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Schleifpraxis Rat von Experten

Schleifpraxis 

 

 

Schleifen von Holz

Schleifpraxis 1-2-do WissenMit der Ausnahme von Span- und Faserplatten haben Hölzer immer eine gerichtete Struktur (Faserrichtung).  Wenn quer zur Faserrichtung geschliffen wird, hat man eine hohe Abtragsleistung, aber eine raue Oberflächenqualität. Beim Schleifen längs der Faserrichtung erreicht man die beste Oberflächengüte.

Schleifpraxis  1-2-do WissenTIPP: Als Faustregel beim Schleifen wählt man mit jedem folgenden Arbeitsgang eine doppelt so feine Körnung. Beispiel: Körnungsfolge 80–180–360 oder 60–120–240

 

Flächenschliff mit dem Bandschleifer

Bandschleifer haben eine geradlinige Schleifrichtung. Damit kann man quer oder längs zur Holzfaser schleifen.

  • Beim Querschliff hat man eine hohe Abtragsleistung, aber eine raue Oberfläche.
  • Beim Längsschliff ist die Abtragsleistung geringer, aber die Oberfläche glatter.

Wegen der hohen Abtragsleistung besteht beim Bandschleifer die Gefahr der Wannenbildung in der Oberfläche, wenn man nicht gleichmäßig auf der Fläche verfährt. Zum Schleifen ebener Oberflächen Schleifrahmen verwenden. Der Schleifrahmen wird am Bandschleifer angebracht und wirkt ähnlich einem Tiefenanschlag, wodurch die Wannenbildung verhindert werden kann.

 

Schleifen von Ausschnitten

Zum Schleifen von Ausschnitten oder dem Innenschliff an Rahmen eignen sich Vario- oder Multischleifer und Deltaschleifer. Der Deltaschleifer ist dabei eher für komplex geformte Werkstücke geeignet, der Varioschleifer für etwas größere Flächen und höhere Abtragsleistung.

Schleifpraxis  1-2-do WissenTIPP: Beim Schleifen mit dem Varioschleifer kann es je nach Form des Werkstückes günstiger sein, mit vorlaufendem oder mit rücklaufendem Band zu schleifen. Vorher an einem Materialrest testen!

 

Flächenschliff mit dem Exzenterschleifer

Exzenterschleifer eignen sich durch ihre hohe Schleifqualität bei gleichzeitig schnellem Arbeitsfortschritt hervorragend zum Feinschliff großer Oberflächen. Dabei sollte der Schleifer vor dem Einschalten auf das Werkstück aufgesetzt werden, um Riefen und Dellen zu vermeiden. Durch den Andruck kann man das Schliffbild und die Abtragsleistung beeinflussen. Die höchste Abtragsleistung erreicht man mit sehr geringem Andruck, weil dann die Rotationsdrehzahl am höchsten ist.

 

Anschleifen von lackierten Oberflächen

Schleifpraxis 1-2-do WissenLackierte Oberflächen müssen vor einer Neu- lackierung angeschliffen („stumpfgeschliffen“) werden, weil sonst der neue Farbauftrag nicht hält. Weil die Oberfläche schon eben ist, muss nur ganz gering abgetragen werden. Hierfür eignet sich am besten der Schwingschleifer.

 

Schleifen von eingerahmten Flächen

Wenn Flächen von Rahmen oder Wänden umgeben sind, kann nicht mit jedem Schleifgerät randnah geschliffen werden. Die selbe Problematik besteht in den Ecken. Die folgenden Beispiele zeigen die Einsatzgrenzen der einzelnen Schleifgeräte.

Schleifpraxis  1-2-do WissenTIPP: Zuerst entlang der Ränder und in den Ecken schleifen. Erst dann die Fläche bearbeiten. So wird das Schliffbild gleichmäßiger.

 

Schleifen von gewölbten Werkstücken

Schleifpraxis 1-2-do WissenKonkav geformte Werkstücke können nicht mit Schleifgeräten geschliffen werden, die eine starre Schleifplatte haben. Diese würde nur mit den Kanten aufliegen und in diesem Bereich schleifen, wodurch es zur Riefenbildung im Werkstück und zur Beschädigung der Schleifplatte kommt.

