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Vom Schlitzschraubenzieher zum ADH

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  • .....eine tolle Story, aber Du bist nicht die einzige die zu Beginn nur durch Fehler lernte, das ging mir auch so

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    • Solche Erfahrungen macht glaube ich jeder.

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      • Teil 16
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        Oktober 2019, zweite Hälfte
        Zweiter Kurs bei Heiko, HolzwerkenLive

        Ich hatte mich für einen weiteren Werkstattkurs bei Heiko Rech angemeldet, diesmal zum Thema Handwerkzeuge. Ich wusste zwar inzwischen, dass das nicht meine Welt ist, aber ich wollte ja gerne mal Hobel benutzen, und hier würde ich endlich eine Möglichkeit dazu haben.

        Das wurde wieder ein sehr aufschlussreicher Kurs. Ich lernte den Einhandhobel kennen und setzte ihn mental gleich auf meine nächste Wunschliste. Es gab einige Hobel zum Ausprobieren, und ich schnappte mir aus Neugier gleich mal die Rauhbank. Nach etwa 30 Sekunden stellte ich sie beschämt zurück – die war wohl doch eher was für die starken Männer im Kurs (es war außer mir keine Frau mehr dabei). Als nächstes nahm ich einen Nummer 4, das ging schon deutlich besser, aber ich musste immernoch kämpfen. Auch die viel besungene Nummer 62 griff ich mir, aber der war mir auch eine Nummer zu groß. Heiko besah sich das, ging mit den Worten „Ich hol dir mal einen anderen“ nach hinten und kam mit einem Hobel aus seinem Privatbestand zurück, „probier den mal, ich hab da so eine Theorie“. Und wirklich, mit diesem Hobel kam ich ziemlich gut zurecht. „Da hat sich meine Theorie ja bestätigt“ konstatierte Heiko, „das ist ein Frauenhobel“. So lernte ich den Small Bevel Up Smoother von Veritas kennen. Wieder ein Kandidat für die Wunschliste.

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        Während sich der Dictum-Einhandhobel problemlos via Internet besorgen ließ, war das mit dem Small Bevel Up Smoother (auch kurz SBUS genannt) zumindest zu diesem Zeitpunkt nicht ganz so einfach. Dazu musste ich schließlich den englischen Axminster-Shop nutzen, aber das hat auch gut geklappt. Mit diesen beiden Hobeln komme ich gut klar, und nachdem ich in Heikos Onlinekurs das Schärfen auf Wassersteinen gelernt hatte (wovon auch meine Stechbeitel profitierten) konnte ich beide auch schon bei Projekten einsetzen. Und obwohl ich Handwerkzeugen im allgemeinen eigentlich nicht viel abgewinnen kann: Hobeln macht Spaß!

        Ende Oktober fuhr ich zur HolzwerkenLive nach Fellbach. Hauptsächlich „nur mal kucken“, aber ich hatte mich auch zu zwei Vorträgen angemeldet. Vormittags zu Heikos Vortrag zum Spannen am Werktisch, und nachmittags ging es zum „Kästchenpapst“ Matt Kenney, dessen Kästchenbuch im Vorjahr unter dem Weihnachtsbaum gelegen hatte. Da traf es sich gut, dass ich gleich zu Anfang auf den Holzwerken-Bücherstand stieß und dort das Buch „Kästchen und Schatullen“ von Doug Stowe fand. Das Buch fuhr später mit nach Hause, zusammen mit 2 Klemmsia-Zwingen und 2 Klemmsia-Adaptern (wollte ich schon lange haben, gibt’s bei uns einfach nicht). Ich schlenderte neugierig durch die Alte Kelter und ließ mir Besseys Getriebezwinge zeigen, schaute bei Arbortechs Vorführung vorbei und hörte mir beim MHM-Stand Dominiks Erklärungen zur Resaw-Bar für die Bandsäge an. Die CNC-Vorführung hat mich nicht wirklich interessiert, wohl aber der Stand von Sauter mit der Frästisch-Vorführung. Ach, ich hätte ja so gern einen … wenn ich bloß wüsste wohin damit!

        Am längsten schlich ich jedoch um Sjöbergs mobile Workstation herum. Es hatte schon einige Situationen gegeben, in denen ich mir eine Vorderzange gewünscht hätte, wie man sie an der Hobelbank hat. Für eine Hobelbank hatte ich natürlich erst recht keinen Platz, aber dieser kleine, handliche, mobile Vorderzangen-Aufsatz könnte die Funktion doch gut übernehmen.

        Die Workstation Pro bestellte ich mir dann eine Woche später im Internet. Die ist schon wirklich praktisch. Aber wenn sie zum Einsatz kommt, steht sie natürlich auf dem MFT, und damit ist die Arbeitshöhe für mich eigentlich viel zu hoch, um beim Hobeln genug Kraft (ohnehin kaum vorhanden) übertragen zu können. Wieder kam mir der Kursleiter aus Freiburg in den Sinn, der so richtig erkannt hatte: „Der [MFT] ist eigentlich zu hoch für dich“. Ich begann mir Gedanken zu machen, wie ich den MFT tieferlegen könnte. Beine abflexen? Das würde den Wiederverkaufswert (natürlich will ich ihn so schnell nicht verkaufen, aber man weiß ja nie was die Gesundheit so mit einem macht) deutlich schmälern. Außerdem wäre es praktisch, wenn ich ihm irgendwie Rollen verpassen könnte. Aber fest stehen soll er trotzdem. What to do, what to do ...

