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Entwässerungsrinne bei großer Terrasse zwingend notwendig?

31.07.2017, 10:15
Hallo liebe Haus- und Gartenexperten hier im Forum,

ich habe leider nicht nur zwei linke Hände, sondern auch ziemlich wenig Ahnung von technischen Dingen, Hausbau und Co. Ich plane immer gerne an Haus und Garten herum, mir fehlt dabei aber oftmals der fachlische Hintergrund. Vieles lässt sich daher am Ende nicht so umsetzen, wie ich es mir vorgestellt habe.

Wir haben vor einiger Zeit ein Reihenendhaus gekauft und lassen jetzt im Spätsommer/Herbst den Garten machen. Zumindest Dinge wie den Terrassenbau muss ich von einer Firma machen lassen, sowas traue ich mir nicht zu.

Geplant ist eine ca. 50 qm große Terrasse aus Keramikfliesen im Betonbett. Die bis dato bestehende Terrasse aus Waschbetonplatten wird abgerissen und die neue Terrasse nicht nur deutlich vergrößert, sondern auch höhergelegt, so dass sie fast auf einer Höhe mit dem Wohnzimmer ist. So wie das heut halt modern ist.

Der GaLaBauer meinte, ein Gefälle von 1% vom Haus weg würde reichen. Entlang der Terrassenkante wird Rollrasen verlegt. Die Terrasse geht also sofort zum Rasen über, so wie das heute ebenfalls modern ist. Jedenfalls sehe ich das exakt so bei vielen Bekannten, die gerade neu gebaut haben.

Ein guter Freund von mir, der Ingenieur ist und wirklich vom Fach ist, hat mir jetzt den Floh ins Ohr gesetzt, dass ich eine (in meinen Augen hässliche) Entwässerungsrinne zwischen Terrasse und Rasen brauche, da der Rasen nicht genügend Wasser aufnehmen wird und ggf. sogar die Terrassenkante irgendwann unterspült wird. Bei der Größe der Terrasse und nur 1% Gefälle sei das Risiko außerdem zu groß, dass starker Wind die Wassermassen irgendwann mal ins Wohnzimmer tragen wird.

Eine Entwässerungsrinne ließe sich mit mittelmäßigem Aufwand an einen Abwasserkanal anschließen. Aber denkt ihr, dass man auch auf die Rinne verzichten könnte? Optisch finde ich so etwas nicht toll, auch wenn es offenbar sehr schmale Rinnen gibt. Der direkte Übergang von der Terrassenplatte zur Rasenkante gefällt mir bei den Bekannten eigentlich extrem gut.

Vielleicht hat hier ja jemand ebenfalls eine Terrasse ohne separaten Ablauf und kann mal berichten, wie gut das mit dem Versickern in der Rasenkante klappt und ob das ausreicht.

Viele Grüße

Tom
 
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16 Antworten
Erstmal die Frage wie viel Meter sind es von der Hauswand zur Rasenkante?
Wenn das mehr als 3-4 Meter sind würde ich mir auch Gedanken machen ob der Rasen bei starkem Regen das Wasser schnell genug ableiten kann, das ist natürlich auch von der Bodenbeschaffenheit abhängig, bei Sandboden wird es eher kein Problem sein, bei einem Lehmboden versichert das Wasser eben nicht so schnell (bei uns ist ein sehr lehmhaltigem Boden, wenns da nur kurz regnet haben wir einen See).
Du könntest ja auch die Regenrinne etwas tiefer als die Terrasse legen und obendrauf einige Steine, dann sieht man die Rinne kaum.

 

Ggf. lohnt es sich auch über eine zusätzliche Entwässerung über die Fugen nachzudenken, wenn befürchtet wird, dass zu viel Wasser am Terrassenrand ankommt. Ich weiß allerdings nicht, ob der geplante Unterbau für eine Wasserableitung geeignet ist. - Auf meiner Terrasse (Tiefe 3,5m) sind die Fugen mit einem wasserdurchlässigen Material plastiniert.

