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Gartenhaus selber bauen Rat von Experten

Das eigene Gartenhaus

Gartenhaus selber bauen 1-2-do Wissen

Ob man einen Unterstand für Gartengeräte, Spielzeug oder Fahrräder braucht, einen Pavillon als überdachten Sitzplatz für die Kaffeestunde oder einen gemütlichen Rückzugsraum zum Arbeiten oder Lesen – es gibt Gründe genug, ein Gartenhaus zu bauen.

So unterschiedlich die denkbaren Anwendungen sind, so unterschiedlich sind auch Konstruktionen, Materialien, Größen und Ausstattungen. Was es hier für Heimwerker zu beachten gilt, haben wir in den folgenden Abschnitten zusammengestellt.

 

Darf ich überhaupt ein Gartenhaus bauen?

 

Die Antwort wird hier in den meisten Fällen „Ja!“ lauten. Allerdings nicht für Gartenhäuser jeder Größe und für jeden Standort. Zu ermitteln, was erlaubt ist, kann ein wenig Aufwand erfordern, denn was man auf dem eigenen Grundstück aufstellen darf, fällt unter das Baurecht, und das Baurecht ist in Deutschland Ländersache. Bei 16 Bundesländern existieren also 16 mehr oder weniger unterschiedliche Landesbauordnungen.

 

Wenn ihr ein Gartenhaus bauen wollt, führt folgerichtig der erste Weg zur Gemeindeverwaltung.

Mit etwas Glück stehen entsprechende Vorgaben auf den Internetseiten der unteren Baubehörde, sonst gibt man meist auch am Telefon Auskunft. Folgende Daten solltet ihr bereithalten:

  • Grundfläche des geplanten Gartenhauses in Quadratmetern,
  • Höhe in Metern,
  • Umbauter Raum in Kubikmetern,
  • Grenzabstand des geplanten Standorts.

Wer einen Bausatz aufstellen möchte, kann bei einigen Herstellern schon vor dem Kauf entsprechende Unterlagen anfordern, zuweilen lassen sie sich auch online herunterladen. In der Regel gibt es für das Gartenhaus damit ein schnelles OK.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do WissenAchtung: Gilt für das Grundstück ein Bebauungsplan, kann die Standortwahl eingeschränkt werden, wenn Pavillon, Hütte oder Schuppen nur in einem bestimmten Baubereich errichtet werden dürfen. Auch dazu gibt es Auskunft beim Bauamt. In einigen Bundesländern gibt es auch Einschränkungen hinsichtlich der Ausstattung. Feuerstellen oder Kochgelegenheiten können dann ebenso unzulässig sein wie etwa eine Toilette. Da ein Gartenhaus selten als dauerhafter Wohnsitz dienen soll, werden diese Einschränkungen jedoch nur wenige Gartenfreunde stören.

Nun könnte man natürlich auch auf den Gedanken kommen, sich diesen kleinen bürokratischen Umweg zu sparen und gleich mit dem Bau loszulegen. Denn Kontrollen von Gärten durch das Bauamt gibt es so gut wie nie. Geht trotzdem auf Nummer sicher, denn wenn sich eines Tages beispielsweise ein Streit mit einem Nachbarn anbahnt, könnte der auf die Idee kommen, das Gartenhäuschen beim Amt zur Sprache zu bringen.

Die besten Helfer der Behörden sind nuneinmal immer noch aufmerksame Bürger – gut, wenn man sich dann nicht angreifbar macht.

Dazu ein Tipp: Wenn auch nur leise Bedenken bestehen, dass es wegen des Gartenhäuschens einmal Streit geben könnte, fragt vor dem Baubeginn eure Nachbarn, ob sie etwas dagegen einzuwenden haben. Am besten lasst ihr euch die Einwilligung schriftlich geben.