        Ich behielt die Arbeitsziele „tieferlegen“ und „rollbar machen“ im Hinterkopf und ließ die Sache sozusagen erstmal gären.

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        • Ein Frästisch steht auch noch auf meiner Liste.

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          • Teil 17
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            November 2019
            Geschenkschatulle

            Eine liebe Kollegin sollte zur Hochzeit einen Gutschein für ein besonders gutes asiatisches Restaurant bekommen. Nun kann man sowas natürlich in einen Umschlag stecken, oder eine der üblichen Gutscheinverschenkkarten mit Herzchen, Täubchen und Ringen drauf kaufen, aber man könnte ja auch mal was selber machen. Ein richtiges Kästchen würde ich noch nicht bauen können, aber ich war in einem meiner Dekupiersäge-Bücher („Fein gesägt“ von Roshaan Ganeef) auf ein sehr schönes japanisches Motiv gestoßen, das gut zum Thema des Gutscheins passen würde. Ich bestellte mir 4-Millimeter-Nußbaum-Starkfurnier, klebte die kopierte Vorlage darauf, holte die Proxxon-Dekupiersäge aus der Versenkung und machte mich ans Aussägen.

            Ich hatte die Proxxon schon länger nicht mehr benutzt und beinahe vergessen, wie sehr mich das Gehampel mit den Innenschnitten genervt hatte. Ich brachte die Sägearbeit zwar einigermaßen gut zu Ende, aber so langsam verging mir die Lust, weiter mit der Proxxon zu arbeiten. Ich dachte wieder an die Hegner aus der Kirchzartener Kurswerkstatt - der Preis schreckte mich immer noch ab, aber ich merkte, dass meine Gedanken schon wieder anfingen sich selbständig zu machen. Vorerst schob ich das Thema aber Richtung Hinterkopf und widmete mich der Geschenkschatulle.

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            Das Vorderteil mit dem Sägemotiv hatte ich ja nun, ich sägte also noch ein passendes Rückenteil und schmale Seitenteile zu. Vorder- und Rückenteile versah ich auf den Innenseiten mit 2mm tiefen Nuten, um die Seitenteile zum Verleimen gut positionieren zu können. Die Nuten fräste ich viel zu optimistisch mit der kleinen Katsu nur auf Sicht, was natürlich dazu führte dass ich an einigen Stellen über das Ziel hinaus rutschte. Das Projekt wurde zum Glück nicht dadurch ruiniert, aber es gab doch deutliche Abzüge in der B-Note. Schließlich sägte ich sozusagen als Innenfutter noch passende Platten aus dünnem Sperrholz zurecht und verleimte das Ganze zu einer Schatulle mit Schiebedeckel.

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            Ich war soso-lala-zufrieden mit dem Ergebnis, aber als Gutscheinverpackung würde es genügen.

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            Nicht zu unterschätzen waren aber die Nebenwirkungen des Projekts, nämlich das erneute Aufrühren der Themen „Frästisch“ und „Hegner“.

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            • Schöne Geschenkidee.

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              • Teil 18
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                November 2019
                Dritter Kurs bei Heiko

                Heikos Kurs über Leimholzherstellung hatte ich eigentlich erst im nächsten Jahr machen wollen, weil ich in diesem Jahr schon zweimal in seiner Kurswerkstatt gewesen war. Als er jedoch ankündigte, die Werkstattkurse zum Jahresende bis auf weiteres einzustellen, buchte ich doch noch schnell einen Platz im November-Kurs „Von der Bohle zum Brett“.
                Das war einige Monate vor dem eigentlichen Kurs gewesen. Im Laufe des Herbstes hatten sich bei mir nach und nach immer deutlichere Schmerzen im Bereich des Handgelenks eingestellt, die sich bei nahezu jeder Handbewegung meldeten und einfach nicht verschwinden wollten. Ich fragte kurz vorher an, ob es für den Fall dass ich absagen würde eine Nachrückliste für den Kurs gäbe, aber es gab keine weiteren Interessenten. Ich fuhr also hin, war aber auf die tätige Hilfe von Heiko und den anderen Kursteilnehmern angewiesen, weil ich mittlerweile kaum noch eine Leimflasche drücken, geschweige denn eine Schraubzwinge vernünftig festziehen konnte. Zum Glück waren alle Herren (mal wieder keine weitere Frau dabei) sehr hilfsbereit.

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                Ich lernte einiges über Jahresringe und Schüsselverhalten und die optimale Anordnung der Lamellen. Ich richtete meine Holzteile ab und dachte an meine missratene Leimholzplatte für den Bohrständer – diesmal würde es keine Spalten in der Platte geben! Erstmals stellte ich nun (mit reichlich Unterstützung) richtiges Leimholz her, und scharwenzelte dabei diesmal nicht wie im Kurs zuvor um den Frästisch herum, sondern um den ADH (inzwischen hatte ich ja selber einen, wenn auch zwei Nummern kleiner) und Heikos neuen Scherenhubtisch – wie praktisch, so ein höhenverstellbares Teil zu haben!

