

Küchenplanung – das ist eines dieser ganz großen Themen, mit denen man sich fast endlos beschäftigen kann! Aber der Aufwand lohnt sich, denn schließlich soll eine Küche durchschnittlich 15 Jahre lang halten und möglichst auch auf lange Sicht funktionieren und Freude machen.
Wie hoch der Stellenwert guter Küchenplanung anzusetzen ist, sieht man am großen Preisunterschied zwischen einer selbstgeplanten Küche (z.B. Ikea) und einer Markenküche aus dem Studio (z.B. Poggenpohl, Bulthaup, Leicht, Miele etc.). Zwar kommt es hierbei auch auf die verwendeten Materialien an: Eine Echtholz-Küche, beispielsweise, ist fast immer teurer, als Furnier- oder Resopalfronten, und die großen Hersteller bieten auch regelmäßig Innovationen, Designs, Materialien und Finessen, die den Preis rechtfertigen können. Doch ein Großteil der Investition für eine neue Küche liegt immer im Planungsaufwand.
Will heissen: Wir bezahlen bei geplanten Küchen stets auch den Küchenfachmann oder Innenarchitekten, und ebenso die Handwerker, die das raumgreifende Maßwerk dann in unseren vier Wänden aufbauen und installieren. Die hohe Spezialisierung der Fachkräfte und die individuelle Betreuung und Ausarbeitung eines Küchenkonzeptes können den satten Preisaufschlag durchaus rechtfertigen, denn all diese Arbeiten erfordern einiges an Wissen, Können und Ideen.
Aber unter uns Heimwerkern: Das kann man alles lernen. Und sparen.;-)
In allererster Linie ist die Küche ein Arbeitsbereich. Und der muss als solcher funktionieren, also praktisch angelegt sein, und die individuellen Arbeitsabläufe beim Vorbereiten, Kochen, Abwaschen und Aufbewahren bestmöglich unterstützen.
Nur über die letzten Jahrzehnte – und dank unserer zunehmenden Freude am Hobby Kochen – ist die ursprüngliche „Ernährungswerkstatt“ längst zum zentralen Wohnmittelpunkt geworden. So wie auch jede Party zu vorgerückter Stunde in der Küche stattfindet, kreist zunehmend auch das Familienleben um den Funktionsraum. Hier wird die Nachbarin mit Cappuccino bewirtet und der Kollege mit Bierchen und Käsebrot, hier wird gespielt und gebastelt, und wahrscheinlich entstehen am großen Küchentisch ebenso viele Schularbeiten, wie Mahlzeiten eingenommen werden: Wer eine Wohnküche hat, braucht eigentlich kein Wohn- oder Esszimmer mehr: Hier wird gelebt!
Und deshalb soll dieser Raum schön sein, und wohnlich, gemütlich und schick, und nicht wenigen dient die Einrichtung rund um den heimischen Herd auch als Vorzeigeobjekt mit hohem Identifikations- charakter: Mein Haus, meine Jacht, mein Auto, meine Küche!
Der Wunsch nach einem ganz besonderen Schmuckstück ist an sich ja nicht verkehrt, aber das ist eben nicht genug. Wer je drei- viermal pro Mahlzeit um eine bildschöne Kücheninsel herumgerannt ist, bevor sich endlich alle Zutaten und Werkzeuge in Herdnähe befanden, der weiß, was ich meine: Küchenplanung ist Arbeitsplanung. Und die kann beim Anblick einer Traumküche schon mal so weit in Vergessenheit g
eraten, dass das teure Stück im Alltag dann zwar ordentlich Eindruck macht, aber leider gar nicht funktioniert. Küchenplaner hin oder her.
Schaut Euch Eure vorhandene Küche ganz genau an: Was funktioniert tadellos, was gefällt Euch daran und was sollte sich verändern?
Ist es nur die Optik, die modernisiert werden soll oder geht es um die gesamte Raumplanung? Werden vielleicht Küche und Esszimmer zu einer großen Wohnküche zusammengelegt oder braucht Ihr mehr Steckdosen, oder an anderer Stelle? Soll endlich eine Spülmaschine Platz finden oder ein breiter Herd?
Macht Euch eine Liste aller Vorzüge und Nachteile Eurer aktuellen Küche, und Eurer Wünsche für die neue. Die 1-2-com Küchen-Checklisten sollen Euch dabei behilflich sein.