 

Wahl des Standorts

Wenn ihr nicht auf einen bestimmten Baubereich festgelegt seid und den erforderlichen Grenzabstand einhaltet (meist 3 Meter), könnt ihr den Standort frei wählen. Doch nicht jeder Standort ist für jedes Haus geeignet. Bei der Auswahl können folgende Anregungen nützlich sein, die natürlich nicht in Stein gemeißelt sind, sondern hinter persönlichen Vorlieben jederzeit zurückstehen können:

Gartenhaus selber bauen 1-2-do Wissen• Ein Geräteschuppen kann in einem reinen Ziergarten in der Nähe des Hauses gut aufgehoben sein. Dann hat man es mit der Kabeltrommel für den Rasenmäher nicht weit zur Steckdose, kann ohne lange Wege auf der Terrasse umtopfen und kann leichter Werkzeug holen, um etwa im Vorgarten zu arbeiten. Wichtig allerdings: Je schlichter und zweckmäßiger der Schuppen gestaltet ist, desto eher stört er im Blickfeld der Wohnzimmerfenster oder der Terrasse.

• Ist ein Nutzgarten vorhanden, wird man eher einen Platz in der Nähe der Beete suchen.

• Ein Gartenhaus, in dem man sich auch aufhalten möchte, sollte nicht in der prallen Sonne stehen. Ein Standort im Schattenbereich oder Halbschatten eines größeren Baums würde sich hier anbieten.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do Wissen• Ein Platz im hintersten Winkel des Gartens kann in diesem Fall aber ebenfalls ungünstig sein. Sind die Wege zu weit, nutzt man das Häuschen möglicherweise seltener. Das ist allerdings wirklich eine Frage persönlicher Vorlieben. Wer sich ins Gartenhaus zurückziehen möchte, wird gerade einen Standort suchen, der möglichst weit vom Haupthaus entfernt ist.

• Besitzt das Haus eine kleine Terrasse oder Veranda, ist eine West- oder Südwestausrichtung angenehm. Dann kann man dort auch abends noch die letzten Sonnenstrahlen genießen.

• Ein Teich in der Nähe kann in diesem Fall problematisch werden, da hier eher mit Mücken zu rechnen ist.

• Offene Pavillons muss man nicht zwischen Sträuchern und Bäumen verstecken. Sie sollen einen freien Blick rundum erlauben und sind meistens auch so ansehnlich gestaltet, dass man sie zentral im Garten präsentieren kann. Wünscht man sich dagegen eher Abgeschiedenheit, bietet sich eine berankte Laube an, die dann auch etwas abseits stehen kann.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do Wissen• Auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt die Idee, das Gartenhaus in der Nähe der Terrasse zu platzieren. Dort kann es allerdings sehr gut als Sicht- und Windschutz dienen. Außerdem ist dann ein Zufluchtsort in Reichweite, in dem man auch bei einsetzendem schlechtem Wetter noch eine Weile im Garten verbringen kann.

Wie ihr seht, gibt es nicht die allgemeingültige Empfehlung für den Standort eines Gartenhauses. Allerdings einiges an Stoff zum Nachdenken.

Ehe ihr also den Platz fürs Häuschen bestimmt, überlegt verschiedene Varianten und diskutiert mit der Familie, was jeweils dafür oder dagegen sprechen könnte.

 

Entwerfen und gestalten

Wie das Gartenhaus letztlich aussehen wird, das ist so individuell wie der Garten, in dem es stehen soll. Einen einfachen Schuppen mit vier Wänden, einer Tür und einem Pultdach zu konstruieren, fällt dabei noch relativ leicht. Bei aufwendigeren Formen wie Vielecken, offenen Pavillons, Häusern in L-Form oder Bauwerken mit angegliederter Terrasse ist schon deutlich mehr Know-how gefragt.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do WissenTrotzdem gibt es auch dafür eine ganz einfache Empfehlung: Lasst euch vom Angebot fertiger Häuser inspirieren. Wer noch unentschlossen ist und Anregungen benötigt, kann die Internetseiten und die Kataloge der einschlägigen Hersteller studieren. In jedem Fall sollte man aber auch die Ausstellung eines größeren Gartenhaus-Anbieters besuchen und die verschiedenen Modelle intensiv in Augenschein nehmen. Hier kann man sehen, wie Profis Detailfragen lösen, welche Verbindungstechniken oder Beschläge genutzt werden und mit welchen Materialdimensionen die Bauwerke konstruiert sind. Es schadet nicht, dabei eine kleine Digitalkamera mitzunehmen.