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                Ja, wenn man seinen Arbeitstisch vielleicht so verstellen könnte … andererseits war es durch die Scheren direkt unter dem Tisch unmöglich, etwas anderes drunter stellen zu können, also für meine Werkstatt einfach nicht das richtige. Aber vielleicht wäre es generell eine Idee, irgend ein Teil in der Werkstatt höhenverstellbar zu machen. Wenn nicht den MFT, dann vielleicht einen höhenverstellbaren Frästisch? Auch dieser Gedanke wanderte in die Gärkammer im Hinterkopf.




                Dezember 2019
                Vogelfutterhäuschen

                Leichtsinnigerweise hatte ich einem Kollegen versprochen, ihm ein Vogelfutterhäuschen zu bauen. Meine beiden bisherigen Outdoor-Projekte waren ja nicht gerade ein Erfolg gewesen. Allein die Überlegungen zu Material und Verbindungen dauerten ziemlich lange, und die Überlegungen zum Aufbau noch länger. Schließlich schaute ich mir einiges von einem Projekt hier im Forum ab (danke, Chief!), griff zu Resten einer Douglasien-Diele und fing einfach an.

                Nach der Erfahrung mit dem Eichhörnchen-Futterhaus war es mir zu unsicher, die Bodenplatte einfach aus einem Stück Terrassendiele auszuhobeln. Ich schnitt ein Stück der Diele in kleine Leisten und stellte unter Anwendung dessen, was ich bei Heiko gelernt hatte, und einer Tube D4-Leim, eine kleine Leimholzplatte her. Darauf setzte ich ein etwas spilleriges Obergestell. Da das Häuschen auf einem Balkongeländer sitzen sollte, machte ich die Wetterseite mit einer weiteren Leimholzplatte zu, bohrte aber mit einem 50er Forstner zwei Einfluglöcher hinein. Die drei anderen Seiten sollten offen bleiben. Damit das Häuschen fest auf dem Geländer sitzen, aber bei Bedarf auch abgenommen werden konnte, leimte ich an der Wetterseite zwei schlichte Douglasienstücke als Gegenhalt an, und bastelte für die dem Haus zugewandte Seite zwei Halter, die (durch die Bodenplatte von unten mit dem Häuschen verbunden) mit in Langlöchern laufenden Schlüsselschrauben und Flügelmuttern die genaue Einstellung auf die Breite der Balkonbrüstung ermöglichten und dabei unter der Brüstung einhakten.

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                Damit das Holzhäuschen nicht vollflächig auf der Brüstung ruhte und damit bei Dauernässe womöglich doch anfing zu faulen, schraubte ich vier Abstandhalter aus Plastik auf die Unterseite. Anschließend setzte ich die Giebelkonstruktion auf.


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                Meine Wahl der Dachkonstruktion war im Nachhinein vermutlich keine richtig gute Idee. Das Dach sollte abnehmbar sein um das Haus leichter reinigen zu können, also musste das eigentliche Dach lösbar mit der Giebelkonstruktion verbunden werden. Ich trennte mit der Bandsäge ein weiteres Douglasiendielen-Reststück auf und verleimte die geriffelten Oberseiten so, dass die Rillen senkrecht über die gesamte Dachfläche verliefen und so den Regen sofort ableiten würden. Diese Oberseiten waren jedoch recht dünn, und die Leimstellen waren so schmal, dass ich schon während der Arbeit Sorge hatte, dass ein Winter reichen würde um das Dach über den Jordan zu schicken. Ich hatte mich aber in die Idee der senkrechten Regenableitungsrillen verliebt und wollte mich nicht davon trennen. Um etwas mehr Stabilität reinzubringen, schraubte ich von unten Leisten quer über die verleimten Dachteile und ließ die Schrauben dabei in größeren Löchern sitzen, um ein gewisses Arbeiten des Holzes auffangen zu können. Unter das Dach schraubte ich Klötzchen, die mit einfachen Schrauben am Giebel befestigt wurden, zur Dachabnahme konnte man die leicht wieder lösen.

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                Schließlich nahm ich trotz meiner Futterhauserfahrung wieder eine Fichtenleiste, um daraus einen Dachfirst zu hobeln, hauptsächlich weil das mit dem SBUS wunderbar leicht ging und mal wieder richtig Spaß machte.

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                Das Vogelhaus sah recht ordentlich aus und wurde kurz vor Weihnachten fertig. Leider bekam ich es im folgenden Januar zur Reparatur zurück, weil ein Wintersturm einen Teil des Daches abgerissen hatte. Die Schrauben, mit denen die Verbindungsklötzchen am Dach befestigt waren, hatten sich als zu kurz erwiesen. Ich ersetzte sie durch längere, montierte zwei zusätzliche Verbindungsklötzchen und bin gespannt, ob das Haus noch einen Winter überstehen wird. Ich überlege aber, ob ich nicht besser jetzt schon anfange, eine Version 2.0 zu bauen.

                Lektion: Nix is' für die Ewichkeit.

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                • Schickes Häuschen für die Piepmätze.