 

Also unterspült wird die Terasse bestimmt nicht. Angenommen es regnet in einer Stunde 30 Liter. Dann kommen an der Kante rund 90 Liter zusätzlich. Das ist schon recht viel. Eine Rinne wäre nicht schlecht.

Und da gibt es inzwischen schöne unauffällige Rinnen. Z.B.;
http://www.onlinebaufuchs.de/Bauen-Renovieren/Bodenentwaesserung/Entwaesserungsrinnen/Hexaline-2-0/ACO-HexaLine-2-0-Schlitzrinne-KU-Rinne-schwarz-1m-mit-Schlitzaufsatz-Entwaesserungsrinne::72694.html

 

kjs  
Sehe das wie Rainerle, so viel Wasser daß es unterspült kommt da dann auch wieder nicht zusammen. Was auch noch eine große Rolle spielt ist ob der Rasen in sich auch etwas Gefälle hat.

 

Ich danke euch allen für die Antworten. Die Terrasse wird ca. 6,5 Meter tief und 7,5 Meter breit sein. Die Fugen werden mehr oder weniger versiegelt, wie ich das verstanden habe. Da läuft nicht mehr wirklich viel Wasser ab. Ich werden also mal schauen, dass ich eine ansehnliche Entwässerungsrinne für das Projekt finde. Glaube mit Entwässerung habe ich dann doch ein etwas besseres Gefühl, auch wenn es ein wenig die Optik stört.

 

kjs  
Sicherer ist es sicher...

Was mich an den Rinnen im letzten Haus gestört hat ist daß man sie leider mindestens ein Mal im Jahr reinigen muß. Da immer etwas Erde rein geschwemmt wird wachsen sonst Gras und Unkraut fröhlich durch die Abdeckungen raus.

 

Bei 6-7 Meter brauchst du auf jeden Fall die Rinne. Im mindestens hast du sonst ne schöne Schlammfläche vor der Terrasse. Die Rinnen gibt es sehr unauffällig wie Rainerle schon beschrieben als Schlitzrinnen (die allerdings sehr hoch werden) oder auch richtige Designerelemente mit integrierter Beleuchtung und allem pipapo (https://encrypted.google.com/search?...w=2021&bih=932). Lohnt sich auf jeden Fall mal ein wenig Recherche.

1% Gefälle solltest du mindestens haben, 2 wären noch besser, aber das könnte etwas doof ausschauen, ist so ne Sache. Wenn du sicher gehen willst, machst du auch am Haus entlang einen Entwässerungsrinne.
Die Rinne musst du auch nicht zwingend an die Kanalisation anschließen. Grab dir im Garten (möglichst weit entfernt von der Terrasse ein Loch mit mind. einem Meter Durchmesser so tief dass du durch eventuelle Lehmschichten durchkommst (Je nachdem meist >1m). Dort lässt du das KG oder Drainage Rohr reinlaufen und füllst das ganze Loch mit Rollkies. Dann wieder eine Deckschicht Erde drauf und schon hast du eine wunderbare Sickergrube die locker einige hundert Liter Wasser aufnimmt und langsam versickern lässt.

 

Ich würde bei einer großen Terrasse immer eine Entwässerungsrinne empfehlen. Meine Schwester hatte mal das Problem, das bei ihr Wasser an der Hauswand stehen geblieben ist (es hat mehrere Tage geregnet). Am Anfang war zwar ein Gefälle von der Hauswand weg, aber man kann leider nicht immer beeinflussen, wo die Terrasse absackt. Nachher blieb das Wasser an der Hauswand stehen. Man kann sich nicht vorstellen, wie schnell eine Hauswand nass wird und die Feuchtigkeit ins Mauerwerkt eindringt.

Die Entwässerungsrinne ist kein teuer Spaß. Also ich würde es definitiv verlegen!