Natürlich kann es dabei auch vorkommen, dass euch ein Bausatz bei der Besichtigung so gut gefällt, dass ihr ihn gleich kauft und auf einen eigenen Entwurf verzichtet. Aber das ist auch für eingefleischte Heimwerker keine Schande – es zeigt nur, dass der jeweilige Konstrukteur sein Handwerk versteht. Platz für Eigenleistung bleibt beim Vorbereiten des Baugrunds und beim Aufstellen noch genug.

 

Fundamente: Die richtige Grundlage fürs Gartenhaus

Für viele einfache Schuppen oder kleine Häuser braucht man kein Fundament, soweit sie auf gewachsenem (also über lange Jahre unangetastetem und deshalb mit der Zeit verdichtetem) Boden stehen. Auch in diesen Fällen lohnt es sich aber, dem Untergrund ein wenig Aufmerksamkeit zu widmen. Das hat zwei Gründe: Zum einen ist der Boden im Garten selten ganz eben, zum anderen sollten viele Baumaterialien nicht in direkten Kontakt zur Erde gelangen, da sie sonst schon nach wenigen Jahren verrotten können.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do WissenEine einfache, preisgünstige, aber meist sehr brauchbare Lösung besteht hier im Auslegen von Gehwegplatten aus Beton. Sie trennen den Bau vom feuchten Erdreich. Auf den Platten lässt sich dann die Basis des Gartenhauses oder Schuppens mit Unterlagen oder Keilen so ausnivellieren, dass die Konstruktion gerade steht. Zusätzlich empfiehlt sich das Auslegen einer schwarzen Folie oder von Bitumenbahnen unter dem Häuschen. Dadurch verhindert man, dass Unkraut oder Gras aus dem Boden wuchert, und außerdem bremst solch eine dichte Lage aufsteigende Feuchtigkeit.

Bei schwereren und umfangreicheren Bauten bietet sich das Setzen von Punktfundamenten an, auf denen man die eigentliche Konstruktion errichtet. Solche Fundamente erfüllen ihre Aufgabe aber nur dann, wenn sie frostfest gegründet sind.

 

Punktfundament setzen

Was bedeutet das? Bei sehr niedrigen Temperaturen gefriert der Boden, teils bis in eine Tiefe von mehr als einem halben Meter. Reicht ein Fundament weniger tief ins Erdreich, kann es durch die Ausdehnung des gefrorenen Wassers im Boden angehoben werden – der darauf errichtete Bau gerät in Schieflage. Zur Sicherheit sollte man deshalb Fundamente mindestens 80 cm tief anlegen, mit 120 cm Tiefe ist man – zumindest im Flachland – in der Regel vollends auf der sicheren Seite.

Das Herstellen eines Punktfundaments ist nicht allzu schwierig.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do WissenIn schweren, festen Böden schachtet man mit dem Spaten mindestens etwa 30 x 30 cm große und mindestens 80 cm tiefe Löcher aus, in weichen, sandigen Böden muss man die Löcher größer anlegen, da man hier, zumindest im oberen Bereich, meist eine Verschalung braucht.

In die fertigen Löcher setzt man die gegebenenfalls notwendige, zuvor innen mit Schalöl gestrichene Verschalung ein – sie lässt sich aus Spanplatten einfach stumpf zusammenschrauben – und mischt dann Beton an.