Designerküche, moderne Küche und Landhaus – natürlich gibt es mehr Küchen-Stilrichtungen als diese. Aber alle drei entsprechen aktuellen und trotzdem zeitlosen Trends, und sie eignen sich ausgezeichnet, um zur eigenen Wunschküche "hinzuplanen", hinzuträumen und die eigenen Vorstellungen deutlicher zu machen.
Als „Design“ wird ja heute fast alles bezeichnet, was ein bisschen nett aussieht. Aber tatsächlich gibt es da Riesenunterschiede. "Echte" Designerküchen folgen keinem Trend, sie kreieren eigene, und sie lassen sich in ihren Visionen nicht einschränken. Mit ihrem hohen Anspruch an Klarheit haben die Designer über die letzten 10, 15 Jahre die Möglichkeiten heutiger Kücheneinrichtungen entscheidend revolutioniert: Möbel, Technik, Funktionselemente: Alles folgt dem Gebot der Ästhetik.
Formschön denken
Neuen, zunehmend aufgelockerten, Entwürfen zum Trotz, haben echte Designerküchen noch immer vornehmlich einen Anspruch: Nichts darf das Auge stören.
Insofern ist Designküchenplanung Linien- planung. Fronten solten möglichst über die ganze Länge des Blickfeldes übereinstimmen, oder wenigstens so angeordnet sein, dass auch die Brüche stimmig, überraschend und harmo- nisch erscheinen. In der Planungspraxis heisst das: Nachdem die Funktionsbereiche sinnvoll festgelegt wurden, bedarf die Frontenplanung einiges an Sorgfalt. Hier heisst es zuallererst „formschön denken“, und ruhig auch etwas unkonventiell.
Unkonventionell planen
Das könnte beispielsweise bedeuten, zugunsten eines klaren und markanten Gesamtbildes auf Elemente zu verzichten, die in einer „normalen“ Küche üblich scheinen, wie zum Beispiel Ober- oder Hochschränke, und selbst Geschirr und Gläser in überbreiten Schubladen zu verstauen – was übrigens auch noch unerwartet praktisch ist und viel Wandraum schafft für schöne Dekoration und große Bilder.
Wer kann, gruppiert auf jeden Fall die „unruhi- gen“ Elemente wie Geräte und Spüle in einem Block und plant die optisch bestimmende Küchenzeile betont ruhig und einheitlich, um diesen durchgängig klaren Anblick zu erzielen, den wir von einer Designerküche erwarten. Wer gern mit Holz oder Furnier arbeitet: Ein durchgehendes Maserungsbild ist hier natürlich ein Muss!
Geräte bleiben zurückhaltend
Funktion und Geräte setzen entweder hochwertige Akzente, oder sie bleiben vornehm zurückhaltend: Dieser Anspruch hat uns unsichtbare Schalterblenden bei Spülmaschinen beschert, dezenteste Kochfelder und einheitliche Öfen, die selbst in Zweier- oder Dreiergrüppchen – Backofen, Dampfgarer, Mikrowelle – aussehen, wie aus einem Guss. Statt Knöpfen und Reglern gibt es Sensoren beziehungsweise Touchscreens, die sich nur nach Bedarf offenbaren: Schick! Auch Küchenmöbel sind vielseitiger geworden: Stabile Schwerlast- und Teleskopauszüge, Apothekerschränke und durchdachte Unterteilungen von Schüben vereinfachen die Ordnung innen wie aussen und ermöglichen ein Höchstmass an Flexibilität bei der Anordnung. Auch Traumküchen sollten schließlich gut funktionieren. Viele Designküchen- hersteller lassen daher eine ganz funktionale Küchenzeile in voller Breite hinter raumhohen Türen verschwinden, damit die Wohnküche in Windeseile vom Funktionsraum wieder zum eleganten Esszimmer wird.
Andere verordnen zugunsten der ruhigen Optik den durchgängigen Gebrauch überdimensionaler Schubladen, selbst für Kühlschränke, und wieder andere gliedern das gesamte Layout in Schubladen- und Türblöcke: Vermischen verboten! ;-)
Das hört sich mühsam an, ist aber machbar, wenn man weiss, welchen Eindruck man erzielen will. Und wenn die klare Linienplanung gelingt, kann übrigens auch eine supergünstige selbst geplante oder -gebaute Küche genau den gleichen umwerfenden Eindruck erzeugen, wie eine exklusive Nobelmarke.
