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Wissen: Stechbeitel von Hand schärfen

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    Wissen: Stechbeitel von Hand schärfen

    Wer oft mit Stechbeiteln arbeitet weiss, wie wichtig es ist, dass die Dinger schön scharf sind. Wenn man sich zum nachschleifen keine Schleifhilfen oder /-maschinen kaufen möchte, kann natürlich seine Beitel auch von Hand (nass) schleifen. Das Procedere will ich hier kurz erklären:

    Man benötigt:
    einen Schleifstein (z.B. Wasserstein, 1000er Körnung )
    einen Abziehstein (z.B. Wasserstein, 6000er – 8000er Körnung)
    eine Abrichtplatte (gekaufter Abrichtstein oder aufbereiteter Klinker oder eine plane Granitplatte mit Abrichtgitter oder oder oder)
    eine Winkellehre mit 25° und 30° (es empfiehlt sich ein Selbstbau aus z.B. HPL oder PTFE)
    zusätzlich haben sich Gummimatte, Wasserbehälter, Spritzflasche und Trockentücher bewährt.

    Begriffe:
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Name: Beitel Begriffe.jpg
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ID: 3777622

    Eine Schneide ist umso schärfer, je näher der Idealzustand eines „Null-Winkels“ an der Schneide erreicht wird. Um dies zu erreichen muss natürlich der Spiegel eines Beitels so plan und glatt sein, und die Fase bzw. Mikrofase so winkelgenau geschliffen werden wie möglich.
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Name: Nullwinkel.jpg
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ID: 3777623



    Als Erstes sollte immer der Schleifstein abgerichtet, also plan gemacht werden. Hierfür fahre ich unter leichtem Druck mit dem nassen Schleifstein kreisförmig über meinen Abrichtstein.

    Dann den Beitel mit Hilfe einer Winkellehre auf 25° zum Stein ausrichten und freihändig mit Druck auf den Fingern über die gesamte Länge & Breite des Schleifsteins die Fase abschleifen (aus der Hüfte heraus, damit der Winkel gleich bleibt), bis die Mikrofase nicht mehr vorhanden ist und sich auf der Spiegelseite ein fühlbarer Grat gebildet hat. Hierbei legt der Rechtshänder Ring- und Zeigefinger gegenüber der Fase auf die Spiegelseite und übt dort den Druck aus. Die rechte Hand stützt das Eisen am Griff von unten, um den Winkel konstant zu halten. (Linkshänder machen das in der Regel genau anders herum.)

    Den richtigen Winkel beizubehalten bedarf ein wenig Übung, daher anfangs immer mal wieder nachmessen, ob das Eisen noch im 25° Winkel gehalten wird!


    Den Abziehstein zur Hand nehmen und den fühlbaren Grat abschleifen. Hierzu wird das Eisen mit der Fase bogenförmig unter leichtem Druck einmal über den Stein geführt.

    Als nächstes den Abziehstein abrichten (siehe oben) und die Mikrofase schleifen:
    Mit Hilfe der Winkellehre wird der Beitel in einem Winkel von 30° zum Abziehstein gehalten und ein paar Mal unter Druck über den Abziehstein gezogen. Hier ist ebenfalls wieder darauf zu achten, dass der Winkel nicht geändert wird (Aus der Hüfte heraus arbeiten!)

    Die Mikrofase sollte tatsächlich relativ klein (d.h. max. 1mm Dicke) gehalten werden! Geht relativ schnell...

    Dann den Abziehstein nochmals abrichten und nun die Spiegelseite bearbeiten. Hier darauf achten, dass der Beitel wirklich plan auf dem Stein aufliegt und die Schneide nicht in den Stein schneidet (der Beitel also schräg quer zum Abziehstein geführt wird). Der Spiegel wird solange mit Druck über den Abziehstein geführt, bis er seinen Namen verdient: wenigstens 2 cm von der Schneide ab sollten so blank sein, dass man sich damit spiegeln kann!

    Jetzt sollte der Beitel scharf sein!

    Klasse beschrieben und scharfes Werkzeug ist wirklich extrem wichtig. Allerdings bin ich da weitaus bequemer mit Schleifhilfe und Diamantstein und abziehen auf aufgeklebtem Lederriemen.

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      Eine sehr gute Beschreibung,danke, nur muß ich zuvor noch den Umgang mit dem Stechbeitel mehr üben, damit er dann das Schärfen nötig hat.

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        Danke! Dieses Thema ist sehr wertvoll und eine gute Hilfe!

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          Zitat von Maggy Beitrag anzeigen
          Eine sehr gute Beschreibung,danke, nur muß ich zuvor noch den Umgang mit dem Stechbeitel mehr üben, damit er dann das Schärfen nötig hat.
          Ohne guten Umgang mit dem Stechbeitel musst Du ihn aber öfters nacharbeiten.

