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Vom Schlitzschraubenzieher zum ADH

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    interessante Geschichte mit allen auf und abs

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      Hoi, schönes Kästchen. Recht aufwendig! Coole Sache.

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        Teil 25
        September 2020: Kästchen #04a und #04b oder wie man DVD-Boxen verpackt

        Eine liebe Kollegin hatte Geburtstag und sollte mit zwei DVD-Boxen beschenkt werden. Ich hatte schon öfter überlegt, Geschenke nicht mehr in Geschenkpapier zu verpacken, das ja doch meistens direkt nach dem Auspacken im Müll landet, sondern in wiederverwendbare Verpackungen. Dieser Geburtstag war ein wunderbar passender Anlass, denn die Kollegin ist ein begeisterter Serienjunkie und wünscht sich eigentlich zu jedem Anlass DVDs, und die haben ja doch immer mehr oder weniger das gleiche Format. Wie wäre es, ein Kästchen für DVD-Boxen zu bauen, das eine austauschbare Komponente hat, die je nach Anlass unterschiedlich verziert sein kann? Zum Beispiel einen Schiebedeckel, der zum Geburtstag mit dekupiergesägter Geburtstagsdeko geschmückt wird, und für Weihnachten könnte man dann einfach einen neuen Schiebedeckel mit Weihnachtsmotiven bauen. Nachhaltiges Schenken.

        Ich griff ins Holzlagerregal und holte ein Palettenbrett heraus.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200822_172319_klein.jpg Ansichten: 0 Größe: 61,8 KB ID: 3884691

        Eine Box aus der vollen Dicke des Brettes zu machen erschien mir zu klobig, also schob ich das Brett zunächst beidseitig durch den Dickenhobel und dann zum Auftrennen durch die große Bandsäge mit dem breiten Band. Anschließend brauchten beide Teile wegen der Bandsägespuren noch eine Runde im Dickenhobel, aber nun waren sie für einen normalen Durchgang schon zu dünn – der Dickenhobel hat ja eine Mindestanforderung an die Dicke der Werkstücke, und der Tisch lässt sich aus Sicherheitsgründen nur bis auf einen bestimmten Abstand ans Hobelmesser anheben. Um die beiden Teile trotzdem hobeln zu können schraubte ich aus einem passenden Stück Siebdruckplatte (glatte Seite nach oben) und einem kleinen Stück Restholz als Anschlag für den Dickentisch ein Jig zusammen, das ich auf den Dickentisch legte und so die nötige Höhe erhielt, um die beiden schmalen Teile doch durch die Dickte zu bekommen.

        Ich hatte mich immernoch nicht aufraffen können, die Hobelmesser zu tauschen, und hatte dementsprechend wieder ein Hobelbild mit Hubbel, aber der war rasch niedergeschliffen. Ich schnitt aus den beiden dünnen Brettern die Seitenteile für zwei Kästchen zurecht, die hoch genug sein würden um die übliche Standard-Serien-Box aufnehmen zu können. Die Seitenteile nutete ich oben und unten auf dem Frästisch mit einem 4-Millimeter-Scheibennutfräser ein und gab mir Mühe, die Nuten via Einsatzfräsung noch vor dem Rand der Teile beginnen und enden zu lassen, nur der Schiebedeckel brauchte nach vorne durchgehende Nuten. Hat leider nur teilweise geklappt.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200822_172511_klein.jpg Ansichten: 0 Größe: 109,6 KB ID: 3884692

        Anschließend schnitt ich aus ebenfalls 4 Millimeter dünnem Pappelsperrholz die Böden und die etwas größeren Deckel und schob alle diese Teile zum Abplatten der Ränder über den Frästisch, damit Böden und Deckel in den Nuten ausreichend Spiel hatten. Ich verleimte die Seitenteile beider Boxen einfach stumpf miteinander, ließ die Böden aber nur lose in ihrer Nut liegen.

        Für die beiden Deckel überlegte ich mir zwei passende Motive – einen Namenszug (Wordpad lieferte eine schöne Schriftvorlage) und eine Geburtstagstorte (in kompletter Ermangelung künstlerischen Talentes einfach aus dem Internet ausgedruckt). Auf Vorlagenpapier gedruckt und auf die Deckel geklebt, Löcher zum einfädeln gebohrt, und auf geht’s Richtung Hegner.

