Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

Hobelpraxis

Hobeln

Hobeln 1-2-do Wissen

Beim Hobel wird durch eine waagerecht und parallel zur Werkstückoberfläche rotierende Schneide ein Span abgenommen. Die Schneide wird als Hobelmesser bezeichnet und ist am Umfang der trommelförmigen Hobelwelle befestigt. Die Hobelwelle rotiert mit hoher Drehzahl und wird gegen die Drehrichtung über das Werkstück oder entlang der Werkstückkante bewegt. Der Hobel verfügt über zwei Hobelsohlen. Die vordere Hobelsohle ist in der Höhe einstellbar. Durch entsprechende Einstellung kann die Spandicke vorgewählt werden. Hobel arbeiten mit fest eingestellter Drehzahl. Die Höhe der Drehzahl hängt vom Typ der Hobelwelle ab, ist damit konstruktiv vorgegeben und kann nicht verändert werden. Hobel mit einer 1-Messer-Hobelwelle haben eine höhere Drehzahl als Hobel mit einer 2-Messer-Hobelwelle. Je nach Typ ist diese Drehzahl elektronisch geregelt und wird dann auch bei unterschiedlicher Belastung konstant gehalten. Die Maschinenleistung wird dadurch besser ausgenützt, die Überlastungsgefahr ist geringer, die Arbeitsqualität höher und der Arbeitsfortschritt schneller.

 

Sind zwei Hobelmesser besser als nur ein Einziges?

Nein. Hobelwellen mit zwei Messern haben einen größeren Durchmesser und eine niedrigere Drehzahl als Hobelwellen mit nur einem Messer. Dadurch ist aber die Umfangsgeschwindigkeit gleich groß, die Arbeitsqualität und der Arbeitsfortschritt also gleich gut. Hobel mit nur einem Messer kann man aber kleiner und handlicher bauen.

 

Bearbeitbare Werkstoffe

Der elektrische Handhobel ist ein Gerät zur Holzbearbeitung. Die Bearbeitungsmöglichkeit von Kunststoffen hängt sehr stark vom Kunststofftyp ab und erfordert Versuche an Materialresten. Die Bearbeitung von Metallen führt zur Zerstörung der Hobelmesser und zur Beschädigung des Gerätes.

 

Erreichbare Bearbeitungsgüte

Bei sachgemäßer Anwendung und bei einwandfreiem und scharfem Schneidwerkzeug kann eine sehr hohe Oberflächengüte erreicht werden, die nicht mehr nachbearbeitet werden muss. 
 

GrundregelHobelpraxis 1-2-do Wissen

Wie die Oberfräse muss ein Elektrohobel stets mit laufendem Motor an das Werkstück angesetzt werden. Setzt man den Hobel im Stillstand an das Werkstück an und schaltet dann erst ein, erfolgen starke Rückschläge. Das Werkstück und der Hobel werden beschädigt.

 

Ablage des Hobels

Ablage erst wenn der Motor zum Stillstand gekommen ist. Dies kann wegen der hohen Drehzahl mehrere Sekunden dauern. Andernfalls kann die rotierende Hobelwelle bei versehentlicher Berührung zu schwersten Verletzungen führen. Vor der Ablage die Spantiefeneinstellung auf Null zurückdrehen, damit das Hobelmesser bei der Ablage nicht beschädigt wird.

 

 

Hobelrichtung

Beim Hobeln gibt es nur eine Hobelrichtung, den

  • Gegenlauf

 

Der Hobel wird also stets gegen die Drehrichtung über das Werkstück geführt. Hobeln mit der Drehrichtung funktioniert nicht. Man beschädigt das Werkstück und verliert die Kontrolle über den Hobel.

 

Hobelgeschwindigkeit

Man führt den Hobel so über das Werkstück, dass die Drehzahl nicht merklich zurückgeht. Zu langsames Führen oder gar ein „Anhalten“ während des Hobelns kann zu Brandspuren auf der Werkstückoberfläche führen.

 

Hobelpraxis 1-2-do Wissen„Sauberes“ Werkstück

Die Hobelmesser sind sehr empfindlich gegen Fremdkörper im Werkstück. Schrauben, Nägel, Steinchen oder Zementreste, aber auch Heftklammern im Holz beschädigen sofort das Hobelmesser!

 

Wie setzt man den Hobel an?

Beim Ansetzen des Hobels muss die Andruckkraft auf der vorderen Hobelsohle liegen, sonst ergibt sich am Anfang des Werkstücks eine Delle.