Bewährt hat sich dafür in vielen Fällen sogenannter Estrichbeton, den man als trockene Sackware im Baumarkt bekommt und mit Wasser erdfeucht anmischt. Da die Bezeichnung Estrichbeton nicht genormt ist, solltet ihr auf die Festigkeitsklasse achten, die auf dem Sack angegeben ist. B25 nach alter Norm DIN 1045 bzw. ab C20/25 nach der aktuellen EN 1992 sollte es schon sein.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do WissenDer Beton wird in die Löcher gefüllt und dabei immer wieder durch Stampfen und Stochern verdichtet. Es genügt, das Loch bis einige Zentimeter unterhalb des Erdniveaus zu füllen – überstehende Fundamente sehen hässlich aus und halten auch nicht besser. Dann heißt es abwarten und die Fundamente in Ruhe abbinden lassen – dafür solltet ihr ihm ruhig eine Woche Zeit lassen.

Um die Bodenkonstruktion zu fixieren, kann man Balkenträger aus Stahl gleich in das Fundament einbetonieren. Man kann sie aber auch nachträglich daran verdübeln.

Träger zum Einbetonieren besitzen meist einen langen, geriffelten Sporn, die sogenannte Dolle, Träger zum Verdübeln sind meist einfach U-förmig gestaltet.

Achtung: Denkt beim Betonieren daran, dass man die Menge des benötigten Materials leicht unterschätzt. Für frostfeste gründende Fundamente bei einem größeren Gartenhaus (an den Längsseiten und in der Mitte im Abstand von etwa einem Meter) braucht man eine Menge Beton.

Rechnet deshalb den Rauminhalt vorher aus und kauft dann nach den Angaben auf den Packungen entsprechend viel von der Trockenmischung, ein Sack mehr als Reserve schadet auch nicht.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do WissenAus dem gleichen Grund solltet ihr überlegen, einen Beton- mischer auszuleihen – etliche Säcke Zement mit der Schaufel in der Mörtelwanne gebrauchsfertig zu mischen, ist kein Spaß.

Die dritte Fundament-Variante, bestehend aus Streifenfun-damenten mit einer gegossenen Bodenplatte, bietet sicher Vorteile hinsichtlich der Beständigkeit und der Festigkeit. Allerdings werden erstens Gartenhäuser nicht für die Ewigkeit gebaut, und zweitens sind für die fachgerechte Anlage einer solchen Gründung Erfahrung und Sachkenntnis erforderlich – durchschnittlich versierte Heimwerker und Heimwerkerinnen dürften hier leicht an ihre Grenzen stoßen. Wer nicht darauf verzichten möchte, sollte bei einem Bauunternehmen ein Angebot einholen.

Und wer sich hier selbst ans Werk begibt, sollte zumindest die Materialstärken und die ggf. notwendige Bewehrung berechnen lassen – ein unzureichendes Fundament macht beim Bau die gleiche Arbeit wie ein korrekt angelegtes, taugt aber trotzdem nichts.

Ein Tipp: Macht der Anbieter eines Bausatzes Angaben zur Anlage und Dimension von Fundamenten oder hat das Bauamt entsprechende Empfehlungen ausgesoprochen, dann haltet euch daran.

 

Die Wahl des Materials

Die meisten Gartenhäuser, Pavillons und Geräteschuppen bestehen aus Holz – egal ob fertig gekauft oder selbst konstruiert. Es sind aber auch andere Materialien denkbar.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do WissenVor allem kleinere Schuppen werden auch als Metallkonstruktionen mit Wänden und Dächern aus Stahlblech angeboten. Ihr Vorteil: Sie sind sehr robust, schnell aufgestellt und brauchen über die Jahre kaum Pflege. Der Nachteil: Metallhäuser sind meist keine Augenweide. Ein Selbstbau ist zudem nur mit entsprechendem Werkzeug, Erfahrung in der Metallbearbeitung und einem gut sortierten Lieferanten für Bleche und Profile möglich. Als kleine Gerätehäuser verrichten sie allerdings problemlos ihren Dienst, und wenn sie an einer unauffälligen Stelle im Garten stehen, ist nichts dagegen einzuwenden.