        Lektion 1: Ich glaube es reicht doch nicht, die Dekupiersäge einfach nur mit den Festool-Spannelementen auf der Werkbank festzuspannen, es vibriert doch noch ziemlich. Nach einigen Versuchen scheint es im Moment am besten, die Säge auf einen Rest von 4 cm dickem Leimholz zu schrauben und diesen dann mit Hebelzwingen von unten an der Werkbank festzuzwingen. Weniger Vibrationen.

        Lektion 2: Beim Kauf der Hegner hatte ich mich gegen eine Drehzahlregelung entschieden – hatte ich ja bei der Proxxon vorher auch nicht, wofür soll die gut sein? Beim Sägen des dünnen Sperrholzes ging mir erst jetzt langsam auf, dass eine reduzierte Drehzahl bei so dünnem Material sicherlich hilfreich gewesen wäre. Man muss schon sehr achtgeben dass einem der Schnitt nicht abhaut. Dennoch bereue ich es nicht, das Modell ohne Drehzahl gewählt zu haben, weil ich froh bin das Fußpedal zum aus- und einschalten der Maschine nutzen zu können, und bei drehzahlgeregelten Maschinen kann das Pedal offenbar ausschließlich zur Drehzahlregelung genutzt werden. Ich erschreck mich jedes mal wenn das Sägeblatt reißt, und brauch dann einfach nur das Pedal loszulassen anstatt hektisch nach dem Schalter zu suchen, dessen Betätigung meinem Handgelenk eh' schwer fällt. Ich muss bei dünnem Material halt sehr darauf achten, den Vorschub gering zu halten.

        Ich leimte an die Vorderseite der Schiebedeckel schmale Sperrholzreste als Griff und lackierte alles in weiß und rot. Die Kästchen sehen ganz nett aus und erfüllen ihren Zweck, ich bin relativ zufrieden.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200830_154056_klein.jpg Ansichten: 0 Größe: 54,1 KB ID: 3884693Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200830_154113_klein.jpg Ansichten: 0 Größe: 39,7 KB ID: 3884694

        Irgendwann hab ich mich dann doch aufgerafft und habe mit reichlich Hilfestellung von Guido Henn und einigen YT-Videos die Hobelmesser ausgetauscht und so gut es ging eingestellt. So schwierig wie befürchtet war es dann gar nicht. Als erstes schob ich ein wettergegerbtes Stück Leimholz durch die neu bemesserte Dickte, das die Grundlage für ein wenig Weihnachtsdeko bilden sollte. Irgendwann gab es einen kleinen Knall, und es flogen viele kleine Reste eines Astansatzes durch die Gegend. Und schon hat das Hobelbild wieder einen ersten Hubbel. Kitsch im Messer. Och Mensch ...

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          Tolle Idee, deine nachhaltige Box.

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            Teil 26
            Oktober/November 2020: Vogelfutterhaus, Torquay Style


            Früher, als man noch in Urlaub fahren konnte (die Älteren unter uns werden sich noch erinnern) war ich hin und wieder ein paar Tage unterwegs gewesen und hatte zum Glück eine liebenswürdige Kollegin, die sich bereit erklärte, in dieser Zeit Haus und Kater zu hüten. Ich wollte mich gerne irgendwie revanchieren und fragte, ob ich ihr vielleicht irgendwas für den Balkon basteln könne? Ein Höckerchen vielleicht? Oder ein Futterhaus? Nun ist die Kollegin ein großer John-Cleese-Fan, sie frug also, ob ich ihr vielleicht ein Futterhäuschen machen könnte das aussieht wie das Hotel „Fawlty Towers“, das 2 Serienstaffeln lang von Basil Fawlty (Cleese) und einer kleinen Rige englischer Comedy-Charaktere im Badeort Torquay betrieben wurde.

            Ich versuch's mal, antwortete ich optimistisch. Eine Häuserfassade nachzubauen wäre ja mal was Neues für mich, aber das müsste doch machbar sein. Ich googelte also „Fawlty Towers“ - und verlor einen Teil meines Optimismus. Die weiße Fassade mit den schwarzen Akzenten ist ja hübsch und machbar, aber: das Haus hat Bow Windows. Erkerfenster. Zwei über beide Etagen durchgehende Erker rechts und links der Haustür, jeweils ein halbes Sechseck, mit Fenstern drin.