Moderne Küchen sind unkompliziert. Sie haben schicke Fronten, schöne Farben und Dekors und richten sich vorrangig nach den Bedürfnis- sen und Arbeitsabläufen der Bewohner.
Unkompliziert und frisch
Der gezielte Einsatz von Licht spielt hier eine große Rolle, und wer mag, kann auch die Frontausführungen der Schränke effektvoll mischen, um Spannung und Ordnung zu erzeugen: Hell-Dunkel-Kontraste, Farbe mit Holz, Edelstahl oder (hinterleuchtetem) Glas erzeugen ein frisches Bild, das sich jeder Einrichtung harmonisch anpassen lässt und auch in Wohnküchen eine gute Figur macht.
Praktische Anordnung, gutes Licht
Highlight der modernen Küche ist die Technik, denn hier dominiert der praktische Nutzen: Öfen in Augenhöhe, Kühlschränke und Herde in ausreichender Größe, schicke Waschbecken und hübsche Lüfter… Natürlich steht ein ruhiges Linienbild fast jeder Küche gut, aber bei der modernen Küche funktioniert auch eine nach praktischeren Gesichtspunkten gestaltete, unkompliziertere Linienführung. Hier ist eben „Küche noch Küche“, nur viel, viel schöner, praktischer und energiesparender, als früher.
Landhaus-Küchen sind gemütlich. Sei es die traditionelle Schwarzwald-Ausführung mit Vollholz-Kassettentüren oder Shabby Chic mit Türen aus groben Holzbrettern mit witzigen Griffen: Wohnlich soll es sein, und natürliche Materialien wie Holz dominieren und sind entweder pur und durchgängig „alt“ gewählt, oder zeigen, im Zusammenspiel mit modernen Elementen wie Edelstahl oder Beton, einen sehr frischen, schicken und unkomplizierten Eindruck.
Wohnlich, natürlich, freundlich
Auch antike Highlights, wie Omas uraltes Küchenbüffet, Regal oder Esstisch, können in einer Landhaus-Küche wieder zu ganz neuen Ehren kommen. Hier darf der buchstäbliche heimische Herd gern ein bisschen protzen, oder zumindest sehr sichtbar sein. Schön sind extrabreite Stand-Gasherde – und da gibt es ganz fantastische! Eine
opulente Abzugs- haube versteht sich da fast von selbst, und ganz toll wirkt auch ein rustikaler Spülstein aus glasierter Keramik oder Stein.
Schön: Standherd und Spülstein
Wer mag, dekoriert mit alten oder lustigen Wandtellern, Keramikbehältern, Körben und Kräutertöpfchen oder gestaltet einzelne Ni- schen oder Wände mit witziger Tapete, antiken Fliesen oder Tafelfarbe:
Landhaus macht Spaß, lässt sich mit schönen Accessoires ständig weiter komplettieren und macht auch jede Geschmackswandlung dankbar mit. Und wer gern putzt, darf ruhig auch ein wenig Klein- kram herumstehen haben: Keramik, Souvenirs, Porzellan, Fotos und Co. kommen hier gut zur Geltung, wirken charmant und persönlich und unterstreichen die gemütliche und unkomplizierte Wirkung dieses Küchenstils. Kleine Highlights setzen silberne Zuckertöpfe und Kännchen oder altes Porzellan vom Trödler, feines Koch- geschirr aus Kupfer, Bräter und Pfannen aus Gusseisen und natürlich: Schöne Leinenhandtücher jeder Art!
Je größer ein Raum, desto einfacher die Küchenplanung. Möchte man meinen. Doch in einem großen Raum lässt sich zwar jede beliebige Küchenform und –anordnung realisieren, aber gerade hier kann man eben auch einiges falsch machen und versehentlich lange Wege erzwingen, die bei guter Planung unnötig wären.
Eine kleine Küche lässt weniger Spielraum für Fehlplanungen und legt den Bewohnern ohnehin alles direkt an die Hand: Einmal umdrehen, und schon sind alle Utensilien griffbereit. Hier ist die Planung leichter und kann sich viel eher an den vorhandenen Anschlüssen für E-Geräte, Wasser und eventuell Gas orientieren.