Den zweiten Sonderfall bilden gemauerte Gartenhäuser. Dies sind in aller Regel Eigenkreationen. Wer nicht ohnehin schon Erfahrung im Mauern sammeln konnte, wird sich mit der Errichtung eines kompletten Häuschens schwertun. Gemauerte Häuser sind daher versierten Selbstbauern vorbehalten, oder sie müssen durch eine Baufirma errichtet werden.

Eine dritte, ebenfalls eher seltene Lösung lässt sich am besten an Hanggrundstücken realisieren: Erdschuppen. Hierfür kann man große Kanalringe aus Beton auf die Seite kippen, aneinander gereiht in einen Hang eingraben oder mit Erde bedecken und schließlich mit einer Tür versehen. Das Ganze ähnelt dann schon sehr einer Hobbit-Höhle. Als Aufenthaltsräume sind Erdschuppen weniger geeignet, aber sie sind ideale Lagerräume für Obst, Gemüse oder Wein.

Abseits der genannten Sonderfälle bestehen Gartenhäuser jedoch in der Regel aus Holz. Dabei finden sich zwei Konstruktionsprinzipien: Als Blockhaus oder in Rahmenbauweise errichtete Häuser.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do WissenBei den Blockhäusern werden massive Bohlen mit Ausklinkungen an den Enden zu Wänden übereinander gestapelt. Erkennbar sind Blockhäuser an den charakteristischen Außenecken, an denen jeweils die Enden der Bohlen hervorragen. Blockhäuser oder Blockbohlenhäuser kann man theoretisch auch selbst konstruieren, wenn man im Entwurf von Holzbauten versiert ist und die Herstellung der nötigen Holzverbindungen beherrscht.

Häufiger werden diese Häuser aber als Bausätze gekauft und dann nach einem detaillierten Plan des Herstellers aufgebaut.

Die Rahmenbauweise ist einfacher von Grund auf selbst zu realisieren. Dabei werden die Wände zunächst als Rahmen aus Kanthölzern hergestellt, die zur Stabilisierung meist zusätzlich waagerechte oder diagonale Verstrebungen erhalten. Fenster- und Türöffnungen werden ebenfalls mit Kanthölzern begrenzt. Auf den Rahmen wird dann eine Beplankung verschraubt. Das können Platten aus Holzwerkstoffen wie OSB oder Multiplex sein, meist verwendet man dafür aber Profilbretter, die sich mit Nut und Feder aneinander reihen lassen. Alternativ kann man auch eine – aufwendigere – Stülpschalung anbringen, bei der sich waagerechte Verschalungsbretter schuppenartig überlappen.

Der Rahmenbau bietet den Vorteil, dass man die benötigten Materialien leicht handhaben kann. Die erforderlichen einfachen Zuschnitte lassen sich an Ort und Stelle ausführen, konstruktive Holzverbindungen wie bei den Blockbohlen sind nicht nötig, da die Rahmen und die Beplankung einfach verschraubt werden.

 

Welches Holz fürs Gartenhaus?

Viel Auswahl hat man beim Kauf eines Bausatzes nicht. Meist wird hier Nadelholz verarbeitet. Bei den ganz preiswerten Häusern handelt es sich oft um Fichte/Tanne, ein großer Teil des Sortiments besteht aus Kiefer, und am oberen Ende der Preisskala kann man auch Hölzer wie Lärche finden.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do WissenDieses Spektrum bietet sich auch für Selbstbauten an – je nachdem, was der Geldbeutel zulässt. Für den Grundrahmen oder die Fundamentschwellen, die Bauteile also, auf denen das Haus steht und die die Fußboden-planken tragen, können auch beständigere Hölzer wie Robinie oder Eiche zum Einsatz kommen – wenn man bereit ist, den Preis dafür zu zahlen. In den meisten Fällen wird man unbehandeltes Holz verarbeiten. Gerade für den Bau von Gartenkonstruktionen wird zwar nach wie vor viel kesseldruckimprägnierte Kiefer angeboten, aber die ist von der Optik her nicht jedermanns Sache.