            Ich bin bei Gehrungsschnitten etwa genauso talentiert wie bei Topfscharnierjigs, sprich überhaupt nicht. Die Kombination aus mathematischem Unverstand meinerseits und problematischer Einstellungsgenauigkeit sägeseits führte bisher nur zu unbefriedigenden Gehrungsergebnissen. Nichtsdestotrotz wäre die ganze Sache eine interessante Herausforderung, also ging ich das Projekt an.

            Ich begann mit einem groben Sketchup-Entwurf, mehr um mir überhaupt über das Projekt klar zu werden denn als wirkliche Arbeitsgrundlage. Mit einem bemaßten Sketchup-Ausdruck der Fassade in der Hand und einer ungefähren Vorstellung der Gesamtkonstruktion im Kopf stieg ich in den Keller und warf einen Blick auf den Stapel mit den Palettenbrettern. Ich nahm ein paar von den schmaleren, ließ sie vom ADH aufhübschen und glätten, und verarbeitete sie zu zwei Leimholzplatten für Vorder- und Hinterfront, und die Reste reichten noch für ein paar Leisten für die Seitenteile.

            So weit, so gut. Um John Cleese zu zitieren: „And now for something completely different“: Nun ging es um die Bow Windows. Ich hatte anfangs überlegt, jeden der beiden durchgehenden Erker aus einem Stück herauszuschneiden, sah aber Probleme beim Ausschneiden der Fenster. Also beschloss ich, jeden Erker aus drei einzelnen Leisten zusammenzusetzen, die jeweils mit 30-Grad-Gehrungsschnitten zu versehen wären. Bei diesen einzelnen Leisten könnte ich ohne Probleme mit der Dekupiersäge die Fenster ausschneiden, und danach müssten dann jeweils drei Leisten zu einem Erker zusammengesetzt werden.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20201017_121526_klein.jpg Ansichten: 0 Größe: 105,5 KB ID: 3886851

            Leichter gesagt als getan, aber es hat dann doch einigermaßen geklappt. Um die schmalen Leisten wenigstens einigermaßen vernünftig auf Gehrung schneiden zu können, wählte ich die Bandsäge, deren Tisch ich um 30 Grad neigte. Die Schnittkanten mussten wegen des groben Bandes noch ordentlich nachgeschliffen werden. Mit Hilfe meiner Freundin Hegner sägte ich die Fenster für die beiden Etagen aus. Weil mir die ganze Sache recht fragil erschien, schnitt ich danach zur Verstärkung der Ausbuchtungen noch kleine Klötzchen mit einer entsprechenden Gehrung zurecht, die dann auch das Verleimen etwas erleichterten.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20201017_152619_klein.jpg Ansichten: 0 Größe: 52,3 KB ID: 3886852Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20201017_153448_klein.jpg Ansichten: 0 Größe: 55,0 KB ID: 3886853

            Ich legte die so entstandenen beiden Erker auf die Platte für die Vorderfront und zeichnete den Innenausschnitt der Fensterbereiche auf der Platte nach, denn die Kollegin sollte ja auch sehen können, ob in dem Vogelfutterhotelhäuschen Gästebetrieb herrscht. Ich schnitt mit der Deku sämtliche Fenster- und Türöffnungen in die Front.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20201028_121316_klein.jpg Ansichten: 0 Größe: 69,4 KB ID: 3886854

            Aus den Resten einer Douglasiendiele schnitt ich (wieder mit der Deku) das Portal für die Haustür zurecht, das ich aus zwei Lagen zusammen leimte. Im Original befindet sich oben auf dem Portal die Aufschrift „FAWLTY TOWERS“. Ich wusste erst nicht so recht, wie ich die Beschriftung machen sollte. Mit dem Pinsel und schwarzem Lack? Dafür ist meine Handschrift zu unsicher. Einfräsen und mit Lack auffüllen? Ich machte ein paar Versuche mit dem Feinbohrschleifer, der Biegewelle und ein paar dünnen Fräsern, aber das Ergebnis war alles andere als schön. Epoxy? Naaaah. Schwarzer Heißkleber? Habbichnich. Schließlich fiel mir ein Video von MHM in den Kopf, in dem Dominik ein Astloch in einer Tischoberfläche mit Schellack ausgefüllt hatte. Ich schnitt also mit der Deku und einem Rundsägeblatt Buchstaben in eine Hartholzleiste,

