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Stechbeitel

Stechbeitel ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Werkzeuggruppe der Beitel. Dabei handelt es sich um Werkzeuge zur spanenden Holzbearbeitung.

 

Aufbau eines Stechbeitels


Stechbeitel bestehen aus einem hölzernen Griffstück und einer metallenen Schneide die im vorderen Bereich einseitig geschliffen ist.

Das Griffstück besitzt hinten meist einen Metallring damit es beim Schlagen auf das Klopfstück nicht ausreißen kann. Ebenso ist am unteren Ende des Hefts, wo das Metall eingefügt wurde ein Metallring um das Heft gelegt um ein weiteres Einpressen in den Griff und damit ein Spalten des Heftes bei der Arbeit zu verhindern. 

Die Schneide des Stechbeitels besteht aus einem guten gehärteten Werkzeugstahl, der einerseits nicht zu weich sein darf, um auch bei kraftvollen Arbeiten sich nicht zu verbiegen und auch in hartem Holz gute Arbeit leisten kann, andererseits sollte er gut schleifbar sein. Stechbeitel müssen häufig nachgeschärft werden. Ein gut geschliffener Stechbeitel ist rasierklingenscharf und sollte nie für andere Arbeiten (Hebeln, Schrauben eindrehen, Abkratzen von Leim oder Farbe ...) verwendet werden.

Die Klinge des Stechbeitels ist immer nur einseitig und je nach Verwendung in einem Winkel zwischen 25 und 40 Grad geschliffen. Die angeschliffene Kante nennt man Fase, die gegenüberliegende Seite Spiegel. Beim Schärfen ist zu beachten, dass der Spiegel niemals angeschliffen werden darf. Diese Fläche muss exakt eben sein und darf keinesfalls zur Fase hin angeschrägt sein.  Vorsicht beim Schleifen der Fase! Ein entstandener Grat sollte flach auf dem Spiegel anpbgezogen werden, aber niemals durch ein Anheben des Spiegels vom Schleifstein. Dies zerstört sofort die Schärfe. Ein hundertsel mm genügt bereits zur Unschärfe.

 

Arbeiten mit Schlag: Klüpfel oder Schlägel

Arbeitet man entlang der Maserung des Holzes, ist dies meist mit dem bloßen Druck der schiebenden Hand möglich.. Zum Durchtrennen von Holzfasern quer zur Maserung ist aber ein Schlagen auf das Griffstück notwendig. Bei diesen Arbeiten - also senkrecht in ein Brett - bedarf es höherer Kräfte und hier sollte man dann einen Holzhammer benutzen. Ein Holzhammer hat den Vorteil gegenüber Eisenhämmern, dass das Holzheft des Beitels nicht oder nur auf Dauer leicht beschädigt wird. Diese speziellen Holzhämmer werden Schlägel oder Klüpfel genannt. Es gibt dabei verschiedene Formen. Eine gebräuchliche aber etwas schwieriger zu handhabende Form sieht aus, wie eine Flasche, die auf halber Höhe durchgetrennt wurde (Der Hals ist dabei der Griff). Durch die Rundung des Schlägels bedarf es etwas Übung. Im Verkauf für Heimwerker findet man eher trapezförmig geschnittene Holzblöcke mit Stiel, die durch die ebene Aufschlagfläche leichter zu handhaben sind, aber zugleich etwas mehr Fingerspitzengefühl bei filigraneren Arbeiten erfordern. 

Formen der Beitel

Beitel gibt es in verschiedenen Formen und Größen. Je nach Form bezeichnet man sie als 

  • Stechbeitel - gerade Schneide im rechten Winkel - gebräuchlichste Form
  • Kantenbeitel - schräge Schneide - zum Herausarbeiten von Halbnuten am Brettrand
  • Hohlbeitel - runde Schneide - Fase liegt im Bogen - zum Aushöhlen (wie z.B. für Löffel oder Schalen) oder zum Herstellen von Rundnuten

 

Mit dem Beitel können Formen sehr exakt im Holz hergestellt werden - dazu bedarf es Übung und Fingerspitzengefühl.

 

Wie herum wird der Beitel verwendet?

Im Allgemeinen wird mit dem Stechbeitel immer folgendermaßen gearbeitet. Die Fase zeigt zum Abfallholz hin. An der Fase entsteht der Span bzw. das Holz wird an der Fase gepresst, bevor es abgeschnitten wird. Durch Anheben vom Werkstück bzw. durch Absenken des Spiegels hin zum Werkstück kann die Spandicke variiert werden. Liegt der Spiegel fast auf dem Holz an, wird ein hauchdünner Span erzeugt, steht die Klinge dagegen senktecht zum Holz, wird in djeses hineingeschnitten. Und hier erklärt sich auch, weshalb die Fase hin zum Abfall zeigen muss. Durch einen Schlag mit dem Klüpfel wird die Klinge in das Holz getrieben. An der schrägen Fase wird dabei das Holz gestaucht, der gerade Spiegel taucht hingegen senkrecht ins Holz ein. Diese Kante wird später die saubere Schnittkante sein. Im Abfall ist das Quetschen des Holzes unerheblich.

Verwendungszwecke

Stechbeitel können bei der Holzbearbeitung vielseitig verwendet werden:

  • Ausstemmen von Nuten (hilfreich ist bei durchgehenden das Vorsägen mit einer Feinsäge der geraden Kanten der Nut. Mit dem Beitel wird dann die Tiefe der Nut herausgearbeitet. Wichtig ist hierbei, dass von beiden Brettenden aus zur Mitte gearbeitet wird um ein Ausreißen der Ränder zu verhindern)
  • Ausstemmen von Vertiefungen oder Aussparungen wie für Zapfenverbindungen oder zum Einbau eunes Schlosses in eine Zimmertüre
  • Herstellen von Zinkenverbindungen 
  • Herstellung von Zapfen
  • Abtragen geringer Holzschichten zur Anpassung an andere Werkstücke oder nach Verwerfungen/Aufquellen des Holzes anstatt eines Hobels - auf kleinen Flächen ist ein exakteres Arbeiten möglich.
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Stechbeitel sind sehr vielseitige Werkzeuge in der Holzverarbeitung und sollten in keiner Werkstatt fehlen. 


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