 

Wie setzt man den Hobel ab?

Beim Absetzen des Hobels muss die Andruckkraft auf der hinteren Hobelsohle liegen, sonst ergibt sich am Ende des Werkstücks eine Delle.
















Hobeln breiter Werkstücke

Hobeln 1-2-do Wissen
Die gängigen Handhobel haben eine Hobelbreite von 82 mm. Wenn man breitere Werkstücke hobeln will, muss man mit mehreren parallel versetzten Hobelbahnen arbeiten. Durch Unebenheiten im Holz ist es nahezu unvermeidlich, dass an den Übergängen zwischen den Hobelbahnen Stufen entstehen. Diese Stufen kann man durch zwei Maßnahmen mindern:

  • Hobel mit sehr geringer Spandicke und
  • Verwenden von Hobelmessern mit gerundeten Ecken.

Bei der Verwendung gerundeter Hobelmesser ergeben sich statt der Stufen Stege, die anschließend leichter überschliffen werden können.


Gerade Hobelmesser

Man verwendet sie, wenn die Breite des zu hobelnden Werkstückes kleiner ist als die Hobelbreite des Hobels. Man verwendet sie ebenso, wenn Falze gehobelt werden. 
 

Hobelmesser mit abgerundeten Kanten

Sie sind günstiger für das Hobeln von Werkstücken die breiter sind als die Hobelbreite des Hobels. Die abgerundeten Kanten ergeben weniger ausgeprägte Übergänge zwischen den nebeneinander liegenden Hobelgängen.



 

Hobelrichtung und Faserrichtung

Die Lage der Faserrichtung zur Hobelrichtung entscheidet, ob die Oberfläche rau oder glatt wird. Beim Hobeln mit der Faserrichtung wird die Oberfläche glatt, beim Hobeln gegen die Faserrichtung reißen die Fasern aus und die Oberfläche wird rau. Bei ungleichmäßiger Faserrichtung hilft nur das Hobeln mit geringer Spandicke.

 

Widerspänige Hölzer

Bei einigen Edelhölzern, beispielsweise Sapeli-Mahagoni, laufen die Fasern in ein und demselben Stück Holz in parallelen Bahnen gegeneinander. Diese Eigenschaft wird als „widerspänig“ bezeichnet. Egal in welche Richtung man hobelt, es wird gleichzeitig raue und glatte Streifen auf der Oberfläche geben. Die einzige Möglichkeit für eine einigermaßen glatte Oberfläche ist das Hobeln mit geringster Spandicke und anschließendes großflächiges Überschleifen. 
 

StirnholzHobelpraxis 1-2-do Wissen

Wenn man Stirnhölzer, beispielsweise beim Einpassen einer Türe hobelt, wird es am Werkstückende stets zu Ausrissen kommen. Durch zwei Maßnahmen kann man dies verhindern:

  • Eine Beilage an das Werkstückende klemmen. Beim Hobeln entsteht dann der Ausriss an der Beilage.
  • Erst von der Endseite her ein paar Zentimeter hobeln, dann Hobel umsetzen und von der Anfangsseite hobeln.

 

Hobeln von Schmalseiten

Beim Hobeln von Schmalseiten besteht die Gefahr des Abkippens, wodurch die Oberfläche ungewollt schräg wird. Durch Anklemmen z. B. einer Dachlatte kann man die Schmalseite soweit verbreitern, dass man eine sichere Auflagefläche für den Hobel bekommt. Die Schmalseite wird dann zusammen mit der Dachlatte gehobelt.

Ziehender Schnitt

Beim Hobeln kann es vorkommen dass wegen der Faserrichtung an den Kanten des Werkstückes die Fasern ausreißen. Wenn man den Hobel etwas schräg zur Hobelrichtung führt, wirkt das Messer nach innen, es entsteht ein „ziehender“ Schnitt, wodurch das Ausreißen verhindert wird.

Abschrägen

Konische Werkstücke kann man durch Hobeln herstellen, indem man Hilfsleisten an das Werkstück klemmt, wobei die Hilfsleisten in der gewünschten Schräge befestigt werden. Wenn man nun diese Hilfsleisten als Führung verwendet und zusammen mit dem Werkstück abhobelt, erhält man eine präzise Schräge.

Kanten Fasen

Zum präzisen Fasen von Kanten hat der Hobel an der vorderen Laufsohle eine Nut. Wenn diese Nut auf die Kante gesetzt wird, hat man eine Führung entlang des Werkstücks.

