen (kleine Vertiefungen) entstanden und die Oberfläche ist Stellenweise matt, also nicht so klar wie eine Wasserschicht und ich weiß nicht recht was ich dieses mal falsch gemacht habe.

Wenn ihr mir sagen könnt wo ich dieses mal den Fehler eingebaut hab würde ich nochmal eine Schicht aufbauen, ansonsten reiß ich alles raus und kaufe eine normale Holz Arbeitsplatte.
Danke schon mal für eure Bemühungen.
Gruß
Terra.
Ps. Das ganze sollte am Ende glatt, durchsichtig aber nicht unbedingt so wie ein Hochglanzpolierter Schrank werden. Auch ein paar Luftbläschen stören nicht.
Sollte das hier falsch sein bitte ich einen Moderator es an die richtige stelle zu verschieben.
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21 Antworten
Denke dein Fehler liegt darin, dass du das nicht in einem Schritt erledigt hast. Bei jedem Deiner Versuche haben sicherlich andere Bedingungen geherrscht (Klima, Mischungsverhältnis, Verarbeitungsdauer...), womit ein einheitliches Ergebnis nicht möglich ist. Wenn du dir mal auf YouTube die entsprechenden Videos (vorallem die der amerikanischen Kollegen) ansiehst, dann wirst du feststellen, dass die alle in einem Guss arbeiten. Luftbläschen kannst du nach dem Auftragen z.B mit Heißluft wegbekommen. Möglicherweise war dein Produkt aber auch nicht das Beste.

 

Dog
Ich schließe mich Nirostas Einschätzung an....

Allerdings würde es mir im Traum nicht einfallen Kiloweise Kunstharz in der Bude miefen zu haben und schon garnicht als Arbeitsplatte.Ne fertige kaufen und gut is.......

 

der eigentliche Fehler ist meiner Meinung nach... die Arbeitsplatte sollte 2 teilig sein....
entweder die Platte mit dem Herdausschnitt, oder die von rechts kommende
Arbeitsplatte DURCHGEHEND ! wenn Du jetzt versuchen willst, die Platte .. fein.. anzuschleifen... und danach z.B. POLIEREN... kannst den riesen Winkel nicht mal HÄNDIGEN !...TIPP.. nach dem Anschliff hält auch eine farblose Nachlackierung.. seidenmatt z.B. !
Gruss....

 

Danke das ihr mir helfen wollt.
@Hazett
Seidenmatt wäre nicht mein gewünschtes Endergebnis und jetzt ist es nun mal ein großer Winkel.
@Dog
Warum Geruch? Das Zeug ist praktisch geruchlos, hab aber trotzdem das Fenster die ganze Nacht auf gelassen.
@nirosta
Das ich das nicht in einem gang gemacht hab war ja aus den widrigen Umständen erwachsen. Wie schon geschrieben würde ich gerne nochmal 3 kg kaufen und eine weitere Schicht aufbringen. Da stellt sich die Frage ob ich das besser bei kühlen Temperaturen mache oder besser Heizung an.? hohe Luftfeuchtigkeit oder Niedrig ?
Und
Warum sind diese löcher entstanden ? Kann es sein das da trotz gründlicher Reinigung Fettige Stellen waren ? ZB Fingerabdrücke ?
Luftblasen mit Föhn wegmachen mußt du mir erklären.
danke euch
Gruß
Terra

 

kjs  
Wenn Du noch eine Schicht auftragen willst mußt Du zuerst anschleifen sonst verbindet es sich nicht richtig. Wenn Du mehrere Schichten machst muß das entweder sofort nachdem die erste Schicht geliert hat passieren oder schleifen ist angesagt.
Bei kühl wird das Harz langsamer hart und man hat länger Zeit zum Arbeiten aber es fließt schlechter. Luftblasen gehen auch schlechter raus. Das kann man korrigieren indem man das Harz um die Luftblasen aufheizt (wird dünnflüssiger) denn dann gehen sie leichter nach oben. Problem ist dass wenn Du das mit einer Heißluftpistole machst daß es dann Dellen im Harz geben kann. Der Luftstrom drückt die Oberfläche nach untenund bei Wärme härtet das Harz schneller.
Und immer bei niedriger Luftfeuchtigkeit machen!

