Zielscheibe für Nivellierlaser Laser,Quigo,PLL 360,PLL 5,Nivellierlaser,Laserzielscheibe,Laserziel
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Werkstatthelfer
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von Rainerle
10.08.17 22:42
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  • 11,00 €

Hallo zusammen, 

kennt Ihr das auch, Ihr woll etwas exakt horizontal ausrichten und man müht sich mit der Wasserwaage ab. Aber es will einfach nicht exakt werden ...
Ich kenne das besonders vom nivellieren von Unterkonstruktionen für Terassendielen oder dem exakten Ausrichten von Unterschränken für Küchenzeilen.

Nun habe ich einen Quigo, einen PLL 180-Kreuzlinienlaser, einen Linienlaser - alles von Bosch. Und irgendwie nützt mir das alles nicht so wirklich. Das ist alles toll um Bilder auszurichten, Gardinenstangen zu montieren ... Aber Flächen? Also wenn etwas nicht nur in der Höhe an der Wand sondern auch noch an seiner Oberkante im Wasser sein soll? Mir fehlt irgendwie ein 3D-Laser.

Beim Terassenbau verwendet man normalerweise Nivellierlaser. Diese haben eine Zielscheibe, die piepst, wenn der Laserstrahl auf die ausgerichtete Platte trifft. Diese Geräte kosten aber gleich rund 500 Euro aufwärts. Einfach zu viel für den Hausgebrauch. 

In diesem Projekt beschreibe ich meine extrem einfache Lösung. Das kann jeder innerhalb Minuten ohne großen Aufwand nachbauen ... und hpganz zur not genügt auch ein einfacher Gliedermaßstab. Aber da sucht man immer nach dem richtigen Maß - zu unübersichtlich. 
(Die professionellen Vermesser hier werden sich über meine Lösung schief lachen, aber mal ehrlich: Ihr habt Profigerät zu mehreren tausend Euro zur Verfügung. Das kosten die Küchenschränke, aber nicht meine Laser. Da macht mein Geldbeutel nicht mit ;-)


LaserQuigo, PLL 360, PLL 5, Nivellierlaser, Laserzielscheibe, Laserziel
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Bauanleitung

Benötigtes Material

Stk. Beschreibung Material Maße
1   Stab     
Restholz     
Zerbrochener Gliedermaßstab     
Kabelschellen     
Schrauben     
Doppelseitiges Klebeband     

Benötigtes Werkzeug

  • Akku-Schrauber
  • Klebstoff

1 Restholz grau färben

Restholz grau färben
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Zunächst habe ich Versuche gemacht, auf welcher Farbe der Laserstrahl gut sichtbar ist. 


Bei Weiß empfinde ich zu viel Reflexionen und bei hoher Lichtintensität besonders im Freien sieht man den Laser kaum. Es ist einfach zu wenig Kontrast. Als Komplementärfarbe versuche ich grün. Nein, das verschluckt das Rot des Strahls. Nach weiteren Versuchen meine ich, dass ein helles Grau ideal ist. Zu kaufen gibt es Zieltafeln aus Kunststoff in rot, das funktioniert aber mit allem was ich so in der Werkstatt habe, irgendwie gar nicht. 

Also: Ich nehme ein Abfallstück Multiplex 10 mm stark, beize dies hellgrau und behandle es mit etwas Wachs. Das Wachs lässt die Oberfläche leicht schimmern und reflektiert den Strahl recht gut. 

Von diesem Holz schneide ich ein quadratisches Stück von etwa 6 x 6 cm auf der Bandsäge. Die Kanten werden etwas geschliffen und die Ecken abgerundet. Das fasst sich dann gefälliger an. 

2 Der Stab

Der Stab
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Von einer defekten LED-Solarleuchte habe ich einen Erdspieß mit Kunststoffspitze und Edelstahlrundrohr im Fundus liegen. Dieser erscheint mir sehr geeignet. 


Diesen säge ich auf etwa 53 cm Länge ab. Wer so etwas nachbauen will, kann hierfür einfach einen Alurundstab, ein Rundholz oder eine Gewindestange, aber auch einen Vierkantholzstab verwenden. Die Länge ist sehr willkürlich gewählt. Ich dachte beim Nivellieren einer Terasse ist diese Höhe beim Knien ganz geschickt. Nicht zu hoch, nicht zu tief.

3 Zielplatte am Stab befestigen

Zielplatte am Stab befestigen
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Das Brettchen schraube ich mit Kabelschellen an den Stab. Dass das vom Stabdurchmesser passt ist einfach Zufall. Man könnte natürlich auch Löcher bohren und direkt schrauben. 