Vor allem dann nicht, wenn sie den typischen Grünton trägt. Und eine Garantie für jahrelange Haltbarkeit hat man dabei je nach Lieferant auch nicht. Man sollte sich also in jedem Fall Gedanken über den konstruktiven Holzschutz und schützende Anstriche machen.

 

Gartenhaus vor Witterung schützen

Bei jedem Holzbau kann man durch einige leicht zu realisierende Maßnahmen schon bei der Konstruktion etliche Schäden durch den Wettereinfluss vermeiden. Dazu einige Regeln:

Gartenhaus selber bauen 1-2-do Wissen• Große Dachüberstände schützen Wände vor Regen, besonders im oberen Bereich.

• Direkter Erdkontakt ist in jedem Fall zu vermeiden. Pfosten sollten also nicht direkt eingegraben werden, Rahmenhölzer nicht direkt auf dem Gartenboden liegen.

• Offene, nach oben weisende Pfostenenden, beispielsweise Gelän- derpfosten bei einem Holzhäuschen mit Veranda, sollte man ab- schrägen, damit Regenwasser abläuft und nicht längere Zeit darauf stehen bleibt. Eine Alternative dazu sind Pfostenkappen aus Metall.

• Die unteren Enden senkrechter Verschalungsbretter kann man ebenfalls anschrägen. Dadurch bildet sich eine Tropfkante, von der Regenwasser viel schneller abfließt als von einem geraden Anschnitt und an der Tropfen nicht längere Zeit hängen bleiben.

• Waagerecht verlegte Schalungen aus Nut-und-Feder-Brettern bringt man so an, dass immer die Feder nach oben zeigt. In der Nut könnte sich Wasser sammeln.

• Ein Kiesstreifen rund ums Gartenhaus verhindert, dass Regenwasser hochspritzt.

• Zur Erde oder zu angrenzenden Bauwerken hin muss immer etwas Platz bleiben, damit feucht gewordenes Holz leicht ablüften kann.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do WissenMit diesen Maßnahmen kann man schon einiges bewirken. Trotzdem solltet ihr Holz im Garten zusätzlich mit einem Anstrich versehen. Das hat zum einen ganz praktische Gründe: Lackiertes oder lasiertes Holz verschmutzt nicht so leicht, verwittert langsamer, bleicht nicht so schnell aus und lässt sich farblich ganz nach Wunsch gestalten.

Aber auch der Holzschutz spricht dafür. Zum einen verhindert man mit einem Schutzanstrich den Befall durch Holzschädlinge wie Bläuepilze. Zum anderen schützt man das Holz vor dem UV-Anteil des Sonnenlichts.

Ultraviolettes Licht kann mit der Zeit das Lignin an der Oberfläche zersetzen, das ist das natürliche Bindemittel im Holz. Die Abbauprodukte werden von Regenwasser ausgewaschen, die Oberfläche wird spröde, grau und angreifbarer gegenüber Schädlingen.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do WissenOb man nun gegen Pilze und Insekten wirksame Mittel anwenden möchte, also Anstriche mit sogenannter biozider Wirkung, wird jeder für sich entscheiden müssen. Will man ein Biozid verwenden, sollte es als erste Schicht auf dem Holz verarbeitet und mit einer Endbeschichtung abgedeckt werden. Nicht verzichten sollte man dagegen auf einen Lack oder eine Lasur. Damit solch ein Anstrich vor der UV-Einstrahlung schützt, muss er pigmentiert sein.

Die einen verwenden für den Anstrich lieber einen Lack, die anderen eine Lasur, das ist Geschmackssache. Lasuren bieten den Vorteil, dass man sie vor dem Erneuern bei regelmäßiger Pflege meist nur anschleifen muss. Dickschichtlasuren sind dabei etwas beständiger als Dünnschichtlasuren. Die Erneuerung lackierter Oberflächen ist etwas aufwendiger, dafür hat man hier deutlich mehr Möglichkeiten zur Farbgestaltung.