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                  • Teil 19
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                    Januar 2020
                    Der MFT-Unterbau

                    Meine Hinterkopf-Gärkammer war in den vergangenen Monaten sehr beschäftigt gewesen. Das erste Ergebnis der Gärung war der Entschluss, den MFT für meine Bedürfnisse zu optimieren. Das bedeutete, dass ich vom MFT und der VL die Beine abnehmen und die Tischplatten dann auf ein rollbares, niedrigeres Gestell legen müsste. Für mich wäre eine Arbeitshöhe von 83 cm perfekt. Das Gestell würde natürlich Rollen bekommen, um den Arbeitstisch endlich problemlos in der Werkstatt verschieben zu können. Ich hatte hin und wieder für Projektaufbauten den Tisch verschieben müssen, und das hatte jedes mal bedeutet, das Modul aus der VL auszubauen, die VL abzuhängen und irgendwo anzulehnen wo sie weder gleich umkippen konnte noch im Weg war, den MFT zu verschieben, die VL wieder anzubauen, dann das Modul zurück … Wie gesagt, ich hab's gern bequem. Das Gestell müsste sehr stabil werden, zum einen um die Platten tragen zu können, zum anderen um sich beim rollen nicht zu verwinden. Und wenn du schon da dran gehst, mahnte mein Hinterkopf, dann lass dir auf jeden Fall die Option auf, auch einen Frästisch unter dem Gestell parken zu können. Ach ja? fragte ich skeptisch zurück, und ist dir vielleicht auch aufgefallen, dass der Frästisch dann ziemlich niedrig wär? Mach du mal das Gestell, erwiderte mein Hinterkopf, und lass mich die Sache mit der Frästischhöhe erledigen.

                    Ich arbeitete mich rudimentär in Sketchup Make ein und begann einen Plan zu erstellen, und weil ich auch computermäßig leider kein Naturtalent bin hat das ziemlich lange gedauert. Ich hab glaube ich drei- oder viermal neu angefangen, weil ich beim Entwurf ein paar Kehrtwenden gemacht habe. Was das Material anging, so hatte ich beim letzten Sperrmülltermin einige lange 75x45er Kanthölzer nach Hause geschleppt, und aus Mutters Kaminholzbeständen („Ich weiß gar nicht wo wir das her haben“) zwei lange 90x90er Balken bekommen. Das würde für die meisten Bauteile reichen, ich musste nur noch einen Balken und (wegen Verschnitt durch Messfehler, war ja klar) ein Kantholz zukaufen.
                    Ich habe lange überlegt, wie ich Balken und Kanthölzer am besten verbinden könnte. Heiko hatte in einem seiner Fragen-und-Antworten-Videos eine abgesetzte Schlitz- und Zapfenverbindung empfohlen, die für mich allerdings den Nachteil hatte, dass ich ziemlich viel würde stemmen müssen. Ich nannte aber leider inzwischen eine zertifizierte Daumensattelgelenksarthrose mein eigen, und Stemmarbeiten in diesem Ausmaß würde ich einfach nicht schaffen. Ich schob das Problem in die Gärkammer und holte bereits nach ein paar Tagen eine Lösung heraus: Ich bräuchte einfach nur die Schlitze durchlaufen zu lassen, also die Balkenbeine über Kreuz mit der CMS-Säge oder Bandsäge zu schlitzen, und die Kanthölzer vorne auszuklinken und kreuzweise zu überblatten, dann müsste ich auch eine relativ stabile Konstruktion bekommen.

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ID: 3864014

                    Die Entstehung hab ich im Projekt „Rollbarer MFT-Unterbau“ ja schon beschrieben, das brauche ich an dieser Stelle nicht mehr zu wiederholen. Ich nahm mir im Januar 2 Wochen Urlaub, um mich in Ruhe dem Projekt widmen zu können, und ging davon aus, dass ich davon eine Woche für den Bau und die zweite Woche zum Gammeln nutzen würde.

                    Weit gefehlt. Ich braucht die kompletten zwei Wochen für den Bau, und das obwohl ich anfangs noch glaubte, dass ich den Schritt „Abrichten“ schludern könnte. Aber vielleicht hat es ja gerade deswegen doppelt so gedauert wie ich dachte. Wie im Projekt geschrieben: Schiefe Kante an geradem Anschlag gibt schiefe Schnitte. Die Verbindungen sehen stellenweise doch ziemlich dilettantisch aus, mit großen Spalten oder krumm und schief eingelegten Kanthölzern. Und ich hatte auch schlicht und ergreifend die Dimension des Projektes falsch eingeschätzt. Ich hatte die ganze Zeit mit relativ großen und/oder langen Bauteilen zu hantieren, und ich war am Ende der zwei Wochen total erschöpft und eigentlich schon wieder urlaubsreif.

                    Lektion: Vielleicht wär genaues Arbeiten doch nicht so verkehrt. More Sorgfalt, less Schludern.


                    Aber ich war auch ein bisschen stolz. Ich hatte zwar wieder einmal etwas gebaut, das keineswegs gut aussah – würde ich das wohl jemals hinkriegen? - aber dafür funktioniert der Unterbau wirklich ziemlich gut. Die Arbeitshöhe ist jetzt richtig gut für mich, durch die Heberollen kann ich das schwere Ding sehr gut und leicht anheben und verschieben und zum Arbeiten wieder absenken, und es gab untendrunter links eine Parkplatz für einen noch nicht existierenden Frästisch.