 

kann mann denn noch so schön durchgucken wenn ich das dann schleife ???

 

kjs  
Sicher aber nur wenn Du nicht mit zu grobem Schleifmaterial dran gehst. Da kannst Du mit 240 oder sogar 320 schleifen denn die Oberfläche muß nur ganz leicht angerauht und die Schicht (Haut) die aufgrund der Luftfeuchtigkeit entstanden ist runter sein.

Und nur noch mal: warte bis die Luftfeuchtigkeit im Raum unter 40% ist (noch weniger wäre noch besser).

Nachtrag: beim Mischen darauf achten daß wirklich Alles sauber gemischt ist! Gerade an den Rändern des Bodens ist das oft nicht gegeben. So lange Du noch ganz leichte Schlieren siehst hast Du noch nicht gut genug gemischt.
Da das Harz schneller härtet je mehr Du im Topf hast würde ich es vor der Verwendung in den Kühlschrank stellen denn dann hast Du eine längere Topfzeit und kannst gründlicher mischen ohne daß es schon im Topf hart wird.

 

Geändert von kjs (09.07.2017 um 22:04 Uhr)
Die Hitze beim Mischen kam durch die Reaktion des Harzes mit dem Härter. Hast du das Mischverhältnis beachtet ? Ich würde da nicht nochmal etwas draufpacken. Ich glaub das wird nichts. Epoxi muss man in einem Guss herstellen. Ich versteh auch nicht, warum du das als Arbeitsplatte haben willst. Epoxidharz ist mechanisch abnutzbar, also nicht schneidfest. Hast du ein lebensmittel echtes Epoxidharz genommen ?

 

Falls Du nochmal mehrlagig arbeiten, aber auf das Schleifen verzichten möchtest könntest Du auch mit Abreißgewebe arbeiten. Das wird auf die neue Schicht gelegt und nach dem Aushärten abgerissen. Die Verbindung mit einer neuen Schicht wird dann genauso gut wie mit Anschleifen.

Wenn Du mal wieder anrührst solltest Du nicht nur gründlicher Rühren, sondern auch mal umtopfen. Heißt: Wenn Du meinst, Du hättest ausreichend gerührt, gießt Du deine Masse in einen neuen Eimer und rührst nochmal genau so lange...
Du kannst theoretisch deinen Rühreimer auch in einen größeren Eimer mit kaltem Wasser stellen, aber pass dabei auf dass Du kein Wasser ins Harz bekommst.

flache, Breite Gefäße sind prinzipiell besser als schmale, hohe.

Und wie hoch ist eigentlich die maximale Schichtstärke deines Harzes?

 

Danke euch allen.
@arathorn
Ich will und wollte ja nicht mehrlagig arbeiten, wurde aufgrund der Umstände dazu gezwungen. Jetzt geht es darum das ganze nochmal in einem Guss mit etwa 3mm abzuschließen.
Ist dieses Abreißgewebe durchsichtig ?(Glasklar)

@Kellerkruscher
Natürlich ist mein Harz laut Hersteller Lebensmittel echt.

@kjs
Wenn ich das jetzt richtig verstanden hab.
Vorsichtig ganz fein anschleifen. (das bleibt dann wirklich ganz durchsichtig?)
Harz und Härter vorher im Kühlschrank runterkühlen.
Zimmer etwas heizen um die Luftfeuchtigkeit zu drücken und das Fließverhalten zu verbessern.
Das ganze schnell aus dem Eimer ausschütten damit mir das nicht wieder heiß wird.

Aber wovon kamen diese Dellen (Löcher)? Waren das Fettflecken (Fingerabdrücke) oder weil ich das nicht angeschliffen hab ???