Eigentlich überflüssig zu erwähnen, zur Sicherheit wollen wir es trotzdem ansprechen: Die in der Großvätergeneration noch recht beliebte Methode, Holz im Garten mit Altöl zu streichen, ist absolut tabu.

Dieser Anstrich ist gesundheitsschädlich, giftig und verdirbt den Boden. Kurz und knapp: Diese Zeiten sind vorbei, und das ist auch gut so.

 

Schutz von oben: das Dach

Besondere Aufmerksamkeit gebührt der Dachkonstruktion und der Eindeckung. Ob man sie als Satteldach oder als einfaches Pultdach anlegt oder auf einem vieleckigen Bau als entsprechend gestaltete spitze Haube – meist wird das Dach mit Hilfe von Sparren oder Pfetten konstruiert, die auf den Wänden aufliegen. Die Neigung beträgt in der Regel nicht mehr als etwa 30°.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do WissenWichtig ist vor allem, dass das Dach dauerhaft dicht bleibt. Man kann hier natürlich echte Dachziegel oder Betondachsteine verwenden. Das sieht sehr gut aus, nötig ist es aber nicht. Außerdem bringt solch eine Eindeckung einiges an Gewicht und macht eine entsprechend tragfähige Gesamtkonstruktion nötig. Und das Verlegen von Dachsteinen ist nicht ganz trivial.

Bewährt hat sich eine Deckung mit Bitumen. Das können breite Bahnen sein, optisch reizvoller sind aber Bitumenschindeln, die man zusammenhängend in Streifen kaufen kann.

Als Unterlage dienen beispielsweise Profilbretter, die man quer auf die Sparren oder Pfetten schraubt. Alternativ können auch Holzwerkstoffplatten zum Einsatz kommen. Nun verlegt man als Zwischenschicht eine Lage Bitumenpappe, die man mit Dachpappenägeln fixiert, das sind verzinkte kurze Stifte mit breitem, flachem Kopf.

Gartenhaus selber bauen 1-2-do WissenAuf der so geschaffenen Unterlage kann man nun die Schindeln befestigen. Damit beginnt man an der unteren Dachkante, der Traufe. Die erste Reihe legt man mit den Einkerbungen nach oben, dann ergibt sich an der Kante ein gerader Abschluss. Anschließend arbeitet man sich Reihe für Reihe vor – jeweils mit einer großzügigen Überlappung. Die Einkerbungen zeigen jetzt korrekt nach unten und werden immer um eine halbe Schindelbreite versetzt platziert. Zum Befestigen der Schindeln dienen wieder Dachpappenägel. Zum Schluss wird der First mit speziellen Firststücken gedeckt.

Hat man alles richtig gemacht, widersteht die Eindeckung problemlos auch kräftigeren Regengüssen. Dann kann allerdings immer noch das Wasser überall ungehindert vom Dach herablaufen. Es empfiehlt sich deshalb, auch bei einem kleinen Gartenhäuschen oder Schuppen eine Dachrinne anzubringen. Viel Wasser fällt bei einem kleinen Dach nicht an, deshalb muss der Rinnenquerschnitt nicht allzu groß sein. Passende Kunststoffrinnen und Fallrohre gibt es in jedem Baumarkt.

Sie werden mit Rinnenhaken so an den Sparren befestigt, dass sich ein leichtes Gefälle ergibt, und münden in ein Fallrohr, das das Wasser in ein angrenzendes Beet oder eine Regentonne leiten kann.

(Text Hans Altmeyer, Fotos v.o.n.u.: epr/Remmers, Biohort, epr/Siebau, 3 x epr/Holzprofi100, Fundamente: Projekte, siehe Links, Biohort, epr/Bloxhuette, Marc Tollas/pixelio.de, Marley, Bondex, Alpina Farben, Marley)

Siehe auch: Bau eines Gartenhauses

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