Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

Profilieren von Kanten

Profilieren von Kanten Profilieren von Kanten  1-2-do Wissen

Die häufigsten Anwendungen zur Profilierung von Kanten sind 

  • Fasen 
  • Hohlkehlen 
  • Abrunden 

 

Außer diesen Standardprofilen gibt es eine Vielzahl von Sonderprofilen, für die es entsprechend geformte Profilfräser gibt. Die Arbeitsgänge ähneln sich, weshalb nur die drei wichtigsten Profilierungen beschrieben werden. Profilfräser haben in der Regel einen Anlaufzapfen oder eine Anlaufrolle, mit welcher der Fräser entlang der Werkstückkante geführt wird. Neben geraden Kanten kann man natürlich auch gebogene Kanten profilieren, weil die Anlaufrolle oder der Anlaufzapfen genau der Kontur der Kante folgt. 

 

Fasen

Unter Fasen versteht man das Abschrägen von Kanten. Winkel von 45° oder andere Winkel sind dabei durch den Fräser vorgegeben. Die Breite der Fase wird durch die Frästiefeneinstellung an der Oberfräse eingestellt. 

 

Hohlkehlen und Abrunden

Der Radius der Hohlkehle oder der Rundung wird durch die Form des Fräsers vorgegeben. Eine komplette Hohlkehle oder Abrundung wird nur durch die exakte Tiefeneinstellung an der Oberfräse erreicht und ergibt als Profil einen ¼-Kreis. Die Profilierung von Kanten wird meist aus dekorativen Gründen durchgeführt. Je nachdem wie die Jahresringe an der Bearbeitungskante verlaufen, erreicht man bei Massivholz einen besonders ausdrucksvollen Faserverlauf, dessen Aussehen von der Form der Profilierung abhängt.

 

Fräsen von Nuten Profilieren von Kanten  1-2-do Wissen

Das Nuten kann mittels verschiedener Methoden erfolgen Nuten mit Nutbreite

  • gleich dem Durchmesser des Nutfräsers. 
  • Nuten mit Nutbreite größer als der Durchmesser des Nutfräsers. 

 

Beim Fräsen von tiefen Nuten kann es dazu kommen, dass die Späne nicht zügig aus der Nut heraus gefördert werden. Dies führt dann durch Verstopfen zu höherer Reibung und damit zu Brandmalen in der Nut, aber auch zu rauen Schnittkanten. Die Spanabfuhr kann wesentlich verbessert werden, wenn man Nutfräser mit schrägen Spannuten verwendet. Das beste Ergebnis ist mit spiralgenuteten Fräsern zu erreichen. Diese Fräser sind allerdings nur in HSS-Ausführung erhältlich und nützen sich in harten Hölzern und Spanplatten relativ schnell ab. 

 

Nuten mit Nutbreite = Durchmesser Nutfräser

Dies ist die einfachste Art des Nutfräsens. Die Nutbreite entspricht dem Durchmesser des Nutfräser. Die Nut wird in einem Durchgang gefräst, wenn die Nuttiefe gering ist. Faustregel: Nuttiefe gleich oder geringer als der Fräserdurchmesser. Wenn die Nut tiefer ist, empfiehlt sich das Fräsen in mehreren Durchgängen. Die Spanabfuhr wird dadurch besser und damit auch die Schnittqualität. 

 

Fräsen breiter NutenProfilieren von Kanten  1-2-do Wissen

Wenn die Nut breiter ist als der Fräserdurchmesser, muss in mehreren Durchgängen gefräst werden, wobei die Fräse parallel zur Nutkante versetzt wird. Dieser Versatz kann bei kantenparallelen Nuten mit dem Parallelanschlag eingestellt werden. In anderen Fällen ist der Anschlag entsprechend zu versetzen.

 

Nutfräsen und Faserrichtung

Auch beim Nuten gibt es Situationen, bei denen man längs der Faser, quer zur Faser oder schräg zur Faser fräsen muss. Dies bedeutet, dass die Schnittqualität nicht einheitlich ist, sondern je nach Faserlage zur Drehrichtung des Fräsers glatt oder rau wird. Durch die entsprechende Wahl der Werkstücklage zur Drehrichtung kann das Schnittergebnis verbessert werden. Beim Fräsen tiefer Nuten kann man die Spanabfuhr dadurch verbessern, dass man statt Fräsern mit gerader Spannut solche mit Schrägnut oder Spiralnut benützt. Letztere sind allerdings nur mit HSS-Schneiden erhätlich und eignen sich deshalb nur für weiche Hölzer. 

Profilieren von Kanten  1-2-do Wissen

Bündig Fräsen

Unter bündig Fräsen versteht man das Abfräsen überstehender Beschichtungen oder Auflagen auf das Grundmaß des Werkstückes. Eine typische Arbeitsaufgabe ist beispielsweise, an einer furnierten oder laminierten Oberfläche das überstehende Furnier in einem Arbeitsgang exakt bündig abzufräsen, damit es zusammen mit dem Werkstück eine gemeinsame Kante bildet. Bündigfräser haben stets Laufrollen zur Führung entlang der Werkstückkante. 

 

Fräsen von Nut- und Feder- Verbindungen 

Für die Nut- und Feder-Verbindungen von zwei Brettern gibt es zwei Methoden der Herstellung: Nuten beider

  • Bretter und externe Feder. 
  • Nuten und Fräsen der Feder an den Brettern. 