4 Maßstab auf der Zielplatte befestigen

Maßstab auf der Zielplatte befestigen
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Auf die Zielplatte zeichne ich eine schwarze Linie. Diese wird den Laser nicht reflektieren und gibt so eine exakte Ausrichtungsmöglichkeit. Diese die t allerdings hautsächlich dazu, die Tafel waagerecht auszurichten. Hält man diese schräg, könnte sich das Ergebnis verfälschen. Sieht man den Laserstrich minimal schräg oberhalb oder unterhalb des Striches ist man nicht im "Lot". Aber dazu später mehr. 


Sodann klebe ich ein Stück eines abgebrochenen Gliedermaßstabes mit doppelseitigem Klebeband auf meine Zielscheibe. So kann ich später ablesen um wie viel das Niveau angehoben oder abgesenkt werden muss. Auch hierzu später mehr ...

Im Bild sieht man zwei Maßskalen. Die obere stammt von einem Gliedermaßstab, der bündig am Ende des Stabes anliegt. Da die Kabelschellen das Hölzchen nur fest halten, kann ich dieses nun mit etwas Kraftaufwand am Stab verschieben und somit auf das exakte Maß einstellen. Von der Spitze des Stabes bis zur 50 cm-Markierung sind es so nun genau 50 cm. So soll es ja auch sein. 

5 Fertig

Fertig
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Hier die fertige Zielscheibe.

6 Versuchsaufbau und Erklärung des Systems

Versuchsaufbau und Erklärung des Systems
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Nun stelle ich den Kreuzlinienlaser PLL 360 am Stativ auf und justiere ihn so, dass der Laserstrahl exakt meine 50 cm-Markierung des Täfelchens trifft. Die Spitze des Stabes steht direkt auf der Werkbank. Man könnte natürlich auch den einfachen Linienlaser PLL 5 irgendwo passend fixieren oder den Quigo-Kreuzlinienlaser an der Halterung irgendwo befestigen. 


Verändere ich nun den Ort, indem ich die Spitze an anderen Positionen der Werkbank aufsetze, kann ich leicht erkennen, ob die Werkbank eben steht, oder ob sie z.B. nach rechts abfällt. 

Hiermit ist das Prinzip auch bereits erklärt. Man stellt den Stab auf eine beliebige Stelle der zu nivellierenden Fläche und richtet den Laser exakt auf meine 50 cm-Markierung aus. Nun haben wir sozusagen unseren Nullpunkt. Gehen wir nun an eine andere Stelle. Wir sehen auf dem Täfelchen, an der schwarzen Linie oder auf der Maßskala den Laserstrahl und wissen nun ob das Maß stimmt, ob wir erhöhen oder absenken müssen. Auf der Skala kann man nun sogar ablesen wie hoch man beispielsweise unterlegen muss. 

Angenommen, ich wollte nun meine Werkbank ausrichten. Ich würde das Täfelchen mit dem Laser erst einmal justieren. Idealerweise suche ich mit hierfür die höchste Stelle. Nun stelle ich meinen Stab auf eine andere Ecke der Werkbank. Der Laser sollte nun oberhalb meiner Markierung sein. Ich lese ab. Sagen wir 3 mm. Nun kann ich ein Unterlagklötzchen von 3 mm auf die Werkbank legen und nochmals mit dem Stab peilen. Wenn es passt, lege ich dieses Stück unter den entsprechenden Fuß der Werkbank. Und so fahre ich mit den restlichen Füßen fort. 

Beim Ausrichten von Küchenschränken ist man ohnehin am besten zu zweit. Einer dreht den Fuß nach oben, der andere kontrolliert oben wie weit. Die Küchenzeile ist so garantiert viel schneller ausgerichtet als mit einer Wasserwaage.

Nun zu Terassendielen. Man sucht sich hier ebenfalls einen Nullpunkt. Dann stellt man den Stab auf eine andere Stelle, richtet die Unterkonstruktion aus. Und so arbeitet man sich über die unzähligen Auflagepunkte durch. Idealerweise macht man das abends oder bei bewölktem Wetter - da sieht man den Laser deutlich besser.

Will man nun eine Unterkonstruktion für eine Holzdecke oder eine Rigipsdecke ausrichten, geht das genauso. Man dreht das Täfelchen einfach auf dem Stab herum, setzt die Spitze oben an dem ersten Auflagepunkt an, justiert den Laser und kann nun jeden beliebigen Punkt im Raum exakt ausrichten. 