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20201028_161332_klein.jpg Ansichten: 0 Größe: 63,6 KB ID: 3886855

            besorgte mir einen schwarzen Schellack-Stick, nahm mein Eigentlich-nur-für-an-Weihnachten-das-Rechaud-Anmachen-Stabfeuerzeug mit in die Werkstatt und fing an, experimentell an einem Teststück zu zündeln. Das Ergebnis war passabel. Ich schmolz also mittels Stabfeuerzeug die Schellackstange an, ließ den weichen Schellack in die ausgesägten Buchstaben tropfen und stopfte mit einem Drahtende nach. Nach kurzer Zeit war der Schellack hart, ich holte den Überstand mit dem Stechbeitel runter und schliff anschließend die Hartholzleiste komplett über – voilà.

            Ich setzte die Erker mit ein wenig D4-Leim auf die Fassade und verschraubte sie zusätzlich, wobei ich die Schrauben von der Innenseite der Fassade in die Stabilisierungsklötzchen der Erker setzte. Das Schriftbrettchen leimte ich auf den Erker, den ich anschließend ebenfalls von innen mit der Fassade verschraubte. Sah schon richtig nach was aus.

            Auf den Fotos des "echten" Hotelgebäudes (inzwischen leider niedergebrannt und abgerissen) sieht man, dass zwischen den beiden Etagen eine Art dreieckiger Zierleiste rund ums Haus läuft. Diese nachzubilden war eine ziemliche Fitzelsarbeit. Ich musste erstmal eine entsprechend kleine dreieckige Leiste zurechtsägen, und da die Leiste quer über die Erker und das Portal läuft, musste ich aus der Leiste viele kleine, möglichst perfekt passende Stücke schneiden UND die dann auch noch auf Gehrung sägen. Drei Schwierigkeitsgrade auf einmal.

            Das hat mich Frust und Zeit gekostet. Die Dreiecksleiste war äußerst zerbrechlich, und einiges ist mir kaputt gegangen, und natürlich bin ich ein paar mal beim Herantasten an die richtige Länge übers Ziel hinausgeschossen und durfte die Teile dann nochmal herstellen. Dass ich mich immer wieder bei der Gehrung vertan hab bedarf sicher keiner weiteren Erwähnung, mein räumliches Vorstellungsvermögen ist eher mangelhaft. Die Gehrungen überhaupt erst zu erstellen war mein größtes Problem dabei, weder die Tischkreissäge noch eine der beiden Bandsägen noch die Japansäge führte zu vernünftigen Ergebnissen. Die Lösung war dann der Bandschleifer, den ich auf der Werkbank festschraubte. Ich schnitt mir zwei Führungklötze in den Winkeln 45° und 30° zurecht, und daran führte ich die Leiste dann vorsichtig zum Bandschleifer hin und bekam so dann doch noch überraschend gut passende Gehrungsteile. Das Aufleimen der winzigen Leisten auf die Fassade war ein (Leim-)Klacks.

            Die Fassade einfach nur weiß zu lackieren würde dem Vorbild nicht gerecht werden. Sie sollte schwarze Einfassungen für Fenster und Tür bekommen, und schwarze Ornamente am Portal. Ich traute mir nicht zu, einen dünnen Lackpinsel mit ausreichender Sicherheit führen zu können, und verfiel irgendwann darauf, einfach einen schwarzen Edding dafür zu nutzen. Dann wurde alles mit einer Schicht Bootslack überzogen. Den Korpus zusammenzubauen war dann netterweise wieder einfacher. Als zusätzliches Gimmick druckte ich die Konterfeis von Basil, Sybil, Polly und Manuel aus und klebte sie kreisförmig angeordnet auf eine Plexiglasunterlage.

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            Mit Schraube und Unterlegscheiben von innen an der Fassade befestigt, konnten sie nun abwechselnd aus dem kleinen Fenster in der oberen Etage herausschauen.