Wichtig ist die Überlegung, ob ein Essplatz oder Tresen integriert, oder sogar eine Wohnküche geplant werden soll, denn das bestimmt maßgeblich die Küchenform.
Einzeilige Küchen
Alles an einer Wand: Wenn der Platz rar ist, ist die einzeilige Küche perfekt. Sie lässt sich schön gliedern in Kochen, Abwaschen, Kühlen/Vorratshaltung. Und wenn sogar noch genug Raum für einen Esstisch ist: Umso besser.
Zweizeilige Küchen
Zweizeilige Küchen bieten alle Möglichkeiten, um Arbeitswege kurz und praktisch zu halten. Dies ist die Arbeitsküche schlechthin, funktional und ohne Schnickschnack, aber leider meistens auch ohne Essplatz.
L- und U-Form
Wer noch eine Stirnseite unterbringen kann – bei der einzeiligen Küche zu einem L, bei der zweizeiligen zu einem U – sollte gut ausrechnen, ob die erforderlichen Eckschränke nicht mehr Platz nehmen, als sie an Stauraum bieten, und ob sich auch alle erforderlichen Elektrogeräte noch gut zugängig anordnen lassen. In kleinen Küchen kann es sinnvoller sein, an der Stirnseite eine Bar oder einen Tresen einzubauen, als zusätzlichen Stauraum.
Küchen mit Insel
Kücheninseln sind kommunikativ und schön und sie schaffen Stauraum. Aber für eine Kücheninsel benötigt man Platz. Vor und hinter der Kücheninsel müssen mindestens je 60 cm Raum zum Bewegen und Schränke Öffnen einkalkuliert sein. Allein der „Laufraum“ um eine Insel nimmt also 120 cm Platz ein. Dafür lässt sich beispielsweise der Herd schön zentral anordnen, und die Wege zu Schränken, Wasser, Kühlung und Co. sind kurz und praktisch. Und wer mag, kann auch einen Frühstückstresen einbauen.

E-Geräte sind das Herz der Küche. Ganz besonders gilt das natürlich für den Arbeitsbereich Nummer Eins, den Herd. Von diesem zentralen Punkt aus sollte möglichst vieles gut erreichbar sein: Kochgeschirr, Zutaten, Gewürze, Wasser. Im Idealfall liegt der Herd daher in einem Dreieck zwischen Vorräten/Kühlschrank, Spüle/Spülmaschine und Kochgeschirr und –utensilien.
Spüle und Spülmaschine sollten schon wegen der Anschlüsse möglichst nah beiein- ander liegen. Das leuchtet ein. Aber auch hier gibt es, neben der bereits angesprochenen Herd-Nähe, noch weitere Bezüge. Der direkte Zugriff auf Geschirr- und Topfschränke, -regale oder –schubladen ermöglicht schnelles Aus- und Einräumen.
Zweite Spülmaschine gefällig?
Bei großen Familien kann es sich lohnen, über einen zweiten Geschirrspüler nachzudenken. Das spart Schrankraum und hält die Spüle frei, wenn die andere Maschine gerade läuft. Viele Geräte kosten heute kaum mehr als ein Küchenschrank, und außerdem ist man mit zwei Maschinen flexibler in der Befüllung: Töpfe und Kochgeschirr hier, Essgeschirr und Gläser dort – so lassen sich auch die Spülprogramme gezielter nutzen, und Wasser und Geschirrreiniger sparen.
Kühlgeräte kommen längst in jeder beliebigen Form ins Haus: Ob als traditioneller halber oder hoher Kühlschrank, Einzelstück oder side-by-side in schicken Farben und Materialien oder perfekt ins Mobiliar integriert: Kühlschränke passen sich beliebig an.
