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Wasserführender Kaminofen, ja oder nein?

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    Wasserführender Kaminofen, ja oder nein?

    Hallo 1-2-do-Community ,

    wir fragen uns ob wir in einen wasserführenden Kaminofen investieren sollen. Der Ofen soll an das Heizungssystem des Hauses angeschlossen werden. Die Vorteile liegen auf der Hand. Besonders in der kalten Jahreszeit kann die Wärme über mehrere Räume verteilt werden ohne dass die Wärme verloren geht.

    Außerdem könnten wir den Ofen mit unserem Holzkaminofen kombinieren. Bevor wir den hohen Anschaffungspreis bezahlen haben wir uns natürlich schlau gemacht. Wir bräuchten einen zusätzlichen Edelstahlkamin , Pufferspeicher, eine Umwälzpumpe, Steuerungseinheit usw. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf über € 10.000

    Jedoch hören und lesen wir immer wieder, dass man die Ausgaben so gut wie nie wieder reinholen kann. Was für Erfahrungen habt ihr gemacht?

    Gruß
    Volker

  • Reinbringen, das ist klar, das geht so gut wie nie! Ich habe mir einen Pelltsofen für das Wohnzimmer gekauft, im Nachhinein betrachtet, wäre es besser gewesen, ich hätte eine wasserführende Version genommen.

    Kommentar


    • Moinmoin Volkker.
      Das wird jetzt etwas mehr Text hier.

      Die Frage ist natürlich was Du erreichen möchtest.
      Bei einem Wasserführenden Kaminofen geht Dir mindestens 70% der Heizleistung Deines Brennstoffes, also Holz, für das Wasser drauf.

      Wir haben hier einen Grundofen stehen. Gemauert vom Profi aus Schamottsteinen, speichert die Wärme für etwa 12h. Also ein "echter" Kachelofen mit gemauerten Zügen. Keine Wassertasche vorhanden. Grundprinzip: 1x Feuer machen und 12h Wärme haben.
      Die Größe ohne Ofenbank und Sims um den eigenltichen Ofen ist etwa 180cm Höhe x 80cm x 80cm.
      Die Maximalladung dieses Ofens liegt bei 13,5 Kilogramm Hartholz. Das kann der Ofen auch in Sachen Hitze ab ohne daß etwas kaputt geht (Rissbildung).
      Mit einer Solchen Ladung sind meine Wohnräume, also Wohn- Esszimmer und Küche - Gesamt etwa 56qm - sowie ein wenig Flur für etwa 12 Stunden so warm daß keine weitere Heizung benötigt wird. Nach dieser Zeit feure ich wieder an.
      Die anderen Räume - Gesamtwohnfläche 120qm ca. - sind bei offenen Türen etwas überschlagen. Je nach persönlicher Vorliebe und Temperatur außen wird es vielleicht notwendig den Heizkörper aufzudrehen. Einige Stunden am Rechner im Büro neben dem WZ sind ohne Heizkörper dann etwas unangenehm.

      Bei Verlust von 70% Heizleistung durch die Wassertasche sehe ich den Sinn nicht ganz. Du brauchst dann zusätzlich zum Ofen immer auch noch die Heizung (bzw. den Wasserkreislauf eben) und damit einhergehend auch Strom. Denn ohne Strom funktioniert Dein Kreislauf nicht.

      Ich für meinen Teil wollte unhabhängig von Strom heizen können.
      Sollte der Ofen für die Wohnräume genügen und der Wasserkreislauf für den Rest der Bude dann hätte ich den Ofen deutlich größer dimensionieren müssen. 70% größer.
      Den Platz muss man erst einmal haben.

      Kosten: Mit oben aufgezeigtem Heizszenario, 2x 13,5 Kilogramm Holz Pro Tag um de Räume warm zu haben, komme ich mit dem spezifischen Gewicht von Buche auf etwa 1m³ Holz pro Monat. In einem Kalten Jahr sollte man dann also mit mindestens 5m³ Holz rechnen.
      (Es gibt ja auch noch während dem Jahr mal kalte Tage) Das ist natürlich abhängig vom Wohnort. Im Allgäu oder im Bayrischen Wald wird man anders heizen müssen als in Freiburg oder der Kölner Bucht.
      Wie auch immer, mit 5 Metern Holz für 5-6 Monate etwa rechne ich persönlich. Je nach Holzpreis kann es durchaus sein daß das eine Nullsummenrechnung wird und man den Preis für den Ofen eben für die von selbigem Ausstrahlende Behaglichkeit bezahlt

      Wer keine Arbeit mit seinem Ofen haben möchte und das Holz für 90€ pro Meter im Baumarkt kauft sollte sich genau überlegen was er tut. Sparen ist da nicht drin.
      Selbst wenn der Bauer um die Ecke sein zweijähriges Brennholz für 80 Euro den Meter abgibt, gespalten und gesägt, ist das immer noch etwas viel.

