Icon--down-black-48x48 IC-logout IC-up IC_check

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Mein Handy ist ein digitales Ortungsgerät!

Einklappen
X
Einklappen
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Mein Handy ist ein digitales Ortungsgerät!

    Hallo zusammen,

    ich musste gerade echt staunen! Habe auf youtube ein Video gesehen in dem jemand mit dem Smartphone elektrische Leitungen in der Wand sucht. Naja, es gibt ja genug Fakes. Aber dann habe ich mal im Appstore geschaut und tatsächlich, es gibt kostenfreie Apps, die das iPhone zum Metalldetektor machen. Hilfreich ist die Suche nach „stud wall finder“. Also mal gleich drei heruntergeladen:

    1. MetalDectector
    2. WallStudDetector
    3. MetalDetect

    Dann sogleich mal ausprobiert. Bei 1 und 2 die interessanterweise praktisch gleich aussehen, kann man die Sensibilität gut einstellen. Also an die Wand ran, bei der ich weiß, dass dort oberhalb des Lichtschalters die Zuleitung liegt. Und siehe da, das iPhone vibriert auf eine Breite von etwa 4 cm. Nun verstelle ich die Sensibilität auf etwas niedriger. Und fahre wieder über die Leitung. Jetzt wird mir die Leitung auf etwa 1 cm Breite angezeigt. Irgendwo im oberen Drittel des Bildschirm zentriert muss im iPhone ein Detektor verbaut sein, der wohl eben nicht nur Eisen, sondern auch Kupfer erkennt.

    Jetzt will ich es genau wissen. Über dem Sicherungskasten liegen massenhaft Kabel. Das Gerät zeigt das auch zuverlässig an. Dann an einem anderen Kanel. Da findet das Gerät nichts. Ja, die Steckdose, den Schalter aber keine Leitung. An anderer Stelle gibt es vollen Pegel zurück. Ja, da liegt eine Leitung. Irgendwie verunsichert mich das ganze. Mal wird die Leitung zuverlässig gezeigt, mal nicht. Ich spiele dann an der Sensibilisierungseinstellung herum. Zu stark, ist alles Metall. Zu wenig, wird gar nichts gefunden. Habe ich endlich eine Einstellung für dieses Kabel, braucht es an anderer Stelle nur etwas tiefer in der Wand verlegt sein, wird schon nichts mehr angezeigt. Vielleicht ist das alles Hokuspokus, ich kann mir nicht vorstellen, dass Kupfer detektiert werden kann.

    Also gehe ich mal zu den Wasserleitungen. Mit der Sensibilisierungseinstellung habe ich Glück und finde auch hier wieder ein Rohr. Da ist ein Wasserleitungsrohr 1/2 Zoll in der Wand. An der Stelle neben dem Spülkasten - hiervon habe ich Fotos gemacht - da liegt die Zuleitung zum Spülkasten. Und oh Wunder. Das ist ein 12 mm Kupferrohr. Definitiv kein Eisen! Aber es wird exakt an der richtigen Stelle angezeigt. Habe extra aufgemacht und geschaut, wo das Rohr in den Spülkasten kommt. Ja, genau auf dieser Höhe.

    App 2 findet im Gegenzug nicht wirklich was.

    Jetzt bin ich platt. Offenbar funktioniert es, wenn auch wenig zuverlässig. Ich will jetzt nicht wirklich danach bohren und dann eine nicht angezeigte Wasser- oder Stromleitung treffen. Die App 1 oder 2 lasse ich aber mal auf dem iPhone und werde hin und wieder testen. Ich will jetzt absolut keine Empfehlung aussprechen - mein digitales Ortungsgerät von Bosch ist da eindeutig zuverlässig. Aber faszinierend ist das schon ...

  • Schöne Spielerei, auf die ich mich aber nicht verlassen möchte. Klingt alles zu sehr nach Zufall.

    Kommentar


    • Eigentlich nicht verwunderlich. In so einem Handy sind einige Antennen verbaut. Mit Metall in der Nähe der Antenne änderst Du die Empfangseigenschaften.
      So weit so gut. Interessant ist nur, dass zum einen die Apps so tief in der Physik des Gerätes Daten auslesen kann und zum anderen die schlauen Algorithmen der Apps das auch noch vernünftig auswerten.

      Kommentar


      • In der Androidwelt gibt es solche Apps auch. Zuverlässig wie die Wettervorhersage durch den Gockel ...

        Wir haben z.B. eine Wand, in der garantiert keine Leitungen irgendwelcher Art liegen. Die App "Wire and pipe detector" wird da ganz aufgeregt und meldet mit konsequenter Bosheit an der ganzen Wand um die 100 mikro T.

        Kommentar


        • Ich sag ja, ich trau den Apps nicht, aber irgendwie total spannend. Das mit den Antennen könnte stimmen. Zumindest mal ein Ansatz wie so was gehen könnte.

          Kommentar


          • Ich hatte vorhin mal ein paar Artikel dazu aus dem INet quer gelesen. Da stand was davon, dass der Kompass auf Leitungen reagieren würde, da diese elektromagnetische Felder erzeugen würden. ... Aber wie schon geschrieben, verlassen müssen möchte ich mich darauf nicht.