 

Schleifen von konvexen Werkstücken

Bei konvex geformten Werkstücken würde eine starre Schleifplatte nur in der Mitte schleifen. Dies würde zu ebenen Flächen auf der Oberfläche führen. Beim Schleifen gewölbter Werkstücke mit dem Exzenter-schleifer unbedingt eine weiche Schleifplatte ver- wenden, evtl. mit einer Schaumstoffzwischenlage.

 

Schleifen von unregelmäßig geformten Werkstücken

Bei Werkstücken mit vielen kleinen Unregelmäßigkeiten kann eine weiche Schleifplatte nicht genügend nachgeben, wodurch die gewünschten Konturen verschliffen werden. In diesen Fällen sollte statt des Schleifpapiers ein Schleifvlies mit einer Zwischenplatte aus weichem Schaumstoff auf die Schleifplatte gesetzt werden. Durch den elastischen Schaumstoff und das lose Gewirk des Schleifvlieses kann sich dieses hervorragend an die Konturen des Werkstückes anpassen.

 

Randnaher Schliff

Beim randnahen Schliff besteht die Gefahr, dass die Kante durch Verkanten des Schleifgerätes schräg oder abgerundet wird.

Schleifpraxis  1-2-do WissenTIPP: Schleifgerät mit starrer (harter) Schleifplatte verwenden, Schleifplatte nicht zu weit über die Werkstückkante ragen lassen, Schleifgerät nur gering andrücken.

 

Schleifen von Lamellen Schleifpraxis  1-2-do Wissen

Lamellentüren und historische Fensterläden können auch zwischen den Lamellen geschliffen werden, wenn man einen Lamellenvorsatz auf dem Deltaschleifer oder Schwingschleifer anbringt oder einen Schleifroller verwendet.

 

Stationäres Schleifen

Bandschleifer und Varioschleifer können auch Stationär betrieben werden. Mit Hilfe von Parallel- und Winkelanschlägen lassen sich Kanthölzer, Leisten und Brettchen abrichten, anwinkeln und formen.

 

Arbeitssicherheit beim Schleifen von Holz

Schleifpraxis 1-2-do WissenHolz ist ein leichter Werkstoff. Der Feinstaub von Holz ist fast unsichtbar und hält sich lange in der Schwebe. Er kann dadurch sehr leicht in die Atemwege gelangen. Besonders gefährlich und zum Teil Krebs erregend sind die Stäube verschiedener Hartholzarten wie Buche, Eiche, und tropische Harthölzer. Bei ausgiebigen Schleifarbeiten in kleinen geschlossenen Räumen (Hobbykeller!) kann eine hohe Konzentration von Feinstaub in der Raumluft entstehen. Dieser Staub kann sich bei Funkenbildung entzünden (z.B. durch elektrische Schalter) und eine Staubexplosion verursachen.

Beim Schleifen daher stets Schleifpraxis  1-2-do Wissenmit Absaugung arbeiten oder Schleifgeräte mit integriertem Staubfilter verwenden.

 


 

Schleifen von Kunststoffen

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Kunststoffe werden meist als Plattenmaterial geliefert oder befinden sich als Beschichtungen auf Holz- werkstoffen und haben bereits eine sehr glatte Oberfläche. Meist ist dann eine Oberflächenbearbeitung nicht mehr nötig. Bei Werkstücken die aus Kunstharzen wie Polyester und Epoxid hergestellt werden, ist dagegen oft eine Oberflächenbearbeitung nötig. Bei faserverstärkten Kunststoffen wirkt der Faseranteil stark abstumpfend auf das Schleifmittel. Für ein gutes Schleifergebnis müssen deshalb qualitativ hochwertige Schleifmittel verwendet werden.

