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Lamellieren

Lamellieren 

Lamellieren 1-2-do WissenIm Möbelbau, bei Sportgeräten oder im Modellbau ist es oft notwendig, gebogene Werkstücke herzustellen, Beispiele hierfür sind Rückenlehnen für Stühle, Runde oder elliptische Rahmen und Einfassungen für Tischplatten. Wenn man diese Bauteile aus Massivholz heraussägt, hat man einen hohen Verschnitt und die Maserung verläuft nicht parallel zur Biegung, was neben dem Aussehen auch die Festigkeit beeinträchtigt. Eine Lösung für diese Arbeitsaufgabe bietet das Lamellieren. Unter Lamellieren versteht man das Verleimen vieler dünner Leisten zu einem Formteil. Der Vorteil des Lamellierens besteht darin, dass man dünne Leisten mit wenig Kraftaufwand in sehr viel engeren Radien biegen kann, ohne dass sie dabei zerbrechen. Ein dickes Kantholz lässt sich dagegen nicht so stark biegen. Es würde zerbrechen. Nach dem Verleimen der gebogenen Lamellen erhält man ein formverleimtes Bauteil von sehr hoher Festigkeit. 

Vorgehensweise 

Beim Lamellieren gelten folgende Regeln 

  • je dünner die Lamellen, desto enger kann gebogen werden 
  • beim Lamellieren muss die Faserrichtung beachtet werden 

 

Lamellenzahl

Theoretisch lassen sich Formteile aus vielen dünnen Furnierschichten lamellieren. Sie lassen sich leicht von Hand und ohne viel Kraftanstrengung über eine Form biegen. Allerdings hat man dann eine hohe Anzahl von Leimschichten. Hierdurch können sich die einzelnen Lamellen beim Spannen leicht gegeneinander verschieben. Deshalb ist es günstiger, die Lamellen so dick zu wählen, dass sie sich gerade noch in den gewünschten Radius biegen lassen. 

Faserrichtung bei Furnierstreifen und Leisten 

Lamellen mit quer verlaufender Faser lassen sich sehr leicht biegen, aber nur wenn sie sehr dünn sind (< 1 mm). Dickere Lamellen mit Querfaser brechen bei engen Radien aber meist entlang der Faser durch und können deswegen nicht verarbeitet werden. Außerdem wäre dann an den Außenseiten des Formstücks Hirnholz, das nicht in jedem Fall dekorativ wirkt. Die beiden vorgenannten Probleme umgeht man dadurch, dass die Faser längs der Lamelle verläuft. 

Faserrichtung bei Sperrholzstreifen

Wenn die Lamellen aus Sperrholz geschnitten werden, ist der Faserverlauf in den Deckschichten entscheidend. Wenn die Deckschichtfaser quer verläuft, wird die Lamelle beim Biegen brechen. Die Deckschichtfaser sollte also stets längs verlaufen. 

Lamellieren 1-2-do Wissen

Wässern

Der mögliche Biegeradius hängt nicht nur von der Dicke der Lamellen ab. Wenn man die einzelnen Leisten oder Brettchen vor dem Biegen wässert, sind engere Radien möglich als in trockenem Zustand. Durch das Wässern werden die Zellen des Holzes elastisch und können sich gegeneinander etwas verschieben. Lässt man sie in gebogenem Zustand auf einer Form trocknen, behalten sie später fast dieselbe Biegung bei. Das Wässern kann in einer Wanne (Stück einer Dachrinne) oder durch Einpinseln mit Wasser erfolgen. Heißes Wasser wirkt schneller als kaltes Wasser. Wie lange gewässert werden muss, testet man am besten mit einem Probestück. Statt wässern kann man auch mit dem Tapetenlöser dämpfen (siehe dort). 

TIPP 

Ölhaltige Hölzer (z. B. Teak) nehmen meist nicht genug Wasser auf. Diese Hölzer müssen vorher mit Spezialmitteln entölt werden. Es ist deshalb günstiger, auf andere Hölzer auszuweichen oder aber sehr dünne Lamellen zu verwenden und auf das Wässern verzichten.


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