Dies gilt jedoch nicht nur für die Form, sondern auch für den Funktionsumfang: Vorbei die Zeiten, als man sich glücklich schätzen konnte, ein kleines Eisfach zu besitzen. Moderne Kühlschränke crushen oder würfeln für Longdrinks und Caipirinhas, temperieren Gemüse, Fleisch und Weine perfekt und sind dabei energiesparend und effizient wie nie zuvor: Cool! ;-)
Das Kühlzentrum der Küche sollte zwar nicht direkt neben dem Herd, aber möglichst in Herdnähe geplant werden, damit beim Kochen nicht jeder Creme-Fraiche-Bedarf gleich zur Weltreise wird. Auf der anderen Seite kann es auch sinnvoll sein, einen Kühlschrank in Esstisch-Nähe anzuordnen, damit Frühstücks-Zutaten beim Tischdecken schnell griffbereit sind. Wenn beides gleichzeitig nicht einzurichten ist, hat die Herd-Nähe sicherlich höhere Priorität.
Öfen gibt es längst in jeder Ausführung, für jeden Geschmack, jedes Budget und jede Expertise: Vom simplen Standard-Kochherd bis zu ausgeklügelten Ofenmodulen mit Grill, Heissluft, Mikrowelle, Pizzaofen und Dampfgarer können sich "Gelegentliche Aufwärmer", Großfamilien und Spitzenköche ganz nach Gusto ausrüsten und genießen.
Öfen in Sichthöhe sind praktisch, denn obwohl wir es seit Jahrzehnten gewohnt sind: Eine Kniebeuge mit brutzelndem Auflauf ist ein Sicherheitsrisiko, das sich heute vermeiden lässt. Ebenso können Koch und Köchin den Garprozess von Gugelhupf, Pizza und Co. in Augenhöhe natürlich müheloser beobachten. Häufige Ofen-Benutzer sollten über diese Möglichkeit zumindest nachdenken.
Energieeffizienz
Beim Kauf neuer Elektrogeräte ist, Umwelt und Sparschwein zuliebe, immer auch auf die Energieeffizienzklasse zu achten. Die Klassifizierung reicht von G bis A, wobei A die höchste Effizienz darstellt, und längst um diverse Plus-Zeichen erweitert wurde: Mittlerweile ist die Kennzeichnung dank der zunehmend intensiven Entwicklungsbemührungen der Hersteller bei Energieeffizienzklasse A+++ angekommen. Informationen hierzu findet Ihr im Wissensartikel Energieverbrauchskennzeichnung.

Was nützt die schickste Kücheneinrichtung, wenn sich hier nicht bequem arbeiten lässt?
Ein ganz zentraler Punkt ist die Arbeitshöhe. Sie sollte auf die im Haushalt lebenden Erwachsenen gut abgestimmt sein, und im Zweifelsfall lieber einen Tick zu hoch, als zu niedrig, damit der Rücken auch beim Abwaschen und Kochen gerade bleiben kann.
Wenn ein Ofen vielleicht ein, zweimal im Monat genutzt wird, dann ist es fast egal, ob man sich bücken muss, um ein Pizzablech hinein oder heraus zu schieben: Bleibende Schäden sind da kaum zu erwarten. Wer jedoch mehrmals pro Woche backt oder Aufläufe macht, sollte ruhig darüber nachdenken, einen Ofen in halber Höhe unterzubringen. Angenehmer ist die Bedienung allemal.
Ebenso solltet Ihr nicht nur bei Geräten, sondern auch Schränken schauen, wo Ihr Euch das Leben einfacher machen könnt. Wer ständig einen kleinen Tritt braucht, um an die Gläser im Oberschrank zu kommen, sollte sie lieber tiefer lagern. Mittlerweile gibt es tolle Einsätze für Schwerlastauszüge, so dass man selbst Geschirr und Gläser wunderbar in breiten Schubladen unterbringen und auf Oberschränke verzichten kann. Wer größer ist, kann natürlich die ganze Raumhöhe nutzen und sollte so planen, dass ständiges Bücken vermieden wird.
So oder so solltet Ihr darauf achten, dass sich die Küche nach Eurer Größe und nach Euren Vorlieben richtet.
Wie bei allen Arbeitsbereichen, kommt der Lichtplanung in der Küche eine hohe Bedeutung zu. Sie ist nicht nur ein cleveres Gestaltungsmittel, sondern auch ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Denn wo mit Messern, heissen Brätern und kochendem Wasser hantiert wird, sollte man ausreichend sehen können.