Für grobe Schleifarbeiten an glasfaserverstärkten Kunststoffen, beispielsweise bei der Reparatur von Boots rümpfen, eignen sich nur Topfscheiben mit Hartmetallbeschichtung. Die Scheiben gibt es in verschiedenenen Körnungen. Wenn sie verstopft sind, was beim Bearbeiten von weichen und zähen Kunstoffen und auch bei Kunstharzen häufig vorkommt, können sie auf einfache Weise wieder gereinigt werden. Man legt sie in einen flachen Dosendeckel und gießt etwas Aceton dazu. Nach kurzer Einwirkungszeit kann dann die Scheibe mit einem Pinsel oder einer Bürste vollständig gereinigt werden.

Schleifpraxis  1-2-do WissenTIPP: Beim Schleifen von faserverstärkten Kunststoffen hat es sich bewährt, über der Kleidung Einweg-Overalls mit Kapuze zu tragen.

 

Arbeitssicherheit beim Schleifen von Kunststoffen

Schleifpraxis  1-2-do WissenKunststoffstäube sind gefährlich, wenn sie Faseranteile enthalten, beispielsweise Glasfasern. Von ihnen kann eine starke Reizung der Haut und der Atemwege ausgehen. Geräte mit Staubfilter sowie Augen- und Atemschutz sind deshalb unerlässlich.

 


 

Schleifen von Lackierungen

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Lackierungen bestehen meist aus einem mehrschichtigen Auftrag, wobei zwischen den einzelnen Arbeits- gängen geschliffen wird. Dazu werden Schleifmittel mit sehr feiner Körnung verwendet. Beim Schleifen darf nur mit sehr geringem Andruck gearbeitet werden, damit der Lackstaub nicht erhitzt wird und an das Schleifmittel oder die Werkstückoberfläche anklebt. Zum Schleifen von lackierten Oberflächen nur beschichtete Schleifpapiere verwenden. Sie verstopfen weniger schnell und bleiben länger aggressiv.

 

Arbeitssicherheit beim Schleifen von Lacken

Schleifpraxis  1-2-do WissenLacke enthalten Kunststoffe, deren Bestandteile gesundheitsgefährdend sein können. Deshalb auch hier Geräte mit Staubfilter sowie Augen- und Atemschutz verwenden.

 


 

Schleifen von Metallen

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Typische Schleifarbeiten an Metallen dienen meist der Säuberung der Oberfläche, dem Verputzen von Schweißnähten, der Kantenbearbeitung und dem Trennen.

Beim Schleifen von Unebenheiten, beispielsweise Schweißnähten, werden Winkelschleifer mit Schrupp- scheiben eingesetzt, für feine Bearbeitung sollten dazu Fächerscheiben oder Fiberscheiben verwendet werden. Für die Bearbeitung unterschiedlicher Metalle gibt es spezielle Schleifmittel, die unbedingt verwendet werden sollten.

Schleifpraxis  1-2-do WissenTIPP: Die „normalen“ Schrupp- und Trennscheiben für Stahl verstopfen, wenn man damit Edelstahl oder Alu bearbeitet. Wenn man keine speziellen Scheiben für diese Werkstoffe bekommt, kann man ersatzweise Scheiben für die Steinbearbeitung verwenden. Diese sind zwar nicht optimal, aber deutlich besser als die Scheiben für Stahl.

 

Schleifen mit der Schruppscheibe

Schleifpraxis 1-2-do WissenMit der Schruppscheibe werden Schweißnähte und Kanten bearbeitet. Auch Innenkanten können gut geschliffen werden. Den besten Kompromiss aus Schleifqualität, Arbeitsfortschritt und Scheiben- lebensdauer erreicht man, wenn die Schruppscheibe in einem Winkel von etwa 30 – 35° zur Oberfläche angesetzt wird.

 

Schleifen mit der Fächerscheibe

Die Fächerscheibe kann in vielen Fällen die Schrupp-scheibe ersetzen und hat folgende Vorteile:

  • „weicherer“ Schliff ergibt eine bessere Oberfläche
  • weniger Riefen beim Schleifen ebener Platten
  • kühlerer Schliff erhitzt das Werkstück weniger
  • oft schnellerer Arbeitsfortschritt Den Vorteilen steht der etwas höhere Preis gegenüber.

