Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

Wasserturm

Wassertürme sind in den meisten Fällen im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Stadt- und Landschaftsbild herausragende architektonische und technische Zeitzeugen einer industriell geprägten Wasserversorgung. Wassertürme gehören fast immer durch ihre exponierte Lage im Stadtraum, aber auch durch ihre Korrespondenz zu anderen Hochpunkten wie Wehr- und Kirchtürme zu den Silhouette prägenden Bauwerken eines Ortes. Fast immer der ursprünglichen Funktion als Wasserreservoir und Druckausgleich enthoben, fristen manche ihr Dasein als Fremdkörper auf potenziellem Baugrund. Anderenorts allerdings trafen neue Nutzungsideen und Investitionen zusammen – dort entstanden wahre Schmuckstücke.
Die ersten Wassertürme (ab 1830) besaßen rechteckige Wasserbehälter mit flachem Boden. Zur Verstärkung der Wände mussten innenliegende Zuganker eingesetzt werden, die anfällig für Korrosion waren und eine Reinigung des Behälters erschwerten. Später wurden die Behälter rund ausgeführt, sodass nur noch der weiterhin flache Boden zusätzlich durch eine Balkenlage unterstützt werden musste. Diese Bauform wurde fast ausschließlich in Gebäude integriert
Im 19. Jahrhundert wuchsen viele Städte wegen der fortschreitenden Industrialisierung geradezu explosionsartig. Dabei wurde die Wasserversorgung durch Brunnen unmittelbar am Haus für die gedrängt wohnenden Bewohner lebensbedrohend, Seuchen breiteten sich aus. Denn unmittelbar dort, wo das Trinkwasser entnommen wurde, entsorgte man auch die Abwässer. Und als es 1842 in Hamburg zu einem Stadtbrand kam, gab es keine ausreichenden Wasservorräte, um ihn zu löschen. Fast ein Fünftel der Stadt fiel den Flammen zum Opfer. Deshalb entstand hier 1848 die erste zentrale Wasserversorgung in Deutschland, wenige Jahre später folgten Berlin und nach und nach weitere Städte.
Bei einer modernen öffentlichen Wasserversorgung sind zwei Probleme zu lösen, die in früheren Zeiten so nicht auftraten. Zum einen soll das Wasser auch an Zapfstellen in den höher gelegenen Wohnungen der Mietshäuser zur Verfügung stehen, und zum anderen muss es möglich sein, sich auf den sehr ungleichmäßigen Verbrauch des kostbaren Trinkwassers einzustellen. Da die durch Dampfmaschinen betriebenen Pumpen nur gleichmäßig arbeiten konnten, war es nötig, Behälter zwischen Wasserwerk und Verbraucher einzurichten, die sowohl der Speicherung als auch dem Druckausgleich dienten.
Zur Versorgung der höherliegenden Abnehmer folgt man dem "Prinzip der kommunizierenden Röhren", nach dem sich in untereinander verbundenen Rohrsystemen überall der gleiche Wasserstand einstellt. Der ausreichende Versorgungsdruck entsteht, wenn die Speicher höher liegen als die Zapfstellen. In bergigen Regionen baute man deshalb hochgelegene Erdbehälter, im Flachland aber war ein Gebäude nötig - ein Wasserturm. Enthält der Turm einen Behälter mit einem Fassungsvermögen von einigen Hundert bis zu mehreren Tausend Kubikmetern, so ist gleichzeitig die Pufferwirkung gewährleistet.
Wasserhochbehälter zur Druckerzeugung und zur Speicherung des Wassers wurden auch für die Eisenbahnen verwendet, mussten doch die Dampflokomotiven in kurzer Zeit mit einer großen Wassermenge gespeist werden.
Mit Eisen, später Stahl, stand ein haltbares Material zur Verfügung, aus dem große Behälter gebaut werden konnten, doch eine passende Form musste noch gefunden werden. Zunächst wurden die aus dem Holzbau bekannten Kästen eingesetzt, später kamen zylinderförmige Behälter dazu.
 


Expertenfragen

Lade Deine Freunde
in die 1-2-do Community ein!
Freunde einladen
Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com