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Moos und Algen auf dem Hausdach

Hallo liebe Freunde.


Vor einigen Jahren war ich einmal mit einer Dienstleistungsfirma selbständig.


 

Was hat er getan?




Hausdächer, Fassaden und sonstige Oberflächen von Moos und Algen befreit.

Jetzt gab es damals wie heute mehrere Möglichkeiten.
 



Man läßt es so - erfreut sich des Anblickes und ärgert sich Jahre später darüber, dass es unterm Dach anfängt zu riechen. Wenn diese Pflanzen eine Größe erreicht haben, das sie unter die Dachpfannen wachsen, wird es ernst. Die heben sogar Dachziegel an und wachsen drunter weiter. Diese Moose und Flechten zerstören kurz über lang die Ziegeloberflächen. Die Sporen und Wurzeln der Pflanzen wachsen in die Oberfläche der Dachsteine. Im Laufe der Zeit wird die Oberfläche der Dachsteine offenporig, das Wasser kann eindringen, der Frost sprengt dann die Oberfläche weiter auf - das geht soweit, dass die Ziegel irgendwann ganz zerstört sind. Das Dach wird nicht mehr vor Witterungseinflüssen geschützt.
 



Also fing ich an, die Pflanzen bzw. das Problem zu studieren um eine wirksame Möglichkeit zu finden die Dächer zu schützen.
 



Mit einer Speziallösung die auf einer Quartären Ammoniumverbindung beruht, wird die Pflanze zerstört. Dieses Mittel ist eigentlich relativ harmlos. Ein Tropfen genügt und man bekommt 3 Tage lang Durchfall - sonst nichts.
Ich habe mir eine Vorrichtung gebaut und mit Hilfe einer Drucksprühvorrichtung (10 Liter Gardena-Gartenspritze), einem Kunststoffschlauch von 8 mm Durchmesser, einer Teleskopstange und der entsprechenden Düse vorne an der Teleskopstange, die Dächer eingesprüht.
Es dauert ca. 5 Tage, bis die grüne Dachfläche grau wird. Das Dach wird aber nicht sofort sauber, sondern es dauert seine Zeit, bis ein sichtbarer Erfolg zu sehen ist. Den Rest erledigt der Regen und spült die abgestorbenen Pflanzenreste vom Dach runter.
 



Meine Kunden waren zu Beginn skeptisch. Warum sollten sie jemanden was zahlen, wenn er einfach ihr Dach nassmacht? Das war zuerst kein so großer Erfolg - hat jedoch funktioniert. Die Leute wollten aber eigentlich sofort was sehen für ihr Geld.
 



Also weiter schlau gemacht. Eine Seilzugleiter (bis 15 Meter ausziehbar), einen Heisswasserhochdruckreiniger (mit 230 Volt-Pumpe - Spezialanfertigung, weil nicht jeder 400 Volt daheim hat.), einen PKW-Anhänger und entsprechend lange Druckschläuche (50 Meter), sowie Sprühlanzen und Düsen gekauft. Ein wenig Werbung und dann gings los. Den Rest der Werbung machte die Mundpropaganda.
 



Tip von mir.


Wenns draussen kälter wird - unter 10 Grad, sollte man es sein lassen. Der Wasserdampf der dabei entsteht (durch die großen Temperaturunterschiede von 10 Grad Umgebungstemperatur und ca. 100 Grad heißem Wasser), verhindert ein anständiges arbeiten. Deshalb habe ich damals nur im Sommer die Dächer gereinigt.




Dann wurde je nach Reichweite desjenigen der auf der Leiter stand, die Leiter auf dem Dach einfach umgedreht und so nach und nach das gesamte Dach fertig gereinigt.
Nachdem das Dach dann nach ca. 2 Tagen sauber war, habe ich mein Spezialmittel aufgebracht, wie schon oben beschrieben das Moos- und Algenmittel. Ich lies mir von einem Chemiker flüssiges Wachs in dieses Moos- und Algenmittel einbringen. Das hatte den Effekt, dass die Wirkung über lange Zeit anhielt, bis zu 10 Jahren.
Kann sein dass es länger gehalten hat. Ich hatte nur bis 10 Jahre Kontakt zu meinen damaligen Kunden. Darauf hatte ich auch eine Garantie gegeben.
 



Vorsicht, bevor jetzt jemand anfängt und das nachmacht. Immer darauf achten, dass eine Folie unter dem Dach liegt, sonst kann es zu Feuchtigkeitsschäden führen. Ich musste mich auch erst sehr vorsichtig an dieses Thema heran arbeiten und habe dann im Laufe der Zeit eine Technik rausbekommen, wie ich kein Wasser unter die Ziegel bekam. Besser ist es jedoch, wenn eine Folie drunter ist.




Die Dächer sahen nach meiner Behandlung sofort aus wie neu - mussten aber erneut beschichtet werden. Bei einigen Dächern reichte es mit meinem Moos- und Algenmittel ganz allein. Bei anderen Dächern haben wir in den farbigen oder farblosen Dachlack dieses spezielle Moos- und Algenmittel eingearbeitet. Meine Kunden hatten damals mehr als 10 Jahre Zeit sich Geld zusammenzusparen für eine Neueindeckung - und darum ging es eigentlich.
 





Habe aus Gesundheitlichen Gründen dieses Gewerbe aufgegeben. Ist doch sehr anstrengend den ganzen Tag auf der schrägen Leiter zu stehen und mit dem Hochdruckreinger zu kämpfen. Nichts für Leute mit einem Rückenleiden.



Ich hoffe ich konnte mit diesem Artikel ein wenig weiterhelfen.


Lieben Gruß
Michael (TischlerMS)
 

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