Zum Schleifen von Edelstahl oder Alu Fächerscheiben mit Zirkonkorund verwenden. Andere Schleifmittel verstopfen.

Schleifpraxis  1-2-do WissenTIPP: Schruppscheiben für Aluminium sind meist nur im Fachhandel erhältlich. Als Notlösung kann man Schruppscheiben für Stein zum Schleifen von Alu verwenden. Den etwas höheren Verschleiß muss man aber in Kauf nehmen.

 

Schleifpraxis  1-2-do WissenSchleifen von Kanten

Kanten können quer zur Kante oder längs zur Kante geschliffen werden.

Schliff quer zur Kante:

  • Hohe Abtragsleistung,
  • Werkstück kann vibrieren,
  • Oberfläche wird meist wellig,
  • starke Gratbildung an der Kante. Schliff quer zur Kante nur anwenden bei konkaven oder konvexen Werkstückkonturen.

Schliff längs der Kante:

  • Geringere Abtragsleistung,
  • keine Werkstückvibrationen,
  • ebene Oberfläche,
  • fast keine Gratbildung.

 

Trennen von Rohren und Profilen

Schleifpraxis 1-2-do WissenProfile und Rohre sollten beim Trennen stets festgespannt sein. Beim so genannten Freihandtrennen (Winkelschleifer in einer Hand, Werkstück in der anderen Hand) verkantet man fast immer. Hierdurch kann es zu Scheibenbrüchen, Rückdreh-momenten und Unfallverletzungen kommen.

 

Trennen von Blechen und Blechstreifen

Dünne Bleche neigen beim Trennen zum Schwingen. Dies führt zur verstärkten Abnützung der Trennscheibe. Dickere Bleche neigen sich durch ihr Gewicht bei zunehmender Schnittlänge nach unten. Die Trennscheibe kann dadurch verkanten und brechen.

Schleifpraxis  1-2-do WissenTIPP: Beim Schleifen und Trennen darauf achten, dass der Funkenflug stets im Blickfeld bleibt und damit kontrolliert werden kann. Wird der Funkenflug nach hinten abgelenkt, können die Kleidung oder Gegenstände unbemerkt Feuer fangen.

 

Arbeitssicherheit beim Schleifen von Metallen

Metallstäube sinken auf Grund ihres hohen Gewichtes relativ schnell zu Boden. Trotzdem können sie in bestimmten Arbeitspositionen in die Atemwege gelangen. Beim Schleifen von Edelstählen, die Chrom, Vanadium, Nickel oder Molybdän enthalten, entstehen krebserregende Stäube. Atemschutz ist daher obligatorisch. Eine Besonderheit beim Schleifen von Metallen mit dem Winkelschleifer ist der Funkenflug. Er wird mit hoher Geschwindigkeit und weit geschleudert und kann auch von Gegenständen in eine andere Richtung abgelenkt werden. Schleifpraxis  1-2-do WissenDeshalb ist das Tragen einer Schutzbrille zwingend notwendig. Ebenfalls muss darauf geachtet werden, dass der Funkenflug nicht auf brennbares Material trifft.

 

Rotierende Bürsten

Mit Topfbürsten und Scheibenbürsten am Winkelschleifer kann man Werkstücke entrosten und Farbaufträge abtragen. Der Drahtbesatz der Bürsten unterscheidet sich im Werkstoff und der Besatzform, wodurch sich unterschiedliche Anwendungsgebiete und Eigenschaften ergeben. Schleifpraxis  1-2-do Wissen

  • Gewellter Drahtbesatz für feine Bearbeitung.
  • Gezopfter Drahtbesatz für grobe Bearbeitung.
  • HSS-Drahtbesatz für Arbeiten an Baustählen.
  • HSS-Drahtbesatz, vermessingt, für Arbeiten in feuchter Umgebung (Drahtbesatz rostet nicht).
  • Edelstahl-Drahtbesatz für Arbeiten an Edelstahl, Aluminiumlegierungen und Kupferlegierungen.