                    Na siehste, sagte mein Hinterkopf, geht doch. Und ich hab da eine Idee für den Frästisch. Du bräuchtest bloß … Jaja, ächzte ich, erzähl mir das nachher. Ich muss jetzt erstmal zwei Stunden in die heiße Badewanne und dann für den Rest des Wochenendes ins Bett.




                    Januar bis April 2020
                    Der Frästisch

                    Trotz der Erschöpfung nach dem Bau der MFT-Untergestells machte ich mich nach einem Ausruh-Wochenende sofort an das Projekt „Frästisch“. Ich hatte nämlich durch den Verkauf des CMS-Fräsmoduls an einen erfreuten jungen Schreiner aus der Region bereits Fakten geschaffen und dementsprechend im Moment gar keine Möglichkeit mehr, stationär zu fräsen. Außerdem war für die Höhenverstellung eine Idee in meinen Kopf gefallen, die ganz interessant aussah. Inspiriert von irgendeinem „Kunden die sich für … interessierten, kauften auch das hier ...“-Link stieß ich auf Klappenbeschläge mit Rastenfunktion, woraufhin mein Hinterkopf eine Eilnachricht an den vorderen Stirnlappen funkte: Das isses!

                    Die Einzelheiten zum Bau stehen bei der Projektbeschreibung. Diesmal hatte ich jedoch keinen Urlaub, sondern konnte eigentlich nur samstags daran arbeiten. Abends war nicht genug Zeit, und da unsere Reihenhäuser eine ganz tolle Schallübertragung haben, fällt der Sonntag für Arbeiten an elektrischen Maschinen komplett flach. Blieben nur die Samstage, und natürlich Karneval (an weltlichen Feiertagen darf man ja lärmen). Ich brauchte zweieinhalb Monate.

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ID: 3864015

                    Der Frästisch ist das erste Projekt, von dem man sagen kann das es wirklich gut geworden ist. Ich hab keine besonders großen Böcke im Projekt geschossen, und es gibt nur ein paar kleine Stellen, an denen nachgebessert werden müsste: Eine Schubladenblende müsste ich ein bisschen abschleifen, und die Inneneinteilung für die Fräswerkzeuge ist bisher nur behelfsmäßig lose eingelegt. „Mach ich wenn ich mal Zeit hab.“ (Also vermutlich nie.) Ich hab mich unheimlich gefreut, als er im April 2020 eines von drei "Projekten des Monats" wurde.

                    Lektion: Kaum zu glauben, aber wahr: Manchmal klappt sogar was. Vor allem mit mehr Sorgfalt und weniger Schluder.


                    Im Nachhinein hat allerdings die später hinzugeplante klappbare Erweiterungsplatte auf der linken Seite für eine ungleiche Verteilung des ohnehin nicht geringen Gewichts gesorgt, die mir das Hochziehen und Absenken der Tischplatte erschwert, ich muss immer ein bisschen ruckeln und meistens mehrmals ansetzen. Ohne die Erweiterungsplatte ging das wesentlich einfacher. Ich überlege, ob ich die Platte, die im Moment mit Klavierband am Tisch festgemacht ist, wieder ablöse und vielleicht so eine Art Einhak-Mechanismus suche, um sie nach Bedarf einhängen und bei Nichtgebrauch einfach abmachen zu können.
                    Update: Heute sind vom großen Fluss aus Hängescharniere auf dem Weg zu mir. Wollen doch mal sehen, ob ich die Ergänzungsplatte nicht auch noch mobil kriege.

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                    • Dann drück ich dir die Daumen das es klappt.

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                      • Teil 20
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                        Mai 2020, erster Teil
                        Eine Kater-Aufstieghilfe und zwei Sägen

                        Ich war wie so viele Andere auch seit Mitte März Corona-bedingt im Homeoffice. Mein Kater fand es einerseits sehr praktisch, dass sein Tür-und-Dosen-Öffner nun den ganzen Tag kraulen, Futter kredenzen und Türen öffnen konnte, andererseits fand er es suboptimal, dass ich die ganze Zeit am Sekretär saß, weil er mich da offenbar nicht zu seiner Zufriedenheit im Blick hatte. Er ließ mich durch hochfrequentes Quieken wissen, dass er es vorziehen würde den Tag auf seiner Kratztonne neben dem Sekretär zu verbringen, und weil er mit seinen 15 Jahren nicht mehr selbst draufhüpfen konnte, sollte ich ihn gefälligst raufheben. Natürlich mehrmals täglich. Nach zwei Tagen stand das nächste Heimwerkerprojekt fest: Eine Kratztonnenaufstieghilfe für den Kater.

