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Knochenleim

Beschreibung

Knochenleim ist ein wasserlöslicher, auf natürlichen Ressourcen basieredener Klebstoff, welcher seinen Ursprung in tiereischen Abfällen hat. Hergestellt wird die Basis des Knochenleim, der Glutinleim, durch auskochen der Abfälle, wodurch Gallerte gewonnen wird. Der Hauptbestandteil des Glutinleim, Glutin, hat eine ähnliche Zusammensetzung wie Gelatine.

Schon seit Jahrhunderten ist Knochenleim ein gebräuchlicher Tischlerleim, welcher aus Knochen tierischer Abfälle hergestellt wird. Die Leimbrühen werden gereinigt, verdampft und getrocknet, wodurch eine feste Geleeform entsteht. Knochenleim ist vollkommen unschädlich und umweltfreundlich.

Knochenleim war bis Mitte des 20. Jahrhunderts der überwiegend verwendete Leim im Möbelbau. Leider hat der Leim für industrielle Zwecke den großen Nachteil, dass dieser vor dem Gebrauch erst in Wasser eingeweicht (mehrere Stunden) und unter Wärmezufuhr gebrauchsfähig gemacht werden. Der große Vorteil des Knochenleim ist, dass er durch Wärmezufuhr wieder gelöst werden kann. Viele, die von Weißleim auf Knochenleim übergegangen sind, bleiben dabei und schätzen insbesondere die Eigenschaften, die dem organischen Stoff Holz entsprechen.

Es gibt einige gewichtige Argumente, die für Knochenleim sprechen:

  • Er ist reversibel, d. h. eine Verleimung kann später wieder unter Einsatz von Wärme gelöst werden. Das ist selbst nach 100 Jahren noch möglich.
  • Reparaturen und Behebung von Pfusch - bei jedem kann mal was schief gehen - lassen sich leicht bewerkstelligen im Gegensatz zu den handelsüblichen Weißleimen. Das Werkstück etwas erwärmen, lösen soweit notwendig, gegebenenfalls etwas Feuchtigkeit zuführen und neu verleimen und schon sind schiefgelaufene Arbeiten korrigiert.
  • Die Perlen sind in trockenem Zustand praktisch unbegrenzt haltbar. Selbst angerührte Leime, die über Jahre eingetrocknet waren, sind nach Zugabe von Wasser und Wärme meistens wieder voll gebrauchsfähig.
  • Der Leim trocknet hart und fest auf und bildet keine Kunststoffhaut auf dem Holz wie ein Weißleim. Als organisches Produkt paßt er besser zum Holz als Kunststoff.
  • Er ist umweltfreundlich und kann ohne Gefahr angewendet werden. Ich kannte mal einen Tischler, der schlürfte ihn mit Genuß. Trotzdem empfehle ich es nicht.

 

Verarbeitungsanleitung

Um den Knochenleim aufzubereiten, weichen die die Leimperlen in einem Gefäß mit Wasser ein. Hierbei ist zu beachten, dass der Behälter maxmimal mit 50% Leimperlen zu befüllen ist und anschließend bis zur Oberkante der Leimperlen aufgefüllt werden sollte. Dies sollte anschließend mindestens 12h einweichen dürfen.

Anschließend erhitzen Sie über einer Herdplatte einen Topf mit Wasser und stellen das Gefäß mit dem aufgeweichten Leim hinein und rühren gelegentlich mit einem Holzstab um. Oftmals wird hierzu auch ein Milchflaschenwärmer verwendet. Bereits nach wenigen Minuten haben Sie einen gebrauchsfertigen Leim, der noch beliebig weiter mit Wasser verdünnt werden kann. Machen Sie einige Experimente und bald haben Sie die für Ihre Arbeiten geeignetste Leimkonsistenz. Der Leim soll nicht kochen. Wenn er kocht, kann er unbrauchbar werden, muß es aber nach meiner Erfahrung nicht unbedingt.

Aufgetragen wird der Leim mit einem Pinsel, dessen Zwinge nicht aus Eisen sein sollte um Verfärbungen zu vermeiden. Darüber hinaus hat sich das Auftragen mit einem Stück Furnier bewährt. Hier ist darauf zu achten, dass es sich nicht um Eichenholz handelt, da der Leim mit der Gerbsäure reagiert (dennoch kann Eiche damit verklebt werden).

 

Verleimen von Furnieren

Es hat sich bewährt, beim Verleimen von Furnieren, eine erwärmte Zulage zu verwenden. Da der Knochenleim relativ schnell geliert, müsste man ansonsten blitzschnell arbeiten und die Zwingen anlegen. Mit der erwärmten Zulage, hat man genügend Zeit dafür.

 

Verleimen von Holz

Auch hier spielt die Zeit bis zum gelieren gegen uns. Dennoch ist hier Abhilfe möglich, indem das zu leimende Objekt vor der Verleimung erwärmt wird.

 

Abbindezeit

In der Regel können nach 10 bis 20 Minuten die Zwingen gelöst werden. Das Werkstück sollte danach jedoch noch einen Tag ruhen, bevor weitergearbeitet wird. Achten sie darauf, daß es in der Werkstatt nicht zu kalt ist. Zimmertemperatur ist gut, unter 15 ° würde ich die Arbeit lassen.

 

Umgang mit hervorgequollenem Leim

Knochenleim kann man direkt nach dem Auftragen mit Wasser vom Werkstück lösen oder ggf. mit einem Stechbeitel weg kratzen. Es ist nicht empfehlenswert den Leim austrocknen zu lassen und anschließend zu entfernen, da dieser Leim sehr hart wird.

 

Aufbewahrung

Da es sich um ein natürliches Produkt handelt, ist hier die Gefahr einer Schimmelbildung gegeben. Um dies zu vermeiden sollten Sie den Leim, im Falle dass Sie ihn in absehbarer Zeit nicht benötigen werden, einfach austrocknen lassen. Der Leim ist anschließend mit wasser jederzeit wieder regenerierbar. Sollte sich doch Schimmel gebildet haben, weerfen Sie den Leim weg.

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