Ihr seht, mit diesem einfachen Hilfsmittel fällt das ausrichten viel leichter als mit einer Wasserwaage. Und so ist die dritte Dimension - die Tiefe nun ebenfalls messbar. Eine notwendige Ergänzung zum Laser. 

Ich frage mich nur, warum Bosch so etwas nicht im Programm hat! 

7 Vergleich ohne und mit roter Lasersichtbrille

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Vergleich ohne und mit roter Lasersichtbrille
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Zur besseren Sichtbarkeit von Lasern gibt es spezielle rote Lasersichtbrillen.   Gerne will ich Euch zeigen, dass das tatsächlich funktioniert. Ich habe hier ein Laserbrille von Bosch verwendet. Diese kann man für unter 20 Euro bekommen. 


Man sollte dabei beachten, dass dies keine Brille ist, die vor den Laserstrahlen schützt. Sie sollte nicht zum Blick in den Strahl, sondern lediglich zum Blick auf reflektierte Strahlen verwendet werden. Andererseits sind diese Laser auch nicht so stark, als dass sie das Auge verletzen könnten. Der Augenlid-Schutzreflex funktioniert normalerweise sehr gut. Dennoch sollte man den Blick in den direkten Strahl auch mit Sichtbrille vermeiden. 

Im ersten Bild sieht man bei hellem Neonlicht in meiner Werkstatt wie der Strahl vom Grün des Werkzeugschrankes nur sehr schlecht reflektiert wird. Auf der Zieltafel ist der Strahl zwar sichtbar, aber eben gerade so.

Im zweiten Bild halte ich einfach die rote Brille vor die Handykamera. Man sieht den roten Strahl nun sehr viel deutlicher. Obwohl eigentlich der Farbkontrast fehlt. Man sieht ihn nun auch sehr gut auf dem grünen Metallschrank. Im Original wirkt das noch sehr viel deutlicher als in den Bildern. 

Dieses Prinzip ist insbesondere bei Tageslicht im Freien sehr hilfreich. Natürlich sieht man den Strahl bei vollem Sonnenschein auf keine 5 Meter. Aber sobald es bewölkt ist, sieht man den Strahl durchaus sehr gut mit der Brille. Ich kann die Anschaffung einer solchen nur empfehlen ...

Über Nachbauten würde ich mich freuen, Fragen beantworte ich natürlich gerne unten in den Kommentaren oder über PNs. 

Danke!

31 Kommentare

zu „Zielscheibe für Nivellierlaser“

Sauber gebaut und erklärt. 5Daumen
2017-08-10 23:24:11

Prima Lösung des Problems! Es müssen nicht immer die hochwertigsten Meßmittel sein......
2017-08-11 02:44:27

Mit einfachen Mitteln gut gelöst.
2017-08-11 03:50:06

Gut und günstig.
2017-08-11 07:32:31

Diese Einfache Lösung kann sich Sehen lassen, die Beschreibung und Bebilderung ist mal allererste Sahne, da können sich so manch einer hier im Forum eine Scheibe abschneiden.
2017-08-11 07:41:10

Einfach ja aber gleichzeitig sehr Wirkungsvoll. Super Lösung. Fünf Daumen von mir.
2017-08-11 08:03:43

Schon eine schicke Lösung. Ich als "Profi-Vermesser" kann Dir versichern, dass ich in verbindung mit meinem Laser auch nur einen Zollstock nutze (zuhause). Der Vorteil bei Deiner Lösung ist, das Du die Zieltafel in der Höhe passend einstellen kannst. Ich muss mir immer das passende Maß auf dem Zollstock merken...
2017-08-11 08:36:27

Eins noch: Du kannst Deine Zieltafel mit Hilfe der horizontalen Linie lotrecht ausrichten, aber nur vom Laser aus gesehen rechtwinkelig. Ob Deine Zielscheibe auf den Laser zu gekippt ist, oder von ihm weg, kannst Du so nicht feststellen. Das beeinflust die genauigkeit aber genauso....entweder eine Dosenlibelle oder wenigstens eine Röhrenlibelle in dieser Richtung würden Abhilfe schaffen........
Allerdings kommt es auch immer auf die geforderte Genauigkeit an....
2017-08-11 08:41:44