                        Ich griff in meinen Restholzrollwagen (seltsam, dass der trotz aller Restholzverwertungsprojekte nie leer wird) und holte Abschnitte von Buchenleimholz und Fichtenleimholz heraus, und zwei Bretter von einer ausgemusterten und auseinandergeschraubten Kommode. Ich zeichnete den Radius der Tonne auf ein Stück Pappe (warum habe ich eigentlich keinen Zirkel?) und übertrug das auf die beiden schon auf Endmaß geschnittenen Leimholzplatten, weil sich das Aufstieghöckerchen schön eng an die Tonne schmiegen sollte. Die Ausschnitte hätte ich natürlich mit der Bandsäge machen können, für solche Einsätze ist auf der kleinen Metabo ein dünnes 6-Millimeter-Band aufgelegt. Da wäre aber der Längsdurchlass zu klein gewesen, und ich war schlicht zu faul, auf der BS300 das Sägeband zu wechseln. Ist doch kein Problem, ich hab ja noch die brave, unkaputtbare Black&Decker-400-Watt-Uralt-Stichsäge.
                        Nachdem ich das alte Stichsägen-Schätzchen und mein armes Handgelenk durch einen einzigen Schnitt hindurchgequält hatte, brauchte ich eine Pause. Ich recherchierte ein bisschen, fuhr in den Baumarkt und kam mit einer 750-Watt-Pendelhub-Stichsäge von Metabo nach Hause.
                        Was für ein Unterschied! Der zweite Ausschnitt war mit der neuen Stichsäge ein Kinderspiel, ich hatte beinahe das Gefühl dass die Säge alles alleine macht, die ging durch das Buchenleimholz wie ein heißes Messer durch Butter. Wunderbar.

                        Nun hätte ich alle Teile einfach verschrauben können und das Höckerchen wäre fertig gewesen. Weil es aber mitten im Wohnzimmer stehen würde, wollte ich es gerne ein bisschen schöner haben. Ich druckte mir den Umriss eines stilisierten Katzenkopfes zweimal aus, klebte die Ausdrucke auf die beiden Seitenteile des Höckerchens und holte die Proxxon-Dekupiersäge aus ihrem Exil ganz hinten im Kellerregal hervor.
                        Ich wechselte das Sägeblatt – und hatte vor dem ersten Schnitt schon die Nase voll. Unterm Tisch einspannen nur mit Taschenlampe, Kopf-gegen-Sägetisch-Beule und schmerzhaftem Festdrehen mit dem fimschigen Schlüssel, Einspannen in der oberen „Schnellspann“-Klemmung nach zweimaligem Anlauf, und als beim Sägeblattentspannen der Drehknopf wieder fröhlich den Abflug machte, konnte ich beinahe hören, wie in der Hinterkopf-Gärkammer die Tür aufging.
                        Erstmal galt es jedoch, das Höckerchen fertig zu machen. Ich holte meinen Frästisch hervor und rundete locker-leicht sämtliche Kanten in Null-Komma-Nix, schliff alles einmal über, verschraubte die ganze Geschichte und trug das Höckerchen nach oben, um den Kater zu einem ersten Test zu bitten. Ergebnis: Höhe nicht ganz ausreichend, außerdem nicht breit genug für einen King-Size-Kater. Ein zusätzliches Höckerchen mit Zwischenhöhe wird benötigt.

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ID: 3864372
                        Keim Problem, genug Material ist noch da. Aber nochmal mit der Proxxon herumärgern …? Warum hab ich die eigentlich noch, wenn mir das Arbeiten mit dieser Säge so gar keinen Spaß macht? Aus dem Hinterkopf war der Name „Hegner“ wieder nach vorne gekommen. Ich durchsuchte ein oder zwei Tage lang das Internet nach Berichten und Videos, und als ich auf ein Firmenvideo von Hegner stieß, in dem gezeigt wird wie bei diesen Maschinen der Sägeblattwechsel funktioniert, machte es hörbar „Klick“. Das Hirn wollte ob des nach wie vor schmerzhaften Verkaufspreises für eine neue Hegner zwar zu einer wohlfundierten Gegenrede ansetzen, wurde aber sofort niedergebrüllt. Eine unkomfortable Säge mit der ich möglichst nicht arbeite ist sinnfrei, wenn eine neue Säge dazu führt dass ich gerne mit ihr umgehe und wieder öfter säge ist das doch viel sinniger, und außerdem ist neulich die Steuerrückzahlung gekommen, also komm mir nicht mit Finanzgründen, sonst noch was? Nein nein, erwiderte das Hirn und zog sich eingeschüchtert zurück, mach mal.
                        Ich bestellte eine Hegner 2S (wenn schon, denn schon), die bereits nach wenigen Tagen eintrudelte und wie ein rohes (aber schweres) Ei vorsichtig die Kellertreppe hinab getragen wurde.

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ID: 3864373

                        Die Metabo-Bandsäge musste ihren Platz auf dem Wolfcraft-Werktisch räumen und wurde auf ein selbstgezimmertes rollbares Kommödchen umgesiedelt, was nebenbei für eine angenehmere Arbeitshöhe sorgte.
                        Ich hatte inzwischen die Einzelteile für das zweite Höckerchen vorbereitet und dabei genüsslich und leichthändig die neue Stichsäge eingesetzt. Diesmal hatte ich Tatzenabdrücke ausgedruckt und auf die Seitenteile geklebt, das wurde die erste Bewährungsprobe der Hegner, denn jedes Tatzenmotiv bestand aus 5 Teilen, und ich hatte insgesamt 8 Tatzen zu sägen, macht also 40 Innenschnitte.

