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Elektro-Frage: Verbindung mit Wagoklemmen von Badezimmerlampe zur Belüftung. (Schutzart)

15.07.2017, 16:03
Hallo,

Bestimmte Lampen sind speziell für Badezimmer gemacht mit entsprechender IP-Schutzart. Kann ich mithilfe einer Wagoklemme serie 221 hinter der Lampe ein Kabel verbinden, sodass ich eine Belüftung mit Strom versorgen kann (oder sind sie nicht IP44-Konform).
Nebenbei: Ein Kabel durch die Wand zu ziehen ist mir nicht gestattet. Ich möchte auch nicht die wand beschädigen, indem ich mir Zugang zu einer Verteilerdose verschaffe. Das Kabel wird mit einem Kabelkanal bis zur Lüftung geführt.

Muss ich etwas beachten?

Grüße
1a
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13 Antworten
abgesehen davon, das hier eine Fachkraft montieren sollte.... können solche Verbinder hinterher mit Flüssiggummi vergossen werden.. kleine Wannenmulde aus dünnen Karton als Form .. Flüssiggummi gibt es beim Conrad, oder den Amazonen ! ( mehrfach einpinseln geht auch ).... meist wird der Lüfter nur ein Spaltpol-Motor sein ( sogenannte blockier-Sichere, auch mit Thermopille ) da geht auch kein Schutzleiter von ab !... also... besser machen lassen, alles selbst vorbereiten ist OK !

 

Geändert von Hazett (15.07.2017 um 17:42 Uhr)
Mit Kabelkanal wäre ich da auch etwas vorsichtig. Je nachdem wo du den verlegst. Eine Wagoklemme in einer Unterputzklemmdose hinter der Lampe ist kein Problem. Zur Sicherheit kannst du es ja vergießen, aber was soll denn passieren. MEhr zum Thema schau mal hier

http://www.ikz.de/1996-2005/1999/14/9914054.php

 

In normalen Badezimmern braucht man heutzutage keine besonderen Leuchten mit einer Schutzart jenseits IP20 mehr, da wird in den einschlägigen Baumärkten eine riesige Geldschneiderei betrieben. Vorrausgesetzt, die ganze Geschichte ist mit RCD geschützt, kannst Du ganz normale Betriebsmittel auswählen und einsetzen.

 

Der Kabelkanal dient doch nur zur Halterung des Kabels. Dieses ist doch selbst isoliert. Was soll denn da passieren? Spritzsicher ist es allemal.
Vergießen möchte ich nichts, das wird eine Schweinerei!

B.t.w. ICH bin die Fachkraft!
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Die 221 Hebelklemme würde ich da nicht unbedingt nehmen.Wago hat da noch geeignetere im Programm,hab leider grad keinen Katalog da,aber ich werd morgen mal im Verkauf nachfragen.

 

Zitat von HOPPEL321
Die 221 Hebelklemme würde ich da nicht unbedingt nehmen.Wago hat da noch geeignetere im Programm,hab leider grad keinen Katalog da,aber ich werd morgen mal im Verkauf nachfragen.
Da bin ich mal gespannt!

 

Zitat von OnkelWanja
In normalen Badezimmern braucht man heutzutage keine besonderen Leuchten mit einer Schutzart jenseits IP20 mehr, da wird in den einschlägigen Baumärkten eine riesige Geldschneiderei betrieben. Vorrausgesetzt, die ganze Geschichte ist mit RCD geschützt, kannst Du ganz normale Betriebsmittel auswählen und einsetzen.
Unabhängig von Spritzzonen und Regelwerken Ist es häufig nützlich kurz mit gesundem Menschenverstand der Sache anzunehmen:
Der Fehlerstromschutzschalter, RCD (oder ältere aber noch sehr gebräuchliche Bezeichnung RCD) soll bei einem Fehlerstrom möglichst schnell abschalten um die folgenden für den menschlichen Körper (also wenn der Fehlerstrom durch den Körper geht. andere Fehlerströme sind nicht so schnell tödlich) abzumildern oder am besten ganz zu verhindern.
Noch besser als der Nutzen einer Sicherheitseinrichtung ist es jedoch den Fehlerfall im Vorfeld zu vermeiden!
Man braucht an der Decke üblicherweise keine spritzwassergeschütze Leuchte. Aber direkt oberhalb der Dusche? je nach entfernung zum Waschbecken? ...

