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Elektrizität ist schwer: Ganze Völkerstämme verstehen nichts davon, erklärte mir mal ein Elektriker. Das ist wahr.
Mit Schwachstrom (bis 48V) kann jeder umgehen. Schlimmstenfalls baut er einen Kurzschluss. Im Bereich von 50-500V spricht man von Starkstrom, darüber von Hochspannung. Haushaltsstrom (zwei Leitungen plus Erde) hat 230-240V. Diese Spannung wurde seit den 60er Jahren schrittweise von 220V erhöht.
Alle Stromarten gibt es in Gleichstrom (Zeichen=) und Wechselstrom (Zeichen~), auf den meisten Geräten mit DC (directly current) und AC (alternating current) bezeichnet.
Strom kann man ändern: Am einfachsten geht es mit dem Wechselstrom, der über einen Transformator (Trafo) in eine andere Spannung verwandelt wird.
Gemessen wird die Stromspannung (vereinfacht die Betriebsart, wie beim Auto 1., 2. Gang usw)in Volt = V. Die Stromstärke wird in Ampere = A gemessen. Die Leistung wird in Watt = W gemessen. Diese ergibt sich aus der Multiplikation von A und V, d. h. ein Heizofen mit 230V Anschlußwert benötigt 10 A, als verbraucht er 2300 W oder 2,3 Kilowatt = kW; seit einiger Zeit wird diese Größe in VA (Voltampere, Volt mal Ampere) angegeben, weil dies mit der Physik besser im Einklang steht. Für die Praxis hat dies keine Bedeutung.
Auch Gleichstrom kann in der Spannung herabgesetzt werden, indem über eine Transistorschaltung hinten eine andere Spannung herauskommt. Der umgekehrte Weg geht nur über eine Umwandlung in Wechselstrom, Transformierung und ggf. anschließende Gleichrichtung. Allen Stromumwandlungen ist gemeinsam, daß die Leistung (Watt, VA) gleich bleibt, von Verlusten durch Wärme abgesehen.
Wichtig ist, daß die 230V-Kabel i. d. R drei Adern (Es gibt auch mehradrige Starkstromkabel) haben: I.d.R. schwarz, blau und grün/gelb gestreift.
In Altbauten gibt es Kabel mit schwarz/rot/grau. Da Vorsicht! Was sich der damalige Elektriker von Anno 1950 dabei gedacht hat, ist immer fraglich. Am Besten austauschen.
Vor der Arbeit am Stromnetz die Sicherung ausschalten. Bei einigen Arbeiten geht das aber nicht, weil man den Stromlauf überprüfen muss. Dann gilt: Sicherung rein, messen mit Phasenprüfer oder Messgerät, dann wieder ausschalten, um weiter arbeiten zu können.
Bei Schwachstrom können alle möglichen Kabelfarben auftauchen, jedoch ist hier meist Rot der Pluspol und Schwarz der Minuspol. Werden die Anschlüsse + und - vertauscht, geht das Gerät kaputt (in der Regel).
Festverlegte Telefonkabel haben eine einheitliche Farbgebung: 2-paarige (d. h. 4-adrige) die Farben schwarz, rot, gelb, weiß - bei den alten Telefonen war rot=a, schwarz=b, weiß=Erde, gelb=Zweitweckerleitung; das ist heute ohne Belang, weil die heutigen Telefone mit 2 Adern auskommen. Mehrpaarige Kabel folgen dem Schema: Im Zentrum beginnend mit einem rot/blauen Paar, die weiteren Paare sind jeweils mit einer farbigen und einer weißen Ader verdrillt, in der Folge blau, schwarz, braun, grün, gelb und so weiter. So kann man ein solches Kabel ohne Meßgerät verschalten - an einem Ende die Drehung im Uhrzeigersinn, am anderen anders herum. Die flexiblen Kabel haben eine eigene Farbgebung, die von Hersteller zu Hersteller verschieden ist.
Schwachstromgeräte werden über Batterien, Netzadapter (die nichts anderes sind, als Transformatoren mit einem Gleichrichter - der den Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt - bestehen) und Akkus, die wiederum ihre Ladung aus einem Netzadapter, hier heißt es Ladegerät, aufgeladen werden.
Es gibt Stromprüfer, bei denen man über eine LED-Anzeige die Stromart (Gleich- oder Wechselstrom und die annähernde Stromstärke) feststellen kann (Funktionieren auch bei 1,5V). Geht man mit diesem Gerät zwischen Phase und Erde, kann es den FI-Schalter auslösen. Es gibt keinen Knall und man merkt nichts davon, außer der FI-Schalter knackt und überall ist es dunkel. Taschenlampe bereithalten! Ein FI-Schalter vergleicht den fließenden Strom zwischen Nullleiter und Phase. Bei geringsten Differenzen löst er aus und vermeidet so einen tödlichen Stromschlag.
Ich rate allen, die Angst vor Strom haben, sich NICHT daran zu versuchen. Leider kursiert teilweise in der Laienschaft ein Halbwissen, dem nicht getraut werden kann. Dieses Bastlerwissen kann schwerwiegende Folgen haben; Fachleute rücken mit ihrer Weisheit meist nicht heraus, weil sie es selbst tun wollen. Es ist genauso, wie beim Verlegen von Gasleitungen: Ist man sich nicht zu 101% sicher, läßt man die Finger davon und konsultiert die Gelben Seiten.