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ID: 3864374

                        Das war eine aufwändige Arbeit, aber oh Halleluja was für ein Unterschied zur Proxxon! Mit der Schnellspannklemme sind die Innenschnitte ab sofort gar kein Problem mehr, in kürzester Zeit waren alle Handgriffe glatt laufende Routine, und alles saß sofort richtig, keine Fummelei, keine schwergängigen Teile, kein blöder Drehknopf, einfach den Schnellspannhebel drücken, die reine Freude. Sogar als das Sägeblatt mal riss und ich oben und unten neu einspannen musste, war der Austausch ein Kinderspiel. Halterung blind unten aushaken, hochholen und in die Aussparung am Sägetisch legen (da verrutscht nichts), mit dem viel praktischeren kurzen und stabilen Schlüssel die Klemmung lösen, altes Blatt raus, neues Blatt rein, festdrehen, blind unten einhängen, oben festdrehen, fertig. Geht quasi von selbst. Ab sofort macht nicht nur die Dekupiersägearbeit an sich, sondern auch noch die Bedienung der Maschine Spaß. Nicht umsonst hat mal jemand die Hegner als Mercedes unter den Dekupiersägen bezeichnet. Ich sehe quasi meinen Vater (der Komfort, bequeme Bedienung und qualitative Verarbeitung sowohl bei Elektrogeräten als auch bei Autos schätzte) im Jenseits zustimmend nicken.

                        Nachdem das zweite Höckerchen geschliffen, verschraubt und lackiert war, erhielten beide noch eine Filzauflage und stehen seither im Wohnzimmer vor der Tonne, und wirklich hat der Kater zwei Wochen lang jeden Tag mittels der Aufstieghilfe seine Tonne erklommen, dort geschlafen und meine Homeofficearbeit überwacht.

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ID: 3864375

                        Danach war die Tonne abgemeldet, der Herr geruhen inzwischen auf dem Sekretär zu schlafen.

                        War ja klar.

                        Lektion 1: Manchmal rechnet sich Sparsamkeit nicht. Ungern oder gar nicht benutztes Werkzeug ist sinnfrei. Weg damit.

                        Lektion 2: „Qualität hat ihren Preis“ ist nicht immer bloß ein blöder Werbespruch. Wenn teures Werkzeug komfortabel ist und gerne und damit öfter benutzt wird, ist das gut angelegtes Geld.

                        Lektion 3: Katzen machen eh' was sie wollen.

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                        • Glückwunsch zum neuen Mercedes ähm Hegner.

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                          • Teil 21
                            ___________________

                            Mai 2020, zweiter Teil
                            Katzenbild, Vogelbild, Holzlager

                            Ich hatte zwei Wochen Urlaub und hatte bereits so viele Werkstattpläne, dass ich das anhaltend schöne Wetter beinahe bedauerte – da würde ich ja hin und wieder mal draußen sitzen müssen.

                            Die Genuss-Arbeit mit der neuen Hegner spornte mich zu weiteren Dekupiersägeprojekten an, lauter Spaß-an-der-Freud-Projekte die ich mit der Proxxon niemals gemacht hätte. Als Probestück entstand zunächst ein recht einfaches, durch das relativ kleine Format aber für mich Deku-Anfänger nicht völlig anspruchsloses kleines Katzenbild, das irgendwann mal neben der Katzenklappe in der Kellertür hängen wird.

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ID: 3864734

                            Als nächstes fiel mir ein Stück furniertes Sperrholz in die Hände, das ich im Baumarkt mal aus der Verschnittkiste geholt hatte. Ich fand ein schönes Vogelmotiv, lud mir eine Bildvergrößerungsapp auf den Läppi, druckte das Motiv auf mehrere DIN-A4-Blätter, klebte Malerkrepp auf die Sperrholzplatte, darauf dann die vergrößerte Vorlage, und das Ganze umwickelte ich mit durchsichtigem Paketklebeband.

                            Bei diesem Projekt konnte ich die komplette Durchlassbreite der Hegner ausspielen. Es gab sogar ein paar Ecken, die ich mit normalen Blättern gar nicht erreichen konnte, also spannte ich für diese Ausschnitte ein Rundsägeblatt ein (auf der Proxxon immer der Auftakt zu einer größeren Friemelei) und sägte vorsichtig auch diese schlecht erreichbaren Motivteile aus. Rundsägeblätter sind schwerer zu führen als die flachen, und ich musste diese Stellen intensiver nachschleifen als den Rest des Motivs.

                            Lektion 1: Rundsägeblätter langsamer führen, sonst hat man sich ganz schnell versägt.

                            Als alle Ausschnitte erledigt waren (ach, hat das Spaß gemacht!) entfernte ich vorsichtig die mehrschichtige Motiv-Auflage.

                            Lektion 2: Achtung bei furnierten Oberflächen. Im Zweifel das Motiv lieber auf die Seite ohne das Furnier kleben (müsste dann spiegelverkehrt aufgeklebt werden), weil das dünne Furnier beim Abziehen des Malerkrepps doch sichtlich leidet. Eventuell erstmal einen Probeschnitt machen, oder besser noch: mehrere Probeschnitte mit unterschiedlichen Blättern, um zu schauen, wie es mit Ausrissen an der Unterseite aussieht.