 

Ein Dank an alle Antworter! Habe mich dafür entschieden, entlang der langen Kante (ca. 7,5 Meter) in jedem Fall eine Entwässerungsrinne zu legen. Denke auch, dass es ohne Rinne zu riskant werden würde, zumal die Terrasse aus Keramikplatten selbst kein Wasser aufnimmt. Als Rinne werde ich wohl etwas Schlankes wählen, z.B. Aco Hexaline mit Schlitzaufsatz. Die ist offenbar nur 2 cm breit. Verdreckt natürlich schneller bzw. setzt sich zu, muss ich halt regelmäßig mal mit dem Schlauch drüber gehen.

Für das Gefälle waren ursprünglich nur 1% geplant, werde jetzt aber auf jeden Fall 2% Gefälle machen, auch wenn der Höhenunterschied vom einen zum anderen Ende der Terrasse dann recht deutlich ist.

 

2 % Gefälle merkt man nicht. Das sind 2 cm auf einen Meter. Kannst auch 1,5 cm nehmen. Weniger ist ungeschickt, mehr ebenfalls.

 

kjs  
Sehe das wie Rainerle und 2% ist garantiert für den Ablauf besser.

Aufgrund meiner Erfahrungen mit solchen Rinnen würde ich mir aber die 2cm breite Variante noch mal gut überlegen. Die sind so schnell voll mit Müll und laufen dann doch über daß man laufend am Reinigen ist. Und richtig reinigen kann man die eigentlich nur mit dem HDR.

 

Ich hab das Problem bei meinen Schwiegereltern "Unterirdisch"gelöst,unter der Grasnarbe an der Terassenkante liegt ein Drainageschlauch und führt das Wasser direkt in die Oberflächenendwässerung.
Hab den Schlauch als Reststück vom Landwirt im Dorf,der hatte damit seinen Acker Drainiert
und noch Reste rumliegen.

 

Die Empfehlung von Rainerle hätte ich jetzt auch gegeben. Die Rinne ist unwesentlich breiter als die Fuge und ein absolutes muss.
Keramikfliese im Betonbett? Du meinst sicher in Mischung. GaLaBa nehmen meist eine Art Split und Zement woraus die das Bett machen. Dazu dann die Fugen mit Wasserdurchlässigem Material ausfugen, deine Rinne mit Terassengefälle >1% und du wirst sehr lange Freude daran haben.

 

So, liebe Leute. Die Terrasse ist seit gut einer Woche fertig und ich möchte hier jetzt mal ein kleines Feedback zu der Thematik "Gefälle und Entwässerungsrinne" geben. Vielleicht ist das für den ein oder anderen zukünftigen Terrassenplaner hier im Forum ja ganz interessant.

Die Terrasse hat wie geplant die Maße 7,5 x 6,6 Meter (Breite x Tiefe) erhalten. Genau 11 Reihen mit 60x60cm Feinsteinzeugplatten. Alles im Drainagemörtelbett. Fugenbreite 4mm, verfugt mit wasserdurchlässigem Pflasterfugenmörtel.

Auf eine Entwässerungsrinne habe ich aus optischen Gründen dann doch verzichtet. Ob das mit der Entwässerung hinhaut, kann ich nach so kurzer Zeit noch nicht sagen, da es momentan ja kaum regnet. Ich habe mir aber vorsichtshalber die Abwasserleitung unter der alten kleineren Terrasse genau in die Ecke der neuen Terrasse verlegen lassen. Optisch nicht sichtbar, da unter dem Rollrasen versteckt. So kann ich die Entwässerungsrinne im Notfall recht einfach nachrüsten. Mein GaLaBauer hielt es jedenfalls nicht für nötig mit der Rinne, von 100 Terrassen habe er erst eine Entwässerungsrinne installiert und bisher habe sich noch kein Kunde über mangelnde Entwässerung der Terrasse beklagt.

So weit, so schön. Die Platten wurden super sauber verlegt, die Fugen sind gleichmäßig, die ausgewählten Keramikplatten gefallen als Fläche mindestens genau so gut wie als einzelnes Muster und alles könnte perfekt sein.

ABER: Ich bin wahnsinnig unzufrieden mit der Terrasse, habe schon einige schlaflose Nächte verbracht und stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch Ich kann mich einfach nicht mit dem Endergebnis anfreunden. Grund ist das Gefälle...