Eine gute Grundbeleuchtung ist daher gerade in der Küche wichtig und kann die Verletzungs- gefahr deutlich mindern. Die traditionelle Küchenlampe mit einer Glühbirne aber reicht hierfür nicht aus. Zusätzlich sollten zuschal- tbare Reihen von Spots oder Lichtleisten Arbeitsplatte und Herd beleuchten.
Ideal ist direkt auf die Arbeitsfläche fallendes Licht, das nicht blendet oder Schlagschatten wirft. Je nach Geschmack eignen sich weisse bis wamweisse Lichtbandsysteme oder Strahler unter Oberschränken und Regalen hierfür besonders gut.
Atmosphäre zaubern auf Tisch und Tresen
Atmosphäre zaubern können Pendelleuchten, die direkt und blendfrei Küchentresen und/oder Esstisch beleuchten.
Die Leuchten sollten jeweils auf Größe und Form der Tischfläche abgestimmt sein. Praktisch sind beispielsweise Schienensysteme, die eine flexible Beleuchtung ermöglichen, etwa mit Grüppchen abgehängter kleiner Pendelleuchten. Für Tisch- oder Tresenleuchten gilt ein Abstand von etwa 60 cm zur Tischplatte als ideal. Das Licht blendet so nicht, und der Blickkontakt zum Gegenüber bleibt erhalten.
Farbstimmungen dank LEDs
Der gekonnte Einsatz von Licht ist aber auch ein hervorragendes Mittel, um ein Gefühl der „Hochwertigkeit“ zu schaffen. Selbst die einfachsten Küchen erscheinen mit einer durchdachten Lichtgestaltung elegant, schick und individuell.
Als tolle Akzent- oder Effektbeleuchtung, etwa für Glasschränke oder –regale,, eignen sich LEDs oder LED-Streifen. Damit kann man wunderbar bestimmte Küchenbereiche hervorheben oder farbig absetzen. Wer’s mag, taucht mit bunten oder gar Farbwechsler-LEDs ganze Raumbereiche je nach Stimmung oder Tageszeit in ein buchstäblich „neues Licht“.
Nachdem Ihr Eure Wünsche und Zutaten für die neue Küche beisammen habt, messt den Raum ganz genau aus, einschließlich Tür- und Fensterhöhen und –breiten, Heizungen und Anschlüssen für Elektrogeräte, Wasser, Gas, vorhandene Steckdosen, Nischen und so weiter.
Um sicherzugehen, dass der Raum keine Unebenheiten aufweist, die den Einbau von Geräten und Schränken am Ende doch schwierig machen könnten, messt bitte auch im Wandabstand von 60 cm nochmal nach. Die meisten Küchenschränke und –geräte haben eine Tiefe von 60 cm, und die Elemente müssen eben nicht nur hinten an der Wand, sondern auch an der Vorderkante passen, und da können bereits ein krummer Winkel oder Unterschiede von wenigen Zentimetern richtig ärgerlich sein.
Zum exakten Ausmessen – und nachher zum Anbringen der Schränke, Wandverkleidungen und Regale – eignen sich die Messwerkzeuge von Bosch ganz hervorragend. Statt mit dem Meterstab zu jonglieren, empfiehlt sich ein digitaler Laser-Entfernungsmesser wie der PLR 50 von Bosch, der bis zu 50 Meter absolut zuverlässig misst.
Und mit dem 360° Linien-Laser PLL 360 sind Möbel, Oberschränke und Co. schnell und akkurat angebracht und aufgebaut.
Auch der kompakte, selbstnivellierende Kreuzlinienlaser Quigo ist beim Anbringen von Fliesen, Regalen, Schränken und Wanddekoration eine große Hilfe.
Sicherlich gibt es viele tolle Küchenplaner im Internet zum Herunterladen, aber eine Handzeichnung ist ohnehin immer eine gute Orientierung, und die Zeit solltet Ihr Euch nehmen.
Wenn Ihr vorhandene Küchenelemente behalten wollt, wie zum Beispiel Herd, Kühlschrank oder Esstisch, zeichnet diese separat auf und schneidet sie massstabsgerecht zu. Ebenso Dinge, die Ihr unbedingt benötigt und integrieren wollt: Spüle und Spülmaschine, Öfen, Küchenmöbel, und so weiter.