Noch etwas zum RCD und etwas Statistik:
Der RCD für das Bad löst bei einer Stromstärke von 30mA aus. Er hat jedoch eine Ansprech- und eine Auslösezeit.
Bei unserer Wechselspannung ist die Spannung meistens immer so groß, dass ein so starker Strom durch den Körper fließen kann, der das Herz aus dem Takt bringen kann.
In der Herzaktion gibt es eine besonders verwundbare Phase. In diesem Zeitraum liegt die Hauptgefahr. Fließen in diesem Zeitraum mehr wie etwa 50mA durch das Herz ist die chance, dass es so aus dem Takt gerät dass es nicht mehr Pumpen kann recht groß.
Dafür muss der Strom nicht lange fließen. Der Auslösezeitraum des RCD reicht vollkommen aus.

Jetzt kann man die Wahrscheinlichkeit ausrechnen:
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dass man zu einem Zeitpunkt "an den Strom packt" an dem mindestens 50mA fließen können?
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das eigene Herz sich zu diesem Zeitpunkt in der "besonders verwundbaren Phase" befindet?
Bei diesem Szenario hilft einem der RCD nicht!
RCDs retten leben. Vermutlich sogar nur in Deutschlang enige Tausend pro Jahr. Aber es ist kein 100%iger Schutz... Nicht mal 99,xx [1]

Alleien deshalb sollte man doch mal kurz schauen, ob man in bestimmten Bereichen des Badezimmers nicht doch Spritzwassergeschützt installiert (oder gar ggf. gar nicht).


[1]
ja, ich kenne auch Elektriker mit "230V-Schutzimpfung". Das Elektrikerlied lautet aber nicht umsonst "1000 mal berührt, 1000 mal ist nichts passiert, ..."

 

Jaja, der gesunde Menschenverstand. Gerade wegen diesem rate ich zur Gelassenheit, denn unsere VDE-Vorschriften gelten mit als die schärfsten überhaupt. Da hätte ich jetzt persönlich nicht den Anspruch, diese auch noch überzuerfüllen, z.B. durch IP44 + FI im Bad.

Aber in meinem Haus BJ 2013 laufen auch alle Beleuchtungsstromkreise (mit Ausnahme de Bäder natürlich) ohne FI. Nur wenige Kenner der VDE 0100-410 wissen, das dies überhaupt zulässig ist. Ich finde Licht halt wichtig, auch wenn sich ein Fehler anbahnt.

 

Also,so wirklich gibts da nix,man könnte auch die serie 273 nehmen,die 221 ist für unterschiedliche Leiter gedacht,von 0,2-4 q² ob starr oder sonstwie ist egal.
Wir haben jedenfalls nichts gefunden was speziell für Feuchtraum gemacht ist.

 

kjs  
Feuchtraumverbinder kenne ich nur von den Amis. Das sind diese Zwirbeldinger mit irgend einem "Fett" gefüllt.
Hierzulande muß die Verbindung im Feuchtraum in eine Verteilerdose entsprechender Schutzklasse.
Sehe ich aber bei der Anwendung von 1A nicht als zwingend erforderlich.

 

Funny08  
Nur als kleiner Hinweis - auch wenn die Leut gerne das Badezimmer als Feuchtraum bezeichnen - es ist in einer Wohnung im Normalfall kein Feuchtraum, da die Luftfeuchtigkeit nicht Dauerhaft 70% überschreitet und anschließend ja im Normalfall gelüftet und geheizt wird.
Aber es gibt natürlich höhere Sicherheitsanforderungen für die Installation - schau mal hier: https://www.elektropraktiker.de/ep-2...c8e13e869f4e7a da ist so ziemlich alles erklärt

 

Das Thema erinnert mich an ein früheres Projekt von mir.
Vor drei Jahren kaufte ich im Baumarkt einen Spiegelschrank (Hängeschrank) fürs alte Badezimmer, Material: Beschichtete Spanplatte. Auf die Oberseite schraubte ich eine Godmorgon-Badezimmerschrankleuchte von Ikea. Soweit, so gut, aber das Problem: Die aus der Wand kommenden Leitungen waren nicht über den Badezimmer-Lichtschalter schaltbar, also lag immer Saft drauf.