      Erst wenn der Holzheizer die Wärmekapazität des Holzes voll nutzt dann macht das Holz drei Mal warm. Beim Machen im Wald. Beim Auschichten und sägen zuhause und zuletzt beim Verbrennen.

      Wer die Arbeit nicht scheut und ein Flächenlos kauft um sein Holz selbst zu machen, der kann richtig Geld sparen. Im Tausch gegen Zeit und Arbeit.

      Kommentar


      • Ich bitte um Nachsicht, ich habe noch etwas vergessen.
        Es gibt verschiedene Arten von sogenannten "Kachelöfen"
        Diverse Anbieter vertreiben Systeme bei denen um einen gusseisernen oder auch stählernen Ofen Steine gemauert werden. Das ist möglicherweise etwas besser als die beliebten Eisernen Baumarktöfen zum hinstellen, hat aber vom Prinzip her nicht mehr viel zu tun mit einem Wärme speichernden Kachelofen.
        Der Metall Einsatz ist eine Einheit mit Türe für sich. Die Speicherung der Wärme ist weniger effizient. Bei einem solchen Ofen bist Du Sklave Deiner Heizung und immer am Nachlegen.
        Bei einem Grundofen der aus gemauerten Zügen besteht und im Endeffekt nur eine Stahltüre hat über die der Ofen befüllt und auch belülftet wird ist das anders.
        Das Holz befindet sich direkt im aus Schamottsteinen bestehenden Brennraum.
        Bei unserem Grundofen (Stichwort Ambio) wird der Kachelofen mit der kompletten Ladung einmal befüllt und entzündet. die Türe wird verriegelt, der Luftdurchlass durch die Türe aber gewährleistet.
        Nach etwa 1,5 bis 2 Stunden ist das Holz nahezu heruntergebrannt. Jetzt sorge ich mit einem (langen) Schürhaken dafür daß eventuell noch größere vorhandene Holzstücke zerteilt und vollends verbrannt werden.
        Sobald keine blaue Flamme mehr im Ofen sichtbar ist und nur noch Glut vorhanden ist wird die Türe komplett verschlossen. Der Ofen bekommt keine Luft mehr und die Hitze der Glut zieht vollends in die Schamottsteine ein.

        Vorteil: Die Wärme kann sehr lange gespeichert werden und man ist nicht Sklave seiner Heizung. Nach dem schließen der Türe hat man für 10h Ruhe und Wärme.

        Nachteil: Während der Brenndauer des Holzes, 1-2 Stunden, hat man eine gewisse Wärme nur in unmittelbarer Nähe des Ofens. Es dauert seine Zeit bis die anderen umliegenden Räume warm werden. Daher sollte man im Winter auch dran bleiben und regelmäßig wieder anheizen.
        So schafft man es ein angenehmes Level zu halten. Tut man das nicht dann kühlen die umliegenden Räume schnell wieder ab.


        Zur Positionierung:
        Wärme breitet sich halbwegs Kugelförmig aus und leider auch nach oben gerichtet.
        Ein Grundofen sollte meiner Meinung nach nicht in einer Ecke des Hauses an einer Außenwand stehen.
        Optimal ist imho ein zentraler Kamin an welchem der Ofen angeschlossen ist.
        Damit erreicht man eine gute Verteilung der Wärme.

        Abschließend Rate ich Dir dazu einen Fachmann mit gutem Ruf zu fragen.
        Es gibt überall solche und solche. Wenn Freunde oder Kollegen eventuell über einen guten Grundofen verfügen und zufrieden sind. Lass Dir den Ofenbauer nennen und lade diesen zu Dir ein.

        Soll ein vorhandener zentraler Kamin genutzt werden dann Rate ich Dir dringend Dazu eine Besprechung einzuberufen. Teilnehmer sollten unbedingt der Ofenbauer, der Heizungsbauer und der Kaminkehrer sein. Und natürlich du selbst.

        Noch ein Wort zum Preis:
        Unser Grundofen wie oben beschrieben lag wie schon erwähnt ohne Wassertasche und ohne Anschluß an die Ölheizung nicht unter 10 000 Euro.
        Ein Wasserführender Grundofen mit Anschluss an den Heizkreislauf und zusätzlicher Installation von Warmwasserspeichern und so weiter ist meiner Meinung nach für Den von Dir angestrebten Preis nicht zu bekommen.
        Jedenfalls nicht wenn man nicht viel selbst macht.

        Viel Spaß beim Planen.