Tolle und einfache Lösung! Die hätte ich mir vor zwei Wochen gewünscht, als ich den Unterbau für mein Gartenhaus gemacht habe. ;-) Bei uns fällt das Gelände auf der Tiefe des geplanten Gartenhauses fast 20 cm und ich musste einiges an Steinen und Brettern anschleppen, um alle Punkte einigermaßen mit der Wasserwaage und Richtscheit ausrichten zu können. Und von genau ist man dann immer noch ein Stück entfernt.
Für mein nächstes Bauprojekt werde ich mir so etwas auch mal nachbauen. Toll Idee und echt kostengünstig zu machen. Dafür von mir klare 5 Daumen!!!
2017-08-11 09:09:22

praktisch und einfach, stimmt sugrobi - habe ich auch sofort gedacht
2017-08-11 09:13:03

tolle Lösung... wie sugrobi schon sagte, fehlt nur noch eine kleine Wasserwaage für die Rechtwinkligkeit in Richtung Laser oder davon weg.
2017-08-11 12:46:57

So ne kleine Libelle habe ich sogar nich in der Werkstatt liegen. Danke für den Tipp!

Wobei das glaube ich fast zu vernachlässigen ist. Die senkrechte hat man grob im Auge, bei Nivellierungen kommt es meist nicht auf 1 mm an. Das gleicht sich z.B. durch die Terassendielen aus. Und um mehr als 1 mm Abweichung zu bekommen, muss die Zieltafel schon extrem schräg gehalten werden.

Ja, sugrobi, ich habe das bisher auch mit dem Zollstock gemacht. Und auch mit nem Kreppband hälftig aufgeklebt. Ein Bleistiftstrich für meine Nullstellung. Dann kann ich ebenfalls die Abweichung ablesen. Aber meine Zieltafel sieht zum einen professioneller aus, zum anderen ist sie leichter und die klaut mir auch keiner, der eben nur mal schnell was abmessen muss. Und: Sie ist größer als der Meterstab, so sehe ich die Linie besser.
2017-08-11 14:01:39

sieht gut aus, du könntest auch anstatt einer Libelle einfach ein Lot an der Tafel anbringen und dies mit dem Zollstock abgleichen.
2017-08-11 16:16:59

Ne Unterlagscheibe an einem Stück Schnur an einer Ecke des Täfelchens. Hängt es parallel zum Stab ist es senkrecht. Auch ne gute Idee Cyberman!
2017-08-11 17:35:35

Klasse Helferlein
2017-08-11 20:19:49

Oder Du wackelt einfach ein wenig mit der Zieltafel in Richtung Laser vor und zurück..... da, wo der Laser am tiefsten auf der Zieltafel steht, da steht sie senkrecht....

Das Argument mit dem professionellen Aussehen sticht! Und das mit dem klauen noch mehr!!
2017-08-11 21:15:19

Das Kippen ist wohl die einfachste Lösung. Das stimmt geometrisch. Danke! Das werde ich so beherzigen.

Am wichtigsten war mir die größere Fläche, da ich so den Laser bei hellem Umgebungslicht eben leichter sehe/finde.
2017-08-11 21:26:53

Genial - kommt sofort auf die To - Do - Liste und wird gemerkt - 5 - D dafür
2017-08-11 22:27:19

mit Wasserwaage eine gute Idee
2017-08-12 08:56:21

Einfach aber sehr effektiv 5D
2017-08-12 10:09:08

Einfach Klasse Idee, aber ich bleib beim Gummi
2017-08-12 19:21:27

Coole Sache . prima Idee.
2017-08-12 19:51:47

Die Werkstatt lebt durch ihre Helferlein.

Das Bild mit und ohne Laserbrille hat mir sehr gut gefallen. Laserbrille wird gekauft. ;O)
2017-08-12 22:22:43

einfach aber effektiv 5 D
2017-08-13 07:32:16

Super gemacht 5d
2017-08-13 09:27:00

Super Gedanken gemacht und super erklärt.
2017-08-13 09:39:38

Top Idee! Einfach und effektiv! 5D
2017-08-13 15:32:45

Gute Lösung.

5 D

2017-08-14 08:20:27

klein aber oho, prima gemacht
2017-08-14 12:21:44

Klasse Idee und super ausgeführt!
2017-08-15 15:06:38

einfache Lösung aber typisch Rainerle
2017-10-05 18:37:53

zum Thema Der große Upcycling- und Recycling-Wettbewerb 2017 Sichtschutz mit Hochbeet aus alten Backsteinen  Sichtschutz, Hochbeet, Ziegelsteinmauer, Backsteine

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