POF 1400 ACE –
präzise arbeiten wie ein Profi!

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Test zur POF 1400 ACE 0 Kommentare
Vom 05.05.11 Geändert 2011-05-05 13:00:34
Koffer, Lieferumfang und Bedienungsanleitung
Erfreulicherweise wird die 1400 im Koffer geliefert. Der ist aus billigem, aber stabilem Plastk gefertigt und bietet Platz für 6 Fräser und das mitgelieferte Zubehör. Wer selten fräst, kann hier alles in einem Koffer aufbewahren. Mir persönlich ist allerdings bei einer Oberfräse der Koffer nicht ganz so wichtig wie bei den meisten anderen Geräten, da ich die Oberfräse überwiegend in der Werkstatt und nur ausnahmsweise mal unterwegs verwende.
Im Koffer befindet sich neben der gut sitzenden Oberfräse ein Parallelanschlag (mit Zirkel-Zentrierstift im Beutel), ein Schlüssel für die Spannzange(sehr billige Anmutung, aber funktioniert problemlos) ein Kurvenanschlag (alles sauber, fest und klapperfrei mit Flügelmutter fixiert), ein Nutfräser, die Bedienungsanleitung im separaten Fach sowie Spannzangen in 8mm (montiert), 6mm und ¼ Zoll und Befestigungsschrauben im Plastikbeutel. Sinniger fände ich eine Spannzange mit 12mm statt der Zoll-Zange.
Der Koffer böte ausreichend Platz für Spannzangen-Steckplätze, mehr Fräser-Steckplätze und ein Zubehörfach. Hier sollte noch etwas Feintuning betrieben werden.
Die Bedienungsanleitung ist gemeinsam mit dem Online-Ratgeber ein guter Start für Neulinge! Leider auch wieder Vielsprachig ist es ein kleines Buch, dass aber dank des Kofferfachs immer bei der Maschine ist. Die Drehzahltabelle sollte allerdings auch auf der Fräse aufgedruckt sein.
Der zusätzliche HM-Fräsersatz ist ein sehr gutes Startpaket!

POF in Motion
Die Spannzangen lassen sich sehr schnell tauschen, sind aber leider nicht deutlich gekennzeichnet. Ein Lackstift schafft schnell Abhilfe.
Nachvollziehbar ist das Fehlen eines Feststellschalters aus Sicherheitsgründen.Aber das ist auch gleichzeitig ein großer Nachteil der Maschine! Die Maschine eignet sich auf Grund der großen Kraft eigentlich sehr gut für den Frästisch. Dafür muss allerdings gebastelt werden. Längere Fräsungen lassen die rechte Hand verkrampfen. Clever ist die Kabelführung: Das Kabel wird über die rechte Schulter geführt und ist so nie im Weg.
Super ist die Schnellfixierung der Kopierhülse. Leider konnte ich aus Zeitmangel noch nicht mit der Hülse arbeiten.
Eine prima Idee ist die Beleuchtung des Fräsbereichs mittels LED! Allerdings sollten die LEDs bereits bei Betätigung der Einschaltsperre leuchten, da die Beleuchtung gerade zur Positionierung des Fräsers sinnvoll ist. Bei Erreichen der eingestellten Drehzahl können die LEDs ja dann 2x kurz blinken.

Der Softanlauf funktioniert prima. Die Maschine lässt sich sanft eintauchen, solange man gleichmäßigen Druck auf beide Griffe bzw. Säulen gibt. Deshalb finde ich die Anordnung der Stangen für den Parallelanschlag sehr ungünstig! Ich möchte bei einer starken handgeführten Fräse die größtmögliche Kontrolle haben. Dazu müssten die Stangen aber um 90° versetzt zur jetzigen Anordnung sitzen, damit ich bei Fräsen mit Parallelanschlag oder Schiene die Fräse nicht neben mir führen muss!
Der Parallelanschlag ist eine Katastrophe!!! Mit dieser Oberfräse kann ich die Frästiefe auf 1/10 mm genau einstellen, aber die Position zur Kante muss ich grob einstellen ohne Justiermöglichkeit – das passt gar nicht! Glücklicherweise passt der Parallelanschlag mit Feineinstellung meiner MacAllister Oberfräse. So habe ich auch gleich einen doppelten Parallelanschlag, um schmale Kanten sicher zu fräsen. Ein Adapter für die Festool-Führungsschiene ist mein nächstes Projekt.

Ich wollte bei diesem Test möglichst vielfältig mit der Oberfräse arbeiten. In der Kürze der Zeit ließ sich nur ein kleineres Projekt durchführen. Ich baute eine kleine Geschenkschatulle.
Zuerst probierte ich mit der Wolfcraft Zinkenschablone halbverdeckte Schwalbenschwänze. Problemlos ließ sich die Grundplatte durch die von Wolfcraft ersetzen (Bild1). Kraftvoll arbeitete sich die POF durch das Buche Leimholz und die Front war schnell erstellt! (Bild 2).
Die Verbindung der hinteren Wand habe ich mit Hilfe eines Scheibennutfräsers und Lamellos ausgeführt. Der Scheibennutfräser (Bild 3) ist vielseitiger und günstiger als eine Lamellofräse und schafft genau passende Verbindungen (Bild 4 mit Stützkonstruktion + Bild5)

Den Deckel habe ich erst gefräst, damit ich mehr Auflagefläche für die Oberfräse hatte (Bild 6) und dann erst mit 2mm Überstand rundherum auf der Tischkreissäge zugeschnitten, in der Schatulle verkeilt und mit dem Bündigfräser passend gefräst. In den Boden habe ich eine Nut gefräst, die die Seiten aufnimmt (Bild 7 nach dem Beizen). Alle Kanten sind mit dem Doppelradiusfräser profiliert. Bild 8-10 zeigen die fertige Schatulle.
Mit Hilfe eines 2. Parallelanschlags (Bild 11) lässt sich mit der zwangsgeführten Oberfräse innerhalb weniger Minuten ein Kabelkanal für den TV herstellen. Für ein symmetrisches Ergebnis einfach in jeder Einstellung einmal hin und gewendet wieder zurück fahren (hab ich in der Hektik nicht gemacht *schäm). Die Kanten profiliert und anschließend mit dem Nutfräser in mehreren Schritten die eigentlichen Kabelführungen gefräst (Bild 13+14) – fertig! Mit etwas mehr Mühe und Kreativität als im Beispiel habt ihr in nicht mal 10min ein individuelles Kabelversteck gefräst!
Bild 15 zeigt eine Ecke meiner Bohrtischeinlage. Die Vertiefung habe ich herausgefräst und dann die Ecke mit einem scharfen Beitel eckig herausgearbeitet.

Fazit
Die Bosch POF1400ACE ist eine Oberfräse, die wohl jeder Heimwerkeranwendung gewachsen ist und diese auch mit Bravur erledigt! Der kraftvolle Motor mit Sanftanlauf macht einen ebenso guten Eindruck wie die Tiefenfeineinstellung. Echte Highlights sind die SDS-Verriegelung für die Kopierhülse und die LED-Beleuchtung.
Feilen könnte Bosch noch an Details wie z.B. bei der Absaugung, dem Koffer, der Lage der Parallelführung und der LED-Beleuchtung.
Dringend muss eine Feineinstellung des Parallelanschlags her! Eine Oberfräse ist eine Präzisionsmaschine, die feine Justiermöglichkeiten benötigt!
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