Hobelpraxis 1-2-do WissenEin Kantholz wird zum Rundholz 

Aus Kanthölzern kann man mit dem Hobel relativ genaue Rundhölzer herstellen. Zunächst hobelt man aus dem Vierkant ein Achtkant, dann ein Sechzehnkant. Meist ist das Werkstück dann schon so rund, dass ein leichtes Überschleifen der Kanten genügt.

 

Oberfläche „Special“ 

Die Oberfläche ist nach dem Hobeln sehr glatt. Beim nachträglichen Lasieren oder Beizen wird man feststellen, dass manche Stellen die Farbe oder Beize gut annehmen, andere Stellen sie aber fast gar nicht aufnehmen, weil dort die Fasern parallel zur Oberfläche liegen. Statt gleichmäßig ist die Oberfläche fleckig eingefärbt. Die einzige Möglichkeit, eine einheitliche Färbung zu bekommen, ist das Anschleifen der gehobelten Oberfläche mit feinstem Schleifpapier oder Schleifvlies. Durch das Anschleifen werden die glatten Stellen etwas aufgeraut, wodurch der Farbauftrag eindringen kann.

 

 

Abrichten

Für Abrichtarbeiten spannt man den Hobel in ein Untergestell und führt das Werkstück am Parallelanschlag entlang über den Hobel. Bei der Verwendung im Untergestell muss unbedingt der Messerschutz am Hobel angebracht werden, um Handverletzungen zu vermeiden.

 

Abrichten einer Leiste

Beim Abrichten einer Leiste mit unregelmäßigem Querschnitt ist unbedingt zu beachten, dass immer dieselbe Seite als Bezugskante am Anschlag anliegt. Nur dann ist gewährleistet, dass sich Winkelfehler während des Abrichtens nicht addieren.

 

Hobeln mit Parallelanschlag

Zur Begrenzung der Hobelbreite, beispielsweise beim Hobeln von Falzen, kann mit dem Parallelanschlag gearbeitet werden. Ebenso kann der Hobel mit dem Anschlag in einer parallelen Distanz zur Werkstückkante geführt werden.

TIPP: Durch die Nut wird auch dann schon ein Span abgehobelt, wenn die Spandickeneinstellung auf 0 steht. Deshalb zunächst einmal mit der Einstellung 0 Fasen und erst im zweiten Hobelgang die endgültige Fasenbreite einstellen.

 

Hobelmesser

Im Gegensatz zu anderen Elektrowerkzeugen sind die Hobelmesser ein fester Bestandteil des Gerätes. Sie sind fest montiert und werden nur ausgewechselt, wenn sie stumpf geworden sind oder Beschädigungen aufweisen. Die Standardausrüstung sind Hobelmesser aus Hartmetall. Es sind die so genannten „Wendemesser“. Wenn eine Schneide abgestumpft oder beschädigt ist, wird sie aus der Hobelwelle gelöst, umgedreht („gewendet“) und wieder eingesetzt. Wendemesser sind nicht nachschärfbar. Wenn beide Schneiden abgestumpft sind, wird das Messer ersetzt.

 

Arbeitssicherheit beim Hobeln

Der Hobel muss mit beiden Händen geführt werden und das Werkstück muss sicher festgespannt sein. Der Einhandbetrieb, bei dem der Hobel mit der einen Hand und das Werkstück mit der anderen Hand gehalten wird, kann zum Abrutschen des Hobels und damit zur Verletzung durch die rotierende Hobelwelle führen.

 

Ablage des Hobels

Ablage erst wenn der Motor zum Stillstand gekommen ist. Dies kann wegen der hohen Drehzahl mehrere Sekunden dauern. Andernfalls kann die rotierende Hobelwelle bei versehentlicher Berührung zu schwersten Verletzungen führen. Vor der Ablage die Spantiefeneinstellung auf Null zurückdrehen, damit das Hobelmesser bei der Ablage nicht beschädigt wird.

 

Persönliche Schutzmaßnahmen

Die Schutzbrille sollte grundsätzlich immer getragen werden. Beim Hobeln entsteht meist ein sehr lautes Arbeitsgeräusch. Ein Gehörschutz ist vorteilhaft.

  • Beim Hobeln entstehen, getreu dem Sprichwort, eine Menge großer Späne. Es ist deshalb zweckmäßig, die Späne abzusaugen.

 

 

Siehe auch

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com