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Pflastern von Wegen oder Hofeinfahrten

Die Pflasterwahl

 

Zunächst sollte man sich über die verschiedenen Materialien informieren und eine Auswahl treffen. Natürlich ist das Pflaster eine Geschmacksache, allerdings sollte man bei Natursteinen etwas auf die räumliche Gegend und das natürliche Vorkommen beziehen. Klinker wird in Norddeutschland häufig verwendet, im Süden hingegen selten. Auch bei Kopfsteinpflaster gibt es verschiedenste Gesteinsarten. Sinnvoll ist es auch die Herkunft zu erfragen. Viele Natursteine werden heutzutage in Indien abgebaut und auf dem Seeweg, Eisenbahn und LKW zum Baumarkt transportiert. Solche Wege sind unökologisch und solche Steine sollten eher nicht verwendet werden. 

 

Neben den Natursteinen gibt es auch Betonsteine und Sickersteine. Letztere haben den Vorteil, dass sie Wasserdurchlässig sind und je nach Gemeindesatzung nicht den versiegelten Flächen zugerechnet werden. Somit fällt für diese Fläche keine Abwasssergebühr an. Ein entscheidender Vorteil, der sich bei größeren Flächen durchaus "auszahlt".

 

Alternativ zu Pflastern können auch Natursteinplatten oder Kunststeinplattem verlegt werden. Dabei sollte auf eine rauhe Oberfläche geachtet werden, um bei Feuchtigkeit die Rutschgefahr zu begrenzen. 

Der Aushub

Zuerst wird die Fläche welche man pflastern möchte mit Holzpflöcken und Schnüren grob eingegrenzt. Nachdem dieses geschehen ist, wird die Fläche je nach Größe von Hand oder mit einem Kleinbagger ausgehoben und eben gezogen. Der Bagger kann in der Regel für weniger als 100 Euro pro Tag gemietet werden. Eine lohnende Investition auch bei kleineren Flächen.

Gegenüber dem späteren Oberflächenniveau bedarf es bei befahrenen Flächen eine Aufbauhöhe von etwa 30 cm plus Belagshöhe. Bei Plaster also rund 40 cm, bei Plattenbelag etwas über 30 cm. Bei Wegen , die keiner großen Belastung ausgesetzt sind, kann der Schotter auf 10 bis 15 cm je nach Untergrund reduziert werden. Wichtig ist immer, dass der Boden tragfähig ist. Im Zweifel sollte dieser vor dem Einschottern bereits verdichtet werden. 

Entwässerung, Strom, Wasseranschluss

Nun sollte auch die Entwässerung bedacht werden. Müssen Rohre verlegt werden? Ist ein Abwasserschacht geplant oder Entwässerungsrinnen? Solche müssen nun ausgeschachtet und installiert werden. Denken Sie auch an Syphons (aus Abwasserrohren und Winkeln ein U bauen) als Geruchsverschluss. Da häufig hier direkt an das öffentliche Abwassernetz direkt angeschlossen wird, kommt es hier zu starker Geruchsentwicklung!!! 

Sollen auch Elektrokabel verlegt werden für Hobeleuchtung, Bodenstrahler oder Steckdosen und Bewegungsmelder, elektrische Hoftore und Elektrischer Gartentüröffner? Dann müssen jetzt auch Erdkabel verlegt werden. Vergessen Sie einen eventuellen Wasseranschluss (Gießen oder Wagenwäsche nicht. 

Randsteine und Stelen

Sollen Randsteine oder Stelen gesetzt werden, muss diese Arbeit jetzt durchgeführt werden. Die Steine sollten nicht in den üblichen Zement-Beton gesetzt werden, da diese ausblühen können. Es muss grundsätzlich mit Trasszement gearbeitet werden! Der Beton wird entweder mit einem Betonmischer oder in einer Schubkarre angemischt. 

Hilfreich sind zum Setzen Schnur und Pflöcke, Wasserwaage, evtl. Laser bzw. Nivelliergerät. Steine können mit einem schweren Gummihammer (rund 4 bis 6 kg schwer) passend gesetzt werden. Fäustel und schwere Hämmer würden die Steine beschädigen. 

Einschottern

Nach dem Ausheben und Setzen der Randsteine werden nun ca. 25-30 cm Schotter eingebracht und mit einem Rüttler (kann günstig gemietet werden) verdichtet. Der Schotter sollte hierbei lagenweise eingebracht und etwa alle 10 cm mit einem Rüttler verdichtet werden. 

Man ist mit dem Schotter fertig, wenn noch ein Abstand von 5 cm plus Pflasterstärke bis zum späteren Niveau übrig sind. Eine Schlagschnur-Linie an den Randsteinen kann gute Hilfe beim Schottern leisten. Warum 5 cm plus Pflasterhöhe? Auf den Schotter kommen noch 4 cm Splitt und der Belag wird später nochmals abgerüttelt und wird dabei etwa 1 cm absacken. Werden hingegen Platten verlegt, muss die Splithöhe so eingebracht werden dass die Plattenhöhe exakt dem Endniveau entspricht. Platten werden später nicht abgerüttelt (Bruchgefahr!)

Splitt einbringen und abziehen

Pflaster oder Platten ruhen auf einer ca 4 cm dicken Splitt-Lage, welche sauber mit einer Richtlatte abgezogen werden muss. Hierzu müssen zuerst Eisenstangen mit Hilfe von Wasserwaage und Maurerschnüren in der gewünschten Richtung auf das perfekte Niveau ausgerichtet werden. Der Splitt wird dann mit einer Schubkarre auf das Schotterbett eingebracht und mit einem Rechen glattgezogen,. Danach wird mit einer Richtlatte über die Eisenstangen abgezogen. Die Richtlatte sollte je nach Größe der Fläche möglichst lange sein. Bei Hofeinfahrten oder mehren Stellplätzen nebeneinander muss Stück für Stück abgezogen werden. Um ein Gefälle zu erreichen sind 1.5 cm auf einen 1 Meter üblich, sofern das Gelände nicht ohnehin stärkeres Gefälle aufweist. Dabei ist zu beachten, dass das Gefälle zu einem eventuellen Abfluss (Rinne!) und immer vom Haus weg weist! 

Das Pflastern

Nun beginnt das eigentliche Pflastern, denn nun kommen die Steine. Sie werden in einem Verbund gelegt, welcher durch die Geometrie der Steine vorgegeben ist. Nach dem Einlegen der Steine wird die Fläche mit Wasser und Sand eingeschlämmt. Man sollte dies besonders nachdem es geregnet hat - öfters wiederholen, zumindest aber solange bis die Fugen gefüllt sind.


Achtung! Man  sollte die Steine nie mit einem Hochdruckreiniger, sondern mit Moosvernichter reinigen. Es sei denn, man verwendet keine rotierende Düse sondern einen Flächenreiniger. Die Düsen können durch den extremen Strahl Die Pflaster- bzw. Platteoberfläche mit eventueller Beschichtung beschädigen und schwemmt den Fugensand aus.

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