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Fliesen sind keramische Platten für Fußböden oder Wände. Es gibt auch Natursteine (Marmor, Ziegel etc.), die im Sinne dieses Artikels ähnlich verlegt werden können. Unterschiedliche Formen – von großflächigen 50x50cm-Platten bis hinunter zu Mosaiksteinchen, diese meist auf Kunststoffmatten vorverklebt – finden Anwendung.
Es gibt Fliesen für Fußböden, hochbeanspruchte Werkhallenböden und für Wände. Daneben noch Zierfliesen, die am empfindlichsten sind.
Wichtig ist die Beanspruchungsklasse, über die man sich im Fachhandel intensiv beraten lassen sollte, um nicht hinterher einen Fußboden mit nur für Wände geeigneten Fliesen belegt zu haben, die dann nach kurzer Zeit abgescheuert sind und unschön aussehen. Italienische Fliesen haben meist eine rotbraune Scherbe (das Innenleben), wobei Bodenfliesen und Wandfliesen deutscher Produktion meist eine weiße Scherbe haben. Dies ist wichtig bei der Auswahl der Verlegeart.
Fliesen Verlegen ist gar nicht so schwierig. Wer schon einmal Patiencekarten auf dem Tisch arrangiert, oder Bauklötzchen an Bauklötzchen gebaut hat, der weiß, worum es hier geht: Je ebener der Untergrund, und je exakter die Abstände der Bauelemente, desto gleichmäßiger das Gesamtbild.
Es gibt die verschiedensten Kleber für Fliesen. Sehr gut eignen sich vor allem Flex-Kleber, die auch frostbeständig sind, für innen und außen. Wenn man immer denselben Kleber verwendet, hat man keine Probleme mit einer Umstellung, und der frostsichere Kleber ist nur unwesentlich teurer, als der für innen. Außerdem gestattet der frostsichere Kleber etwas dickere Schichten, was den Ausgleich etwaiger Unebenheiten erleichtert.
Es ist auf einen sauberen und ebenen Grund zu achten. Buckel werden – am besten mit einer groben Stahlbürste mit einer Flex – entfernt, Löcher oder Vertiefungen werden mit Flexkleber oder Mörtel verfüllt.
Den Flexkleber nach Anweisung anmischen und nach der Ruhezeit mit dem Zahnspachtel auftragen:

Ein Fachmann verlegte in meinem Beisein einmal Bodenfliesen an einer Wand entlang. Am Ende war er um 3cm zu kurz. Er verschob die Fliesen so, daß die Fugen alle gleichmäßig waren und verfuhr mit der rechtwinklig dazustehenden Reihe ebenso. Dort fehlten ihm dann 5cm.
Es kam der Fliesenschneider zum Einsatz, damit die Fugen in beiden Richtungen einheitlich waren. Keine Fugenkreuze, sondern Augenmaß. Es ist selbstverständlich, daß an der Wand begonnen wird, die der Tür gegenüberliegt. Auch empfiehlt es sich, zuerst die Wand, und danach den Boden zu fliesen.
Innenecken werden mit dem Fliesenschneider zugeschnitten. Außenecken werden mit einem Filzstift auf der zu verlegenden Fliese markiert und dann mit der Flex an einer Seite so weit, wie erforderlich, eingeschnitten, und dann der »Lappen« mit dem Fliesenschneider angeritzt und abgebrochen.
Löcher für E-Dosen oder Wasserzu- und Abflüsse pickt man mit dem Hartmetallhammer und dem Lochgerät aus.
Danach wird das Loch mit der Papageienzange vorsichtig so weit vergrößert, dass es gut über die Stelle paßt. Zunächst OHNE! Fliesenkleber probieren, ob die Fliese paßt, danach Kleber auftragen – am besten auf die Fliese – und anpappen.
Den Fugenmörtel nach Anweisung anmischen und mit einem Gummispachtel in die Fugen einarbeiten. Nach etwa 1m² mit einem feuchten Schwamm den überschüssigen Mörtel wegwischen und trocknen lassen. Mit einem feuchten Tuch die Fliesen abwischen und nach dem Trocknen mit einem trockenen Tuch nachwischen. Hurra! Fertig!
Frischer Mauerputz sollte 1-2 Wochen nicht verfliest werden, frischer Beton oder Estrich nicht von 3 Wochen: Die Fliesen könnten sonst reißen.
Will man auf Fliesen fliesen oder auf Styropor-Wanneneinsätzen, zieht man mit der glatten Seite des Zahnspachtels eine dünne Schicht Kleber auf und läßt ihn trocknen. Danach, wie auf Wand oder Boden verfahren.