Ergo habe ich in den Schrank eine IP54 Abzweigdose eingebaut, darin Wago 222er-Klemmen eingesetzt. L1 ging von der Wand in den Schrank zur Dose, von dort zur Unterseite des Schranks zu einem Kippschalter (technische Eignung beachten), und wieder zurück zur Dose um schließlich in der Schrankleuchte zu landen. N und PE wurden ebenfalls fachmännisch den Regeln der Technik entsprechend verdrahtet, zuerst in die Dose, dann in die Leuchte. Und weil noch Platz war, eine Aufputz-Steckdose in den Schrank eingebaut, die die Ladestation einer elektrischen Zahnbürste versorgte. Sämtliche Leitungen wurden mit Kabelkanälen verdeckt und geschützt geführt. Damit die Verteilerdose nicht beim Öffnen der Schranktüren hässlich sichtbar ist, bekam diese ebenfalls eine (abnehmare) Verkleidung.

Erst gestern habe ich den Schrank auseinandergenommen und entsorgt - im neuen Bad wird der nicht gebraucht, und ich hasse es, mir daran den Kopf zu stoßen, wenn ich beim Rasieren über dem Waschbecken bin, hehe. Die Leuchte und die Spiegeltüren habe ich aber behalten... Damit werde ich bestimmt noch was schönes bauen können.

Elektrisierende Grüße,
Rumpott.

 

Geändert von RostigerRumpott (18.07.2017 um 09:07 Uhr)
Zitat von OnkelWanja
Jaja, der gesunde Menschenverstand. Gerade wegen diesem rate ich zur Gelassenheit, denn unsere VDE-Vorschriften gelten mit als die schärfsten überhaupt. Da hätte ich jetzt persönlich nicht den Anspruch, diese auch noch überzuerfüllen, z.B. durch IP44 + FI im Bad.

Aber in meinem Haus BJ 2013 laufen auch alle Beleuchtungsstromkreise (mit Ausnahme de Bäder natürlich) ohne FI. Nur wenige Kenner der VDE 0100-410 wissen, das dies überhaupt zulässig ist. Ich finde Licht halt wichtig, auch wenn sich ein Fehler anbahnt.
Im Bad ist ist RCD+IP44 in bestimmten Bereichen eben nicht übererfüllt.
Dich habe ich so verstanden, dass du findest, ein RCD reiche, da er im Fehlerfall abschaltet.
Ich bin der Ansicht, dass der RCD nur für den Fall da ist, dass andere Vorkehrungen zur Fehlervermeidung nicht geklappt haben. Analog zum Airbag im Auto den man nur für den Fall hat, dass es trotz der gebotenen Vorsicht dennoch zu einem Körper-Fehlerstrom kommt.

Ich glaube, wir beide kommen bei der Beurteilung der Situation zu einem anderen Ergebnis. Was im gesetzlichen Rahmen ja auch in Ordnung ist, da die Prioritäten anders liegen mögen.

Das man Stromkreise ohne RCD-Absicherung einrichten darf ist mir bekannt.
Ebenso die sorge "Ich will nicht ganz im dunkeln stehen, wenn die Sicherung rausfliegt". Ich habe auch schon eine Steckdose ohne RCD-Absicherung im keller gesehen damit die Kühltruhe dann nicht ausgeht [1].
Ich beurteile das für mich eher anders. Immerhin das eine Privatwohnung. Eine Sicherheitsbeleuchtung hat da ja auch keiner [2].
Was kann so passieren? Der RCD fliegt raus, man steht im dunkeln. Alle Leitungsschutzschalter raus, RCD rein, nacheinander die normalen Sicherungen wieder rein und schauen, woran es lag. Den dann raus lassen und mit einem Raum ohne Strom leben bis der Elektriker da war. Das halte ich für den Privatbereich für Vertretbar.
Wenn man das vermeiden will, kann man eine etwas größere Unterverteilung einbauen und kombinierte Leitungsschutzschalter/RCD nutzen.

Das ist meine Beurteilung dazu. Auch wenn man einzelne Stromkreise ohne RCD errichten kann, würde ich möglichst nicht machen [3]

Grüße und weiterhin sicheres verdrahten

[1]
Die Organisatorischen Rahmenbedingungen damit das vorschriftenkonform gewesen wäre, waren da aber nicht erfüllt. Eher im Gegenteil...as
[2]
gut, sag niemals nie...
[3]
eine Wohnung ist ja üblicherweise keine Intensivstation

 

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