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Holzleim - Grundlagen

HOLZLEIM - Kleben und kleben lassen

 

Physikalische Grundlagen

Klebstoffe stellen zwischen zwei Teilen, die (wieder) zusammengefügt werden sollen, eine dauerhafte Verbindung her. Hier sollte man nicht auf dem Standpunkt stehen, dass ein Alleskleber auch alle Klebeprobleme löst. Es gibt aus gutem Grund verschiedene Kleber mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften, die beim Klebevorgang zu berücksichtigen sind. Die Klebestelle oder -fläche kann ebenfalls eine unterschiedliche Beschaffenheit haben, was Konsequenzen für die Beanspruchbarkeit der geklebten Verbindung hat.
 

Adhäsion und Kohäsion

Hinter diesen zwei kompliziert klingenden Begriffen verbergen sich zwei ganz einfache Phänomene, die Ihr sicher auch schon im Alltag beobachtet habt. Adhäsion bezeichnet die Haftung, die bereits entsteht, wenn zwei Oberflächen durch Kontakt aneinander haften. Das ist z. B. bei zwei aufeinander liegenden Glasscheiben oder bei Fensterbildern (Folien) am Fensterglas der Fall. Bei Flächen, die nicht sauber, fett- und staubfrei sind, werden diese Adhäsionskräfte gemindert, im schlimmsten Fall sogar aufgehoben.
Wenn man Kleber auf die Verbindungsstelle gibt, überbrückt der Kleber den engen Spalt zwischen den beiden Werkstücken. Bis der frische Kleber jedoch vollständig durchgetrocknet ist, kann man die Klebestelle noch nicht mechanisch belasten. Der Kleber kann auf zwei Weisen aushärten. Entweder es entweicht mit der Zeit organisches Lösemittel bzw. Wasser oder es kommt zu einer chemischen Reaktion zwischen zwei Bestandteilen des Klebers.
Ob die Kleberverbindung hält, was sie verspricht, hängt dann vom Kleber und der Beanspruchung der geklebten Stelle ab. Je fester die einzelnen Kleber-Moleküle nach dem Durchtrocknen zusammenhängen (Kohäsion), desto stabiler die geklebte Verbindung. Auf den Verpackungen wird die Eigenschaft als Endfestigkeit bezeichnet.
 

Klebeflächen vorbereiten

Alte Anstriche, Beschichtungen und lose Bestandteile bzw. Fremdstoffe (wie z. Rost, Staub und Schmutz) müssen vollständig entfernt werden. Wenn der Kleber es erfordert, sollten die Klebeflächen sogar mit Alkohol oder Verdünner entfettet werden. Diese Flächen dürft Ihr dann natürlich nicht mehr anfassen, denn auch Hautfett kann die Klebewirkung stark mindern.
 

Allgemeine Klebehinweise

Auf die so vorbereitete, vollständig getrocknete Klebefläche kann nun der Kleber nach den Anweisungen des Herstellers aufgetragen werden (ein- oder beidseitig, sparsam oder großzügig). Bei manchen Klebern (z.B. Kontaktklebern) ist nach dem Kleberauftrag erst noch eine Ablüftzeit einzuhalten bevor die beiden Werkstücke aufeinander gepresst werden können. Folgt hierbei den Angaben der Hersteller. Bei Kontaktklebern sind die Materialien unter hohem Anfangsdruck zusammenzupressen. Bei diesem Kleber ist die Anfangsfestigkeit, d. h. die verbindende Klebewirkung schon zu Anfang recht hoch.
 

Hohe Endfestigkeit

Wenn man etwas klebt, möchte man natürlich, dass die Verbindung möglichst "ewig" hält. Sobald der Kleber ganz durchgetrocknet ist, ist die maximale Festigkeit erreicht. Sie lässt sich durch nichts weiter steigern. Bei manchen Klebern (z. B. Zweikomponenten-Klebern) lässt sich die erreichbare Festigkeit durch Erwärmen während des Klebevorgangs deutlich erhöhen. Hinweise, welche Kleber sich dazu eignen, findet Ihr häufig auf der Verpackungsrückseite.
Sekundenkleber sind z. B., wie ihr Name schon sagt, bereits nach wenigen Sekunden ausgehärtet. Ihre Endfestigkeit ist da schon erreicht und Korrekturen sind nicht mehr möglich. Dafür lassen sich mit diesem Klebstoff Materialien wie Kunststoffe. Acrylglas, Metall und Glas kleben, bei denen andere Kleber versagen. Für saugfähige Materialien und Verbindungen, die später gedehnt werden (Leder, Gummi o. 1k.), nimmt man dagegen besser einen flexiblen Kontaktkleber.
 

Sicherer Umgang mit Klebern

Jeder Kleber ist nach Gebrauch wieder gut zu verschließen, kühl zu lagern (nicht unter 5 Grad Celsius) und unbedingt für Kinder unzugänglich aufzubewahren. Besonders bei den Klebern, die sehr schnell eine hohe Endfestigkeit erreichen, ist besondere Vorsicht geboten. Dämpfe von Klebern, die organische Lösemittel enthalten, sollten nicht eingeatmet werden. Diese Kleber sind nur in gut belüfteten Räumen anzuwenden.
 

FACHAUSDRÜCKE


Ablüftzeit

Zeit, die der Kleber antrocknen (ablüften) sollte, bevor die beiden Werkstücke aufeinander gepresst werden.

Anfangsfestigkeit

Gibt an, welche Festigkeit zu Anfang der Klebeverbindung erreicht wird.

Verarbeitungszeit

Die Zeitspanne, innerhalb derer noch Korrekturen an der Klebeverbindung möglich sind, d. h. so lange der Kleber noch nicht getrocknet ist.

Zugbelastbarkeit (Zugfestigkeit)

Belastbarkeit in senkrechter Zugrichtung zur Klebefläche zwischen zwei Werkstoffen.

 

 

Siehe auch


Projekte

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