Durch das Herumschieben der Grundelemente auf Eurem Küchenplan könnt Ihr schnell erkennen, welche Anordnung machbar ist, und wo Ihr eventuell Anschlüsse verlegen oder kleiner oder größer planen könnt, als gedacht. Vielleicht ist eine Küchenerweiterung nur machbar, wenn der Esstisch kleiner ausfällt, oder Ihr müsst noch einmal darüber nachdenken, ob Ihr wirklich noch eine Spüle mit zwei Becken braucht, wenn Ihr eine Spülmaschine habt? Der handgezeichnete „Schiebeplan“ gibt schnell Aufschluss über die Gegebenheiten und über Eure Möglichkeiten.
Wenn Ihr Plan und Wünsche soweit im Blick habt, könnt Ihr einen der zahlreichen kostenlosen Küchenplaner aus dem Internet nutzen, um Eure Planung zu präzisieren: Google findet hierzu zahlreiche Einträge von Küchen- herstellern oder -verbänden.

Damit lässt sich schnell ein Entwurf erstellen, der sich nicht nur von oben oder frontal, sondern auch aus allen Blickwinkeln betrachten lässt.
Dabei sollte auch das Thema „Linienplanung“ eine Rolle spielen. Nicht jede Küche muss so puristisch erscheinen, wie eine Designerküche, aber ein möglichst ruhiges und ausgewogenes Linienbild steht jedem Entwurf gut, zeigt eine auch optisch durchdachte Planung und macht einen hochwertigeren Eindruck, als ein Gewusel von Schalterblenden und unterschiedlichen Schrankmaßen. Im Zweifelsfall lieber einheitliche Möbelbreiten wählen, als nun wirklich jeden Zentimeter auszunutzen. Randausgleichende Abschlussblenden sind schließlich schnell gemacht.

Eine Küche zu planen bedeutet, wie Ihr seht, viel Sorgfalt. Denn ein Küchenentwurf muss zahlreiche Faktoren berücksichtigen und mit einbeziehen. Daher solltet Ihr Euch für diese Planungsphase ruhig ausgiebig Zeit lassen, und Ihr werdet sehen: Es macht sehr viel Spaß, eine Traumküche zu verwirklichen, und jedes Mehr an durchdachter Planung ist Eure Investition in einen schönen Küchenalltag.
Aber ob Ihr nun alles selbst umsetzt oder sogar eigenhändig baut: Nehmt Euch Zeit, vergleicht Preise, und sogar, wenn Ihr eine Küche aus dem Küchenstudio anschaffen möchtet: Gebt so viele Details wie möglich vor – siehe unsere drei Checklisten – und lasst Euch ruhig mehrere Entwürfe von verschiedenen Herstellern vorlegen.
Planungsbegleitende Moodboards machen Appetit auf die Traumküche
Wenn möglich, besorgt Euch Probestücke von Fronten, Arbeitsplatten, Fliesen, Farben, Bodenbelägen und Tapeten und erstellt Euch ein sogenanntes "Moodboard" – eine kleine Sammlung der Materialien, Farbtöne und Küchenphotos, die Euch gefallen – und stellt Euch damit im Verlauf der Planung nach und nach Euren ganz persönlichen Küchenwunsch zusammen und überprüft in regelmässigen Abständen, ob er Euch noch gefällt. Ihr sollt mit Eurem "Gesamtkunstwerk Küche" schließlich auf Jahre hinweg vollkommen zufrieden sein.
Und nun: Viel Spaß beim Träumen, Planen, Stöbern und Verwirklichen Eurer Wunschküche! :-) (Susanne)

Bildnachweise von oben nach unten: Titel: AMK; Designerküchen: Bosch Hausgeräte, Piero Lissoni für Boffi, Töpfe: Ittala; Moderne Küchen: Bosch Hausgeräte, Becher: Bodum; Landhausküche: Lodder Keukens, Mandemakers für Ariadne at Home, Teekanne: Art of Pewter; Elektrogeräte: Bosch Hausgeräte; Ergonomie: AMK; Licht: Bosch Hausgeräte, Warendorf. Alle Food-Fotos: Bosch Hausgeräte Speiseblog
Übrigens: Schöne Küchenprojekte auf 1-2-do.com findet Ihr hier oder im Wissensartikel "Küchen", dem eine Projektliste anhängt. Und zum Forum "Küche und Bad" geht es hier…