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Klebe- und Verleimungspraxis

Klebe- und Verleimungspraxis Klebe- und Verleimungspraxis 1-2-do Wissen

Neben dem geeigneten Kleber hängt die Qualität einer Verklebung von der Klebetechnik ab. Hierzu zählen vor allem: 

  • Vorrichten der Fügeteile. 
  • Vorbehandlung der Klebefläche. 
  • Entfetten der Fügeteile. 
  • Richtiger Klebstoffauftrag. 
  • Richtiges Zusammenfügen. 

 

Vorrichten der Fügeteile 

Die Klebeflächen der Fügeteile müssen eben sein, damit die Klebstoffschicht so dünn wie möglich ist. Grate an Bauteilrändern müssen vollständig beseitigt werden. Bauteile, die eine Eigenspannung aufweisen, müssen vor der Verklebung entspannt werden. Die Klebefläche sollte so groß wie möglich sein, denn je größer die Klebefläche, desto größer die Festigkeit. Bewährte Methoden zu Vergrößerung der Klebfläche sind 

  • Schäften 
  • Überlappen 
  • Laschen 

 

Kleber auf PU-, Epoxidbasis und Schmelzkleber eignen sich auch zum Füllen von Fugen. 

 

Vorbehandlung der Klebefläche 

Die Vorbehandlung kann durch Schleifen, Bürsten, oder Entfetten erfolgen. Mechanische Verfahren bewirken bei Metallen ein Aufrauen, das zu einer besseren Verzahnung des Klebstoffes führt. 

 

Entfetten der Fügeteile 

Das Entfetten der Fügeteile ist die wichtigste Vorbereitung. Es muss deshalb mit besonderer Sorgfalt erfolgen. Am wirkungsvollsten ist es, den Entfettungsvorgang am Ende der Klebevorbereitungen kurz vor dem Kleberauftrag durchzuführen. Zum Entfetten kann man je nach Werkstoff auch Spiritus, Aceton o.ä. verwenden. 

 

Klebstoffauftrag 

Von Schmelzklebern und Klebern auf Pu-, Silikon- und Epoxidbasis abgesehen wird die höchste Klebekraft erreicht, wenn der Klebefilm so dünn wie möglich ist. Er sollte nach Möglichkeit 0,3 mm nicht überschreiten. Bei zu dicken Klebeschichten nimmt die Bindefestigkeit ab. Wenn für den verwendeten Kleber keine besonderen Angaben vorliegen, ist eine Schichtdicke von ca. 0,1 mm anzustreben. Die Klebeschicht muss gleichmäßig aufgetragen werden. Man erkennt hieraus, wie wichtig eine sorgfältige Vorbereitung ist, um eine optimale Klebeverbindung zu erreichen. 

 

Zusammenfügen 

Beim Zusammenfügen wird zwischen Nassverklebung, Kontaktverklebung und Schmelzklebung unterschieden. 

 

Nassverklebung 

Die Fügeteile werden nach dem Klebstoffauftrag fixiert. Man verwendet hierzu Klammern, Zwingen oder Pressen. Der Druck muss gleichmäßig sein. Nach der Anfangshaftung ist es bei verschiedenen Klebstoffen möglich, die Fixierung zu entfernen. Die Klebenaht darf erst nach dem endgültigen Abbinden oder Aushärten belastet werden. Durch Wärmezufuhr kann die Abbinde- oder Aushärtezeit verkürzt werden. 

 

Kontaktverklebung 

Eine Fixierung ist nicht erforderlich. Nach der Ablüftzeit werden die Fügeteile durch einen kurzen aber möglichst hohen Anpressdruck zusammengefügt. Dabei ist nicht die Dauer sondern die Höhe des Anpressdruckes entscheidend. Der Anpressdruck bewirkt eine Soforthaftung. Die endgültige Belastung ist jedoch auch bei der Kontaktverklebung entsprechend der Herstellerangaben erst nach Erreichen der Endfestigkeit möglich. 

 

Arbeitssicherheit beim Kleben 

Um die Hände sauber zu halten sollte man bei Klebearbeiten Schutzhandschuhe tragen. In Klebern enthaltene Lösungsmittel sind hautreizend und können zu Allergien führen. Teilweise sind die Dämpfe der Lösungsmittel gefährlich für die Atemorgane, weshalb es sinnvoll ist, eine geeignete Atemschutzmaske zu tragen. Daneben entwickeln viele Lösungsmittel beim Verdunsten Gase, die sich durch offene Flammen oder Funken (elektrische Schalter, Elektrowerkzeuge) entzünden können. Die gefährdenden Stoffe in Klebern sind durch die so genannten R-Sätze und S-Sätze gekennzeichnet. Man findet diese Bezeichnungen auf den Gebinden der Kleber. Heißklebepistolen erhitzen den Klebstoff auf etwa 150 – 180° C. Beim unbeabsichtigten Berühren des flüssigen Klebers (Tropfen!) oder der Austrittsdüse kann es zu schweren Verbrennungen kommen. Schutzhandschuhe sind deshalb zweckmäßig. 

 

Schmelzkleben 

Nach dem Zusammenfügen der Klebeflächen in heißem Kleberzustand muss die Klebestelle bis zum Erkalten des Klebers fixiert sein. Erst dann hat der Kleber seine Endfestigkeit. Erneute Wärmezufuhr kann den Kleber wieder verflüssigen, wodurch die Klebekraft wieder aufgehoben wird und die Verbindung korrigiert werden kann. Zum Heißkleben werden so genannte Heißklebepistolen verwendet. Mittels des manuell betätigten Vorschubsystems wird der stabförmige Klebstoff durch die Heizpatrone gedrückt, wodurch er sich erhitzt und dann flüssig durch eine Düse austritt. Konventionelle Heißklebepistolen arbeiten mit Netzbetrieb. Durch die hohe Leistungsfähigkeit von Lithium-Akkus sind nun auch Heißklebepistolen mit Akkubetrieb möglich. Sie haben der Vorteil der netzunabhängigkeit und sind deshalb universell einsetzbar. 

TIPP 

Großflächige Klebearbeiten mit lösungsmittelhaltigen Klebern sollte man nur in gut durchlüfteten Räumen oder im Freien durchführen. 

 

Links

Kleben

Klebepistole

Heißklebepistole

Klebe-und Verleimungspraxis

Kleber und ihre Eigenschaften

Reaktions- und Komponentenkleber

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