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Rostfreier Stahl

Rostfreier Stahl


Stahl wird als nichtrostender Stahl bezeichnet, wenn der Chromgehalt mindestens 12% beträgt. Noch besser korrosionsbeständig (Rost- und Säurebeständige) wird Stahl, wenn er 18% Chrom und 9% Nickel enthält.
CrNi-Stähle sind nicht eigentlich korrosionsbeständig. Die Korrosionsbeständigkeit entsteht aus einer moleküldicken Schicht aus Chromoxiden an der Oberfläche. Das heißt, der Stahl ist verrostet, aber man sieht es nicht, und die Oxidschicht ist so dicht, daß weiteres Oxidieren nicht stattfindet. Hindert man den Stahl an der Ausbildung der Chromoxide, rostet er, wie (Fachjargon) Schnotteneisen bzw. Mistforkenstahl.
Dies zu verhindern wie folgt:
Keine engen Spalten zwischen den Materialien, um den Sauerstofftransport zur Oberfläche nicht zu verhindern.
Nach Bearbeiten mit Werkzeugen, die üblicherweise nicht aus »Niro« bestehen, die Kontaktstellen mit nichteisenhaltigem Material abschleifen oder mit speziellen Beizpasten (Flußssäure+Trägergel) behandeln. Salz- Essig- oder Schwefelsäure sollte man nicht verwenden, weil die freien Wasserstoffionen ins Material eindringen und man den Teufel mit dem Beelzebub austreibt. Nur bei freien Oberflächen mit sofortig anschließendem Nachspülen mit Lauge (Seife oder Natronlauge) und anschließendem gründlichem Waschen mit klarem Wasser erhält man dauerhafte Korrosionsbeständigkeit.Noch wichtiger ist diese Behandlung nach E-Schweißen.
Auch bei Kontakt in späterem Gebrauch mit rostendem Material bildet sich sog. Fremdrost, der genauso fortschreitet, wie bei einem Betonstahl oder Träger an der freien Atmosphäre.
Die ersten »NIROSTA-Spülen« waren auch einem sog. Chromstahl (1.4016 - X6Cr17) und widerstanden den organischen Säuren der Küche nur schlecht: Man mußte putzen, putzen, putzen. Aber auch die Heutigen, aush Chrom-Nickel-Stahl (1.4301 - X5CrNi18-10) verfärben sich unter Einfluß von Lebensmittelsäuren, jedoch bekommt man diese Flecken leicht mit einem handelsüblichen Chrom- oder Edelstahlputzmittel weg.
Ganz falsch ist es, den korrosionsbeständigen Stahl durch Oberflächenüberzüge zu schützen. Diese Idee hatte einmal der Betreiber eines Hallenbades in Zürich, der die Deckananker aus 1.4571 (auch ein »Niro«) mit Kunststoff beschichtete. Einige Jahre später brachen die Halterungen aufgrund von Korrosion und begruben die lustig Badenden mit der Deckenkonstruktion.
Eine spezielle Form von nichtrostendem Stahl ist nichtrostender Edelstahl. Grundsätzlich bezeichnet man Stahl als Edelstahl, wenn er besonders "rein" ist. Stahl ist dann besonders rein, wenn er einen sehr niedrigen Phosphor- und Schwefelgehalt hat. Ein besonders niedriger Phosphor- und Schwefelgehalt hat aber nichts mit Korrosionsbeständigkeit zu tun! Edelstähle müssen also nicht unbedingt rostfrei sein. Nur wenn Edelstahl auch noch mindestens 12% Chrom enthält ist er rostfrei. Besonders bekannte rostfreie Edelstahlsorten sind V2A (enthält 18% Chrom und 8% Nickel) und V4A (enthält 17% Chrom, 12% Nickel und 2% Molybdän).


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