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          Hallo,
          ich habe letztes Jahr ein ganz ähnliches Projekt durchgezogen (wasserführender Ofen).
          Einen Edelstahlschornstein, da der normale Kaminzug nicht erreichbar war, Ofenauftstellung und Anschluß an einen Speicher...
          Aber die Ausgangslage war eine andere, da ich schon vor fünf Jahren eine Solarthermieanlage mit 16m² und 1000l Speicher zur Warmwasser und Heizungsunterstützung installiert habe.
          Somit hatte ich diese Kosten nicht, sondern konnte recht einfach den Ofenkreis an den Speicher anschließen. Auch brauchte ich keine weitere Regelung, da meine Solarsteuerung noch genügend Kapazitäten hatte, damit ich die Ofenregelung darüber mitabwickeln konnte - in Summe (ohne Ofen, lag ich bei ca. 2000,- Euro).
          Und genau da liegt glaube ich der große Unterschied in der Sinnhaftigkeit.
          Ich benutze den gleichen Speicher, die gleiche Warmwasserbereitung usw. im Sommer durch Solar und im Winter durch den Ofen. Dazu hängt noch eine Gasbrennwerttherme am System die automatisch nachheizt, wenn die anderen beiden nicht ausreichen. Somit ist die ganze Technik (Speicher usw.) Sommer wie Winter genutzt...
          Grundsätzlich finde ich einen wasserführenden Ofen aber sehr sinnvoll, denn die Wirkungsgrade sind höher, als bei einem normalen Kaminofen (niedrigere Abgastemperatur) - ein Grundofen kann ich nicht bewerten, wird aber nach meinem Gefühl auch sehr gut sein.
          Dazu kommt noch, dass WENN der Aufstellort nicht zentral im Haus sein kann (so war es bei uns), so dass durch einfaches "Tür ofen lassen" die Wärme sich im Haus verteilen kann, dies die einzige Möglichkeit ist das ganze Haus zu beheizen.
          Z.B. einen Grundofen im ersten Stock in einem Randraum zu bauen würde keinen Sinn machen.
          Ansonsten habe ich eine 10kW Ofen gewählt der 50% seiner Energie ans Wasser und 50% an die Luft abgibt - der Raum wird schön warm, ich habe das Ofenfeuer und die Hälfte der Energie lagere ich im Keller für Warmwasser oder andere Räume ein...

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          • Wir haben auch, so wie mein Vorredner, einen Kachenlofen, und decken damit ca 85% unseres Heizwärmebedarfs (400l Öl kommen noch dazu). Gesamt brauchen wir ca 13-17m³ Holz (je nach Winter). Unser Haus (BJ1970, teilweise gedämmt) hat ca140m² Wohnfläche. Der nur teilweise beheizte Keller kommt noch hinzu.
            Der Kachelofen fasst ca 18,5kg pro Füllung also 37kg Holz pro Tag. Nennwärmeleistung 5kW. Ohne KAchelofen kamen wir auf ca 2800l Öl pro Jahr.

            Man schleppt somit fast 40kg Holz täglich in den Wohnraum. Dafür hat man das flackern und knistern. Kosten liegen hier inkl Küchenherd bei 24.500,- (10.000.- davon der Herd). Edelstahlkamin 16cm Keramikrohr kommt auf 3000,-

            Ich überlege immer noch ob ich einen Holzvergaser parallel zum Ölofen in den Keller stelle. Bekannte von mir haben den Atmos (ohne Lamda, in Österreich kein Problem). Den 25kW Ofen gibts komplett(!) um 6.000,- inkl Pufferspeicher (2x800l), digitaler Regelung, Rücklaufanhebung, Sicherheitsventil und und Kleinzeugs. Also bis auf die Verrohrung alles. Bei interesse schicke ich dir den Link... deutscher Anbieter.

            Das wäre dann eine vollständige Heizung, und du hast keinen Schmutz im Wohnbereich. Die Regelung beherscht auch noch eine Zusatzheizung (Ölofen etc), falls man mal Schifahren o.ä. ist. und kommt aus Österrech (wir sind Spitzenreiter beim Heizen).

            Das sind meine Erfahrungen. Ich hätte mir einen Holzvergaser in den Keller gestellt, und meine Frau würde sich wieder einen Kachelofen kaufen... :-)

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            • Jetzt war ich so in meinem Element,dass ich die ursprüngliche Frage vergessen habe...

              Beim Altbau zahlt sich eine Holzheizung auf alle Fälle aus. Selbst wenn ich das Holz kaufen müsste, halbieren sich jährlich meine Heizkosten (ersparnis 1400,-). Nach 8 Jahren wäre die Heizung dann kostenneutral.

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