Inhaltsverzeichnis |
Hier möchte ich einmal für alle, die sich Gedanken über den Aufbau
einer solchen Anlage machen und evtl. komplett oder zumindest
teilweise selbst mit Hand anlegen möchten, die wichtigsten Punkte
für den Aufbau einer Photovoltaikanlage erläutern und möglichst
anschaulich darstellen.
Zuerst muss einmal geschaut werden, welche Dachseite die geeignete
für die Anlage ist. Da wo die meiste Sonne hinkommt und ob die
Module direkt gelegt werden können oder ob es sinvoll ist, die
Module durch einen Unterbau (Ständerkonstruktion) in Sonnenrichtung
aufzustellen.
Es gibt, je nach Art des Daches, unterschiedliche Varianten, wie
die Trägerschienen für die PV-Module auf dem Dach montiert
werden.
Die wohl bei Wohnhäusern am geläufigste Variante wird die mit
Dachziegeln sein.
Hierfür wird, nachdem zuvor an einem Plan die Lage der Module
eingezeichnet wurde, geplant wo sich die Schienen befinden müssen
und in welchen Abständen die Haken für die Schienen montiert werden
müssen.
An den betreffenden Stellen werden dann die Dachziegeln entfernt
und mit Winkelschleifer die unter dem Haken liegende Dachziegel
sowie die Ziegel die wieder darüber kommt an der entsprechenden
Stelle ausgespart, der Dachhaken mittels Schrauben an den
Dachlatten verschraubt und die Dachziegel wieder eingesetzt.

Eine weitere Variante wäre ein Dach aus Wellblech oder
Eternitplatten, da hier keine Ziegel rausgenommen werden können,
wird hier für die Unterkonstruktion mit Stockschrauben
gearbeitet.
Die Schrauben werden durch das Blech bzw. die Platten in die
darunter liegenden Holzbalken geschraubt.
Nachdem die Haken oder Stockschrauben montiert wurden kommen die
Aluschienen, welche das Trägersystem für die PV-Module bilden auf
diese montiert und dann möglichst genau auf eine Höhe
ausgerichtet.
Das Ausrichten erfolgt am besten mit einer straff gespannten
Richtschnur, damit später beim Verlegen der Module möglichst wenig
bis garnicht die Höhe angepasst werden muss.
Je nach dem wie die Module später verlegt werden sollen (Hochkant
oder Quer) müssen die Schienen senkrecht oder waagerecht auf dem
Dach verlaufen.
Ist eine waagerechte Montage nicht möglich (wie im 2. Bild) muss
zuerst senkrecht eine Schiene montiert werden und darauf dann eine
waagerechte.
Wenn die Schienen liegen und ausgerichtet sind müssen die
Stringkabel verlegt werden.
Ein String sind mehrere in Reihe verbundene PV-Module, die
Anzahl der Module die in Reihe verbunden werden ist abhängig von
der Stärke der Module und des Wechselrichters, in den meisten
Fällen sind es so ca. 8 - 10 Module die zusammen geführt
werden.
Jeweils am Anfang (+) und am Ende (-) dieses Modulstrings muss ein
Anschlusskabel (Stringleitung) liegen die dann bis zu dem Ort wo
die Wechselrichter hinkommen geführt werden müssen.
Die Anfänge der Leitungen müssen dann jeweils mit + oder - Steckern
versehen werden.
Diese Kabel sollten möglichst fest an die Schienen befestigt
werden, damit diese nicht durch Schnee, Laub, Wind etc. unter Zug
geraten und im schlimmsten Fall sich die Stecker lösen.
Sind alle Stringkabel an Ort und Stelle, können die Module gelegt
werden, sinnigerweise fängt man damit am oberen Punkt des Daches an
und arbeitet sich, am besten in Stringreihenfolge, nach unten
durch.
Jeweils am Anfang wird das Plus-Kabel des 1. Modules mit dem
verlegten Stringkabel verbunden.
Danach wird ein Modul nach dem anderen miteinander verbunden bis
die erforderliche Anzahl der für diesen String benötigten Module
verbunden sind. An dieser Stelle sollte dann zum Abschluss die
verlegte - Stringleitung liegen.
Fixiert werden die Module am Anfang und am Ende mit Endhaltern und
mittendrin mit Mittelhaltern.
Da die PV-Module Gleichstrom produzieren muss dieser in
Wechselstrom umgewandelt werden bevor dieser Strom ins Netz
eingespeist werden kann.
Diese Aufgabe übernehmen die Wechselrichter.
Der Anschluss der Wechselrichter sollte jedoch von einer
authorisierten Fachkraft übernommen werden, zum einen auf Grund der
Gefahren beim Umgang mit Elektrizität und zum anderen da die Anlage
und die Einspeisung ja vom Versorgungsnetzbetreiber (VNB)
abgenommen werden muss.
Daher gehe ich auf dieses Thema nicht weiter ein, aber zum
Abschluss noch ein paar Bilder von den Wechselrichtern.
Auf Anregung von Funny, hier nochmal der Bereich "Gefahr beim Feuer
löschen"
Da die PV-Anlage auch bei einem eventuellen Hausbrand unter
Spannung steht gibt es verschiedene Varianten die Anlage
(teilweise) Spannungsfrei zu schalten.
Die, meiner Meinung nach, zur Zeit sinnvollste und noch
finanzierbare Lösung ist der Feuerwehrschalter von EATON
(ehem. Möller) der Mittels eines Taster welcher irgendwo in einem
von der Feuerwehr erreichbaren Bereich angebracht wird die
Verbindung zwischen Modulen und Wechselrichtern trennt und somit
nur noch unmittelbar an den Modulen Spannung anliegt.
Hier ein erläuterndes Video zu diesem Thema:
www.moeller.net/verteiler/index_de.jsp
Hier noch 2 meiner Projekte zum Thema PV-Anlagen:
www.1-2-do.com/de/projekt/Photovoltaik-Anlage/bauanleitung/2757/
www.1-2-do.com/de/projekt/Mal-wieder-eine-Photovoltaik-Anlage/bauanleitung/3655/
Für weitere Fragen und Informationen stehe ich gerne zur Verfügung.