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            Zitat von Maggy Beitrag anzeigen
            Eine sehr gute Beschreibung,danke, nur muß ich zuvor noch den Umgang mit dem Stechbeitel mehr üben, damit er dann das Schärfen nötig hat.
            Nur mit einem wirklich scharfen Beitel kann man auch seine Verwendung vernünftig üben.

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              So ganz geheuer ist mir diese Aussage zum Stechbeitel-Schleifen nicht... weil... je nach Durchmesser des " FEINEN " Schleifsteines auch ein entsprechender Hohl-Bogen auf der Schneidfläche entsteht.... und für die Mikrofase ( welche ich mir nicht zutraue... deshalb gehe ich damit zum Messer-MO ! ) sind nicht nur scharfe Augen gefragt !
              und schon beim 20er Stechbeitel wird das ein Geschicklichkeitsspiel auch für Könner !
              Bei einem großen Schleifstein wäre auch das seitliche Ansetzen möglich... wer es öfter macht, wird sich bestimmt eine Hilfs-Auflage gezimmert haben !
              Gruss.....

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                Hazett Ich glaub, da liegt ein Missverständnis vor! Ich rede nicht von runden Schleifsteinen, die man an Schleifböcken benutzt, sondern von quaderförmigen Schleifsteinen!

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                  Grundsätzlich eine gute Hilfe für Anfänger. Ich würde aber den Hinweis noch dazu geben, dass das Schleifen und Schärfen von Hand sehr viel Übung bedarf bis es gelingt. Im Übrigen, sind die Winkel nicht ganz so in Beton gegossen also würde ich diese hier als Anhaltspunkte bzw. zu erstrebende Ideale erklären. Es gibt viele Tischler die andere Winkel je nach Holzart bevorzugen. Die Steine müssen auch nicht jedes Mal abgerichtet werden. Normalerwiese richtet man den Stein ab wenn es merklich deformiert ist.

                  Viele versuchen daraus eine Wissenschaft zu machen doch es ist keines und gerade Anfänger werden abgeschreckt wenn sie lesen, dass sie genau den oder den Winkel einhalten sollen. Das wichtigste ist, dass der Beitel auf der Spiegelseite plan ist. Alles andere kann man innerhalb gewisse Grenzen als nebensächlich betrachten.

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                    Da bin ich Deiner Meinung George. Mir hat ein Schreiner das Stechbeitelschärfen beigebracht. Grobe Unebenheiten werden mit dem Schruppstein (100er Körnung) entfernt und dann mit dem 3000/6000 Wasserstein geschärft. Winkel zirka 25-30 Grad.
                    Trotzdem, vielen Dank an Nachtübernahme, sein Wissensbericht ist gut geschrieben und sehr lehrreich.

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                      George1959 Du hast natürlich recht, die Winkel sind nicht in Stein gemeisselt! Ob man die Fase auf 20° oder 25° schleift ist natürlich variabel. Wenn man aber eine Winkellehre nutzt, kann man genausogut auch auf diese Winkel hin schleifen. Wichtig ist nur, aus der Hüfte zu arbeiten, also die Armstellung unverändert lassen. Sonst passiert es recht leicht, dass man unbewusst den Schleifwinkel verändert und das sollte man eben nicht tun!

                      Übung braucht es tatsächlich.

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                        Ich denke, wenn man die Erklärungen von Georg und Nachtübernahme (danke für die ausführliche Beschreibung!) befolgt, wird es ziemlich gut...natürlich mit genügend Übung....!
                        Bei dem von Hand schleifen läuft man wenigstens nicht Gefähr, dass die Ecken ausglühen und so der Stahl seine Härte verliert.
                        Danke für den Bericht!

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                          Ein interessanter Bericht, danke

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                            Das hier wären meine Schärfwerkzeuge
                            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: 20190501_160426-1134x2016.jpg
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ID: 3778823
                            links ein Abrichtstein, mittig meine Winkellehre, dahinter der kombi-Schleifstein (1000/6000), eine Wasserflasche und ein Wasserbehälter, wo ich den Schleifstein immer wieder eintauche. Rechts ein Stück Fensterbank mit aufgeklebtem Nassschleifpapier, damit Poliere ich meine Hobelmesser...

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                              Für all diejenigen, die tiefer in die Materie "Stechbeitel und Hobeleisen schärfen" einsteigen möchten:

                              Euch sei die extrem ausführliche Anleitung (63 Seiten .pdf) von Friedrich Kollenrott ans Herz gelegt, die ihr unter http://www.woodworking.de/schaerfprojekt/index.html herunterladen könnt.

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