            Kommentar


            • Zitat von JoergC Beitrag anzeigen
              Eigentlich nicht verwunderlich. In so einem Handy sind einige Antennen verbaut. Mit Metall in der Nähe der Antenne änderst Du die Empfangseigenschaften.
              So weit so gut. Interessant ist nur, dass zum einen die Apps so tief in der Physik des Gerätes Daten auslesen kann und zum anderen die schlauen Algorithmen der Apps das auch noch vernünftig auswerten.
              Empfangseigenschaften von Antennen werden dort nicht ausgewertet. Es sind schlicht der oder die Magnetfeldsensoren, die für diese App missbraucht werden. Nahezu jedes Smartphone hat die verbaut. Sie dienen u.a. dem Telefon zur Lagebestimmung bei der GPS-Navigation. Die Magnetfeldsensoren machen genau das, was ihr Name verrät. Sie detektieren das Erdmagnetfeld und sind die Teile, die auch die Kompass-Apps funktionieren lassen.
              Da nahezu jedes metallene Objekt ein Magnetfeld erzeugt, wenn es z.B. durch die elektromagnetischen Wellen der Mobilfunkantennen angeregt wird oder spannungsführend ist, erkennt der Magnetfeldsensor dieses Magnetfeld. Und das auch bei NE-Metallen.
              Mit der Feinjustierung über die App wird die Empfindlichkeit des Sensors herabgesetzt und er erkennt die EM-Strahlung nur noch über einen geringeren Bereich, was bei Rainerle der einen Zentimeter breite Bereich war. Allerdings nimmt mit dem schmaleren Empfangsbereich genauso stark die detektierbare Tiefe ab.
              Also kein Wunderding, sondern einfache Physik unter “missbräuchlicher“ Verwendung eines Sensors...
              Zuletzt geändert von –; 27.11.2017, 21:52.

              Kommentar



              • Nightdiver

                Danke für die Aufklärung. Ich frage mich jetzt nur, wieso die von mir mal getestete App an einer leitungsfreien Wand so heftig reagierte.

                Und noch eine Frage: wenn es offensichtlich möglich ist, mittels einer App die Empfindlichkeit der Magnetfeldsensoren herabzusetzen, könnte man dann eventuell durch eine entsprechend gestrickte App die Sensoren auch tunen, somit den GPS-Empfang über das vorgegebene obere Ende hinausregeln?

                Kommentar


                • So ganz verstehe ich deine Frage nicht, Otto. GPS ist eine Art (Zeit-)Funksignal, dass von Satelliten ausgestrahlt wird und mittels einer speziellen Form der Kreuzpeilung die eigene Position aus den ermittelten Zeitdifferenzen der Satellitensignale errechnet wird. Damit der GPS-Empfänger weiß, welche Satelliten er gerade anpeilt und wo die am Himmel stehen müssen, gibt es Almanache und Ephemeriden, die ebenfalls von den Satelliten über das Signal übermittelt werden. Dieser Download ist es auch, der, neben der eigentlichen Ortung, so lange dauert und die Standortbestimmung immer ein paar Minuten braucht, bis sie wirklich läuft und genau ist.
                  Das US-GPS System besteht aus 28 Satteliten, von denen immer 24 aktiv sind und 4 als „Reserve“ mitkreisen. Um eine genaue (dreidimensionale) Position zu ermitteln, benötigt der GPS-Empfänger mindestens 4 starke Satelliten und deren Signale. Bis zu 11 Satelliten sind möglich.

                  Der Magnetfelssensor ist in der Regel auf sehr hohe Empfindlichkeit eingestellt, da das Erdmagnetfeld doch sehr schwach ist und die Software stark gegen Fremdmagnetfelder arbeiten muss, um das natürliche Magnetfeld rausrechnen zu können.

                  Btw: Ich war 15 Jahre in der Entwicklung von Navigationsgeräten tätig, also nicht wundern...

                  Kommentar


                  • Zitat von Nightdiver Beitrag anzeigen
                    ...

                    Btw: Ich war 15 Jahre in der Entwicklung von Navigationsgeräten tätig, also nicht wundern...
                    Danke für diese sehr ausführliche Erklärung. - Auf meinem ersten Handy mit GPS gab es eine Anzeige bzgl. der erreichbaren GPS-Satelliten und der Empfangsstärke mit einer Art Balkendiagramm. Und ich mußte immer gefühlt ewig warten, ehe die GPS-Position ermittelbar war.

                    In Bezug auf Spezialwissen wundere ich mich nicht. Wir alle sind ja nicht hauptberuflich Heimwerker. ... bis auf unsere Rentner. Doch selbst die hatten vorher noch ein Berufsleben.

                    Kommentar


                    • Zitat von Nightdiver Beitrag anzeigen
                      Der Magnetfelssensor ist in der Regel auf sehr hohe Empfindlichkeit eingestellt, da das Erdmagnetfeld doch sehr schwach ist und die Software stark gegen Fremdmagnetfelder arbeiten muss, um das natürliche Magnetfeld rausrechnen zu können.
                      Wenn das so ist, dann war meine Frage natürlich Nonsens. Mir schoss da nur eine Analogie zu den analogen Radios vergangener Tage durch den Kopf, mit denen man mit entsprechender Manipulation den Polizeifunk abhören konnte.

                      Und da ich dachte, die Empfangsstärke werde vermutlich auch nach oben begrenzt, könnte man vielleicht auch ...

                      Wie gut, wenn einer mal eine Ahnung hat und nicht Spekulationen als Wahrheiten zu verkaufen sucht. Nochmals Dank.

                      Kommentar


                        Im Prinzip könnte man es auch über Messung der Antennenimpedanz feststellen aber da hat die Hand am Gerät noch mehr Einfluß als das Metall.

                        Ist aber schon gut wie viel Elektronik man heute für die ~$40 Herstellkosten in diese Kisten packen kann. Noch besser (für die Hersteller) ist es dann wenn man das dann noch für 1000€ verkaufen kann.........

                        Kommentar


                        • Danke Nightdiver! Das erklärt, dass es theoretisch funktioniert in in der Praxis aber Schwächen hat.

                          Kommentar

                          Lädt...
                          X