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MDF - Mitteldichte Holzfaserplatte

Quellen: Wikipedia

Mitteldichte Holzfaserplatte

 

MDF - Mitteldichte Holzfaserplatte: Heimwerker Lexikon ... 1-2-do Wissen
Die mitteldichte Holzfaserplatte, zuweilen auch mitteldichte Faserplatte oder auch MDF-Platte (medium density fiberboard) genannt, ist ein Holzfaserwerkstoff, welcher in der DIN EN 316 Absatz 3.2.3 als Faserplatte, hergestellt nach dem Trockenverfahren, definiert wird. Im Folgenden wird unterschieden zwischen HDF (≥ 800 kg/m³), Leicht-MDF (≤ 650 kg/m³) und Ultraleicht-MDF (≤ 550 kg/m³). Was der groben Klassifizierung entspricht.



Der Name leitet sich aus dem Umstand her, dass ihre Dichte zwischen der von Schnittholz und der von Nassfaserplatten liegt.
Erfunden in den USA fand fand das Produkt in Europa erst Ende der 1980er Jahre eine größere Verbreitung. Auf Grund ihrer technischen Eigenschaften zählt MDF seither aber weltweit zu den am stärksten wachsenden Holzwerkstoffprodukten.
Aus feinstzerfasertem, hauptsächlich rindenfreiem Nadelholz und durch eine schonende Verpressung wird in Längs- und Querrichtung ein gleichermaßen homogener Holzwerkstoff hergestellt. Wobei die Kanten glatt und fest sind, somit können sie ohne besonderen Anleimer profiliert werden.

 

 

 

Zusammensetzung des Holzes

 

 

 

Holz der verschiedensten Arten wird verwendet. So werden neben den Klassikern wie der Kiefer, der Fichte und der Buche, inzwischen auch Eucalyptus, Gummibaum, Birke, Pappel, Akazie und viele mehr verwendet. Entscheidend ist heutzutage eher die Verfügbarkeit der Holzsortimente als deren Eignung für eine optimale Produktion.
 

 

Wasser & Luftfeuchte

 

Wie natürliches Holz sind auch Holzwerkstoffplatten hygroskopisch. Das bedeutet, dass sich in Abhängigkeit zum umgebenden Klima eine Ausgleichsfeuchte im Produkt einstellt.
Sprich, die Platten nehmen das Wasser der Luftfeuchte auf und wenn die Luft zu trocken wird, geben die Platten diese auch wieder ab.
 

 

Herstellung der MDF-Platten

 

Für die Herstellung von Faserplatten wird im groben das Holz zunächst fein zerfasert, dann beleimt und anschließend zu Platten verpresst.
 

 

Rohstoff

 

Als Rohstoff für die Holzfaserherstellung werden überwiegend Rundholz (Stammholz), Hackschnitzel, Schwarten und in geringerem Maße Altholz, Restrollen der Schälfurnierherstellung, Furnierreste und Sägespäne verwendet.
 

 

Faserherstellung

 

Die Hackschnitzel des Holzes werden gereinigt und von Fremdstoffen befreit. Hiernach werden im Schritt der Zerfaserung unter Druck und Wasserdampf “verkocht“, was die Kompressionsfähigkeit der Hackschnitzel und auch später die Zerfaserung begünstigt. In diesem Schritt werden Sägespäne dazugegeben.
Nun käme der Schritt des Refiners, hier werden die Holzschnitzel mit Hilfe von gerillten Mahlscheiben und unter 6-10 bar Druck zermahlen.
 

 

Trocknung

 

Nach der Zerfaserung wird der Faserstoff – im Gegensatz zu Spänen – mit Stromtrocknern getrocknet. Der Faserstoff wird direkt in einem Abgasstrom getrocknet.

 

Beleimung

 

Es werden drei Verfahren der Beleimung unterschieden:
• Mischerbeleimung: ältestes Verfahren, führt jedoch zu so genannten „Leimflecken“
• Blow-Line-Beleimung: derzeit häufigstes Verfahren, keine Leimflecken, jedoch erhöhter Leimbedarf
• Trockenbeleimung: modernstes Verfahren, niedrigerer Leimbedarf, höhere Investitionen und höhere Betriebskosten
 

 

Pressen der Platten

 

Nach eine Qualitätsichtung werden in diversen Verfahren, Angefangen bei der "Streuung" über das absolvieren der"Formstraße" bis hin zum "Heißpressen", die Platten hergstellt.
Wobei hier  die Endbearbeitung sehr endscheidend für Dicke und Belastbarkeit ist.
 

 

Verwendung

 

Rohplatten finden im Innen- und Dachausbau Anwendung.
Faserplatten in beschichteter Form werden als Trägerplatten für Laminatfußböden, im Möbelbau sowie für Küchenfronten, im Ladenbau und Lautsprecherbau eingesetzt. Hierbei werden aus MDF-Platten ganze Möbelserien gefertigt. Zum Beispiel bei Schränken und Schranksystemen kommen MDF Platten seit einigen Jahren in pulverbeschichteter Form als Tisch- und Abdeckplatten zur Anwendung. Diese eignen sich auch besonders gut zum Herstellen von Profilverzierungen im Küchenbau oder für Fußleisten von modernen Fußböden.
Auch im hochwertigen Lautsprecherboxenbau werden sie aufgrund ihrer hohen Elastizität sehr gerne verwendet.

Wird MDF geschraubt, muss zwingend vorgebohrt und angesenkt werden, das das Material sich ansonsten schnell spaltet oder sich das Material am Schraubenkopf aufbaut. Auch Dübellöcher müssen eher etwas größer - also spannungsfrei gebohrt werden. Wenn man diese Tipps beachtet, macht die Arbeit mit MDF Freude. 

MDF kann man auch vielseitig mit Farben und Lacken behandeln, somit entsteht eine glatte, saubere Fläche mit profilierten Kanten, Ausfräsungen usw. Beim lackieren sollte man aber zwei Dinge beachten: MDF saugt extrem. Es ist notwendig mit Vorlack zu streichen. Ideal: Zweifach und beim ersten Anstrich verdünnt. Durch das extreme Saugen kann sich kein Lackfilm über die Ecken ziehen. Deshalb empfiehlt es sich die Kanten etwas mit Schleifpapier zu brechen oder gleich abzurunden oder sogar mit einem Abrundfräser zu bearbeiten. 

Es ist ein sehr individuell einsetzbarer Werkstoff mit extrem vielen Möglichkeiten für extrem umfangreiche Aufgabengebiete.
 

 


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