 

Arbeitsrichtung

Beim Bearbeiten von Flächen ist die Arbeitsrichtung unkritisch. Beim Bearbeiten von Ecken und Kanten ist es dagegen wichtig, eine bestimmte Arbeitsrichtung (Vorschubrichtung) einzuhalten. Während die Werkzeug- führung im Gegenlauf unproblematisch ist, kann es beim Gleichlauf an Werkstückkanten zum so genannten „Einhaken“ kommen. Das Einhaken passiert typischerweise, wenn man im Gleichlauf um eine Werkstückkante bürstet. Beim Einhaken werden sehr hohe Rückdrehmomente frei, die das Werkstück bzw. Werkzeug wegschleudern können. Deshalb: Werkzeug stets mit beiden Händen führen und Werkstück in geeigneter Weise festspannen. 

 

Arbeitssicherheit

Bei der Verwendung von rotierenden Bürsten besteht immer die Gefahr, dass abgetragenes Material und Teile der Borsten durch die Fliehkraft in Richtung des Anwenders geschleudert werden können. Das Tragen einer Schutzbrille ist zwingend notwendig. Durch Schutzhandschuhe können Handverletzungen vermieden werden.

Rotierende Bürsten haben ein sehr aggressives „Fangvermögen“. Pullover, lose T-Shirts und Hemden können von der Bürste blitzschnell erfasst und aufgewickelt werden. Bei der Anwendung von Bürsten sollte deshalb unbedingt eng anliegende, robuste Kleidung getragen werden, die nicht von der rotierenden Bürste erfasst werden kann. Schleifpraxis  1-2-do WissenAm besten wäre eine Lederschürze. An den Werkstückkanten ist besondere Vorsicht geboten, damit die Bürste nicht einhakt.

 

Anpressdruck

Der Anpressdruck soll nur so stark sein, dass die Borstenspitzen gerade die Werkstückoberfläche berühren. Ist der Anpressdruck zu stark, biegen sich die Borsten um und berühren mit ihrer Längsseite die Oberfläche. Die Bürste verschleißt dadurch schneller, ohne den gewünschten Arbeitsfortschritt zu erbringen.

Schleifpraxis  1-2-do WissenTIPP: Bürste nur ganz schwach andrücken und bei hoher Drehzahl von selbst arbeiten lassen. Zu starker Andruck beschleunigt nicht den Arbeitsfortschritt sondern nur den Bürstenverschleiß.

 


 

Schleifen von Steinwerkstoffen

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Die Bearbeitung von Steinwerkstoffen beschränkt sich im Heimwerkerbereich im Wesentlichen auf Trennschliffe und das Überschleifen und Abtragen von Mörtelresten und Verputz.

 

Trennen von Steinplatten

Die Verwendung von „normalen“ Trennscheiben ist wegen der schnellen Abnützung nicht zu empfehlen. Durch die Abnützung verringert sich der Durchmesser stetig, wodurch die Schnitttiefe geringer wird. Wegen der wesentlich längeren Standzeit sind diamantbestückte Trennscheiben wirtschaftlicher. Für dicke Platten werden Trennscheiben mit Einzelsegmenten verwendet. Dünne Kacheln schneidet man mit Scheiben, die ein Ringsegment haben.  Dicke Steinplatten können mit zwei Methoden getrennt werden:

  • Komplettes Trennen

Nur möglich mit großen Winkelschleifern. Langsamer Arbeitsfortschritt, aber saubere Trennkante.

  • Anritzen und Brechen

Auch mit kleinen Winkelschleifern möglich. In die Platte wird einseitig oder beidseitig ein Schlitz von etwa ¼ der Plattendicke geschliffen. Anschließend wird die Platte gebrochen. Die Bruchkante ist rau.

Schleifpraxis  1-2-do WissenTIPP: Unbedingt Trennschlitten mit Staubabsaugung verwenden. Der Trennschlitten ermöglicht durch sichere Führung exakte und winkelgenaue Schnitte und verhindert ein Verkanten der Trennscheibe.

