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V2A

Begriff

 

V2A ist eine inzwischen umgangsprachliche Bezeichnung für einen nicht rostenden Stahl.

Genauer handelt es sich dabei um einen hochlegierten, korrosionsbeständigen (Edel-)Stahl. Edelstähle sind nicht grundsätzlich rostfei - es gibt eine ganze Reihe von Edelstählen, die stark korrosionsanfällig sind. Edelstähle sind alle hochlegierten Stähle, die einen Legierungsbestandteil >8 Gew.-% besitzen sowie legierte und unlegierte Stähle, die mit »besonderer Sorgfalt« erschmolzen sind. Die besondere Sorgfalt ist im Einzelnen im dazugehörigen Stahl-Eisen-Werkstoffblatt (SEW) zu ersehen (Die bloße Kenntnis der Zusammensetzung reicht bei diesen Stählen nicht aus).
 

 

Voraussetzung

 

Um Rostfreiheit zu gewährleisten, ist ein Chromanteil von mindestens 13% notwendig. Ab dieser Konzentration bildet sich an der Oberfläche eine Passivierungsschicht aus Chromoxid, die das Eisen im Stahl vor Oxidation schützt. Die Schicht bildet sich dabei nach einem Schnitt ins Material von selbst wieder aus. Ist der Chromanteil niedriger, würde eine Beschädigung der behandelten Stahloberfläche eine Korrosionsfortsetzung im innerne nach sich ziehen.

 

 

Namensgebung

 

Der Name stammt aus den eigentlichen Versuchen zur ersten Herstellung dieses Stahles.

Versuchsschmelze 2 Austenit, der unter der Werkstoffnummer 1.4300 geführt wird und heute eigentlich gar nicht mehr hergestellt wird. Der heute hergestellte und verwendete Nachfolger 1.4301 (geringerer Kohlenstoffanteil, höherer Nickelanteil) wird mit dieser Bezeichnung versehen.

 

 

Sorten

 

1.4300 hat dabei die Zusammensetzung X12CrNi18-8, der Nachfolger X5CrNi18-10. Die den chemischen Elementen nachgestellten Zahen bezeichnen die Legierungsbestandteile in Gewichtsprozent, wenn vorne ein X steht.

Die vordere Zahl bezeichnet den Kohlenstoffgehalt in Gewichtsprozent, durch 100 geteilt. Seit der Erfindung des rostfreien Stahls ist man bemüht, den Kohlenstoff so weit, wie möglich abzusenken. Man spricht von LC und ELC-Austeniten (Low Carbon und Extra Low Carbon).

Bekannt ist auch der V4A, dem zusätzlich Molybdän zulegiert wird, um ihn gegenüber aggressiven Medien beständiger zu machen (Agressive Medien werden in reduzierende und oxidierende Medien unterteilt).

Er wird unter der Werkstoffbezeichnung 1.4401 geführt. Seine Zusammensetzung ist X5CrNiMo17-12-2. Gebräuchlicher ist - besonders in Seeatmosphäre - der WSt 1.4571 (X6CrNiMoTi 17-12-2), der durch seine Titanstabilisierung besonders gegen interkristalline Korrosion und Lochfraß geschützt ist. Es kann allerdings bei diesem Stahl zu nadelförmigen Titancarbonitriden kommen, die dann wie Haarrisse aussehen, das tut aber der Korrosionsfestigkeit und Gebrauchsfähigkeit keinen Abbruch.
 

 

Austenit (Struktur)

 

Austenit ist eine Kristallform des Stahls, die eigentlich nur bei Temperaturen >723°C vorkommt. Durch Zulegierung von Chrom und Nickel erreicht man, daß nach dem Abschrecken anstelle von Martensit, Ferrit, Zementit das Austenit erhalten bleibt. Austenit ist nicht ferromagnetisch, daher kann man mit einem Magneten prüfen, ob es sich wirklich um einen austenitischen Stahl handelt. Chromstähle sind zwar auch bedingt rostbeständig (im Falle einer blankpolierter Oberfläche), aber magnetisch.

 


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