            Über das Dach hatte ich lange nachsinniert. Ich schnitt schließlich ein paar Leisten als Rahmen zurecht, der einfach flach auf der Korpusoberseite liegen sollte, und dann zwei Giebelteile. Diese Teile wurde schwarz lackiert und aufgeschraubt. Über den Erkern allerdings saß im Original so eine Art Haubenspitze – wie sollte das nun wieder gehen? Mittels Bandsäge und geneigtem Sägetisch konnte ich nach mehreren Versuchen etwas ähnliches zurechtschneiden, lackieren und aufsetzen.

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            Und wie mach ich das eigentliche Dach nun?

            Der schöne Buchtitel „Die Welt als Wille und Vorstellung“ ist glaube ich von Schopenhauer. Ich nehme an er hat was anderes gemeint, aber mir kommt der Titel beim Heimwerken häufig in den Sinn. Ich stellte mir vor, das Dach mit einem Stück Dachpappe zu decken, das ich einfach zurechtschneiden und irgendwie befestigen würde. Ich zog also in den Baumarkt meines Vertrauens und wollte ein kleines Stück Dachpappe kaufen, und lernte dann, dass es die nur in ziemlich großen Rollen gibt. Immerhin wies mich der freundliche Verkäufer auf die kleinen Rollen Mauerabsperrband hin – ist doch super, reicht vollkommen.

            Ich stellte mir ursprünglich vor, einfach zwei Stücke davon abzuschneiden und auf die beiden Giebelstücke zu schrauben, ein schmales Stück über den First, fertig. Bei näherer Betrachtung wurde mir aber klar, dass das Zeug dann doch ziemlich durchhängen würde. Also griff ich zu zwei Reststücken 9-Millimeter-Siebdruckplatte, sägte Näherungswertgehrungen dran und wollte sie eigentlich mit den Giebelseiten verschrauben. Zum Glück warnte mich eine leise Stimme der Erfahrung aus meiner Anfangszeit, dass Bohrungen in die Stirnseite von Siebdruck oder Multiplex gerne zum Aufbrechen des Materials führen. Also Planänderung: Ich schraubte an den Innenflächen der Giebelseiten dickere Massivholz-Auflageklötzchen an, um die Dachplatten damit verschrauben zu können. Müsste doch funktionieren.

            Auftritt Radio Eriwan: Im Prinzip ja. Natürlich nur, wenn der Neigungswinkel der Klötzchen und die Gehrungsschnitte der Dachplatten gut berechnet und ausgeführt wurden.

            Ich werde im Leben kein Dachdecker mehr.

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            Na gut, geben wir uns mit „passt stellenweise und sieht halt sehr selbstgemacht aus“ zufrieden. Jetzt nur noch die Stücke Mauerabsperrband schneiden.

            Hat das mal jemand hier versucht? Das ist eine halbstabile, extrem zähe und klebrige, sandverbröselnde Masse. Das einzige Gerät, mit dem ich überhaupt so etwas wie einen Schnitt hinbekam, war eine alte kleine Metallbügelsäge, die ich sowieso ausmustern wollte. Das Zeug klebt wie Pech am Sägeblatt. Genauigkeit und Ästhetik? Fehlanzeige. Ich war froh, dass ich überhaupt 3 passende Teile herausbekam.

            Dachpappenersatz aufgenagelt – naja, das ist optisch nicht so der Brüller, aber es wird wenigstens dichthalten. Nun in den Fertigungsendspurt: Häuschen auf eine Siebdruckplatte schrauben, Halterung für den Blumenkasten entwerfen auf dem das Häuschen stehen soll, vorne eine verstellbare Leiste dran um einen passgenauen Sitz zu ermöglichen.

            Fertig.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20201105_150443_klein.jpg Ansichten: 0 Größe: 79,7 KB ID: 3886860

            Schaut gar nicht so schlecht aus.
            Angehängte Dateien
            Zuletzt geändert von –; 08.11.2020, 14:53.

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              Wie, keine Bloemsche auf dem Fensterbrett? Ansonsten sieht es doch gut aus. Mir gefällt es zwar nicht, das liegt aber mehr am Hausstil. Ist nicht so meine Welt. Aber wie gesagt, gemacht ist es gut.

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                Schaut Klasse aus und mein Bekannter (Handwerker) sagt immer: Erker bedeutet Ärger.

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                  @wolfgang: Enää, nix Blöömsche ... Klar, alles Gesmackssache!
                  @3radfahrer: Da hat der Bekannte ja so Recht! Bin völlig seiner Meinung.

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