 

Nuten beider Bretter 

In die Längsseite der Bretter wird eine Nut gefräst, in die später eine passende Leiste als Feder eingesetzt oder eingeleimt wird. Diese Methode ist wirtschaftlich, weil nur ein Scheibennutfräser zum Nuten verwendet und für beide Bretter dieselbe Höheneinstellung verwendet wird. Der Fräser wird mit seinem Schaft bzw. den Beilagscheiben oder Anlaufrollen entlang der Brettkante geführt, wodurch sich eine gleichmäßige Nuttiefe ergibt. Vorteile: 

  • Man benötigt nur einen Scheibennutfräser. 
  • Man fräst beide Bretter mit derselben Einstellung. 

 

Nuten und „Federn“ der Bretter

Hierzu verwendet man zusätzlich zum Scheibennutfräser einen Federfräser für das Gegenstück. Der Arbeitsgang des Nutens erfolgt wie oben beschrieben. Das Erzeugen der Feder erfolgt am Gegenbrett mit dem Federfräser. Dieser muss exakt auf Höhe eingestellt werden, damit sich später beim Zusammenfügen der Bretter kein Versatz ergibt. Statt eines Federfräsers kann auch der Scheibennutfräser verwendet werden, in dem man die Feder in zwei Arbeitsgängen fräst, bei denen die Fräserscheibe jeweils auf die betreffende Höhe eingestellt wird. Als weitere Alternative kann man zwei Fräserscheiben mit Hilfe der Beilagscheiben im gewünschten Abstand auf dem Fräserschaft befestigen.

 

Fräsen von Wiederholteilen Profilieren von Kanten  1-2-do Wissen

Wenn man mehrere gleichförmige Werkstücke oder Ausschnitte zu Fräsen hat, lohnt es sich unter Umständen, eine Schablone anzufertigen. Diese Schablone wird dann auf den Werkstoff aufgelegt und festgespannt. Mit einer an der Grundplatte der Oberfräse angebrachten Kopierhülse wird dann die Oberfräse entlang der Schablone geführt. Als Resultat erhält man ein Werkstück mit exakt den selben Konturen oder Ausschnitten wie die Schablone. 

 

Kopierschablonen

Wenn man eine Kopierschablone selbst herstellt, muss man den Durchmesser der Kopierhülse und den Fräserdurchmesser berücksichtigen, denn der Fräsermittelpunkt ist um den halben Außendurchmesser der Kopierhülse vom Schablonenrand entfernt. Die Berechnungsformel für die Entfernung der Fräserschneide von der Schablonenkante lautet also: 

  • Halber Außendurchmesser der Kopierhülse minus halber Fräserdurchmesser. 

 

Wenn man Ausschnitte für serienmäßige Beschläge fräsen will, kann man sich nach den dafür erhältlichen Schablonen oder Zeichnungen richten. Hierzu wird meist der Kopierhülsenabstand und der Fräserdurchmesser angegeben. 

 

Schablonenherstellung Profilieren von Kanten  1-2-do Wissen

Bei der Anfertigung der Schablone sollte man diese so anfertigen, dass sie später bei der Anwendung das Werkstück schützt. Wenn man dann durch zu geringen Andruck mit der Kopierhülse von der Schablonenkante abweicht, geht die Fräsung in das Abfallstück und nicht in das künftige Werkstück. 

 

Fräsen von Radien und Ronden

Zum Abrunden von Ecken oder zum Herstellen von runden Platten oder ringförmig verlaufenden Nuten verwendet man am besten einen so genannten Fräszirkel. Die für Oberfräsen erhältlichen Parallelanschläge sind meist so geformt, dass sie auch als Fräszirkel verwendet werden können. Im Mittelpunkt des Radius oder Kreises wird der Fräszirkel mit einer Spitze im Werkstück fixiert.

 

TIPPS

1. Das beste Ergebnis erreicht man dann, wenn man das Profil nicht in einem Arbeitsgang fräst. Es hat sich bewährt, in mehreren Durchgängen zu fräsen, wobei man beim letzten Durchgang nur noch eine geringe Spandicke von etwa 1/10 mm einstellt. Wenn man den letzten Durchgang so wählt, dass die Fräsrichtung nicht in die vielleicht schräge Faserrichtung hineinläuft, bekommt man eine besonders gute Oberflächenqualität. Je nach Faserichtung kann es dabei erforderlich sein, den letzten Durchgang im Gleichlauf zu fräsen.

2. Beim Bündigfräsen überstehenden Furniers stets Fräser mit geraden Schneidkanten verwenden. Fräser mit schrägen oder spiralförmigen Schneidkanten neigen dazu, das Furnier nach oben hin auszureißen. Fräsen im Gleichlauf verhindert bei ungünstiger Faserlage ebenfalls den Ausriss des Furniers.

3. Die einfachste, schnellste und problemloseste Lösung ist das Nuten beider Bretter und die Verwendung eines passenden Holzstreifens oder einer Leiste als Feder.

4. Weil die Führung der Kopierhülse an der Schablone nur einseitig ist, muss die Oberfräse für sicheres und präzises Fräsen mit der Kopierhülse fest gegen die Schablone gedrückt werden.

5. Durch das Einstechen der Zirkelspitze in das Werkstück entsteht dort eine Vertiefung. Diese Vertiefung kann man mit einem Trick vermeiden: Man klebt mit einem doppelseitig klebenden Klebeband (Teppichband) ein Stückchen Sperrholz auf die Werkstückmitte und sticht die Zirkelspitze dort ein. Nach dem Fräsvorgang entfernt man dieses Hilfsmittel wieder.

 

Links


Projekte

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com