                            Ich hatte Sägeblätter aus der Hegner-Sägeblatt-Sammlung benutzt, die in der Lieferung der 2S enthalten gewesen waren, und war mit der Schnittqualität durchaus zufrieden. Wo es nötig war schliff ich mit dünnen Schleifpapierstreifen nach, für einige Stellen holte ich meinen Proxxon-Feinbohrschleifer hervor, schloss die Biegewelle an und setzte einen Schleifaufsatz rein, um kleine Rundungen schleifen zu können.

                            Fertig ist ein passables Wandbild für die leere Wand über dem Esstisch. Aber eigentlich bräuchte es noch einen Rahmen. Was hätte ich denn noch in der Restekiste …?
                            Erst wollte ich einen Rahmen aus dicken Leisten bauen und das Bild in eine Nut einsetzen, aber dann fand ich eine Winkelleiste aus Kiefernholz. Ich schnitt mit Hilfe des CMS-Winkelaufsatzes alle Stücke auf Gehrung zu, verleimte mit Bandspanner (ich staune immernoch, dass die dünnen Klebestellen wirklich halten), lackierte den Rahmen weiß und schraubte das Bild von hinten fest.

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ID: 3864735

                            Eigentlich gehört noch ein andersfarbiger Tonkarton dahinter. Mach ich noch. Irgendwann. Wenn ich mal Zeit hab.

                            Ein Projekt, das schon länger in der Warteschlange zirkulierte, war der Keller-Vorraum. Wenn man die Kellertreppe runter kommt ist man erstmal in einer Art Vorraum, von dem die vier Kellerräume abgehen. Dort hatte ich unter der Treppe alles mögliche an Kram gelagert: Bretter, Latten, Verpackungsmaterial, Gasbetonsteine, noch mehr Bretter, Mutters alte Nähmaschine, Kanthölzer vom Sperrmüll, ein Katzenklo, wieder Bretter, eine Treppenleiter, Palettenholz, eine Sackkarre, meine Wanderschuhe, und oben drauf noch ein paar Bretter.
                            Ich hatte ein- oder zweimal halbherzig versucht, Ordnung in die Sache zu bringen, und hatte einen Teil der Bretter nach Größe geordnet an eine Wand gelehnt, aber natürlich war alles schnell wieder zugewachsen. Nun meldet sich mein Hinterkopf zu Wort. Wofür hortest du eigentlich das ganze Holz? wollte er wissen. Ich bau da mal was draus, verteidigte ich mich, ich weiß nur noch nicht, wann oder was. Vorschlag, meinte mein Hinterkopf, wie wär's mit einem Holzlager?
                            Ich sah mir das Regal im Bastelkeller an, das der Vorbesitzer des Hauses aus Brettern und Kanthölzern zusammengenagelt hatte, und dachte: Das kannst du auch.

                            Ich hatte inzwischen soviel Kanthölzer zusammengesammelt, dass es für ein größeres Regal an einer Seitenwand und ein kleineres Regal direkt unter der Treppe reichen würde. Als Regalfläche würde ich keine Platten verleimen oder gar neu kaufen müssen, ich würde einfach in Abständen Sprossen zwischen die Kanthölzer schrauben, und diese waagerecht liegenden Leitern würde ich in eingenutete senkrechte Träger einsetzen.

                            Es wurde eine größer angelegte Resteverwertungs-Bastelarbeit. Erstmal musste ich die ganze Fläche leer räumen. Dann mussten die Hölzer halbwegs sinnvoll sortiert werden. Ich schleppte Kanthölzer zwischen Bastelkeller und Vorraum hin und her, maß nach, schleppte sie wieder hin und her, sägte Ausklinkungen, schleppte sie wieder hin und her um zu schauen ob auch alles passte, sägte haufenweise Sprossen, verbrauchte 2 Päckchen Schrauben, schleppte wieder alles hin und her, bohrte für die Träger Löcher in die Wand, schleppte die Träger hin und her um zu sehen ob auch alles passt …

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ID: 3864736

                            Man sieht es dem fertigen Regal seltsamerweise nicht an, aber ich hab mich mit diesem Projekt dann doch etwas übernommen. Nicht etwa weil es missraten wäre: Das Regal sieht zwar mal wieder sehr selbstgemacht aus, steht aber bombenfest und trägt wackelfrei meinen Holzvorrat (wie kommt es, dass der immernoch so groß ist, obwohl ich so viel davon für das Regal verbraucht habe?). Nein, ich war hinterher einfach fix und alle. Total erledigt.


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ID: 3864737

                            Lektion: Keine. Großen. Projekte. Mehr.

                            Gleiches gilt für das Auseinandernehmen von Paletten, weil ich nach diesen Aktionen jedes mal meinen Rücken und mein Handgelenk für die nächsten Tage vergessen konnte. Ich schaff das einfach nicht mehr. Ab sofort nur noch Kleinteile.

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                            • Stabiles Holzlager.

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                              • Wow, da hast du wirklich tolle Sachen geschaffen, Respekt!

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