Gruß
Terra

 

kjs  
Schwer zu raten woher die Dellen kommen. Fettflecke wäre möglich aber damit hatte ich noch nie ein Problem. Es könnte auch durch ungenügende/ungleichmäßige Mischung von Harz und Härter passieren.

 

Mein Abreißgewebe war bisher halbdurchsichtig weiß, aber das ist ja vollkommen egal.
Anwendung:

  • Eine Schicht aufbringen, warten bis sie mindestens gelartig halbfest ist (oder auch grad noch eindrückbar, stichfest würde die Köchin sagen)
  • Abreißgewebe drauf
  • Aushärten lassen
  • Material für nächste Schicht anmischen
  • Abreißgewebe abreißen
  • nächste Schicht drauf
In der fertigen Arbeit ist das Abreißgewebe nicht enthalten.
Übliche Anwendung ist beim Laminieren (mit Glasfaser oder änlichem), da ist der Untergrund stabil und die Schichtstärke "so gering wie möglich", daher kann man da das Abreißgewebe schon auflegen, nachdem die Schicht fertig ist ohne angelieren oder anhärten abzuwarten. wird z.B. angewendet, wenn man Freitag Abends eine Schicht laminiert hat und am Wochenende nicht weiterarbeitet... Bei deinen Gießschichten ist das etwas schwieriger..

 

kjs  
Arathorn, bei "liquid glass" Beschichtungen kann man kein Abreissgewebe verwenden. Das sinkt da unterschiedlich tief ein und man bekommt eine unebene Oberfläche. Zudem hat der TE ja bereits eine Schicht drauf die ausgehärtet ist.

Abreißgewebe verwende ich speziell wenn ich das Zeug unter Vakuum aufbringe denn dann wird der Harzgehalt im Gewebe auf ein Minimum gebracht und man bekommt die stabilste Mischung aus Harz und Gewebe. Bei einer Oberfläche wie hier gewünscht will man aber eine mehrere Millimeter dicke Schicht haben.

 

kjs: Prinzipiell ist mir das klar. Nur falls der TE jetzt in mehreren Schichten finalisieren möchte, könnte er sich (meiner Meinung nach) das Zwischenschleifen sparen, indem er nach zwischen den Schichten Abreißgewebe nutzt. Natürlich nicht in der letzten Schicht. Und sollten bei Zwischenschichten Dellen sein, würden die ja durch die letzte ausgeglichen werden.
Um das Anschleifen der aktuell vorhandenen Schicht kommt er natürlich nicht rum.

Ich hab es hier vor allem erwähnt, weil ich äußerst ungern Epoxi schleife. Und unter diesen Gesichtspunkten ist das dann die gekonnteste kreative Option, die mir einfällt. In einem Zug bei Luftfeuchte 0% im staubfreien Raum blasenfrei gleichmäßig gießen wäre natürlich optimal gewesen, aber der Zug ist abgefahren

 

kjs  
Bis etwa 40% Luftfeuchte hatte ich eigentlich noch nie Probleme mit dem Zeug wobei ich gestehen muß daß ich noch nicht sehr viel liquid glass sondern mehr strukturelle Dinge mit Glas/Kevlar/Kohle gemacht habe.
Das liguid glass Zeug ist so dünnflüssig daß es sicher eine Fummelei ist den richtigen Zeitpunkt zum Auflegen des Abreißgewebes zu ermitteln denn sonst sinkt das garantiert völlig unterschiedlich tief ein. Und aufdrücken darf man dann auch nicht und so "glatt" bringt man es dann nicht drauf daß es überall aufliegt.

Nachtrag: zur Frage ob man das Anschleifen sehen wird.... Unter bestimmten Betrachtungswinkeln kann es sein daß man es etwas merkt. Deshalb ist es auch notwendig ganz fein und vor allem gleichmäßig zu schleifen.

 

Geändert von kjs (12.07.2017 um 15:36 Uhr)
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