 

Trennen von Fliesen und Kacheln

Schleifpraxis 1-2-do WissenFliesen, Kacheln und dünne Platten können mit dem kleinen Winkelschleifer getrennt werden. Wegen der geringen Dicke werden sie komplett durchgetrennt. Auch hier sind exakte Schnitte nur mit dem Trennschlitten möglich.

 

Schleifen von Steinwerkstoffen

Unebene Platten, Mauerwerk und Mörtelüberstände können mit diamantbestückten Topfscheiben geschliffen werden. Je nach Härte des Steinwerkstoffes gibt es verschieden Typen von Topfscheiben im Fachhandel. Beim Schleifen von Steinwerk- stoffen entsteht eine sehr große Staubmenge. Deshalb unbedingt besondere Staubschutzhauben verwenden.

Schleifpraxis  1-2-do WissenTIPP: Alte asbesthaltige Bauteile (Asbestzementplatten) niemals selbst bearbeiten, sondern fachgerecht entsorgen lassen!

 

Arbeitssicherheit beim Trennen und Schleifen von Steinwerkstoffen

Mineralstäube werden als sehr gefährlich eingestuft, wenn sie in die Atemwege gelangen. Der Gesteinsstaub ist scharfkantig und durch die Erhitzung beim Abtragen sehr aggressiv wenn er in die Augen oder die Lungen gerät. Schleifpraxis  1-2-do WissenDeshalb ist Augenschutz und Atemschutz zwingend notwendig. Asbest ist krebserregend und so gefährlich, dass asbesthaltige Werkstoffe mit handgeführten Maschinen nicht bearbeitet werden dürfen.

 


 

Schleifen und Entrosten mit der Bohrmaschine

Bei der Bohrmaschine verwendet man Bürsten, Fächerscheiben und Schleifhülsen. Sie eignen sich hervorragend zum Schleifen von engen Radien beim Außenschliff und beim Innenschliff, beispielsweise in Bohrungen und Ausschnitten. Als Einsatzwerkzeuge verwendet man

  • Bürsten
  • Lamellenschleifer
  • Schleifhülsen

Die Einsatzwerkzeuge haben einen 6 mm Rundschaft und werden in das Bohrfutter eingespannt.

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Bürsten

Es werden Tellerbürsten und Topfbürsten verwendet:

  • Stahlbürsten für die Bearbeitung von Stahl.
  • Messingbürsten für die Bearbeitung von Messing und Holz.
  • Kunststoffbürsten für die Bearbeitung von Nichteisenmetallen und Holz.

Bei den Kunststoffbürsten ist das Schleifmittel in den Kunststoffborsten eingelagert.

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Lamellenschleifer

Lamellenschleifer bestehen aus einem lamellierten Schleifkörper. Die einzelnen Lamellen bestehen aus Schleifpapier- oder Vliesstreifen. Vorteile der Lamellenschleifer sind:

  • Flexibilität,
  • gutes Anpassungsvermögen an das Werkstück.

Lamellenschleifer mit Vliesbesatz ergeben eine sehr hohe Oberflächenqualität. Sie sind aber sehr empfindlich und sollten deshalb nur für den Feinstschliff verwendet werden.

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Schleifhülsen/Schleifstifte

Schleifhülsen bestehen aus einem geschlitzten Schleifmittelträger mit Spannschaft und einem hülsenförmigen Schleifkörper. Die Schleifhülse wird auf den Schleifmittelträger aufgeschoben und spannt sich dort durch die Rotation und den Andruck von selbst fest. Schleifhülsen eignen sich besonders zur Metallbearbeitung, beispielsweise zum Entgraten von Kanten. Für die Bearbeitung von Blechkanten sind sie nicht geeignet. Die Kante schneidet das Vlies sofort durch. Haltbarer sind Schleifstifte, die sich besonders für Detailarbeiten eignen.

Schleifpraxis  1-2-do WissenTIPP: Am besten lässt sich mit der Bohrmaschine schleifen, wenn man die Bohrmaschine in einen Halter einspannt und eine biegsame Welle verwendet.

 


 

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