Wie ja weiter oben zu lesen, schlug mir der GaLaBauer bei der ersten Besichtigung ursprünglich 1% vor. Nachbarn hatten mir aber dann den Floh ins Ohr gesetzt, 2% + Entwässerungsrinne sollte ich machen, um später keinen Ärger zu haben. Habe mich dann schlussendlich für einen Mittelweg entschieden, d.h. ein Gefälle von 1,5%. Das sind bei einer Terrassentiefe von 6,6m knapp 10 cm Höhenunterschied.

Was mir leider erst jetzt bewusst wurde, also als die Terrasse fertig gebaut, der Beton getrocknet und alles begehbar war: Schon ein Gefälle von vermeintlich "nur" 1,5% ist mit bloßem Auge so krass deutlich zu sehen und auch beim Sitzen und Gehen zu spüren. Mir verhagelt das die gesamte Freude über die neue Terrasse. Am liebsten würde ich alles wieder abreißen und mit max. 1% neu bauen lassen, was natürlich nicht geht. Knapp 8000 EUR schmeißt man ja nicht auf den Müll. Aber zu wissen, dass ich mich jetzt die nächsten 20-30 Jahre mit schiefen Möbeln, Sonnenschirmen, Töpfen, Hochbeeten, Laternen usw. auf der Terrasse abfinden muss, macht mich völlig fertig.

Als Grafikdesigner habe ich zugegebenermaßen ein recht genaues Augenmaß, anderen mag das Gefälle vielleicht gar nicht bewusst werden, meine Frau stört es z.B. auch in keinster Weise. Dennoch möchte ich jedem zukünftigen Terrassenplaner, der das hier liest, den gut gemeinten Rat geben: Überlegt es euch sehr sehr gut! Wenn irgendwie möglich, dann baut eine Terrasse ohne Gefälle (z.B. mit Platten auf Stelzlagern und Entwässerungsrinne am Haus). Ansonsten sind 1% Gefälle ideal. Lasst euch auf keinen Fall auf das in den meisten Ratgebern und Baumarkt-Anleitungsvideos empfohlene Gefälle von mindestens 2% ein, es sei denn ihr wollt im Winter die Terrasse mit einem Schlitten runterrodeln.

Ob es richtig war, die Entwässerungsrinne wegzulassen, werde ich dann zu späterer Zeit noch berichten. Mal abwarten, wie die Terrasse durch den regnerischen Herbst kommt. Und ob ich jemals meine Freude an der neuen Terrasse finden werde...

Beste Grüße

Tom

 

Mit hat mal ein Sanitärler erklärt: Mehr als 1 % Gefälle ist zu viel. Schmutz wird überspült. Weniger als 1 % bleibt Wasser bei wenig Wassermenge stehen. Bei 1% schiebt das Wasser den Dreck weg. Alles andere ist Murks.

Und jch verstehe Dich gut. Stell nen Tisch mit 2 m auf und ein Glas Wasser darauf. Der Tisch steht um 4 cm schief. Und damit das Wasser ebenso schief im Glas. Setz Dich dran, der linke Unterarm liegt etwa 1 cm höher als der andere. Jetzt kann gerne jemand unken, aber ich sehe und spüre das. Also hier gilt nicht „Mehr ist immer besser“.

Aber zur Beruhigung: Man gewöhnt sich daran mit der Zeit und im Schwäbischen heißt das einfach „ Des isch halt so“. Aufregen bringt nichts. Es ist einfach schade, aber nicht zum ärgern.

Ärgerlich war die Dusche meiner Tochter. Da hat der Fliesenkeger das Gefälle in die falscge Richtung gemacht. Der Abfluss lag an höchster Stelle und stellenweise standen 4 cm Wasser. Der Grundstein für eine Kartiere als Goldfischzüchter war gelegt. Der Vermieter fand es nämlich nicht so schlimm. Müsste man eben mit dem Wischer hinterher abziehen. Gab vor Gericht ne satte Mietminderung.

 

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